neue komplette Fachkamera von Cambo für Digitalrückteil oder für Spiegellose: Cambo Actus MV

  • eine Spiegellose?

    Ich habe erst einmal eine Fujifilm GFX100 an der Cambo. Wegen des Hochformat-Batteriegriffs geht die Kamera nur an den dicken und nicht an den flachen GFX-Adapter, so "verliert" man 0,5cm. Nach Auskunft des netten Cambo-Menschen kann man mit dem flachen GFX-Adapter als kürzeste Brennweite ein 50mm-Objektiv verwenden.

    Ich hatte überlegt, ob ich die GFX100 über Kopf montiere, um den flachen Adapter nutzen zu können. Den sollte man dann so bei Cambo einrichten lassen, denn der Adapter läßt eine Kameradrehung um 90 Grad zu. Für meine Sachen auf dem Tisch ist zunächst auch der dicke Adapter in Ordnung. Da ich blize, steckt auf der Kamera ein dickes "Brötchen", die Fernbedienung für den Generator. Bei Überkopfmontage wäre dann dafür kein Platz. Für Aufnahmen mit kürzeren Brennweiten ginge es schon, denn da käme der Blitzgenerator nicht zum Einsatz. Da ich Draußenfotos von Gebautem in digital normalerweise mit den Canon-TS-E Objektiven auf der Fuji mache, habe ich da auch nicht solch einen Druck. Die Cambo ist weit mehr verstellbar, das ist aber bei Dingen auf dem Tisch besonders interessant.

    Ich habe noch ein 90mm Actar dazu bestellt. Diese Objektive haben keinen Verschluß - ich bin gespannt.

  • Das Vorgängermodell habe ich auf der letzten Photokina am Stand von Cambo begutachtet. Da war auch eine GFX angeschlossen, die 50s, wenn ich mich recht erinnere. Da war doch so einiges an Verstellmöglichkeiten, selbst im gemäßigtem WW-Bereich. Wahrscheinlich wäre die noch etwas flacher bauende 50R auch gut geeignet. Mit einer Vollformat-Spiegellosen (Sony Alpha oder Nikon Z7) wird es dann eventuell schon eng für echte Weitwinkelbilder. Somit bin ich zunächst mal bei meinen PC-E Nikkoren geblieben.

    TTL-Blitz mit Funkfernbedienung auf der Kamera ist im "digitalen Großformat" natürlich eine geniale Sache.

  • Das Vorgängermodell

    das ist keine vollständige Fachkamera.

    Weitwinkliges mache ich mit der GFX und den Canon TS-Objektiven, meist mit dem 50er.


    TTL-Blitz mit Funkfernbedienung

    Bei gleichzeitigem Einsatz von 4 Blitzen (3 Generatoren) ist mit TTL nichts zu holen. Die Generatoren lassen sich aber jeder getrennt fernregeln, bei dem 2-kanaligen sogar jeder Kanal einzeln.

  • vor 1 1/2 Jahren habe ich mir die Actus G gekauft, sie bietet die meisten Möglichkeiten mit Front- und Rückadaptern. Als back benutze ich das CFV II 50C der Hasselblad 907X (50 MPix). Dazu eine Frontstandarte für Canon und für Großbild (da ist jetzt das Super Angulon 90mm drin).


    Das 15mm Actar habe ich gleich zurückgeschickt und dafür das Laowa 15mm shift genommen. Dann habe ich noch das original 60mm Actar von Cambo.

    Neben dem 15mm Laowa habe ich auch das Canon 24 TS-E dran gehabt (und auch das 17mm TS-E). Das 90mm Angulon ist für table top natürlich ideal mit dem großen Bildkreis.

    Aber: seit vielen Monaten liegt die Actus im Schrank.

    Außenaufnahmen mache ich mit den shift Objektiven direkt an der 907X und Nah und table top mache ich mit dem 90mm der Hasselblad mit focus staking, das die Kamera automatisch unterstützt.

    Bilder dazu und davon sind hier in meinem flickr

    VG Dierk

  • Ich habe die Kamera für "Dinge-auf-dem-Tisch-in-bunt-Fotografie" angeschafft. Daher sind die "Draußen-und-Weitwinkel-Eigenschaften" im Moment zweitrangig für mich. Bei Verwendung der Kamera als Rückteil kann ich den Verschluß nutzen und kann Objektive ohne Verschluß einsetzen. Ich habe noch eine Halterung für M39 bestellt, weil ich ausprobieren möchte, wie sich meine Vergrößerungsobjektive schlagen, die eigentlich sehr ordentliche Makroobjektive sind.

    Gerade knipse ich an einem Projekt "sowiet" - hier ein Beispiel - gerade fertig geworden (Cambo Actus MV als Fachkamera - Aufnahmemedium Fujifilm GFX100 - Objektiv Sironar N 135mm) - Blitz


  • Bild gefällt mir, schöne Kontraste. Die unterschiedlichen Materialien kommen perfekt raus. So hätte ich es mir auch vorstellen können (aber nicht realisieren ;)) ...


    Ein bisschen Ketzerei. GF ist trotz einschlägiger Kapitel in der Literatur, z.B. Angewandte Fotografie aus dem Hause Linhof, nicht unbedingt der Goldstandard für Makrofotografie. Ich weiß, dass das einige Verfechter des Größtformats durchaus anders sehen. Aber ein Bild wie das Gezeigte mit GF/Farbfilmmaterial hinzukriegen, halte ich für extrem schwierig. Werkzeuge sollte man nach Möglichkeit für den Zweck einsetzen, für den sie gemacht sind. Deshalb finde ich es sehr sinnvoll, diese spezielle Kamerakonfiguration und ihre Möglichkeiten hier zu demonstrieren.


    Vergrößerungsobjektive sollten in Retrostellung Supermakros abgeben, wenn es nicht symmetrische Konstruktionen sind.

  • Ich habe die Kamera für "Dinge-auf-dem-Tisch-in-bunt-Fotografie" angeschafft. Daher sind die "Draußen-und-Weitwinkel-Eigenschaften" im Moment zweitrangig für mich. Bei Verwendung der Kamera als Rückteil kann ich den Verschluß nutzen und kann Objektive ohne Verschluß einsetzen. Ich habe noch eine Halterung für M39 bestellt, weil ich ausprobieren möchte, wie sich meine Vergrößerungsobjektive schlagen, die eigentlich sehr ordentliche Makroobjektive sind.

    Gerade knipse ich an einem Projekt "sowiet" - hier ein Beispiel - gerade fertig geworden (Cambo Actus MV als Fachkamera - Aufnahmemedium Fujifilm GFX100 - Objektiv Sironar N 135mm) - Blitz

    Diese Fotografie beeindruckt mich ausserordentlich in der Komposition und den Farben und auch in der beinahe greifbaren Abbildungsqualität der Objekte.

    Ich nehme an, das liegt - nebst dem Können des Fotografen - an der Fujifilm GFX100.

    Musstest Du viel nachbearbeiten, oder ist die Fotografie weitgehend direkt aus der Kamera?

  • GF ist trotz einschlägiger Kapitel in der Literatur, z.B. Angewandte Fotografie aus dem Hause Linhof, nicht unbedingt der Goldstandard für Makrofotografie...

    ...ein Bild wie das Gezeigte mit GF/Farbfilmmaterial hinzukriegen, halte ich für extrem schwierig.


    Hier muß ich natürlich mal reingrätschen. Wie auch anders :)


    Vorneweg:


    - hab mal nachgeschaut - "Fujifilm GFX100" ist keine Filmtyp-und Asa-Bezeichnung :mrgreen:


    - Aufgrund der Sache mit den unendlich einsetzbaren Optiken und der Sache mit dem knarzenden Balgen - und nicht zuletzt den Verstellmöglichkeiten halte ich die GF-Kamera für ein excellentes Makrowerkzeug.



    Der dennoch dort äußerst schlappen Tiefenschärfe kann man mit Abstand und langer Optik kleine Schnippchen schlagen.

    Daß die Digifotografie wesentlich praktikabler ist für durchgehend scharfe Bilder, steht außer Frage - aber als es Jene nicht gab, sind die Profis auch mit Film klar gekommen.


    Nicht unerwähnt lassen möchte ich in diesem Zusammenhang, daß mich vor 35 Jahren nicht durchgehend scharfe Bilder, sondern gerade großformatige Profi-Nahaufnahmen ( 8x10" zumeist) mit sensationell verbogener Schärfeebene zum Kauf meiner ersten GF-Kamera inspirierten.


    Schönes Bild, Dieter :thumbup:

  • Das Licht macht hier den Bildeindruck.

    Mit einer 4x5" und Farbfilm würde das Bild genauso aussehen. Ich habe keine Nachbearbeitung vorgenommen, das was zu sehen ist, ist das verkleinerte RAW-Bild, so wie die Kamera es aufgenommen hat.

    Ich habe ja eine Fachkamera verwendet, nur eben eine etwas kleinere (voll verstellbare Standarten, Lederbalgen - das war ja der Grund für dieses Thema). Vorn sitzt da ein Sironar N 135mm dran - die Filmfläche ist durch den Sensor der Digi-Kamera ersetzt.

  • Man denke doch mal an die ganzen Werbefotos für Uhren, Füller usw aus den 70-90ern.
    Da war nix mit KB und MF und 4x5, minimum 13x18 (Makro) und 8x10 war da für so etwas angesagt.
    Verstellungen bis zum... die Rollex soll ja in jeder Perspektive rund bleiben. Pola- und Diamaterial
    wurde nach Chargen eingemessen. Das waren die Hochzeiten der grossen Banken von Sinar und Linhof.
    Ich habe mal mit einem Fotografen gesprochen der Füller fotorafiert hat. Da bin ich umgefallen
    als er den Aufwand an Zeit, Material und Blitzleistung beschrieb. Die Fotografen im Studio hätten sicher
    das Kreisgrinsen im Gesicht wenn sie Digital gehabt hätten.
    Ich habe mal ne Füllerfeder auf 13x13 nur in SW aus Spass fotografiert.
    Das ist schon aufwendig.

  • Das schon aufwendig.

    Das ist genau mein Punkt. Ich kenne derartige Bilder; schließlich habe ich das Linhofblatt von Anfang an bis etwa 1990 (da müsste ich nachsehen, ich bin gerade nicht zuhause) bezogen. Warum wohl haben die Photographen seinerzeit 8x10 genutzt? Wegen der Bildqualität/Auflösung! Das ist heute digital viel einfacher zu erreichen. Dieters Bildbeispiele zeigen das perfekt! Und sein Equipment ist natürlich eine Fachkamera ... nur eben kein 8x10-Monster. Sorry, aber die Technik der 50er/60er ist für den heutigen professionellen Einsatz obsolet.


    Salvatorische Klausel: Ich will weder GF-Kameras noch Filmaterial madig machen. Wir sind hier, weil uns die klassische Technik Freude bereitet.

  • Wir sind hier, weil uns die klassische Technik Freude bereitet.

    Da hast du recht!
    Ist schon cool wenn man knapp 2m Bankrohr braucht, weil man unbedingt mit dem 360er APO Ronar
    Kleines auf 13x18 bannen will. Toll ist auch das man beim Belichten Einkaufen gehen kann und das Essen danach zuibereiten kann.
    Weil man das Bild ja unbedingt mit Tageslicht auf Papiernegativ machen will.

  • Was mir persönlich aufgefallen ist:


    Das bei den permanent wiederholenden Debatten analog oder digital immer wieder eine sehr wichtige Nuance draußen vor der Tür gelassen wird. Und zwar der Wert eines Bildes (auch materiell) und der Wert der Fotografischer Leistung eines Fotografen.


    Ich glaube nicht, dass man eine 13x18 Makro Aufnahme für Die man ein 2m Bankrohr gebraucht hat gleichwertig ist (auch materiell) und vergleichbar mit einer Makro Aufnahme die mit einer KB oder MF Kamera (auf welche Art auch immer) auf die Matrix verbannt war.


    PS:

    Ich hatte sehr viele Jahre täglich mit GF Dias und den sonstigen „Kramm“ zu tun gehabt, deshalb habe ich auch eine ungefähre Vorstellung was so eine „2m Bankrohr“ Aufnahme auf die „Waage“ bringen konnte und was die Arbeit eines guten Fotografen Wert war.

  • Sorry, aber die Technik der 50er/60er ist für den heutigen professionellen Einsatz obsolet.

    Wer hat das den gesagt? Die Digi Kamera und Computer Produzenten? Oder die Werbetafeln die man heute als Foto Fachpresse bezeichnet? Oder die unzähligen Bildagenturen die billiges „Futter“ brauchen?


    Obsolete Technik gibt es nicht. Es gibt nur eine Technik die auf die einfachste Weise ausgelegt und für eine lange Dauer gedacht ist (obsolet). Es gibt auch ne Technik bei der man sich nach der Anschaffung wie eine Melkkuh vorkommt (modern).

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