300mm für eine FKD 13x18

  • "Charakter" möchtest Du, hast aber ein Industar dran.


    Hallo Hei Sluft

    nein, auf dem Foto, schau genau hin, ist ein Tessar von Zeiss montiert, aber eben ein 210mm.

    Das Industar 210mm liegt beim Foto auf dem Tisch und ist nicht an der Kamera.


    Das Industar habe ich, weil es mit der Kamera aus der Ukraine kam, das Tessar, weil es mir ein Freund zur Verfügung gestellt hat.


    Zum Charakter: Das Planar an meiner Rolleiflex 2.8 und der SL66 hat für mich keinen "Charakter". Es sind hervorragende Objektive, die sehr sauber und "scharf" abbilden. "Charakter" hat das Solinar an meiner Isolette III, hier entsteht ein anderer Bildeindruck, die Schärfe tritt zurück, dafür entsteht Kontrast oder Räumlichkeit bei einem ganz leicht diffusem Gesamtbild - ich kann es schlecht mit Worten ausdrücken.


    Erst einmal wollte ich nur fragen, welches "Tele" überhaupt an der FKD13x18 denkbar ist.

    Ich möchte mit der Kamera den Leuten nicht so sehr auf den Pelz rücken und dachte mit z.B. 300mm etwas Abstand zu bekommen - mehr nicht.

    Hauptsache es steht was mit 300 drauf :mrgreen:

    Wenn das Leben so einfach wäre, hätte ich hier nicht um Rat und Hilfe gefragt.


    Beste Grüße

    Volker

  • Geht das auch bei 4x5” und der gleichen Brennweite?

    Ja. Eingentlich sogar besser, weil du bei der längeren Brennweite etwas weniger Schärfentiefe haben solltest. Zur Not gehst du etwas näher ran.


    Was halt kritisch ist, das Model darf sich nach dem Scharfstellen nicht mehr bewegen. Du hast da nur einen Bereich von ein paar Zentimetern.


    Geht auch frontal. Beide Augen scharf und die Nase unscharf.


    Gruss Sven.

  • Erst einmal wollte ich nur fragen, welches "Tele" überhaupt an der FKD13x18 denkbar ist.

    Ich möchte mit der Kamera den Leuten nicht so sehr auf den Pelz rücken und dachte mit z.B. 300mm etwas Abstand zu bekommen - mehr nicht.

    Bei dem 210er bist du bei einer Bild von sagen wir mal 1m für ein Portrait (in der Praxis würde es vielleicht eher 1,2 sein, wenn es kein Schoeller-Headshot werden soll) ist zwischen Linse und Portraitiertem rund 1,50m Platz. Bei einem 300er sind es 50cm mehr. Was jedoch erfahrungsgemäß bei GF eine untergeordnete Rolle spielt, weil ohnehin noch rund ein halber Meter Kamera zwischen Model und Fotografen liegt.


    Da nervt es die Gäste auf Omas 80stem schon mehr, wenn der Fotograf erst mal eine halbe Stunde die Kamera einstellen muss, weil bspw. keine Kiste für kleine Menschen zum draufstellen da ist oder ähnliches. Oder weil die Platten sich beim einlegen verkanten. Platz ist da das kleinste Problem.


    Gruss Sven.

  • Ein Tessar 210/4,5 und 300/4,5 aus Jena sind die gleichen Objektive wie das Industar 51 und 37. Das die Gläser in unterschiedlichen Gehäusen stecken hat überhaupt nichts zu sagen.

  • die Schärfe tritt zurück, dafür entsteht Kontrast oder Räumlichkeit bei einem ganz leicht diffusem Gesamtbild - ich kann es schlecht mit Worten ausdrücken.

    Viel "Charakter" entsteht schon dadurch, dass Du im großen Format fotografierst. Das Tessar ist bei eher offener Blende nicht scharf und kontrastreich und speziell die FKD mit dem Industar war eine Kamera, die bevorzugt für Portraits benutzt wurde. Ich empfehle mal zumindest einen Test mit dem Industar.

    Ein Tessar 210/4,5 und 300/4,5 aus Jena sind die gleichen Objektive wie das Industar 51 und 37

    Zumindest sind es Tessar-Typen. Das Industar-37 hatte mit dem Industar-13 einen Vorgänger, die russischen Objektive wurde oft in ihren langen Bauzeiten angepasst. Vor allem im Kleinbildbereich wurden nach 1945 zunächst Gläser aus Zeiss Produktion verwendet (Reparationsleistungen) und als dann sowjetische Gläser verwendet wurden sind die optischen Designs teilweise leicht geändert worden. Die Grundtypen entsprechen aber dannnoch immer den Zeiss-Jena Optiken (Tessar, Sonnar, Biotar, Biogon, Topogon o.ä.).


    Hier sehr umfangreich zu Großformatoptiken aus der UdSSR bzw. dem "Ostblock": https://www.arnecroell.com/eastern-block-new.pdf

  • Nicht so lange her da wurden zu 100% in dem riesen Land (Ud SSR) alle Dokumenten Fotos mit einer FKD 13x18 und einem Industar meistens Industar 51 gemacht. Das industar 37 (wenn man es gehabt hat) hatte man bei der 13x18 FKD für die Kopf Portraits eingesetzt, sonnst war vorne fast immer ein Industar 51 montiert. Gearbeitet hat man im Studio überwiegend mit dem Kunstlicht, einen Verschluss hatte man so gut wie nicht verwendet, denn mit der Kappe ging es um einiges schneller, bei 15-20 Leuten im Studio für irgendwelche Dokumenten Fotos hatte man da keine Zeit für Spielereien gehabt.

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