Muss ein Monochromes Bild zwangsläufig neutral grau sein?

  • Ein schlichtes und ergreifendes grosses NEIN.
    Es gibt schon kein neutral rein weisses Papier, auch wenns draufsteht.
    Bei der RGB Darstellung steht die Antwort schon im Namen.

    Als Gestaltungsmittel finde ich Tonungen oftmals als Unterstützung nützlich.

  • Ich denke, der Übergang ist fließend.

    Auch die Wahl des Papiers ist ja bereits eine künstlerische Entscheidung, die schon vom Neutralgrau wegführen kann.

    Ich z.B. habe früher gern mit Agfa Record Rapid gearbeitet, das den Bildern eine warme Farbtendenz verliehen hat.

    Mit PE-Papieren habe ich später versucht, einen ähnlichen Effekt durch Verwendung von Selen- oder Sepiatonern zu erzielen.

    Mit Blautonern habe ich experimentiert, um verwischten Langzeitaufnahmen von Gebirgsbächen einen Nachteffekt zu verleihen. Da ist der Übergang zum Farbbild fließend. Trotzdem war das alles Schwarzweißfotografie.

  • Monochrom heisst "einfarbig" und hat erst Mal nix mit schwarz/weiss zu tun.

    Da somit schwarz und weiß keine Farben sind ist streng genommen ein monochromes Bild

    eine Abbildung der jeweils einzelnen Spektralfarben rot, orange, gelb, grün, blau vilolett

    und indigo.

    Alle anderen farbigen Abbildungen sind Mischungen der Spektralfarben und somit nicht mehr monochrom.


    Anders ist es bei Mischungen aus schwarz und weiß = alle Grautöne. Sie sind demnach auch keine Farben,

    und eine schwarz-grau weiße Abbildung ist somit monochrom. Unser so geliebtes Schwarz-weiß Bild.

  • Ein schlichtes und ergreifendes grosses NEIN.
    Es gibt schon kein neutral rein weisses Papier, auch wenns draufsteht.
    Bei der RGB Darstellung steht die Antwort schon im Namen.

    Das wird dann als "kaltweiss" oder als "warmweiss" bezeichnet. Das NEIN passt da nicht zur Fotografenwirklichkeit. In deiner Auffassung hat es noch nie ein SW-Foto gegeben.

  • Rein sachlich stimmt das sicher so.
    Aber warum muss alles immer in Schubladen gesteckt werden, frage ich mich.
    Früher hießen die Dinge, die wir so gern machen, schlicht Fotografien.
    Das entspricht meiner schlichten Ansicht doch sehr weit.
    Ich kann mir gut vorstellen das der Begriff der Schwarzweiss Fotografie
    erst mit dem Aufkommen der Farbfotografie entstand.
    Weis ich aber nicht. Ist aber auch egal, wenn ein Bild funktioniert, fragt
    auch keiner nach bunt oder unbunt.

  • Falsch, du hast grad bewiesen das es kein monochromes Bild gibt. Der Threat ist somit durch.


    Gruss Sven.

  • Um noch eimal zu meinen Gedanken zur Tonung der Fördebilder zukommen.
    Ich war der Meinung das die "Farbgebung" der typischen SW Fotos der Landschaft
    irgendwie nicht gerecht wurde. Ich empfand die Bilder als zu kalt und irgendwie fremd.
    Ich sehe hier viele Brauntöne wie Sand, Tang, Holz, Schilf, Algen usw und eigendlich kein Grau,
    wenn man mal vom Wetter absieht ;) . So habe ich mich dann langsam an den Stand von
    jetzt rangetaastet. Selbst mit der Farbe der Passepartouts habe ich mic schwere getan
    als es aussieht. Aber ob das jetzt das Ende ist? Wer weiss schon wo mich der Frühling hintreibt,
    des halb auch das Abwarten bis zum Sommer wo dann die Entscheidung fällt.

  • Eigentlich ist ein Schwarzweißbild ja ziemlich bunt.


    Schwarz ist die Abwesenheit aller Farben, allen Lichts.


    Weiß ist dagegen die Summe aller Farben, die Quintessenz des ganzen Spektrums.


    So sind wir Wanderer, die die Höhen und Tiefen in einem Bild durchschreiten.

    Grüße aus dem Schwarzwald, Euer Jens


    instagram/mk: Black Forest Tintype

  • Schwarz ist die Abwesenheit aller Farben, allen Lichts.

    Rein logisch lässt sich über das Nichts bzw. Die Abwesenheit aller Farben als Farbe Schwarz gar nicht reden. Nur als Umschreibung geht das, und da kommt es auf das zugrundeliegende Verständnis an.


    Es kommt auf subtraktive oder additive Farbmischung an.


    Ein Maler - also ein Bildender Künstler wie Fotografen auch - ermischt sich sein Schwarz aus je individuellen Pigmenten in Bindemitteln, denen er Ruß oder Knochenasche zufügt, um die Farbe zu brechen, dunkel zu machen.


    Rembrandt hatte ein anderes Schwarz als die Franzosen als die Italiener als Dürer ...


    Wichtig ist den Malern die Potenz von Schwarz: welche Farben können aus dem Schwarz entstehen? Das ist dem Umstand geschuldet, dass Schwarz nie rein schwarz ist, wegen der Pigmente und dem Untergrund, und dass Schwarz andere Farben vernichten oder gebären kann.


    Hier, leider nur eine Kopie des Selbstbildnsises, hat Frans Hals ein Schwarz mit Grün, Blau und Zyan angemischt, um die Figur räumlich aus dem warmen Hintergrund (per Komplementärkontrast) heraustreten zu lassen.


    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f2/Hals_-_Self-Portrait_copy.jpg


    Quelle: Wikipedia


    Bei anderen Bildern hat er das Schwarz in warmen Tönen ermischt, um das Bild und die Person zu vereinheitlichen.


    Schwarz kann eine Farbe sein, keine Primärfarbe, aber doch eine ermischte Farbe.


    Die Frage, die sich mir stellt, in Abwandlung der Eingangsfrage:


    Muss ein monochromes Bild zwangsläufig einfarbig sein?

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