• Immer wieder dieselbe Tour: ein auswechselbarer "Influencer", der super authentisch unterwegs und zufrieden ist, diesmal als Clyde Butcher Kopie. kommt wohl daher, dass die Influencer selber zu viel YouTube schauen ...

    Zur Kamera: Mk5: 5 Kameras in 5 Jahren. Max Grew nannte das den "Produktzyklus". Positiv denken: die entwickeln sich weiter. Negativ: 5 x 350 SFr., das macht 1750 SFr, das ist eine sehr gut erhaltene Linhof Master Technika, die von 75-360 alles hält. Oder eine neue Chamonix. Alles außer geplanter Obsoleszenz.

    Hatte selber mal ein paar Intrepids (verkauft, mittlerweile vermutlich Mikroplastik). Die Bilder waren alle scharf. Aber 90: Balgen zu dick, 360: Balgen zu kurz, Wasserwaagen nur schräg aufgeklebt, Mattscheibenrahmen nie richtig flach, alles leiert aus und lässt sich nicht richtig nullen (Mk 2,3,4).

    Es gibt so viele robuste, zuverlässige und leichte Kameras! Intrepids leisten ihren Beitrag dazu, dass die auch noch günstig bleiben.

  • Modellpflege ist ja im Prinzip gut. Ich habe allerdings Zweifel daran, dass die eher minimalen Verbesserungen eine Numerierung mit Mk x rechtfertigen. Ich halte diese Kamera für Murx, die Laufbodenkonstruktion sieht nach wie vor verwindungs-/biegefreudig aus. Immerhin besteht sie nominell aus Holz und Metall. Ich erinnere mich an die Bastelkamera von Bender (noch mehr Holz und "optische Bank", vielleicht so ein bisschen eine Kopie der Studienkamera von Kühn). Wenn ich mir überlege, dass die vor ca 20 Jahren rausgekommen ist, scheint mir Intrepid wenig Fortschritte gemacht zu haben.

    Dass man mit einer Intrepid sogar anständige Bilder machen kann, ist keine Frage. Was mich betrifft: Ich hätte vermutlich schon nach der ersten Intrepid entnervt aufgegeben.

    Im Übrigen habe ich den Eindruck, dass die "Influencer" auf Gedächtnisverlust bauen. Immer wieder der gleiche Sulz ... (oder: die Dummen sterben nicht aus).

    Genug Tirade. Das Thema sollte eigentlich durch sein.

    Fröhliche Freitagsgrüße,

    hp

    Al é bun sciöch' al é ...

  • Allein die Tatsache dass sie aus Transport-/ Klappbarkeitsgründen immer noch diese steckbare Standarte beibehalten finde ich strange. Natürlich verwendet Chamonix auch das selbe Prinzip aber da liegen Welten dazwischen. Standartenmässig könnte man doch mal was anderes proberen, zusammenklappbar à la Tachihara oder Frica. Frica sind die besseren Intrepids.

    Der Welchselbalgen ist auch besser aber sollte dann auch kürzere Brennweiten unterstützen, das 3D Material finde ich allerdings gut, stabil und leicht.

    bleibt gesund!

    Andreas

  • Dass man mit einer Intrepid sogar anständige Bilder machen kann, ist keine Frage. Was mich betrifft: Ich hätte vermutlich schon nach der ersten Intrepid entnervt aufgegeben.

    Im Übrigen habe ich den Eindruck, dass die "Influencer" auf Gedächtnisverlust bauen. Immer wieder der gleiche Sulz ... (oder: die Dummen sterben nicht aus).

    An dem ist wirklich was dran.

    Bei einem richtigen Talent geht es auch ohne Film und Kassette.

  • Die Intrepid ist das was sie sein soll, eine billige GF Kamera. Solange die angestrebte Käufergruppe eine GF Kamera nicht versteht
    funktioniert das Verkaufkonzept, mit komischen Typen, die blöd durch die Botanik latschen und "tolle" Bilder zeigen doch wunderbar.
    Selbstverständlichkeiten und unnützes Zeug werden dann schnell mal als Inovation verkauft.
    Warum soll man einem trauen, der sich unter seinem Dunkeltuch verbeugt und eine Kamera mitten im Bach, anstatt am Ufer
    zusammenbaut, obwohl er seinen Rucksack an Land eh hinlegen muss, um an sein Geraffel zu kommen?

    Das die Konstruktion von Frontstandarten mit 2 Tilt Achsen, wie die oben erwähnte Tachihara, doch auch andere Gründe
    als das Zusammenfalten des Geräts hat, dürfte hier ja jedem klar sein.

    es ist Zeit zu gehen

  • Immerhin aber Made in England mit Leuten, die anständiges Geld verdienen und sogar namentlich bekannt sind. Wo wohl die Frica herkommt ...

    Das Sperrholz finde ich sogar gut. Hatten sie konsequent auf 3D-Plastik verzichtet und statt dessen nur Sperrholz und Metall genommen für die Mark 3: ich wär vielleicht dabei geblieben, hätte noch den Balgen durch einen Universalbalgen ersetzt, mit WW-Tauglichkeit.

  • Das Sperrholz finde ich sogar gut.

    Finde ich auch; ist außerdem Multiplex, stabil und unempfindlich, maßhaltig und hervorragend zu bearbeiten. Jedenfalls deutlich unproblematischer als Massivholz.

    Hatten sie konsequent auf 3D-Plastik verzichtet

    Das hatte mich irritiert. In dem seltsamen Video sah es so aus, als ob die Multiplexteile jetzt 3d-Druckteile geworden wären. Naja, die Materialsubstitution ist kein grundsätzliches Problem. Mir ist allerdings nicht klar, wo dabei der Vorteil sein soll. Geeignete Kunststoffe sind weder preisgünstiger noch spezifisch leichter als Multiplex, und die Fertigung halte ich technologisch für schwieriger und zeitaufwendiger als das CNC-Fräsen. Da hätte es sich eher gelohnt, die Kamera umzukonstruieren, in Richtung filigraner und wirklich leichter. Ok, ich will jetzt keine Kamera neu konstruieren (bei mir würde es auch eher eine kleine und extrem leichte Bank).

    Al é bun sciöch' al é ...

  • Woraus der Körper einer Kamera gebaut ist macht nicht unbedingt die Qualität einer Kamera aus.
    Wichtig ist vor allem wie hochwertig sind die mechanisch beweglichen Teile hergestellt.
    Zahnstangen, Zahnräder, Verschraubungen usw machen die Genauigkeit und damit auch den Herstellungsreis einer Kamera aus.
    Man braucht da nur mal die Preise verschieden wertiger popeliger M3 Schrauben zu vergleichen, da sieht man
    wo der Taler gespart wird, ohne das es auffält.
    Sicher sind Handschmeichler angenemer in der Handhabung.

    es ist Zeit zu gehen

  • Wenn man sowas kauft sollte man wissen auf was man sich einläst...ich habe die Leute ganz am Anfang unterstützt da ich Ihre Idee gut fand!

    Eine 4x5 und 8x10 gekauft und benutze sie auch eher zum Experimentieren. Es ist KEINE Chamonix oder Linhof aber zum SPIELEN interessant.

    Eine 3D geprinted 4x5 haben Sie auch im Program und alle Jahre eine Kamera rausbringen ist schon komisch.

    MK5 hört sich sicher gut an aber dann lieber sparen und eine Gebrauchte kaufen ;)

  • Man kann zu den Kameras stehen, wie man will, aber der Verdienst von Intrepid ist sicherlich auch die Zunahme an jungen Fotografen, die sich für die Großformatfotografie interessieren.

    Bei SilvergrainClassics haben wir ein Buch zum Einstieg in die Farbvergrösserung im eigenen Fotolabor herausgebracht. Der überwiegende Teil des Buches beschäftigt sich mit dem eigentlichen Farbvergrößern, aber ein kleinerer Teil unter Verwendung des neuen Vergrößerers von Intrepid. Von dem Buch haben wir im letzten Jahr mehr Exemplare verkauft, als hier im Großformatforum regelmäßig aktive Forenten diskutieren. Auch das steigende Interesse am Fotolabor ist ein Verdienst von Intrepid. So schlecht ist das also nicht, es nutzt der gesamten Industrie, wenn wieder mehr Film nachgefragt, Fotopapier gegossen, Chemie neu entwickelt und Hardware (Stative, Drahtauslöser, Laborzubehör, Belichtungsmesser u.v.m.) nachgefragt wird.

    Christopher Osborne is on a mission to disprove misconceptions about printing colour images in a home darkroom.
    Amazing colour prints are within the reach of all of us. Even those of us who print colour prints in a home darkroom.
    silvergrainclassics.com

    Grüße

    Andreas

  • Immer wieder dieselbe Tour: ein auswechselbarer "Influencer", der super authentisch unterwegs und zufrieden ist, diesmal als Clyde Butcher Kopie. kommt wohl daher, dass die Influencer selber zu viel YouTube schauen ...

    Zur Kamera: Mk5: 5 Kameras in 5 Jahren. Max Grew nannte das den "Produktzyklus". Positiv denken: die entwickeln sich weiter. Negativ: 5 x 350 SFr., das macht 1750 SFr, das ist eine sehr gut erhaltene Linhof Master Technika, die von 75-360 alles hält. Oder eine neue Chamonix. Alles außer geplanter Obsoleszenz.

    Hatte selber mal ein paar Intrepids (verkauft, mittlerweile vermutlich Mikroplastik). Die Bilder waren alle scharf. Aber 90: Balgen zu dick, 360: Balgen zu kurz, Wasserwaagen nur schräg aufgeklebt, Mattscheibenrahmen nie richtig flach, alles leiert aus und lässt sich nicht richtig nullen (Mk 2,3,4).

    Es gibt so viele robuste, zuverlässige und leichte Kameras! Intrepids leisten ihren Beitrag dazu, dass die auch noch günstig bleiben.

    Das ist alles eine Frage der Argumentation.

    Man kann es z.B auch so auslegen:

    „Die Bilder waren alle scharf. Aber 90: Balgen zu dick, 360: Balgen zu kurz,“

    das ist genau Das was die Kamera so einzigartig macht.

    „Wasserwaagen nur schräg aufgeklebt,“

    wer hat gesagt das die Standarte im Wasser stehen muß? Man kann auch die Wasserwaage selber ins Wasser bringen.

    „Mattscheibenrahmen nie richtig flach, alles leiert aus und lässt sich nicht richtig nullen“

    auch hier kann positives herausgeholt werden. Z.B. ist hier der Unschärfe und der Verwickelungs Effekt schon ab Werk eingebaut.

  • OK
    Also Intrepid als GF-Lomografie für Einsteiger.

    Kann ich mir nicht so richtig vorstellen,
    Dann müsste der Markt ja von gebrauchten Intrepids wimmeln
    oder die Kameras müssen soviel besser sein als das Exemplar das ich mal
    in Händen halten durfte.

    es ist Zeit zu gehen

  • Dann müsste der Markt ja von gebrauchten Intrepids wimmeln

    "Here at Intrepid our goal has always been to make large format photography accessible to a much wider audience. We have successfully been doing so for over seven years and are now the biggest modern manufacturers of large format film cameras worldwide.", Max Grew.

    4 Batches à 120 pro Jahr (sagte man mal), macht in 7 Jahren 3360 Kameras, einen ganzen Berg.

    Frage mich nur, wo die ganzen Objerktive dafür herkommen. Bei Ebay gibts immer noch Massen, zu unvermindert niedrigen Preisen. Das Angebot hat sich mithin nicht verknappt. Vermutlich haben vor allem GF-FotografInnen die Intrepid gekauft, die ohnehin bereits eine Linhof-Lensboard-taugliche Kamera besaßen, die wahlweise zu schwer zum Wandern (Linhof) oder zu schade für den Regen (Chamonix) ist.

    Das deckt sich meiner Meinung nach damit, dass auch die Mittelformatkameras zur Zeit tief fliegen, die ja viel filigraner, diffiziler und empfindlicher als GF sind. Hier in der Schweiz kostet eine Rolleiflex SL66 nur noch 600 SFr. Eine Rolleiflex 6006 kriegt man mit Kassetten und vier Akkus für 650 SFr - mit Planar! Zeitweise werden drei solcher Kameras simultan angeboten, auf ricardo.ch - die Leute interessieren sich im Prinzip gar nicht mehr für Film.

    Ich glaube auch deswegen nicht, dass der AdressatInnenkreis für GF wirklich größer geworden ist. Dann müsste es hier nur so wimmeln von GF-interessierten EinsteigerInnen. Tut es aber nicht. Auch auf dem Fratzenbuch nicht, und das dünne Geräusch auf Instagram ist beileibe auch kein Getöse. 30-40 Postende machen noch keine 3360-Community.

    Wie auch: das ganze Medium ist vom Kern her elitär. 10 Blatt Farbfilm kosten 80 SFr und lassen sich allenfalls für dasselbe Geld entwickeln. Ähnliches gilt für SW-Film, für den man ja auch eine Dose usw. braucht. Wer tut sich das denn an, als Neueinsteiger? Erst mal in die Kamera und ein Objektiv investieren, sowie in die übrige Ausrüstung, um dann ein durchsichtiges Negativ / Dia zu haben, das man erst mal abscannen müsste, um was Anschauliches herzukriegen, das man anderen zeigen könnte. Sagen wir mal, man fährt in eine fremde Gegend, zwei Wochen, z.B. Neuengland, von Boston hoch nach Maine, Indian Summer, aber auch Leben an der Küste, Wind, Wetter, Sturm, Land und Leute: wer nähme denn da eine GF mit? Alleine schon die Unwägbarkeiten am Gepäckscanner ... Da ist das Handy oder die wasserdichte Vollformatige tausendmal rationeller.

  • Wie schon gesagt GF für Einsteiger halte ich unwarscheinlich.
    Ich habe grad mehrere junge Leute, ca.20 Jahre, ins kalte Wasser der analog Fotografie geleitet
    und bin mehrfach überrascht worden.
    Als erstes war da die intensive Auseinandersetzung mit den Motiven, dann die Ablehnung meines Angebots die Bilder zu digitalisieren.
    Es herschte einhellig die Meinung das die Analogen Bilder nicht ins Netz gehören und Prints zum Anfassen viel "geiler" zum Zeigen sind.
    Film zum Drogeriemarkt und Bilder zurück. Das Warten wird als positiv entfunden und stört nicht.
    Spannend fand ich auch das fast alle am liebsten mit der Rollei 35 fotografierten. Warum auch immer!
    An der Auswahl kanns nicht gelegen haben.

    es ist Zeit zu gehen

  • Die Rollei 35 sind halt nicht nur von der Optik her gut, auch das Design bietet etwas fürs Auge. Zur Verfügbarkeit von Miiitelformat und KB CN : Bei KB ist es mittlerweile so knapp, dass der Fuji 200 "made in USA ist, beim 120 er Rollfilm ist die Auswahl z.Zt wesentlich größer als bei KB.

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