Filmauswahl Ziel -> Auflösung

  • Sorry wg Kaperns des Threads. Ich empfinde diese Diskussion im Grunde als nutzlos. Jeder hat seine Meinung und bleibt dabei. Der eine (z.B. ich) zu wortreich, der andere etwas weniger. Ich sollte einfach meine Klappe halten. Und nein, ich mag mich nicht ereifern. Das ist noch sinnfreier.


    Eigentlich (!) habe ich vor allem Freude an Bildern ... also an etwas, das ich mir ansehen kann (und schon wieder ein anderes Thema :S ).

  • Es gab mal in diesem Forum eine Abteilung Fotogalerie, wo Fotos auch nach Themen gesammelt wurden und kommentiert werden konnten. So hatte man eine ständige Übersicht und konnte sich thematisch inspirieren lassen und das Archiv mit eigenen Fotos erweitern, aber heute verschwinden die eingestellten Bilder mit den Chats im Forumkeller und sind vergessen. Das motiviert (mich zumindest) nicht so sehr Bilder einzustellen.

    ... und es macht schon Probleme, allein die eigenen Fotos wieder zu finden.



    Aber was mir auffällt: dass viele 4x5 hier als "Dateien" zeigen, eben: gerade nicht als in der Duka ausgearbeitete "Bilder".

    Wenn man am Tisch zusammensitzt, braucht man Papierbilder, im Internet braucht man digitalisierte Bilder. Ganz richtig. Da ich im Internet Bilder zeigen wollte, habe ich das Digitalisieren von Negativen sehr geübt. Einfacher ist es meist, ein fertiges Bild zu digitalisieren.

  • Da ich im Internet Bilder zeigen wollte, habe ich das Digitalisieren von Negativen sehr geübt. Einfacher ist es meist, ein fertiges Bild zu digitalisieren.

    Heißt das denn nun, dass mit dem Digitalisieren eines Negativs das Enstehen eines Bildes schon abgeschlossen ist? Oder erfolgt in einem solchen Fall die Ausarbeitung des fertigen Bildes auf Papier lediglich später?

  • Das ist insoweit irritierend, als die in der Duka ausgearbeiteten Bilder in diesem Fall "nur" eine Zwischenstufe darstellen. Wir haben einen Medienbruch, der dem Medium Internet geschuldet ist. Ketzerische Frage: Wie kann/soll man hier reale "Bilder" zeigen? Wie groß ist der wahrnehmbare Unterschied zwischen einem gescannten (digital "ausgearbeiteten") Negativ und einem gescannten/digital abfotografierten Duka-Print?

    Meine Rede!

    Ja, Du hast Recht. Ich habe das auch nicht so gemeint. Ich meine, soll jede machen, wie er will. Ob das Bild gut ist, hängt weder davon ab, ob es komplett analog, noch hybrid, noch komplett digital erstellt wurde. So meine ich das.


    Was die "realen Bilder" angeht: ich rede nicht von "realen Bildern", sondern von "real existierenden Prints", und das sind Bilder, deren Ausführung einen bestimmten Aufwand und ein bestimmtes Statement beinhalten, und darüber hinaus auch bestimmte Erkenntnisse bringen, z.B dass - um beim Thema zu bleiben - bis zu einer bestimmten Größe des Abzugs Korn und Schärfe keine besondere Rolle spielen.


    Außerdem ist das Glück, ein gescanntes Negativ per Bildbearbeitung aufzuhübschen, siehe die Diskussion über zu kontrastreiche, "weboptimierte" Bilder, vielleicht zu wohlfeil. Druckt man die Sachen aus oder vergrößert man sie und hat sie dann physisch vorliegen, wird es ernster, und man sieht sie dann auch vielleicht anders, wenn man wieder mal draufschaut. Abgesehen davon, dass das ja auch was kostet.

  • Heißt das denn nun, dass mit dem Digitalisieren eines Negativs das Enstehen eines Bildes schon abgeschlossen ist? Oder erfolgt in einem solchen Fall die Ausarbeitung des fertigen Bildes auf Papier lediglich später?

    Was meinst Du selber?


    Ich wundere mich, um beim Thema zu bleiben, wieviel Bohei hier im GFF gemacht wird um die Kamera und das Negativ, und wie wenig um das Positiv. Ich nehme ja auch mehr Diskussionen wahr um Aufnahmetechnik (mehr) und Negativentwicklung (weniger) als um die Vergrößerung oder den Ausdruck (am wenigsten).


    Dabei orientieren sich die Aufnahmetechnik und die Negativentwicklung doch eigentlich an der Frage, welche Ausarbeitung intendiert ist, oder?

  • Also um hoffentlich der Diskussion über analog vs digital und warum dies oder das ein Ende zu setzen (zumindest in diesem Thread):

    Ich bin ein Technikfreak der Spaß hat an allem was mit Technik zu tun hat - am besten mechanisch und durch draufschauen zu verstehen - ob das Kameras sind, Autos, Traktoren, 3D-Drucker, was auch immer - da habe ich Spaß dran.


    Und da ich gerne fotografiere (losgelöst von der technischen Ausrüstung) nutze ich halt beides. Für alles gibt es einen Anwendungszweck, auch wenn der nur ist: "auf die Kamera habe ich jetzt Lust!". Ich bin schon mit meiner kompletten Pentax 6x7 Ausrüstung wandern gegangen, habe meine Mamiya RB67 durch die Frankfurter Innenstadt geschleppt und auf Dienstreisen eine kleine Lumix Gx80 mitgehabt.

    Wenn ich den Platz und das Geld hätte würden statt den Kameras in meinen Vitrinen vielleicht Autos in mehreren Garagen stehen...


    Früher habe ich mehr an Traktoren und Autos geschraubt, seitdem ich in der Stadt wohne halt an analogen Kameras und Objektiven (die passen besser in die Wohnung ;) ).

    Aktuell habe ich in meinem Fuhrpark bestimmt 15 Kamerasysteme (=Body(s) + mehrere Objektive) aus den letzten 50 Jahren. Ich habe mich von einer Leica M4-P inzwischen getrennt, genauso wie von 3 Mamiya RB67 Bodys (eine habe ich noch), vier Mamiya 645 Bodys (auch hier habe ich noch eine) und einigen anderen Kameras.


    Ich diskrimiere da auch nicht, ich nutze die Kameras die mir Spaß machen und die die ich ausprobiere, mir aber nicht gefallen die dürfen halt wieder gehen.


    Die Technikardan 6x9 habe ich mir gekauft weil ich die Verstellmöglichkeiten nutzen möchte. Blut geleckt habe ich an einer Linhof Studienkamera, die mich aber zu sehr eingeschränkt hat. Und da mein kompletter Workflow auf Kleinbild und Rollfilm ausgelegt ist möchte ich den ungerne komplett über den Haufen werfen. Denn das bedeutet nicht unerhebliche Investitionen und Mehraufwand (Vergrößerer, Objektive, Scanner etc.).


    Die Einschränkungen sind mir bewusst, ja ich hätte auch lieber Feintriebe an den Standarten und am besten eine Mattscheibe mit Mikrolinsen und Weitwinkelobjektive die nicht in den Ecken abdunkeln - aber ich weiß schon was ich da mache wenn ich mich auf so eine Kamera einlasse. Daher bitte wieder zurück zum ursprünglichen Thema: Ich wollte eine Empfehlung für 120er Rollfilm der eine möglichst hohe Auflösung und niedriges Korn hat :lol:


    Dazu habe ich inzwischen genug Input bekommen denke ich - deswegen auch die ersten Gehversuche mit dem Delta 400. Die Ergebnisse aus dem Vergleich bin ich noch schuldig, aber die Filme hängen grade noch in meiner Küche und trocknen vor sich hin, da ich gestern statt sie gleich zu entwickeln doch noch vor die Tür war um "richtige" Fotos zu schießen :)


    Edit:

    Noch ein paar Anmerkungen bzgl. Verarbeitung:

    Bei mir an der Wand hängen analoge Abzüge aus meiner eigenen Dunkelkammer, neben digitalen Prints aus digitalen Originalen und digitalen Prints aus analogen Originalen. Das Ergebnis zählt, wie man da hin kommt kann trotzdem spannend und lehrreich sein ;)

  • Na dann ist doch alles ok, wenn du dir die Kamera wg. den Verstellmöglichkeiten gekauft hast und nicht, weil du dir eine bessere Auflösung der Objektive erhofft hast.

    Hab Spaß mit der Kamera und wenn nicht, kann man sie ja wieder verkaufen.

    Deine Aufbewahrung des Schiebers gefällt mir. Ich dachte immer das wäre für die Lasche der Filmverpackung, dass man weiß, was für ein Film in der rollex ist.

    Grüße

  • Deine Aufbewahrung des Schiebers gefällt mir. Ich dachte immer das wäre für die Lasche der Filmverpackung, dass man weiß, was für ein Film in der rollex ist.

    Grüße

    Das habe ich an meiner Mamiya RB67 gesehen, die hat an der Seite extra ne Halterung dafür und da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen, dass man das Ding garnicht die ganze Zeit in der Hand halten muss :lol:

    Dann geht sie auch weniger gerne verloren...

  • Soooo, hier wie versprochen die ersten Testergebnisse.


    Der Testaufbau:

    Fokussiert habe ich immer auf die Spitze vom Klinkenstecker, alle Scans wurden mit dem identischen Profil in RAW Therapee nach PNG konvertiert, anschließend in Gimp ausgeschnitten und in ein JPG konvertiert -> alle Beispielbilder sind Ausschnitte!!!


    Der Fomapan wurde auf ISO 400 entwickelt in Rodinal 1:50 (20°C 11 Minuten, 30s invertieren, alle 30s einmal invertieren)

    Der Delta 400 wurde auf ISO 320 entwickelt in Perceptol 1:1 (20°C 15:30 Minuten, 10s invertieren, alle 60s 10s lang invertieren) -> nach Ilford Anleitung

    Danach wurden beide Filme einem Stoppbad in Leitungswasser ausgesetzt und 6 Minuten fixiert in Adofix Plus 1+4, Agitation wie bei der Entwicklung des Fomapan


    Für den Brennweitenbereich um 200mm:
    Bildausschnitt:



    Referenz (Sony A7R IV, Tamron 35-150 2.0-2.8)



    Fomapan 400 Pentax 67 200mm f4


    Fomapan 400 Technikardan 6x9 Rodenstock Sironar-N 210mm 1:5.6 MC



    Ilford Delta 400 Pentax 67 200mm f4



    Delta 400 Technikardan 6x9 Rodenstock Sironar-N 210mm 1:5.6 MC (den Klebestreifen auf dem Film bitte ignorieren ;) )

  • Schöne Testreihe. Der Delta 400 an der Technikardan bzw. mit dem Sironar macht für mich das Rennen. Zu dem Tonband habe ich den passenden Braun Plattenspieler. Und sonst? "Of Mice and Men" hat mir besser gefallen als "Früchte des Zorns". LG

    Grüße aus dem Schwarzwald, Euer Jens


    instagram/mk: Black Forest Tintype

  • Für den Brennweitenbereich um 135mm:

    Bildausschnitt:




    Referenz (Sony A7R IV, Tamron 35-150 2.0-2.8)


    Fomapan 400 Pentax 67 135mm Macro


    Fomapan 400 Technikardan 6x9 Schneider Kreuznach Apo-Symmar 135mm 1:5.6


    Ilford Delta 400 Pentax 67 135mm Macro



    Delta 400 Technikardan 6x9 Schneider Kreuznach Apo-Symmar 135mm 1:5.6

  • Für den Brennweitenbereich um 70mm:

    Bildausschnitt:



    Referenz (Sony A7R IV, Tamron 35-150 2.0-2.8)


    Fomapan 400 Pentax 67 75mm f4.5 Shift


    Fomapan 400 Technikardan 6x9 Schneider Kreuznach Super-Angulon 65mm 1:5.6 (zu weit nach vorne fokussiert X( )


    Ilford Delta 400 Pentax 67 75mm f4.5 Shift (ich war beim einfädeln des Films in das Paterson Reel etwas unsanft, daher die Knicke auf dem Negativ)


    Delta 400 Technikardan 6x9 Schneider Kreuznach Super-Angulon 65mm 1:5.6 (auch zu weit nach vorne fokussiert)

  • Für den Brennweitenbereich um 45mm:

    :idea: Für diesen Brennweitenbereich habe ich den Bildausschnitt nicht weiter angepasst, da mein Stativ nicht mehr weiter vor konnte.


    Bildausschnitt:



    Referenz (Sony A7R IV, Sony 16-35mm f2.8 GM)


    Fomapan 400 Pentax 67 45mm (zu weit nach vorne fokussiert)


    Fomapan 400 Technikardan 6x9 Schneider Kreuznach Super-Angulon XL 47mm 1:5.6


    Ilford Delta 400 Pentax 67 45mm


    Delta 400 Technikardan 6x9 Schneider Kreuznach Super-Angulon XL 47mm 1:5.6

  • Wenn ich meine Beobachtungen nochmal zusammenfasse:

    Der Delta 400 ist (wie zu erwarten war) deutlich feinkörniger. Was dazu führt dass insbesondere bei den weitwinkeligeren Aufnahmen, wo die Details im Bild kleiner sind dazu führt dass wesentlich mehr Informationen abgebildet werden als beim Fomapan 400. Besonders deutlich fällt das auf bei der Aufnahme mit dem 47mm Super Angulon, wo der Text beim Fomapan 400 kaum noch lesbar ist, beim Delta 400 jedoch klar und deutlich.


    Was wiederum umgekehrt herum auffällt (wie zuvor auf bereits erwartet) ist dass das gröbere Korn des Fomapan 400 dabei hilft eine subjektiv bessere Schärfe zu erzeugen. Das fällt mir z.B. bei den 135mm Bildern deutlich auf, wo ich ein paar cm zu weit nach vorne fokussiert habe, das beim Fomapan 400 allerdings überhaupt nicht auffällt. Im Gegensatz dazu beim Delta deutlich sichtbar ist wenn man genau hin schaut. Das geht also auf Kosten der enthaltenen Detailinformationen.


    Fazit: -> Die Deltas machen genau das was ich haben wollte. Ich werde also noch eine Ladung Delta 100 bestellen, von denen ich mir noch bessere Ergebnisse verspreche. Für einen weiteren Vergleich werde ich die allerdings nicht verschwenden, sondern zum fotografieren von spannenderen Motiven :lol:


    Mit den Delta 400 habe ich auch schon einige weitere Aufnahmen gemacht, die kann man sich hier anschauen:

  • Deine Aufbewahrung des Schiebers gefällt mir. Ich dachte immer das wäre für die Lasche der Filmverpackung, dass man weiß, was für ein Film in der rollex ist

    Könnte es aber auch nicht so sein, dass durch den Druck der Halteklammer auf den Schieber - immer an der gleichen Stelle, wenn auch beidseitig - im Laufe der Zeit eine Delle am Schieber entsteht, so dass der Einschiebeschlitz an der Super-Rollex nicht mehr lichtdicht sein würde? Der Schieber muss unbedingt diesbezüglich makellos bleiben, um diese Lichtdichtigkeit sicherzustellen. Diese von Linhof nicht vorgesehene "Erleichterung" würde ich deshalb nicht vorschnell empfehlen.

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