ICA REFLEX - Fragen zum Tuch

  • Hallo Zusammen,


    nachdem ich bei einer namenlosen Kamera den Schlitzverschluss wieder schön hinbekommen habe, ist das nächste Projekt dran:


    Eine ICA REFLEX 756 möchte gerne wieder funktionieren. Da fehlt aber das alte Tuch. :(

    Nachdem ich bei BUTKUS die Bedienungsanleitung heruntergeladen habe und etwas rumprobiert habe, habe ich den Eindruck, dass da die Meachik noch einwandfrei ist.

    Könnte sich also lohnen.

    Dieses Modell hat eine Plakette mit ZEISS IKON, weshalb ich annehme, dass es ein spätes Modell ist, was in der Übergangsphase von ICA zu Zeiss IKON gebaut wurde.


    Was ich der Bedienungsanleitung entnehmen konnte, war, dass es ein Vorhang mit drei Schlitzen (100,50 und 25 mm) ist.


    Hat jemand für mich vielleicht Angaben zu:

    - Länge des Vorhangs und Lönge sder Segmente

    - eine Info zu den Kanten der Schlitze, waren diese verstärkt (Messingkante?)

    - wie heissen die Schlizschraubendreher mit Lücke, die man zur Demontage der Knöpfe benutzen kann?

    - gibt es sonst noch etwas zu beachten oder weitere Informationsquellen zur Technik?


    Danke schon einmal im Voraus,

    Leo

  • Super, ja da ist eine Nummer:

    J90926 - das wäre 1922-1924, hast Du es noch genauer?


    Inzwischen habe ich einfach mal ein Tuch aufgewickelt und mir das angeschaut.

    Beeindruckend, aber auch ein logisches Problem:

    Die Einstellungen "bei Auslösung" zum "Abwickeln des Tuches mit Schlitz über Federspannung" sind:

    3 - 10 -25 -90 - O

    Das sollen die Schlitzbreiten in mm sein. O = Offen (So die Bedienungsanleitung von Butkus, die dort aber ein Modell mit 3 -25 -100 beschreibt).)

    In "Einstellung 3" ist fast alles Tuch auf der oberen Rolle.

    Man löst aus und das Tuch rollt dann 3 Umdrehungen ab. Dann steht es in "Einstellung 10" und man kann entweder wieder eine Einstellung " aufziehen" oder mit 10 auslösen.


    Dis abgewickelten Längen bei Auslösung sind 20 cm bei (3) -17,5 cm bei (10) - 16 cm bei (25) - 14cm bei (90) .

    Nun ist mein Tuch sehr dick, wäre es dünner, so wären die Längen am Anfang (kleine Schlitzbreiten) kürzer und gegen Ende etwa gleich.


    Mein Problem: Die jeweilige Länge muss vor der "Filmöffnung" die Schlitzbreite und eine volle Filmhöhe (9cm) abdecken, da ja der Film wieder komplett verdeckt werden soll.

    Bei 14 cm am Ende komme ich da nicht hin. 9 cm Schlitz und 9 cm Abdeckung macht mindestens 18 cm. :?:

    Wie soll das funktioniert haben?

    War der Schlitz nur 60 breit?


    Hier wird das Ganze für eine Graflex beschrieben:

    Renewing Focal Plane shutter fabric/cloth


    Schaue ich mir die Tabelle auf der Kamera an:

    https://www.thorlabs.com/thorproduct.cfm?partnumber=BK5


    Rechne mal so ein bisschen rum, dann erhalte ich für die Schlitze 3 bis 25 eine Zeit von KONSTANT 2/3 ms pro mm Schlitz.

    Für 90 sind es 1 ms.... ????

    Wir können einen Schlitz von 50 bis 60 mm auf dem Stoff unterbringen.

    Ergäben entweder 50 ms oder 33 ms = 1/20 oder 1/30 aber niemals 1/11 sec.

    Irgendwie passt das alles nicht.

    Zumal man den langen Schlitz unten auf der Rolle hätte unterbringen können.


    Hier hätte ich dann auch das Material-Problem.

    Der Stoff aus Japan wird in den Massen irrsinnig teuer, da muss es noch was anderes geben.

    Da diese Kamera "zum Spass" restaurieriert werden soll, würde ich zur Not auch den zu dicken Stoff nehmen.


    Dass hier klingt aber richtig interessant:

    https://www.thorlabs.com/thorproduct.cfm?partnumber=BK5

    Ist aber mit 0.12 extrem dünn... und 1,5 mal 2,7m verbauche ch im Leben nicht.

    (Preis zzgl MwSt.!)


    Dann noch das Kupferblech für Versteifungen.

    Für Graflx ist geschrieben:

    "These clips are 0,85 mm thick including the enclosed fabric and made out of a sort of tin-plate."

    Wenn ich 0,3 mm für den Stoff rechne und danndas Ganze als U-Profil denke, komme ich auf eine Blechdicke von etwa 0,2 bis 0,28.

    Also 0,2 müsste reichen. Kupfer oder Messing, da eben nicht brüchig.

    In der Bucht gibt es sowas... 30 x30 für unter 20 Oi inkl. Versand.


    Ich denke erstmal nach.

  • Super, ja da ist eine Nummer:

    J90926 - das wäre 1922-1924, hast Du es noch genauer?

    Genauere Daten sind mir leider auch nicht bekannt, aber die »9« nach dem »J« lässt auf Ende des Zeitraums schließen, also ist 1924 recht wahrscheinlich.


    Ansonsten sehr spannend!


    Die Dicke des Tuchs macht beim aufwickeln auf jeden Fall einen deutlichen Unterschied. Ich nehme an aus dem Grund komme ich bei meiner Heliar Reflex auch nicht so recht auf die ursprünglichen Möglichkeiten des Verschlusses. Eigentlich waren mal bis 9cm Öffnung und eine Art B-Modus möglich, aber aktuell geht es nur bis 6cm und der B-Modus geht garnicht … aber ich bin froh dass es überhaupt läuft.


    Ich drücke die Daumen! Im Augenblick funktioniert mein Gehirn nicht gut genug um wirklich mitzudenken ;)

  • Das hatte ich zur Reparatur bestellt:


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    www.ebay.de


    Er schreibt aber auch:


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    Der war sehr freundlich und der Versand ging sehr schnell.

  • Auch nicht günstig aber etwas besser als Japan direkt.

    Ich warte mal, ob ich eine Antwort von Thorlabs bekomme.
    Sonst gebe ich die 70 EUR einfach aus und schaue mal....

  • Von Thorlabs:


    1. Eine Anwort per Mail:


    vielen Dank für Ihre Anfrage.

    Das BK5 hat eine zusätzliche gummiartige Beschichtung und ist daher Lichtundurchlässig für Raumlicht.

    Wenn man aber direkt hinter dem Material eine Taschenlampe benutz sieht man das Licht! Wenn das Material doppelt legt ist nahezu 100% lichtdicht für die Taschenlampe.

    Wie auch immer, ich schicke Ihnen eine Probe per Brief Post zu. Das sollte Freitag bei Ihnen ankommen.


    2. ein Päckchen mit einem langen Streifen von dem Material *freu*


    Dann schauen wir mal:

    Zum Testen eine Makita-Werkstatt-Leuchte, brachiale LEDs, sehr schön zur Beleuchtung bei Verschluss-Reparatur und zur Justage der Entfernungseinstellung.

    EInfach drüber gelegt:


    Wie beschrieben scheint durch.


    Doppelt:


    Da scheint scheinbar nix durch, das ist eine Reflexion.


    Raum-Licht aus, warten und schauen:


    Sie sehen: Sie sehen nix, ist dicht. :)


    Zum Doppeltnehmen kann man kleben udn Nähen.

    Bei dem dünnen glatten Zeug will ich da mit der Nähmaschine nicht wirklich ran.

    Also mal Kleben und testen....


    Nächster Test: Welcher Kleber hält auf welcher Seite:


    Im Test: Kövulfix und Pattex 100% Repair.

    Trocknung bis morgen und dann mal versuchen abzuziehen.



    Nebenbei:

    Thorlabs hat mir einen Streifen von etwa 150 x 40 cm geschickt, die Probe reicht schon für mein Vorhaben.

    Wie bedanke ich mich bei den Jungs, wenn das Material brauchbar ist ?? Hat einer eine Idee, was da angemessen wäre?

  • Ergebnis:

    Gummi auf Gummi-Seite: Pattex hält nix und versteift das Ganze deutlich; Kövulfix schafft gute Verbindung, der stoff dehnt sich merkbar beim Aufreissen, wird aber auch etwas(!) steifer


    Stoff auf Stoffseite:Kövulfix klebt schlecht (Hält nicht) , Pattex deutlich besser, aber nicht so gut wie Kövulfix auf Gummi.


    Das mit der Versteifung ist evtl. ein Problem, ja.

    Ich suche ja nach Möglichkeiten zum "Doppeltnehmen" des Stoffes.

    Da wäre einfach ein schmaler Streifen Kövulfix-Klebung an den Fenstern und ggf. dazwischen schon ausreichend.


    Bedeutet Gummi auf Gummi-Seite kleben und Stoffstruktur (hat auch weniger Reibung) nach aussen.


    Nun noch die Herstellung der Metallstreifen zur Verstefung des VOrhangs.

    Alternativ einfach einen 3-5 mm Pappstreifen zwischen die Stofflagen kleben?

    Sollte auch gehen.

    Nachdenken.

  • Probier als Kleber mal "Uhu Schuh und Leder" aus.

    Der klebt wie verrückt, bleibt flexibel und ist wasserfest.

    Gummi auf Gummi würde ich aber trotzdem nicht kleben und das Kleben mit dem Uhu zuerst irgendwo üben, das Zeugs ist nicht ganz leicht zu bändigen, dafür aber super im Ergebnis.


    Mit den Metallstreifen könnte es ein Problem geben. Das Metall ist wirklich ultradünn.

    Ich habe aus meiner alten 13x18 er Künstlerreflex noch die Metallstreifen übrig, meine ich. Müsste ich nochmal nachgucken. Die würde ich dir schenken, wenn du sie haben möchtest. Abholung ginge auch in der Nähe von Diepholz, ist ja nicht soo weit von dir. Einen Kaffee hätte ich auch.

  • Ich bin da immer noch skeptisch, dass Du mit der doppelten Lage glücklich wirst. Würde lieber mal schauen ob es nicht noch andere Alternativen gibt. Irgendjemand hatte auch mal selbst Stoff mit einem schwarzen, gummiartigen Spray behandelt. Das müsste aber natürlich auch flexibel bleiben. Am besten wäre schon etwas fertiges, dichtes.


    Ich würde auch denken, dass Pappe zu dick aufträgt und in dünner Stärke zu labbrig wird. Ein dünner Blechstreifen müsste ja eigentlich aufzutreiben sein.


    Schwarzweißseher dann würde ich aber die Form der Streifen nochmal dokumentieren, bevor Leon sie auf 9×12 schneidet ;) – vielleicht einfach mal auf den Flachbettscanner legen.

  • Ich habe gerade mal geguckt. Ich habe die Dinger noch. Kannst du gerne haben.

    Um die allerdings aufzubiegen und neu zu verkleben, wird es einiges an Fingerspitzengefühl brauchen.

    Andererseits: Versuch macht klug. Doppelt würde ich da allerdings nicht machen. Such dir einfach einen besseren Stoff. Bei Facebook ist ein Graflex-Mensch, vielleicht gibt der dir was ab.

    @ animaux: Wieso, hast du auch interesse? Da bei meiner 13x18 auch Zahnräder fehlen, bekomme ich die ohne ein zweites Modell ohnehin nicht wieder zum Laufen.

  • Mega, Danke für die Angebote.

    Ich schaue noch mal nach den Graflex-Spezis.

    0,3 mm dickes Messingblecch habe ich.

    Der Uhu-Kleber ist bestellt, kommt Do. (Danke für den Tip.)

    So wie sich der Stoff anfühlt und so dünn wie der ist, kann das klappen, ich meine, der Zug kommt ovn einer Rolle, glichmäßig, warum sollte da die Kante eines Fensters einen Bogen machen?

    Da müsste schon ein Pappstreifen mit Kleber für die Steifigkeit sorgen, oder?

    Wenn das alles nicht läuft, dann komme ich gerne mal auf einen Kaffee, nach Dieholz, das hört sich richig gut an.

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