Bewegungsmelderauslösung für analoge Kameras?

  • Bei einem Erfassungswinkel von 120 Grad wäre schon ein WW-KB-Objektiv mit ca. 14 mm Brennweite nötig, um beide Winkel in etwa deckungsgleich zu haben. Sonst würde wohl der Bewegungssensor ganz unnütz auslösen, wenn nur am Rande des Geschehens sich irgendetwas bemerkbar machte.

  • Stimmt schon. Aber bei einer Fokusfalle mit AF-Sensor kann man praktisch unterhalb des Messfeldes durchs Bild laufen, weil das Messfeld nur 3° hat ...


    Wie dem auch sei: es täte not, den Anwendungsfall ebenso wie die intendierte Kamera zu spezifzieren.


    Ich ging - "Grossformatfotografieforum" vorausgesetzt - davon aus, dass es um GF-Kameras mit mechanischem Zentralverschluss geht, die per Bewegungssensor mit 120°-Empfindlichkeit mechanisch ausgelöst werden sollen.


    Die Frage wäre dann, in welchem Zusammenhang fotografiert werden soll. Wenn es um Makro geht, wäre ja auch ein Array aus Lichtschranken sinnvoll, durch die ein Insekt hindurchfliegt, oder Ultraschallsensoren. Ebenso ist in solchen Verwendungszusammenhängen auch die Latenz und Reaktionsgeschwindigkeit wichtig. Man muss wissen, wie lange die Kamera zum Auslösen braucht, um rechtzeitig genug auszulösen. Normalerweise macht man das aber mit Blitzen, um das Insekt einzufrieren.


    Hinsichtlich einer Fokusfalle wage ich deren Nutzen zu bezweifeln. Als die Chinon damals rauskam, berichtete man darüber in den Populärheften. Aber dass es in Gadget war, kann man sich ja vorstellen, wenn man nur mal überlegt, was bei der Auslösung passiert. Erstens muss die Kamera die Auslösung vorhersagen. Das funktioniert nur, wenn das Objekt sich fontal auf die Kamera zu oder wegbewegt, denn das ist der wesentlich AF-Parameter. Sodann ist es wichtig, dass man eine bestimmte Belichtungszeit hat, denn die Auslösung (womöglich noch mit Automatik) setzt die Kamera in Bewegung, und das bringt Erschütterung. Was also per Fokusfalle scharf sein könnte, kann ebenso gut bei falscher Belichtungszeit verwackelt sein. Zumal im KB, das man ja vergrößern muss.


    Auch bei den großen Kameras wie der Nikon F4 mit der dicken Datenrückwand hat sich die Fokusfalle nicht flächendeckend durchgesetzt; ihr Einsatzgebiet ist die Sportfotografie, wo man mit langen Brennweiten auf eine bestimmte Stelle fokussiert und wartet, dass der Springreiter Von-und-Zu mit dem Hoppepferdchen über die Hippe hüppelt.


    Geht es aber um eine solche Art der KB-Fotografie, hat es dazu mit Sicherheit spezifischere Foren als dieses.

  • Am liebsten wäre mir das natürlich im Großformat, muss aber nicht unbedingt. Darum dachte ich aber zuerst auch an einen Bewegungsmelder ohne Autofokustricksereien.

    Aber wenn es nunmal keinen Bewegungsmelder gibt, den man einfach so plug and play anschließen kann, muss das halt irgendwie anders gehen.

    Es geht darum, Vögel an einem bestimmten Ort zu fotografieren.

    Ich habe das vor Jahren mal probiert mit einer Pentax 6x7, die ich auf einem Stativ direkt vor das Vogelhäuschen gestellt habe. Ausgelöst habe ich dann von drinnen aus mit einem ewig langen Fernauslöser mit Luftballbetrieb. Das Problem war, dass die Viecher schon vom Spiegelschlag getürmt sind. Auf den Fotos war nicht ein Vogel zusehen.

  • Famed Landscape Photographer Eliot Porter Loved Birds
    A new exhibition highlights Eliot Porter's rarely seen color photographs of birds, and his love of the feathered animals.
    potd.pdnonline.com


    Eliot Porter mit der Technika III und Dye Transfer ...


    Ich schreibe noch was, muss aber vorher noch was nachschauen


    Hier wird erklärt, wie der Bewegungssensor funktioniert:


    Bewegungsmelder - arduino-basics.com


    Der Sensor hat drei Anschlüsse. Der rote Anschluss geht an den Pluspol mit 5V (z.B. von einem Akku oder einem Handynetzteil), dr schwarze an den Minuspol. Solange keine Bewegung registriert wird, hat der gelbe Anschluss keine Spannung. Wird aber eine Bewegung registriert, liegt auf dem gelben Anschluss eine Spannung von 5V an. Das ist die Detektorenseite. Den im Artikel erwähnten Arduino braucht es gar nicht.


    Jetzt kommt die Effektorenseite. Hier hätte man einen Elektromagneten für 5V.


    sourcingmap® DC 4.5V 0.11A 4mm 28gf Open-Frame Magnetventil Elektromagnet
    DC 4.5V 0.11A 4mm 28gf Open-Frame Magnetventil Elektromagnet Material : Metall, Elektronische Bauteile Nennspannung Strom : DC 4.5V0.1 Typ : Zugkupplung…
    www.elektromagnete.at


    Den Elektromagneten schließt man mit dem Plusdraht an den gelben Draht des Bewegungsmelders an und an den Minuspol der Stromversorgung.


    Die Frage ist jetzt die, was der Elektromagnet machen soll. Es soll erschütterungsarm ausgelöst werden. Wenn man das Zappelzuckding direkt an den Verschluss anbaut, wackelt alles.


    Hier ist so ein Teil im Einsatz als pneumatisches Ventil:


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    Die gäbe es auch als "stromlos geschlossen". Da denke ich an den pneumatischen Auslöser mit 10m Schlauchlänge. Im geschlossenen Ventilzustand müsste man Druck aufbauen, den man durch den Bewegungsmelder in Richtung Kamera mit dem elektromagnetischen Ventil löst?

  • Sicherlich schön anzuschauen, die Bilder von Herrn Porter.
    Aber ich finde es schon recht grenzwertig die armen Pieper mit
    heftig viel Blitzlichteinsatz im Brutgeschäft einzufrieren.
    Aber was solls, es war ja auch mal Gang und Gebe Insekten mit Eisspray
    zum verweilen zu überreden.

  • Sicherlich schön anzuschauen, die Bilder von Herrn Porter.
    Aber ich finde es schon recht grenzwertig die armen Pieper mit
    heftig viel Blitzlichteinsatz im Brutgeschäft einzufrieren.
    Aber was solls, es war ja auch mal Gang und Gebe Insekten mit Eisspray
    zum verweilen zu überreden.

    An allem, was gut und schön ist, immer was Negatives herbeireden ...


    1. Porter benutzte Blitze. Er machte Einzelaufnahmen auf Planfilm. Es blitzte also nicht die ganze Zeit, sondern einmal. Drum hatte er auch nicht 58976 Aufnahmen von Vögeln, sondern nur vergleichsweise wenige, die er dann in seiner eigenen Art meisterlich ausarbeitete.


    2. Porter hielt die Fluchtdistanz ein, sonst wären da gar keine Vögel zu sehen. Den Vögeln geht es nachweislich gut, das zeigen die Bilder. Porter war nicht dafür bekannt, dass nach ihm die Sintflut kam. Da gibt es andere: viele Aquarienbesitzer müssen sich fragen, woher ihre Fische kommen und wie sie gefangen wurden.


    3. Porter tötete die Vögel nicht, um sie auszustopfen, sondern näherte sich ihnen langsam an, um sie an sich zu gewöhnen. Das entsprach den damaligen Standards einer gewissenhaften und umsichtigen Naturfotografie.


    4. Die aufgenommenen Tiere sind meines Wissens auch nicht die allerseltensten Arten, die vom Aussterben bedroht waren.


    5. Porter fotografierte seine Umwelt zu einer Zeit, da die Amerikaner (und wir übrigens auch) alles, was sie nicht mehr brauchten, einfach so in der Prärie außerhalb der Gemeindegrenzen entsorgten. Seine Bilder trugen dazu bei, so etwas wie Umweltbewußtsein überhaupt erst anzustoßen, indem sein persönlicher, intimer Blick auf das Naturgeschehen in wundervollen Büchern und hervorragenden Prints, die noch immer wie Edelsteine leuchten, vermittelt wurde.

  • Ist schon klar.


    Aber mal objektiv betrachtet: der Porter, der lief mit einer Baumwolljeans und einem Baumwollhemd und in genagelten Lederschuhen durch den Busch. Heute hat man ja technische Kleider und Schuhe aus Kunststoff an, der nicht mehr verrottet. Die Krönung: früher hatte man einen Anorak, womöglich den Parka von der BW, heute hat man gleich drei technische Plastikjacken von Machmut, Pater Gonia, The Mordsface im Schrank, für jede Vegetationsstufe, die man mit dem Sessellift bereist, eine spezielle. Porters Stativ ist aus Metall oder Holz, seine Kamera auch. Da ist nichts mit Carbon und anderem Kunststoff ... Gefertigt von irgend so einer altehrwürdigen Kamerawerkstätte, sei es in Deutschland (Linhof), sei es in Japan (Toyo), jedenfalls von Festangestellten mit Sozialplan und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Nichts mit Made in Malaysia oder Vietnam oder Foxconn. Für die Herstellung der Filme wurden bestimmt keine seltenen Erden geschürft im Kongo, wie das für heutige Schmartföhns der Fall ist.


    Weiß nicht, vielleicht war die Zeit früher wirklich besser. Man kaufte sich auch nicht alle drei Jahre eine neue Plastikkamera. Es gab keine Rechenzentren für Consumer, die ihre Bilder in der Cloud ablegen, und die dafür mit mongolischem Kohlestrom laufen. Das Trinkwasser wurde in Metallkannen mitgeführt oder Glasflaschen. Da gab es keine PET-bedeckte 12-Meilenzone um die Philippinen herum, und das Grundwasser der Leute wurde auch noch nicht von Großfirmen in Bezahlflaschen abgefüllt an die die jahrtausendealte Kundschaft abgegeben. Fleisch, Käse gab es an der Theke, im Wachspapier, Obst und Gemüse in der recycleten Papiertüte. Wie ist das heute nochmal?


    Ich glaube tatsächlich: früher war alles besser, die globale Temperatur war niedriger, der Artenreichtum größer, es gab weniger Plastikmüll und man konnte sogar noch das Regenwasser in manchen Gegenden der Welt trinken.

  • Ist schon klar.


    Aber mal objektiv betrachtet: der Porter, der lief mit einer Baumwolljeans und einem Baumwollhemd und in genagelten Lederschuhen durch den Busch.

    Und du glaubst wirklich das das heute noch ein normaler Mensch machen würde?
    Zum Thema Haltbarkeit und Nachhaltigkeit,
    Meine Watjacke einer bekannten Englischen Marke, die auch Hoflieferand ist und in UK gefertigt wurde und die natürlich athmungsaktiv und regendicht ist,
    will jetzt nach über 20 Jahren ausgetauscht werden. Die gewachsten 60% Plastik Treckingosen werden leider nach 10 Jahren Dauereinsatz unansehnlich
    und die modernen Trckingbotten aus deutscher Fertigung, natürlich mit so einer Plaste Membrane, haben grad die 4.Runderneuerung beim Hersteller für 75EUR
    bekommen. Der US-Hersteller meiner zukünftigen Watjacke bietet Lebenlange Garantie und hat für selbstverschuldete Reperaturen extra in Norwegen
    eine Reaparaturstelle für Europa eingerichtet.
    Warum soll ich dann in feuchter stinkender Schafswolle, triefenden Jeans und nassen, genagelten rutschiegen Stiefeln rumlaufen?

    Ich denke keiner der Altvorderen hat so etwas freiwillig gemacht, jeder der schon mal wegen nass, kalt und zittern den Filmwechsel und
    das Bild geschmissen hat tut sich solch Krempel freiwillig an.
    Ich stelle mich mit dem Wetter und Material ja nicht so sonderlich zimperlich an, aber dem Wetter angepasste Kleidung und Equipment muss schon sein.

    Das mit dem Blitzen am Kinderbett ist für mich keine technische, sondern eine zeitlose moralische Frage.
    Nicht jedes technisch mögliche Bild muss auch gemacht werden. Hier liegt moralische Verpflichtung eines jeden Fotofrafen, wie er
    mit seiner Welt umgeht. Ob man räuberisch oder nachhaltig mit den Motiven umgeht mag ein jeder für sich entscheiden.

  • Bei Nikon z.B. kann man alles Selbstgebastelte mit dem MC-22 anschliessen.

    Das ging schon bei der Ur-F1 von Canon so, z.B so wurden die F1 für Blitzautomaten für die Verkehrsüberwachung
    auf diesem Weg über den die Buchse im Motor Drive an gesteuert.

  • Stimmt.

    Der Witz an der Sache ist, dass ich mir zuerst eine digitale Wildkamera gekauft hatte. Allerdings hat die immer nur Wolkenschatten aufgenommen. Darüber hätte ich mich fast geärgert. Bin dazu aber glücklicherweise nicht mehr gekommen, weil das Ding ruckzuck Schrott war.

    Daher jetzt der Versuch mit der alten Technik.

  • Ich weiss nur noch das ich für die Maniya 645 Super die Drahtlose Fernbedienung hatte.
    In den Auslöseteil war im prinzip auch einfach ein Taster und was man da nun anstatt ranmacht ist doch sicher auch egal.
    Der Vorteil von solch einem drahtlosen Auslöser ist auch das du dein Bastel Bewegungsmelder elektrisch von der Camera entkoppelt hast.
    Siehe Auslösespannung alter Blitze und moderne Digiknipsen.

  • Ich habe einmal "Fokusfalle" gegxxgelt. Erstes Ergebnis, unter "Fotohits, Praxis"

    "Falle für alle?

    Mithilfe eines Klebestreifens kann man - zumindest der Theorie nach - jede Kamera mit Wechselobjektiv so manipulieren, dass sie eine Fokusfalle erlaubt. Das Objektiv muss nur einen AF-Schalter im Gegensatz zu rein manuell bedienbaren Linsenkonstruktionen besitzen. Es sollte jedem bewusst sein, dass er solche Manipulationen auf eigene Gefahr durchführt. Beispielsweise können Kleberrückstände zurückbleiben oder man beschädigt die Elektronik. Bestenfalls kommt man also wie folgt zum Ziel:

    1. Das Objektiv abnehmen und den AF-Kontakt mit dem Klebestreifen abdecken
    2. Das Objektiv ansetzen und den Schalter auf Autofokus (AF) setzen
    3. Die gewünschte Bildregion anvisieren und scharfstellen.
    4. Den Auslöser dauerhaft drücken oder per Kabelauslöser fixieren.

    Kommt eine Tier oder Gegenstand ins Bildfeld, löst die Kamera automatisch aus."


    Das könnte auch mit Analogkameras funktionieren

  • Dauerhaft den Auslöser drücken (über den Tag?) und die Kamera rechnen lassen und den Af-Motor in Bewegung halten, auch wenn die Kupplung zum Objektiv unterbunden bleibt, wird wohl sehr viel Strom kosten, denke ich. Vermutlich schaltet sich die Kamera irgendwann aus. Im KB gibt es Lichtschranken, die installiert man, räumlich vorversetzt, wegen der Auslöseverzögerung, die schließt man als Auslöser an, und fertig.


    Solange man im GF aber kein Expolux-System an der Sinar hat oder einen vergleichbaren E-Verschluss (Schneider, Rollei, Horseman), bleibt das Hauptproblem die mechanische Auslösung des Zentralverschlusses.

  • Es gab eine alte Großformatkamera, die 9 oder 16 Objektive oder so hatte (war kürzlich bei Ebay drin).

    Keine Ahnung warum, vielleicht eine frühe Passbildkamera. Da könnt man dann natürlich 9 oder 16 Fotos auf einen Planfilm machen und jeweils unabhängig voneinander auslösen. So bräuchte man keinen Motorantrieb.

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