Licht und Schatten oder wie wird hier gemessen.

  • In Anlehnung an den Zonen Thread frage ich mal:
    Wie sieht eure Messung der Lichtsituation aus.

    Ich stelle mir meine Blende, die ich für mein Bild haben möchte, am Mastersix ein
    und schaue mir den Kontrastumfang bei einem flotten Schwenk mit Objektmessung durchs Motiv
    erst mal an. Dann messe ich bildwichtiges Hell und Dunkel für mein Bild an und der Belichtungsmesser liefert mir dann
    den Mittelwert als Belichtungszeit. Danach mache ich zur Kontrolle noch eine Lichtmessung, die dann auch
    in meine Bauch Entscheidung eingeht. Die Wichtung von Hell oder Dunkel kann man auch über die Anzahl und Wahl der
    Messpunkte beeinflussen.
    Wenn es komplexer wird, kommt der Profi-Spot auf den Mastersix, aber das Vorgehen bleibt eigentlich das Gleiche.
    Nur die Wahl der Messpunkte wird duch die kleineren Messwinkel präziser.
    Wichtig ist mir nur, das ich nicht um einen vorgegebenen Grauwert herrum messe,
    sondern das ich durch die Wahl der Messpunkte mein Motiv in den Tonwertumfang des Films einzupassen versuche.

  • Lichtmessung. Und im Studio ggf. eine Spotmessung damit die Spitzlichter mir nicht ausbrechen. Auf den Deltas in FX-39 II habe ich damit noch genug Zeichnung. O.k. manchmal gebe eine halbe Blende zu oder belichte knapper. Aber das ist nach Gefühl.


    Ich hab letztens in Island. Mit der Fuji 645 gearbeitet und die hat nun mal nur Integralmessung. Und bei der Kälte mit nassen, klammen Fingern nur drauf gehalten. Es ging mir eigentlich um Himmel und schwarze Silhouetten. in den Himmel gemessen und weiter unterbelichtet...ich hab einen durchzeichneten Himmel bekommen und in den Felsbereichen, die ich schwarz haben wollte ist immer jede Menge Zeichnung drin um sie abzubilden.


    Vielleicht nehme ich deswegen auch oft Lithentwickler, um die Schwärzen noch weiter hochzuziehen.


    Gruss Sven.

  • Lichtmessung und Objektmessung.


    Im Studio und bei Portraits im Nahbereich immer Lichtmessung. Bei Landschaftsaufnahmen, besonders unter schwierigen Lichtsituationen und größerer Entfernung des Motivs in der Regel Spotmessung.


    Hauptsache aber ist ein verlässlicher und wiederholgenauer (präziser) Belichtungsmesser, der auch in den extremen Bereichen (Schatten, Lichter) messen kann. Mein Smartphone und einige Apps sind nicht schlecht beim Messen der durchschnittlich hellen Belichtung draussen, versagen aber meistens in den Schattenbereichen und sehr hellen Bereichen - eigentlich das, was kritisch ist.


    Meine Belichtungsmesser deshalb: Gossen Sixtomat F2 und Digiflash F2 sowie einen Starlite 2 oder (mein Lieblingsspotmesser) einen alten Pentax Digital Spotmeter.

    Gossen hat einen guten Überblick in diesem kleinen kostenlosen Kompendium zur Belichtungsmessung erstellt, sehr lesenswert zur Einführung:
    https://gossen-photo.de/wp-con…er_Belichtungsmessung.pdf

    Grüsse
    Andreas

  • Wie Du das zuerst beschreibst, den Kontrastumfang zwischen bildwichtigen texturierten Schatten und Lichtern, macht das auch für mich Sinn.


    Die Wahl der Entwicklung passt sich dem Tonwertumfang des Motivs an. Die Messpunkte bringen Motiv und Entwicklung zueinander in Beziehung.


    Auf der Suche nach dem perfekten Negativ ging mir manchmal das finale Ziel des traditionellen Zonensystems verloren: das Positiv.


    "Zonensystem" heisst, so verstehe ich das heute, das Bild vom Papier her zu denken. Wie soll das, was ich mir vorstelle, am Ende auf genau dem Papier stehen, mit dem ich aktuell arbeite?


    Fotopapier kann 5 EV plus Schwarz und Weiß, so die Gesetzestafeln. Man will sich an der brillianten Durchzeichnung dieser 5 EV ergötzen? Dann muss das Motiv so fotografiert werden, dass die bildwichtigen Schatten in III durchgezeichnet werden. Und weiterhin muss das Negativ so entwickelt werden, dass die bildwichtigen Lichter in VII noch Zeichnung enthalten.


    So messe auch ich wie die meisten hier texturierte Schatten und Lichter. Bei Bedarf entwickele ich kürzer, um einen Kontrastumfang von 6 oder mehr EV auf den Film zu kriegen, oder länger, um einen Kontrastumfang von 3-4 EV auf 5 EV zu spreizen. Wenn man länger entwickelt, kann man bei Expansionen auch etwas knapper belichten, und bei Kompressionen etwas reichlicher.


    Nicht immer ist so eine Kontraststeuerung notwendig. Man kann Lichter ja auch einfach ausschießen oder Schatten schwarz werden lassen, wenn das das Bildkonzept befördert.


    Es gibt wie immer auch weitere Tricks, aber wer will sein Oeuvre schon auf ekligen Tricksereien wie Brenzkatechin-Pyrogallol-Ausgleichs-Mehrbadentwicklungen, Gradationswandelpapieren, Splitgrade, Hybrid, Abwedeln und Nachbelichten usw. aufbauen ...

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