Platindruck

  • Habt Ihr schon mal Platindruck verwendet? 0

    1. Ja, ich habe schon Erfahrungen mit alternativen Druckmethoden (0) 0%
    2. Nein, ich habe noch keine Erfahrungen mit alternativen Druckmethoden (0) 0%

    Hi alle zusammen


    Hi Matthias sag mal wie funktioniert das mit dem Platindruck? Hab bisher immer nur den Standardweg im Erreichen eines Abzuges bestritten. Kannst Du uns mal aufklären? :cry:



    Micha

  • Platindruck ist ein historisches Kopierverfahren. Spezielles Papier wird mit einer Mischung aus einer wässrigen Eisensalz- und Platin/Palladiumsalzlösung selbst beschichtet. Das trockene Papier dann im Kontakt mit dem Negativ mit UV-Licht belichtet. Anschließend z:B. mit Ammoniumcitrat entwickelt, geklärt, gewässert.
    Verfahren ist zeitaufwendig, TEUER, SEHR GIFTIG und setzt die Gelassenheit eines buddistischen Mönchs voraus.


    Ich mach es nicht mehr.



    Mehr Infos findet Ihr unter


    http://www.edeldruck.com



    Gruß


    Matthias

  • was verstehst Du unter teuer und SEHR giftig. Reichen da ein paar Handschuhe? Wo bekommt man denn mal eine etwas genauere Beschreibung her? Und wo die Zutaten?


    Fragen über Fragen

  • Habe im September 23 Palladiumdrucke(das gleiche Verfahren incl. der Arbeitsmenge aber etwas erschwinglicher!) im Format 24x30cm und 30x40cm ausgestellt.
    Die wohlwollende Aufmerksamkeit aller war mir sicher, Kunstfreunde mit Kaufabsichten waren allerdings gerade in einer anderen Ausstellung! Das Ganze war wohl doch für Niederbayern zu exotisch.
    Die Herstellung von Platin/Palladiumdrucken erfordert einen höheren Frustrationsfaktor als normale Duka-Arbeit, besonders die Herstellung des Drucknegativs ist da hervorzuheben.
    Das Beschichten des Druckpapiers und das Drucken selber ist dann die Belohnung für den vorherigen Frust!!


    Gruß
    Klaus

  • Moin Jungs,
    habe die Umfrage mal wörtlich interpretiert. Nein, ich hab keine Ahnung von Platin, habe aber schon einige Cyanotypieen (ich denke, das zählt als alternatives Verfahren) gemacht.
    Im Prinzip wie bereits für Platin beschrieben, allerdings:
    -billiger (denke ich mal, ca. 25 Eus bei monochrom für 50ml Lösung, reicht für ca. 20 Prints 18x24, da ist das gute Arches Platin oder ähnliches Papier teuerer, das man ebenfalls benötigt) Selbstansatz bei grossen Mengen günstiger, aber immer dieser Huddel mit den Verordnungen über die Abgabe von Chemikalien.
    -plakativer Effekt. Das blau/weiß erkennt man auf 100 Meter, und unmaskierte Ränder sehen halt immer nach grosser Kunst aus.
    -Nicht unbedingt das "finest-print" Verfahren wie Platin/Palladium, 8x10 Negative direkt aus der Kamera müssen nicht sein, auch Internegative von
    KB oder 6x9 werden dem Verfahren noch gerecht.
    -in der Lösung auch giftig genug, Handschuhe und vorsichtiger Umgang reichen. Bei Selbstansatz Vorsicht vor Staubentwicklung. Dafür Fixierung nur mit Wasser evtl. Zitronensäure (die verkauft sogar noch die Apotheke).
    -Natürlich wieder eigene Dichtekurven (sonst wärs ja langweilig).


    Zum Verfahren: Die Internegative mache ich über einen schön ausgewogenen Abzug, der 1/1 auf Maco GPF kontaktet wird.
    Belichtet wird mit einem strunznormalen Phillips Gesichtsbräuner mit ca. 50 cm Abstand.
    Nach gutem Papier sucht man sich echt die Finger wund, da selbst viele teure Aquarellpapiere mit der Lösung reagieren. Wem die Tonverschiebung und evtl. die kurze Lebensdauer (<10Jahre) nix macht, kann alles von Klopapier über Zeitungen bis zu Betonwänden beschichten.


    Gruß
    Martin

  • was genau verstehst Du unter

    Quote

    Die Internegative mache ich über einen schön ausgewogenen Abzug, der 1/1 auf Maco GPF kontaktet wird.


    So wie ich das bisher verstanden habe, belichtet man bei diesen Verfahren durch ein Negativ(das dierekt auf einem Papier oder ähnlichem inkl. Lösung) durch. Ich verstehe deine Reihenfolge nicht. Wenn Du einen großen Abzug machst, hast du ein Positiv. wie kommst du dann zum Negativ. Ist das Maco GPF ein Negativ material?, wenn ja belichtest du durch den papierträger des Abzuges auf das Negativ?, oder nicht. Wenn ja, Leidet da nicht ein wenig die Kantenschärfe?


    Fragen über Fragen


    Micha

  • Hi Micha,
    nochmal ausführlich, dann wirds klar:
    Negativ (KB,6x9 etc.) wird auf RC-Papier und auf Endgröße (also mit Vergrösserer) abgezogen (polykaltton, o.ä.). Dann hast Du ein (Inter-)Positiv(seitenrichtig). Sollte nicht extrahart, sondern eben ein schöner Abzug, aber mit ordentlichen Schwärzen.
    Den nehmen wir nach dem Trocknen, und legen ihn Schicht auf Schicht (Rückseite nach oben) auf einen GPF, und belichten durch das Papier durch. Der GPF ist normales Negativmaterial (Rotlichtfähig) wie Papier fest, ca. mittel graduiert (lässt sich durch Entwickler noch leicht beeinflussen). Verabeiten wie Papier, evtl. mit Härtestoppbad, weil empfindlicher.
    Jetzt hast Du ein seitenverkehrtes Internegativ in Originalgröße.
    Das Schicht auf Schicht (wieder seitenrichtig) auf das Cyanopapier und ab in die Sonne.


    Wenn Du's richtig edel treiben willst, gibts noch folgende Alternative:
    Ausgangsmaterial ist nicht ein s/w Negativ, sondern ein Diapositiv.
    Im Grunde jedes x-beliebige, aber damit es fezig ist Aufnahme auf XP2, crossentwickelt (400 belichten, push 2 entwickeln). Jetzt hast Du ein blau/weisses Diapositiv (gegenüber dem Cyano leichter Grünstich, aber viel weicher, als Farbdias) das sowieso schon mal sehr schön ist. Leider habe ich vor 3 Jahren ein paar der letzten 4x5 XP2s in den Kühli gelegt, Du wirst also wohl bei Rollfilm bleiben müssen.
    Das packst Du jetzt in den Vergrösserer, und belichtest direkt auf den GPF (wie auch oben immer schwarze Pappe drunter wg. Lichthofschutz).
    Obacht, hier musst Du das Dia seitenverkehrt abziehen, damit das Negativ seitenverkehrt ist.
    Zum Schluss einen Rahmen mit 6x9 hinterleuchtet für das Dia und z.b. 8x10 für den Cyanodruck bauen (grins).


    Genug zum ausprobieren für Weihnachten?
    Gruß
    Martin

  • Hallo zusammen,


    allen Personen, die sich für alternative Prozesstechniken interessieren sei hier nochmals die Website der Gesellschaft für photographische Edeldruckverfahren empfohlen.


    http://www.edeldruck.org


    hier erhält man einen guten Überblick vom Salzprint bis zum Platindruck und alles was sonst noch dazu gehört.


    Die GfPhE hat derzeit ca. 40 Mitglieder - ich bin eines davon ;-)


    Beste Grüsse


    Martin

  • Platindruck war mir immer zu teuer, Argyro- und Cyanotypien sind wesentlich preisgünstiger herzustellen - ich arbeite auch gerne mit "Masterprint" - Genius Print Film - und Gesichtsbräuner.

  • Wenn ich mich 'mal an diesen 4 Jahre alten Thread anhängen darf? Gab es seitdem wirklich im GFF kein Interesse am Platindruck?
    Also, ich finde es passt sehr schön zu dieser Art der Fotografie und ist gar nicht so schwer. [url=http://web.mac.com/chammann/iWeb/The%20good,%20the%20bad%20and%20the%20ugly/Platin-Prints,%20deutsche%20Version/Platin-Prints,%20deutsche%20Version.html]Hier[/url] ein Bericht über meine ersten Erfahrungen mit dem Medium.
    Alles Gute, Christoph

  • Danke Sandra, so kann ich mir wenigstens mal einen Überblick verschaffen. Von den sogenannten "alternativen.." habe ich so wirklich garkeine Ahnung. :oops:
    Gruß Thomas

  • Quote from "Bladerunner"

    Danke Sandra, so kann ich mir wenigstens mal einen Überblick verschaffen. Von den sogenannten "alternativen.." habe ich so wirklich garkeine Ahnung. :oops:
    Gruß Thomas


    ich nehme an, Du kennst den Link?


    http://www.edeldruck.org/

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
    “Simplicity is the keynote of all true elegance.” Coco Chanel

  • Zwei kleine Tips:
    Die Verordnung zur Abgabe von Chemikalien kann weitestgehend umgangen werden, wenn man eine freundliche Apothekenmannschaft findet, die die jeweiligen Stammloesungen fuer einen anpantscht.


    Die Zwischennegative koennen auch mit einem guten Tintenstrahldrucker erstellt werden. Allerdings sollte es dann schon die spezielle Folie von 3M sein, die auch in der Druckwelt verwendet wird.


    Noch ein interessanter Link zu dem Thema:
    http://www.alternativephotography.com/


    Viel Spass
    Hans

    A common mistake that people make when trying to design something completely foolproof was to underestimate the ingenuity of complete fools. Douglas Adams

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