Größenwahnsinn, die nächste Episode

  • Zu dem Zweck muss eine Stange das Papier in der Rinne halten (es gab eine französische Firma, die solche Rinnen für Großvergrößerungen im Programm hatte - ob die Rinnen von denen weiter waren als eine normale Regenrinne, weiß ich nicht, ich fände es aber sinnvoll).

    Die sogenannten "Bobinoirs" von Deville waren etwas weiter als eine normale Regenrinne, ja. Man kann sie immer noch kaufen, Fotoimpex als Händler kann sie wohl auch bestellen. Hier mal ein kleines Video zur Handhabung.


    Grüße

    Andreas


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  • Auf jeden Fall ein cooles Projekt.

    Ich würde vielleicht auch nicht gleich eine komplette Rolle auf einmal verarbeiten, aber ruhig sofort das Wunschendformat nehmen und nicht erst mit Kleinkram rummachen.

    Das Handling mit Formaten jenseits eines Meters ist nicht ganz ohne, aber nun auch keine Zauberei.

    Ob dir die folgende Vorgehensweise zusagt, weiß ich nicht, aber bei mir klappt das bei 120x90 cm ganz gut:

    Papier mit Plexiglasscheibe zum Belichten plattdrücken (die Gute von Halberahmen).

    Eintwickeln in Eigenbauwanne, die ca. 10 cm in alle Richtungen größer ist als das Papier. Hoch darf sie ruhig 10 cm sein. Meine ist nur ca. 5 cm hoch, was im Eifer des Gefechts zu wenig ist.

    Trocknen mit faserverstärktem Nassklebeband aus dem Künstlerbedarf auf Holzbrett. Da vertut man sich, was da beim Trocknen für Kräfte entstehen. Das ist enorm. Ich lasse das Klebeband dreifach überlappen und das ist irgendwie immer noch nicht optimal. Wenn du da eine gutfunktionerende Lösung findest, sag mal Bescheid.

    Ach so, und schneiden: Das mache ich vor dem Belichten erstmal grob mit einer guten Papierschere und nach dem Trocknen dann direkt auf dem Brett mit einem Cuttermesser oder Skalpell.

  • Mit der „Bobinoir Entwicklungsmaschine" von Deville hatte ich auch schon öfters arbeiten können.

    Eine sehr durchdachte und stabile Konstruktion die einem die SW-Laborarbeit,

    zumal wenn man in Serie produzieren muß / will enorm erleichtert.

    Wer große Mengen SW-Papier entwickelt findet in diesem Gerät ein ideales Werkzeug,

    zügig und gleichmäßig entwickeln zu können. Ich hatte seinerzeit das Glück mit diesem

    Gerät z.B. SW Vergrößerungen von 3 x 3m Größe für einen Messestand anzufertigen,

    das hatte ich dann in mehreren Bahnen belichtet.

    Für die Entwicklung solcher Bahnen war das Gerät ideal.


    Allerdings sollte man vor Erwerb ein paar wichtige Dinge bedenken:
    Mit so einem Gerät arbeitet man in einer anderen Papier- und Chemie Verbrauchsliga.


    1. Der Preis der Anschaffung

    Ich kann mich zu damaliger Zeit an ein geradezu irrwitzigen Preis erinnern.

    So eine Anschaffung lohnt sich – nach meinem Dafürhalten – nur, wer wirklich

    viel großformatige Bilder entwickelt! Mit Großformat meine ich, ab 80x120cm aufwärts.

    Optimal sind natürlich zwei Bewegungsgeräte, so kann man mit einem noch wässern,

    während ein anderer mit der nächsten Entwicklung beginnen kann.


    2. Der höhere Papierverbrauch

    Bleibe ich bei z.B. einer 80 x 120cm Vergrößerung, muß ich schon alleine

    ca. 30-40cm mehr Papier pro Seite einrechnen, denn bedingt durch das einklemmen des

    Papiers und die Umlenkrollen, soll das Bildmotiv ständig mit Chemie benetzt sein.

    Bei einer 80er Rollenbreite muß ich also mit ca. 200 cm Papier rechnen!


    3. Der höhere Chemieverbrauch

    Die Bobinoir Entwicklerschalen haben ein ganz anderes Chemievolumen.

    Hier kann ich mit 10 – 15 Liter Chemie pro Bad rechnen.

    Die muß nach Gebrauch auch irgendwo aufbewahrt werden, oder man besorgt sich

    einen passenden Schwimmer für den Entwickler, so kann dieser in der Schale verbleiben

    und kann nicht oxidieren.


    4. Drei – vier befüllte Schalen haben ein enormes Gewicht und benötigen Platz.

    Die Entwicklungsschalen müssen wirklich stabil stehen.

    Idealerweise arbeitet man zu zweit, muß man eh bei der Größe des Gerätes.


    5. Die Wässerung der Prints

    Langwierig, braucht ständige Bewegung und somit auch viel Wasser . . .


    6. Die fachgerechte Trocknung der Prints

    Wer tatsächlich einmal 6 – 8 Prints entwickelt hat, sollte sich zuvor Gedanken

    darüber machen, wie er diese fachgerecht trocknen will.

    Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.

  • @ Diesch: Nee, ich nehme ein richtiges Holzbrett, das nicht einmal besonders dick ist. Ein dickes Brett wäre aber schon besser, weil sich meines etwas durch die Nässe verzieht.

    Das Problem ist wirklich die Klebung, die rundherum gleichmäßig gut sein muss, was gar nicht so einfach hinzubekommen ist. Von daher braucht man auch ein bisschen Rand am Papier, den man überkleben kann. Ich nehme immer so ca. 5 cm bei 120x90 cm, aber dann darf sich das Klebeband auf keinen Fall lösen.

    Ich weiß nicht, ob Baryt mit Netzen gehen würde. Keine Ahnung. Auf jeden Fall will es von sich aus unbedingt wellig trocknen : )

  • ein richtiges Holzbrett,

    Dann entweicht die Feuchtigkeit nur zu einer Seite, was zusätzlich zu Spannungen im Papier führt.

    Durch das stabile Brett und die Fixierung des Papiers am Rand fängst du das auf.

    Zum Trocknen von Barytpapier gibt es große Siebe, die in ein Gestell eingeschoben werden können. Da hat dann nach dem Trocknen das Papier noch eine Welligkeit, ist aber nicht zu einer "Schale" verzogen.

  • Trocknen mit faserverstärktem Nassklebeband aus dem Künstlerbedarf auf Holzbrett. Da vertut man sich, was da beim Trocknen für Kräfte entstehen. Das ist enorm. Ich lasse das Klebeband dreifach überlappen und das ist irgendwie immer noch nicht optimal.

    Das ist eine gute Idee. Auch den (Klebe) Rand sollte man nicht unterschätzen. Ist der Abzug zu feucht abgelegt, kann der Kleber
    des Klebebandes in und unter den Abzug wandern und so das Bild unbrauchbar machen.

    Das sieht dann schlimmstenfalls so aus:


    Das macht dann stundenlange Arbeiten zunichte . . . also immer den Rand deutlich großzügiger bemessen.

    Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.

  • Wenn ich es trocken vom Brett schneide, ist es sehr glatt, fast spiegelglatt, könnte man sagen.

    Ich habe meine Vergrößerungen immer auf einer Glasscheibe abgelegt und gut das überstehende Wasser abgequetscht.
    Mir hat der samtige feine Glanz bei umgekehrter Trocknung immer ganz besonders gut gefallen.
    Ich hatte die Vergrößerungen dann mit der Schichtseite dem Betrachter zugewandt getrocknet.
    Außerdem ließen sich so die Vergrößerungen deutlich besser retuschieren.

    Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.


  • Emmahinn schommo fuffzisch off säschzisch ...


    Ich glaube, ich mach hiermit mal noch eine Weile weiter, bis ich den Meter in Angriff nehme.


    So, hier ein erstes Fazit.


    Ich habe mit dem ehrwürdigen Componon 5,6/135 zwar das Negativ auf dem Tisch, aber weil es auf 9x12 ausgelegt ist, auch einen Helligkeitsabfall in den Ecken, den ich mit 200% Nachbelichtung in Grad 3 und 5 kompensieren muss. Das mache ich mit einer runden, gezackten Blende, die ich in den Strahlengang halte.


    Wegen des Formats brauche ich Grad 3 als Grundgradation für die hellen Nylonmaschen in der Bildmitte. In 8x10 in habe ich Grad 2,5. Die Zeiten des kleinen Formates habe ich einfach von 41.5 cm Abstand Rotfilter-Grundbrett auf 83 cm Abstand hochgerechnet und dann die Blende von 16 auf 8 geöffnet. Erst mit dem größeren Format fiel mir der Randabfall des Objektiv auf. Im kleinen Print habe ich an den Rändern nur 50% nachbelichtet, und zwar nur mit Grad 5, um den Blick im Bild zu halten.


    Die Rollenwae wird schön flach im Wasser. Das Problem ist nur die Aufbewahrung der Rolle. Das Papier wurde nicht verschleiert beim Schneiden - allerings hatte ich es in einer dunklen Ecke stehen und mit einem alten Dunkeltuch abgedeckt. Zum Aufbewahren geschnittener Stücke in Rollenform werde ich mir im Bauhaus ein Kanalrohr kaufen und abdichten. Gerollt lassen sich die Blätter am besten und schnellsten handhaben, auch am unkompliziertesten entnehmen.


    Beim Schneiden blitzte der Cutter. Der Dahle 448 hat Plastikteile. Da gibt es Probleme mit Elektrostatik. Ich werde ihn erden. Von den Blitzen habe ich jetzt aber auf den Bildern nichts entdeckt. War wohl nicht stark genug. Das Malerabdeckband aus Papier (Krepp) blitzt übrigens auch beim Abziehen, wenn man Papier auf das Grundbrett klebt, damit es flach bleibt ... Spannend ...


    Die Auswahl der Bilder ist wichtig. Es sollten nicht zu starke Bilder sein, sonst wird das zu heftig. Solitäre sind ja schön und gut, aber wenn die ganze Wand eng voll hängt, dann wird das zu kraftvoll.


    Jetzt wässern die Bilder. Mal sehen, wie ich sie ohne Knicke flach kriege. Noch passen sie in die Seal, quer, in zwei Schritten. Sehr wahrscheinlich bleibe ich bei dem Format 50x60, bis ich Übung habe. Es geht ja auch um solche Kleinigkeiten wie 5l Brühe aus einer Schwabbelschale in die Enghalsflasche zurückzukriegen (Bauhaus hat 5l-Kanister mit Hahn). Mit dem Format kann ich vertikal am L138 arbeiten. Ich nehme mir aber trotzdem noch ein größeres Grundbrett, das ich auflege. Wenn ich den Tisch ganz herunterfahre, müsste ich eigentlich noch ein wenig mehr in ie Breite gehen können.


    Spannend, das alles, vielen herzlichen Dank für die vielen Tips, auf die ich noch lange zurückkommen werde.

  • Ein kleiner Tipp von mir. Wenn ich darf?

    Ich habe mir für diesen Zweck über die komplette V. Grundplatte ein 1,5 mm starkes Stahlblech draufgelegt. Und das Papier wird mit diesen Magnetschienen auf die Platte gepresst. Für die Schienen habe ich aus dem Baumarkt 3-kant 15 mm Alu Profile geholt, für unterschiedliche Formate zugeschnitten, schwarz lackiert und zuletzt selbstklebende Magnetbänder aufgezogen.


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