GF / 4x5 im Regen auf Reisen

  • Hallo allerseits, ich hätte da mal wiedr eine Frage.


    Ich fahre demnächst mal nach Irland, an die Westküste auch noch, wo es besonders viel regnet, Mayo, Westport. Ich fotografiere hier in der Schweiz, wenn es regnet, mit dem Leofoto Carbonstativ, an das ich eine Klemme schraube, die einen Regenschirm hält. Das ist ein Golfschirm mit Entlüftungsklappen, so dass nichts wegfliegt, wenn der Wind weht. Auf das Staiv schraube ich wahlweise die Horseman 45FA oder die 45HD, aber letztere hat weniger Vrstellmöglichkeiten, dafür ist sie aber leichter und außen gummiert. - Nicht dass das was nützen würde, denn die Objektive werden ja trotzdem nass ...


    Wenn es nicht dauerregnet, lasse ich den Schirm zuhause. Dann nehme ich das Einstelltuch, das sehr breit ist und vorne durchlaufen an einer Seite Klett hat. ich kann es der Länge nach mehrfach um die Kamera wickeln und der Klett bildet vorne um die Kamera herum eine starre Röhre, die auch als Sonnenblende dienen kann. - Das Problem ist nur: das hält für etwa 1 Stunde, dann ist dieses Tuch nass.


    Meine Frage ist jetzt die, wie Ihr das handhabt. Habt Ihr irgendwelche speziellen Tücher, die außen wasserdicht, wenn möglich weiß und von innen her wasserdampfdurchlässig sind, damit nichts beschlägt und alles schön trocken bleibt? Oder spezielle Regenschutzhüllen, die Ihr um die Kamera wickelt? Alles andere Geraffel kann ja in der Tasche bleiben und nur bei Bedarf rausgenommen werden ... Grafmatic-Kassetten können in der Kamera verbleiben und nur zum Fokussieren rausgenommen werden. - Oder setzt Ihr Kamera und Objektiv einfach dem Regen aus? Das habe ich auch schon gesehen ... Wie verhindert Ihr das Beschlagen der Linsen, wenn die Kamera kalt und trocken ist und es auf einmal feucht wird?


    EDIT: Oder habt Ihr vielleicht in empfehlenswertes Imprägniermittel für das Dunkeltuch?

  • Ich kümmere mich bei Schietwetter eigentlich nicht besonders um Kamera und Objektive.
    Wenn es richtig schüttet einfach das Ding in nen Müllsack stecken und nen Schutzfilter, um die Tropfen einfach abzuwischen, und ne Geli drauf.
    Richtig wichtig bei Schietwetter ist das Equipment keinen grossen Temperaturschwankungen auszusetzen (Kondenzwasser)
    Ich lasse das Zeugs sich meist so um die 2-3 Std in der Tasche zum aklimatisieren und dann wische ich den Kram trocken. Ausserhalb
    der Tasche wartet das Zeug dann auf den nächsten Einsatz. Auch kommen bei Frost, Schnee und Sand immer die Backup Linsen zum Einsatz.
    Man wundert sich wie stabiel so eine GF Kamera bei gutem Service eigendlich ist.

  • Ich verwende meine Kameras fast immer mit einem Kompendium. Das hat auch den Vorteil wenn es plötzlich zum regnen anfängt kann ich die Komplette Kamera bis auf das Kompendium mit einem großen Plastik Mühlbeutel oder dem Dunkeltuch einwickeln und das ganze mit ein Par Klammern sichern. So ist nicht nur die Kamera sondern auch die Optik von dem Wasser geschützt. Was sich auch auch bei Regen vorteilhaft erwiesen hat ist Spiegel Sucher anstatt eines Dunkeltuch zu benutzen. Ein wasserdichtes Dunkeltuch habe ich nicht immer dabei, aber 2-3 Mühlbeutel und 4-5 Klammern im Rucksack oder der Tasche immer.

  • Für Irland brauchst du keinen Regenschirm mitnehmen, da der sowieso nichts nutzt, da bei Regen an der irländischen Küste grundsätzlich starker Wind herrscht.

    Da ist es schon schwierig mit KB zu fotografieren, Großbild m.E. Bei Regen nicht möglich.

    Grüsse und einen schönen Urlaub

  • Moin,


    Ich muss Jockel zustimmen. Alles westlich von Mayo (Connemara, etc.) habe ich selten Regen ohne Wind erlebt. Zudem wandelt sich das Wetter und Licht innerhalb weniger Minuten, sodass es mehr Sinn macht, eine gute Mitelformatkamera mit Wechselobjektiven (die kann man auch unter einem Regenponcho gut bedienen) mitzunehmen (ich habe meist eine Mamiya 6 und eine Bessa II dabei).


    Ich bin übrigens in drei Wochen auch wieder dort, falls es sich also anbieten sollte...


    Mit besten Grüßen,

    Friedrich

  • edewolf Das dauert noch, bis ich fahre. Aber das mit dem Wind ist ja das Argument. Weswegen ich hier auf den Regenschirm verzichte. Verpackt ist die Kamera in einem Ortlieb Messenger Bag, die große Ausführung.


    @andere Die andere Option wäre die Mamiya Press, die hat Magazine, und die Magazine kann man vorher laden. Aber man knipst dann halt so viel. Das Kontemplative geht verloren. Und auch mit der Messsucherkamera hat man das Regenschutzproblem. Außerdem ist MF mit Magazinen schwerer und sperriger als die 45HD mit Grafmatic.


    Wind ist war bisher eigentlich immer ok, man kann das Stativ vertäuen und ggf während der Aufnahme einen Regenschirm so halten, dass er den Wind abhält. Das habe ich schon des öfteren auf Bergen und Pässen hier in den Alpen gemacht, da zieht es auch ab und wann, aber nie sooo feucht. Mir geht es aber speziell auch um das Klima dort am Meer.


    Hmm, da werde ich um ein verschärftes Ausprobieren in der nächsten Zeit nicht herumkommen. Ansonsten ist ja klar, dass man alles auf die Heizung legen kann, logisch, wenn es nass ist. Ich sorge mich nur um das Objektiv, das heißt das Beschlagen der Linsen und die Feuchtigkeit im Verschluss. - Ach, das Geraffel ist dazu da, dass man es benutzt. Wird schon gehen. Am Ende nehme ich für die 45HD das altehrwürdige Fujinon W 135 im Seikoverschluss, der ist vergleichsweise geschlossen, und das Objektiv kann man im Bedarfsfall günstig nachkaufen.

  • Also nix für ungut, aber GF-Kameras, grad die Ackerknipsen, sind nun alles andere als filigrane Kameras.
    Allein schon das Format braucht nur einen Bruchteil der Prezision einer MF oder KB Kamera.
    Die Anzahl der beweglichen Teile ist minimal. Ich kenne eigentlich keine richtig kaputten GFs
    im Gegenteil zu MFs und KBs.
    Um nur mal bei der wohl jedem behannten TECH zu bleiben.
    WAS soll den Sturm, Regen oder Sand antuen, was sich mit einem Lappen und etwas Vaseline wieder zu beheben währe.
    Da braucht nan keine 1/2 Std für den kleinen Service danach.
    Also Auszüge auseinander, Frontstandarte raus, Rückteil demontiere und Einschub raus.
    Dann alles reinigen und mit einer homeopatischen Dosis Vaseline versehen. Wieder zusammen stecken und fertig.
    Also macht man das mal eben mit ner MF.

  • Da haste grad Pech gehabt ich hatte nen Aufräumanfall und habe alles was ich nicht mehr gebrauchen konnte entsorgt.
    Schau doch mal nach den BilloBuchsen in der Bucht! Für 20EUR gibts da reichlich Buchsen die du umarbeiten kannst.
    Kleben geht mit AQUA SHURE ganz leicht.


    Bucht Watbuchsen

    Aber denke nie daran die Dinger als Wathose zu benutzen!!!!

  • Kannst du vielleicht zu deiner Schirmlösung hier oder in einem eigenen Beitrag was schreiben und zeigen bitte? Ich suche auch für die kommenden Herbsttage etwas „Schutz“ für die Kamera.

    DANKE!

    Multifunktionsklemme MC-40 - Leofoto Schweiz
    MC-40 Kompakte Klemme Für Blenden, Schirme, etc. Halterung für Stativbein
    leofoto.ch


    - diese Klemme schraube ich auf diesen Arm:


    Magic Arm AM-2 - Leofoto Schweiz
    AM-2 1/4" Gewinde für Smartphone, Tablet, Blitz, Mikrofon, Leuchte, usw.
    leofoto.ch


    den Arm Schraube ich in eine seitliche Aufnahme des Stativs. Man kann aber auch eine zweite Klemme nehmen und das Ganze ans Stativbein klemmen.


    Oder gummibewehrte Rohrklemmen aus dem Baumarkt.


    Sodann befestige ich diesen Schirm:


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    golfersparadise.ch


    Der ist riesig. Zwischen dem grauen Stoff oben und dem schwarzen Stoff darunter kann die Luft durch, von innen aber nur. So wird er nicht weggeweht.


    Den Rucksack lege ich unter das Stativ, es ist ein Ortlieb Attrack, den man zwischen den Schultergurten öffnet.

  • ABER: lauter gute Tips und Anmerkungen, danke für die Rückmeldungen. Ich halte Euch noch auf dem Laufenden. Spätestens wenn ich mal wieder Bilder einstelle. Muss mir immer noch überlegen, wie man denn den Regen sichtbar macht. Blitz, Strahler?

    Am besten setzt du dich in einen warmen Pub und fokussierst auf die Regentropfen auf der Fensterscheibe oder auf die Windschutzscheibe im Auto. Regen vernünftig darzustellen ist echt schwierig. Normalerweise führt er zu einem verschwommenen kontrastarmen Bild oder du hast die Tropfen auf der Linse bzw. Filter, was dann unscharfe Bereiche im Bild bringt, kann man mal machen ist aber nicht optimal. Besser ist immer kurz vor dem Regen oder unmittelbar nach dem Regen zu fotografieren. Oder aus einem sichtbar trockenen Bereich heraus in den Regen, geht auch gut. Von den Bildern, die ich wirklich im strömenden Regen gemacht habe würde ich keines an die Wand hängen....


    Eine Schirmhalterung gegen den Wind ist m.E. wichtiger. Allerdings so, dass dir nicht das Stativ mit samt Kamera wegfliegt.


    Gruss Sven.

  • Wenn definitiv mit einem Regen und womöglich auch Wind zu rechnen ist. Was spricht dann gegen ein Umkleide/Dusche Zelt? Da wird ja nicht nur die Kamera im trockenen stehen. Auch so schnell wird das alles nicht von dem Wind weggefegt wie mit einem Schirm.

  • Naja, das Ziel ist dann doch, wandern zu gehen, aus der Haustür rauszufallen und ab in die Landschaft - jedenfalls wurde das Cottage an der Clew Bay so beworben. Außerdem fahren die Iren wie die Henker. Überall schneiden sie einem den Weg, wie die Verrückten, die fahren sogar rechts an einem vorbei, im Gegenverkehr!!! Näää, da gehe ich lieber zu Fuß, dort, wo es keine Autos gibt. Außerdem kann ich mich da meiner warmglühenden Leidenschaft für Paddy hingeben. - Übrigens alles schon ausgebucht dort, bis in den nächsten Sommer, Wahnsinn, und die Fähre bis April 23 auch. Hätte ich mir nie vorgestellt.


    Das mit dem Zelt ist auch gar nicht so abwegig. Ich habe da eine Plane, Neudeutsch "Tarp", von Robens. Zum Schlafen und den Tag verbringen ist das gut. Aber ob man auf fremder Leute Wiesen und Weiden - zumal ich aus früherer Zeit weiß, dass wegen der vielen Schafe Irland bei näherem Hinsehen keine grüne, sondern eine braune Insel ist - einfach so was aufbauen darf ...


    Natürlich werde ich den strömenden und horizontal stürmenden Regen meiden. Die Übergänge zum Schönwetter sind es ja, die Irland ausmachen, das Licht, das Glitzern, die Wolken. Bei Starkregen ist nix mit Wolken.


    Na, das wird wohl werden. Ich nehme ein / zwei günstige Kameras, mit ein, zwei Objektiven (ein Kodak Ektar 127 oder ein Fujinon W 135 oder je ein Fujinon W 125 und G-Claron 210), imprägniere das Einstelltuch, und fertig. Wenn was kaputtgeht, habe ich wenigstens spannende Bilder. Und wenn es ganz bleibt, weil ich alles abends trockne, indem ich die Objektive über Nacht auf die Heizung lege, werde ich mich umso mehr freuen.


    Dauert aber alles noch, bis Frühling. Aber heutzutage mus man sich ja um alles im Voraus kümmern, wegen Ukraine, Corona, Gaskrise und Saporischschja. Die Welt spinnt. - Bleibt wenigstens noch Zeit, alles hier in der Schweiz nochmal auszuprobieren. Muss mir mal die ältesten Fidelités raussuchen, die ruhig Wasser abhaben können. Und meine Lichtmessung perfektionieren für generell N - wozu hat man Multigrade?


    Viele Grüsse an alle

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