Filmauswahl Ziel -> Auflösung

  • Ich fotografiere hauptsächlich im Format 6x7 bzw. 6x9 auf Rollfilm in Schwarz/Weiß. Bisher habe ich meinen Workflow aufgebaut auf Fomapan 100/200/400 und Entwicklung in Rodinal (1:50, Kippentwicklung).


    Mit meinen bisherigen Kamerasystemen (Pentax 6x7, Mamiya RB67, Mamiya 645, Mamiya C33 usw.) war ich mit der Kombination auch sehr zufrieden. Vermutlich weil die Objektive nicht mehr Auflösung hergeben. Zum rantasten an die eigene Entwicklung war der super, vor allem weil man bei dem Preis für den Film auch nicht dreimal überlegt ob man noch ne Rolle mehr schießt (Ergebnisse sehr ihr hier: https://thomebau.de/)

    Meine Fuji GSW690III hat allerdings erste Zweifel geweckt ob der Film mir die Detailzeichnung bringt die ich gerne hätte und jetzt wo ich mit meiner Linhof Technikardan 6x9 unterwegs bin und Objektive habe die meiner Einschätzung nach sehr viel mehr Details auflösen als der Film hergibt bin ich damit irgendwie nicht mehr zufrieden.


    Sprich: Ich möchte einen Film mit größerem Auflösungsvermögen. Empfindlichkeit ist mir dabei relativ egal, ich benutze die Technikardan eh nur mit Stativ. Preis ist auch eher sekundär, das Ergebnis zählt!


    Habt ihr Empfehlungen für einen fein auflösenden S/W Film?


    In meinem Tiefkühler schlummert noch ein Zehnerpack Ilford Delta 400. Der soll ja eigentlich auch recht hoch auflösen, wäre das Mal einen Versuch wert? Rodinal habe ich noch reichlich hier, alternativ auch Amoloco AM6006 (den nutze ich für die Papierentwicklung) und nen Paket Ilford Perceptol das mir Mal jemand vermacht hat (habe keine Erfahrungen damit).

  • Vielleicht sollte ich dazu noch ergänzen:


    Ich "scanne" die Negative mit meiner Sony A7riV und einem Samyang 100mm f2.8 macro (abgeblendet auf f8). Letzteres soll demnächst aber auch durch ein Sony 90mm 2.8 macro ersetzt werden.


    Ansonsten mache ich auch nach wie vor Papierabzüge bis 30x40cm auf Fomaspeed vario Gradationswandelpapier. In der Regel durch ein Schneider Kreuznach Componon 105 f5.6.

  • Versuche es mit dem 400er Delta in FX-39 II. Du hast ein leichtes aber sehr akzentuiertes Korn, bei sehr guter Schärfe und sehr gutem Kontrast. Der 100er wird noch etwas mehr Auflösung bringen, aber ich bin mir nicht sicher, ob du den Unterschied bei 30x40 siehst.


    Das ist meine Standardkombi für 645 bis 4x5". Für Letzteres gibt es jedoch nur den 100er. Ob deine GF Objektive an die Fuji ran kommen muss du schauen. Ältere GF Objektive bringen nicht immer mehr Auflösung, als aktuellere MF Linsen. Das Fuji wird schon sehr scharf und detailreich sein. Ich möchte meine 645er Fuji nicht missen...


    Gruss Sven.

  • Hallo thomebau,


    Ich habe auch schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Mein All‐Day‐Film ist der Ilford FP4+ entwickelt in Rodinal für KB, MF und GF (4x5).

    Wenn es allerdings hochauflösend sein soll, nutze ich Fuji Acros 100 (alt und neu), belichtet mit 80 ISO und entwickelt in Spur HRX.

  • Wenn es dir um schiere Auflösung von SW Filmmaterial geht schau dir mal den CMS 20 von Adox an.
    Der ist zwar etwas zickig zu verarbeiten, aber es lohnt sich. Auch der Ortho von Rollei
    ist sehr fein auflösend.
    Fals du deine Bilder digital ausgeben möchtest mimmst du gern einen Farbdiafilm
    und lässt die Farbaufmahmen dann halt von einem Dienstleister z.B. auf einem Tango oder so
    digitalisieren. So hast du dann die volle Kontrolle bei der Umwandlung in SW und nebenbei hast
    du den standartisierten E6 Prozess auf der Habenseite und die Ergebnisse sind bestmöglich reproduzierbar.

    Wie schon oben erwähnt sind die typischen GF-Objektive keine Aulösungskünstler.
    Müssen sie ja auch nicht man hat ja genug Filmfläche. Nebenbei hilft es viel wenn
    man die Objektive mittels Tilt im netten Blendenbereich arbeiten lässt. Ist ja GF.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn mir die Quallität meiner Aufnahmen nicht zusagt liegts
    eigentlich nicht am Material, sondern an mir und dann eigentlich fast immer an der Sorgfalt,
    sowohl bei der Aufnahme, als auch bei der Weiterverarbeitung.

  • Der Ortho 25 von Rollei schaut in der Tat interessant aus. Den Adox CMS 20 scheint es nicht mehr zu geben in 120, nur noch als 135.


    E6 ist für mich leider keine Option. Ein wesentlicher Faktor an S/W ist für mich dass ich zu Hause entwickeln und digitalisieren, bzw. vergrößern kann ohne mehrere Wochen auf ein Labor zu warten.

    Grundsätzlich gebe ich dir da aber recht, wenn ich Farbfilme verschieße, dann am liebsten Fuji Velvia 50. Da ist fast kein Korn zu erkennen und die Farben sind auch schön gesättigt - gerade bei Landschaftsaufnahmen mit viel Grün.


    Ich denke ich schieße beim nächsten Mal parallel (hab ja mehrere Rollfilmrückteile) Fomapan 400 und Ilford Delta 400 und entwickle den Foma in Rodinal (wie gehabt) und den Delta in Perceptol (das empfiehlt Ilford für Feinkornentwicklung zu den Delta Filmen). Dann kann ich sie gut vergleichen (vielleicht nehme ich auch nen Fomapan 100, der ist etwas feiner als der 400er).


    Wenn mir das Ergebnis zusagt besorge ich wohl noch nen Paket Delta 100 und etwas Perceptol zum testen.

  • gäbe es einen universellen Tipp, bräuchte es nicht die viele Sorten von Filmen.

    Und jeder dieser Filme verhält sich dann auch noch mit den unterschiedlichen Entwicklern anders.


    Ein schottischer Fotograf hat neulich viel Erfolg mit dem ILFORD FP4 und einem selbst gebastelten Entwickler gehabt.


    Aber ist dies dann auch allgemein gültig?


    Nein, niemals, du musst dich ran tasten, probieren und studieren.

    Nimm eine 50er Packung Fomapan 100, Rodinal oder HC 110 und teste aus welche Empfindlichkeit und vor allem welche Messmethode bei dir passt.


    Mein Tutor John Blackemore verwendete immer den ILFOR FP4 und hat damit beste Ergebnisse in all seinen Phasen damit erreicht.


    Meist liegt es an der falschen Handhabung, Tilt, zu stark abgeblendet oder das Licht falsch gemessen.


    GF ordentlich angewendet hat so viel Reserven, die kannst du mit einer Sony eh nicht ausschöpfen.

    insta....


    Getting photographs is not the most important thing. For me it’s the act of photographing. It’s enlightening, therapeutic and satisfying, because the very process forces me to connect with the world…

    (Michael Kenna)

  • Ich finde es spannend dass du auf mein Thema antwortest, offensichtlich ohne meinen Eingangspost gelesen zu haben 😅


    Denn weder fotografiere ich im Großformat, noch habe ich Probleme hinsichtlich der Belichtung beklagt 🤔

  • Wie bist du denn auf die Idee gekommen, das der Foma 400 deinen Anforderungen genügt?
    Denke immer, die Zauber Filme brauchen auch einen Zauberer, der die Magie hervorzaubert!

    Auf die Idee bin ich gar nicht gekommen. Das ist einfach der Film mit dem ich angefangen habe 😅

    Und mittlerweile möchte ich behaupten dass ich die Fomapan Filme ganz gut im Griff habe was meine Entwicklung anbetrifft.


    Ich sage auch nicht dass die schlecht sind (im Gegenteil). Ich möchte halt jetzt für meine Architekturfotografie einen Film mit anderen Eigenschaften haben. Und bei Mittelformat (im Kleinbild sogar noch mehr!) spielt die Größe und Art des Filmkorns schon eine große Rolle was den Bildeindruck anbetrifft.

    Selbst wenn ich den Fomapan 100 als ISO 50 belichte und entwickle ist der mir zu grob. Der 400er ist natürlich nochmal nen Stückchen gröber. Dafür habe ich auch nach wie vor einen Anwendungszweck (z.B. für Portraits oder Streetfotografie).

    Nur für meine Architekturfotografie - wo ich viel wert auf eine gute Wiedergabe feiner Strukturen lege (z.B. Holzmaserung oder die Oberfläche von Sichtbeton) brauche ich einen Film mit höherer Auflösung, damit diese Strukturen nicht im Filmkorn untergehen.


    Und da will ich mich halt jetzt rantasten und hatte gehofft auf den ein oder anderen der seine Erfahrung mit mir teilen kann.

    - dafür nochmal vielen Dank an alle die bisher Input dazu geliefert haben :)

  • Ist ja auch alles etwas subjektiv ... ich bin großer Fan vom Fomapan 200 entwickelt in Rodinal 1+50. Er kommt mir immer schärfer vor als der Fomapan 100. Ob es an der Flachkristalltechnik liegt, die den Film angeblich "moderner" machen als Foma 100 und 400, weiß ich nicht. Außerdem nutze ich nur noch Planfilm ab 4x5" aufwärts und da gibt es Filme mit tollen Ergebnissen, die bei KB und MF keinen wirklich umhauen (der Retropan 320 z.B.).


    Bei Rollfilm sw war ich von Schärfe und Kontrast immer mit dem Acros 100 superzufrieden und finde es schade, dass er als Planfilm doch nicht mehr aufgelegt wird ... oder habe ich da was verpasst?

    Grüße aus dem Schwarzwald, Euer Jens


    instagram/mk: Black Forest Tintype

  • Für mich ist der Ilford FP4 der Film der Wahl für alle Aufnahmeformate.

    Ich entwickle den in Perceptol, aber als Einmalentwickler in Verdünnung 1+3.

    Man muss etwas Geduld haben, die Entwicklungszeiten liegen dann bei rund 30 Minuten, je nach gewünschten Kontrast.

    Das wirkt sich gering empfindlichkeitsmindernd aus und sorgt für feinkörnige, detailreiche Negative mit schön abgestuften Tonwerten.


    Wenn es den PanF in 4x5" gäbe, würde ich noch lieber den nehmen und auf die gleiche Weise entwickeln. Aber leider ...

  • Da ist ein logischer Fehler drin, denke ich. Irgendwas passt nicht in der Ausgangslage.


    In 6x4,5 bis 6x7 bist Du zufrieden mit Foma-Film und Rodinal.


    Jetzt nimmst Du mit der Fuji GSW690II eine scharfe Kamera für Mittelformat (obwohl: ein Weitwinkel, 65mm), und das noch für 6x9, also ein größeres Format, und Du bist mit der Auflösung und der Detailuzeichnung nicht mehr zufrieden - im Vergleich zu Deiner altehrwürdigen, einfach vergüteten C33?


    Was die Objektive für die 6x9 Technikardan angeht: welche sind das? Sind das Großformatobjektive? Die sind meistens weniger scharf als Mittelformat, weil man die Negative ja nicht so stark vergrößern muss. Leg mal ein 6x7 in den Vergrößerer und dann ein 4x5, allein schon die Belichtung ist vielleicht nur 1/4 vom ersten, wegen der geringeren Vergrößerungsmaßstäbe ...

  • MF-Objektive sind den GF-Objektiven im gleichen Formatbereich auch dehalb i. allg. überlegen, weil erstere sich ganz auf ihr zugedachtes Format konzentrieren können, ohne permanent große Bildkreise mitschleppen zu müssen.

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