Fujinon SF 180mm Erfahrungen - nun doch Imagon

  • Mach mal, Mach mal, Mach mal! Die Lust kommt beim....!
    Es freud mich das ich es wohl hinbekommen habe das Reiseziel zu verbalisieren und auch die Gedanken an das Fujinon.
    Es wird sicher ne Menge Mist entstehen bis ich zu den angestrebten Ergebnissen komme.

  • Aber gerade den "Mist" wolltest Du doch fotografieren?


    Zum Fujinon abschließend gesagt:

    Ich habe in einschlägigen Foren noch keinen erlebt, der mit dem Ding vor Freude im Achteck gehüppt ist.

    Vielleicht landet man damit eher in der Abteilung "Vaseline auf der Linse" / Vorsatzfilter?

    Mach dich lieber noch mal schlau vorm Kauf.


    Mach mal! Die Lust kommt beim..

    Etwas Muße und Zeit brauche ich schon, sonst wird das nix - ich bin schon froh, den Weg zurück in die Duka, und voraus in die bildschaffende Zukunft geschafft zu haben.

    Knispen braucht noch etwas, aber ein paar Pack 13x18 hab ich mir immerhin schon besorgt...

  • "Hei Sluft" Ritchie hat die Meniskuslinse bereits angesprochen. So eine wollte ich auch noch vorschlagen. Ich finde diese Linsen durchaus interessant. Viel gemacht damit habe ich noch nicht und das Wenige ist nicht sonderlich gut geworden.

    Vielleicht hast Du Dich bereits mit den Menisken befasst? Vor etwa einem Jahr hat "Norma" hier im Forum Beiträge zu dem Thema gepostet. Zu finden mit der Suchfunktion und dem Stichwort "Meniskus".


    Falls noch nicht bekannt, dürfte auch dieser Link hier interessant sein: https://re-inventedphotoequip.com/Formats.html


    Dann noch zum Imagon:

    Im Frühsommer habe ich das 120mm Imagon an der Mamiya RB67 verwendet. Dabei machte ich ein Foto, das mir ganz gut gefällt und das die Abbildungseigenschaften dieses Objektives bei voller Öffnung zeigt, also ohne Siebblende. Vielleicht geht die Bildwirkung in die Richtung, die Du suchst.

    Ich erlaube mir, das Foto hier zu zeigen, obschon nicht Grossformat.


  • Könnte man, aber die Wirkung dürfte eher mäßig sein. Der Trick mit den Siebblenden besteht ja gerade darin, dass sie definierte Anteile der "schlecht korrigierten" Randstrahlen des Imagon durchlassen. Das Apo Ronar ist einfach zu gut dafür ;).

  • Ich würde eher eine plus-Dioptrin-Linse vorschnallen, das gibt sensationelle Effekte.

    Die Dir dann ja nicht gefallen, weil zu trickreich:mrgreen:

    Kennst Du Königsberger Klopse? Kalbshackfleisch im Sud. Drinnen allerfeinste Kapern, auch in der Soße. Ich liebe das, mit einem schönen trockenen Nahewein oder einem Elbling von der Mosel. Rinderzunge in weißer Weinsoße ist ebenfalls sowas Delikates. - Aber würde ich das jeden Tag haben wollen?

  • Anläßlich deines letzten Beitrages setze ich noch mal nach:


    Kennst Du ... Aber würde ich das jeden Tag haben wollen?

    Es gibt viele Fans, aber ich finde, solche Objektive zeigen etwas, was far nicht vorhanden war.


    Nun, ich verstehe meine Weichzeichner als ganz hervorragende Werkzeuge in meiner Werkzeugkiste.

    Fan hin, Fan her - mit den Dingern gehen Sachen, die auskorrigierte Optiken schlichtweg nicht drauf haben.

    Und ich mag die Idee, bei jedem Einsatz das (mir) geeignete Werkzeug zu verwenden.

    Picklige Modelle finden diese Idee übrigens auch ganz gut :)


    Täte ich die WZ jeden Tag wollen, hätte ich meine anderen Linsen bereits weggeschmissen - aber es darf natürlich auch mal schärfer/klarer sein.

    Sollte ich jemals Linsen wegschmeißen müssen, ja dann jedenfalls würde ein Weichzeichner bei mir bleiben, weil der über seine Fähigkeiten hinaus auch annähernd das kann, was die Weggeworfenen können.

    Was man umgekehrt von denen ja leider nicht sagen kann.


    Das Bild so lange zu verbeuteln, bis es wenig mit dem ehemals Vorhandenen zu tun hat, finde ich gar nicht verwerflich.

    War dies nicht sogar das Kerngeschäft der Pictorialisten?

    Adams? Alles so gezeigt wie vorgefunden?


    Andererseits finde ich es schwierig, eine mystische Lichtstimmung mit einem Scharfzeichner und gruseligem Bokeh zu kreieren.

    Hier schlägt, für mich, die Stunde des Weichzeichners.


    Ich fände es regelrecht erbärmlich, mich mit dem derart facettenreichen Großformat zu befassen und mich dabei selbst um mir wichtige Aspekte zu beschneiden, weil ich nur rattenscharfe f22er in der Tasche habe :)

  • Ja klar, du hast meiner Meinung nach ja auch recht. Dein Abschlussfazit würde ich aber noch erweitern: man sollte nicht voreilig zu WZ greifen, nur weil das Objektiv scharf ist, denn wenn man das tut, beschneidet man sich meistens ja auch um wichtige Aspekte.


    Mal heruntergebrochen auf die Ausgangsfrage: Winter mit Überstrahlung: die Dinge werden ja bereits unscharf oder besser: verfremdet, sind sie mit Eis überzogen. Überstrahlungen hängen auch vom Einfallswinkel des Lichts ab. Es kann atmosphärische Diffusion geben, in den Morgenstunden, wenn Sonne auf Rauhreif trifft. Man kann mit Überbelichtung arbeiten, die man beim Vergrößern kompensiert. Weiss nicht: Ausreizen statt Anschaffen?


    Man kann da ja ein ganzes Fass aufmachen: straight statt fuzzywuzzy (Ansel Adams, ohne jetzt auf "straight" im Sinne von rechtskonservativ, aufrecht, richtig, heterosexuell, nichtkommunistisch, McCarthyistisch usw. zu verweisen). Ich habe jedes Jahr Schneeprobleme. Ich habe noch kein Geheimrezept, wie man Schnee spannend abbildet und die Kristalle glitzern lässt. Rauhreif und Schnee auf Bäumen scheinen einfacher zu sein, weil mehr im Gegenlicht, nicht einfach so auf dem Boden. Aber wie man Schnee z.B. belichtungstechnisch behandelt, muss ich noch lernen (ich vermute, ich hatte bisher immer alles falsch gemacht, indem ich den Kontrast kompensierte, statt zu forcieren und auf Schattendurchzeichnung zu achten).

  • Ich habe mich jetzt mal durch das WWW gekämpft und festgestellt das bei den meisten Bildern die
    Eigenheilten dieser Objektive tatsächlich überzogen als Effekt eingesetzt werden. Auch werden
    vorwiegend sinnfreie Stills und Pflanzen zur präsentation des Effekts gezeigt. Aber es gibt auch
    wunderbare Aufnahmen wo die Eigenschaften wunderbar subtil eingesetzt die Bildwirkung unterstützen.
    Bei diesen Bildern sehe ich auch keine Abnutzung.
    Ich bin zu dem Schluss gekommen das meine Bildvorstellung sich mit solch einem Objektiv umsetzen lässt,
    aber es eine Menge Übung braucht das auch so hinzubekommen.

    Zum Thema Bildkreis des 200er Imagon spricht Rodenstock überall, je nach Zeit, von bis zu 9x12 oder 4x5.

    @Aksak
    Es freud mich das du auch schon Winterbilder im Kopf hast. Ich sage da nur, Gedanken mahlen Bilder.

  • Zum Thema Bildkreis des 200er Imagon spricht Rodenstock überall, je nach Zeit, von bis zu 9x12 oder 4x5.


    Das darf man großzügig vernachlässigen. - sagte ich ja schon.



    ..tatsächlich überzogen als Effekt eingesetzt ... subtil eingesetzt ..


    Das kann man ja handhaben/sehen, wie man möchte.

    Sehen muß man bei dem Thema aber erst mal lernen, hatte ich bei mir festgestellt.


    Hierzulande wurde eine z.B. in den usa gern gesehene, kräftige Weichzeichnung bereits vor 100 Jahren in der Lektüre unschön verbrämt; diese "Sichtweise" wurde dann auch noch viele Jahrzehnte "geschult", und die milde Weichzeichnung wurde als die hohe Kunst der Beherrschung Selbiger deklariert.

    Ein Armutszeugnis nach meinem Dafürhalten, diese gezielte künstlerische Beschneidung.

  • Da ich mich eh nicht nach "Vorbildern" richte, ist es mir wurscht was hip, in oder verpöhnt ist.
    Ich habe nur das Streben das das Bild in meinem Kopf auch zustande kommt.
    Ich habe jetzt ein 250er Imagon bestellt und harre der Dinge die da kommen und auf mich zu kommen.
    Da bin ich ja mal gespannt, das erste Objektiv, wo ich nicht weiss was mich erwartet.

    Ich bin neugirig!

  • Da ich mich eh nicht nach "Vorbildern" richte, ist es mir wurscht was hip, in oder verpöhnt ist.
    Ich habe nur das Streben das das Bild in meinem Kopf auch zustande kommt.
    Ich habe jetzt ein 250er Imagon bestellt und harre der Dinge die da kommen und auf mich zu kommen.
    Da bin ich ja mal gespannt, das erste Objektiv, wo ich nicht weiss was mich erwartet.

    Ich bin neugirig!

    Lass Dich bloss nicht kirre machen von dem, was zum Imagon so herumgeistert. Um das Imagon ranken sich viele Mythen.


    Ritchie hat, was das Thema Weichzeichnung in der Fotografie angeht, eine sehr dezidierte Haltung. Auch wenn es manchmal so daher kommt, als ob er einem vorschreiben will, wie die Weichzeichnung zu handhaben ist, macht er das so nicht. Man kann aber durchaus einiges von seiner Sichtweise für sich mitnehmen. Es ist ja auch schön, wen jemand für dieses Thema eine Lanze bricht. Es scheint ihm eine Herzensangelegenheit zu sein.


    Ein empfehlenswertes Buch zum Thema: "Praxis der Weichzeichnung" von Michael Neumüller. Dieses Buch ist antiquarisch erhältlich und kostet nicht alle Welt.


    Freue Dich auf das Imagon und lasse Dich auf die Möglichkeiten dieses Objektives ein. Schon alleine mit dem Objektiv herumspielen und genau studieren was auf der Mattscheibe passiert, lernt einem einiges über fotografische Optik, das Sehen und gestalterische Möglichkeiten.

  • Wenn man beispielsweise das berühmt/berüchtigte scharfe Kernbild des Imagon nicht haben will, baut man sich halt selbst eine Blende, die vorzugsweise die Mitte abdeckt und dafür mehr vom Rand durchlässt. Da gibt es so viel zu experimentieren!

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