Kameraverstellungen - Herangehensweisen, persönliche und technische Lösungen

  • Oder, wir schauen mal was das 2nd Law so hergibt, wüst siehts ja erst mal aus.

    Hier wird also im Frontbereich geschaut, aber es gibt auch alte Bekannte - die Schärfeebene ist da, und die Lens Plane, wenn auch nur gestrichelt hier.

    Die Film Plane ist auch da, nur wurde sie der Übersichtlichkeit nicht eingezeichnet :)

    Ziehen wir die gedanklich mal runter, treffen wir wieder auf die gute alte Scheimpflug-Schnittpunktlinie (Line). Und dort auch auf die Objektivebene/Lens Plane und die Schärfeebene.

    Hinten bleibt also alles beim Alten..

    Neu ist die Focal Plane, welche in Distanz "f", also genau eine Brennweitenlänge entfernt, parallel zur Lens Plane verläuft, wobei sie sich mit der Schärfeebene in einem Punkt schneidet, der da nun Hinge Line heißt.

    Hinge heißt "Scharnier", und warum das Ding da so heißt, könnte man sich selbst erdenken; das klärt sich aber später auch noch auf.

    Wichtig ist erst mal nur, daß auch diese dubiose (Parallel-To-Film) Lens-Plane das Hingding kreuzt; somit ergibt sich nämlich vornerum eine vergleichbare Situation wie an der Rückstandarte:

    3 Ebenen, im Bild leider nur Linien, treffen sich in einem Punkt.

    Die Distanz "J" verläuft von optischer Achse bis zum Fußboden, darf aber auch erst mal ignoriert werden.

    Ich bin für ein paar Tage unterwegs, bring das hier aber zu Ende.

    Soviel vorab:

    - Man muß das nicht zwingend wissen, um scheimpflügen zu können; Grenzbereiche sind aber ohne das Wissen nicht immer bedienbar.

    - Ein großer Teil von Euch hat bereits, oder arbeitet grundsätzlich mit diesem "Hinge"-Prinzip, weiß es aber nicht.

    - Ein größerer Teil hat das 1st Law vermittelt bekommen, also nicht nur zu wenig , sondern zum Teil auch noch Mist :)

    - Die Geschehnisse und Auswirkungen des Fokussierens bei geneigter Optik werden ihrer unergründlichen Mystik beraubt, Offenbarungen treten zu Tage :mrgreen:

    Denkbare Hausaufgabe für die Zeit:

    Was genau passiert beim Fokussieren mit Tilt?

    ...

    Edited 3 times, last by becalm (January 23, 2024 at 1:28 AM).

  • unglaublich..... das hat ja wissenschaftliches Niveau....

    :)


    Nennt man tatsächlich Physik, Unterabteilung Optik.

    Manche saßen in der 8. Klasse begeistert vor der Fachkamera ohne Balg und ohne Verschluß, kurz optische Bank - Anderen mußt der Lehrer den Stoff förmlich einbleuen :mrgreen:

    Was hier und heute natürlich nicht Not tut.

    Aber die Frage nach den Auswirkungen des Fokussiervorganges wird doch wohl jemand beantworten wollen.

    ...

  • Zum Grundverständnis des Schärfenausgleich fand ich das Video hier ganz kurzweilig:

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  • Hier gibt es ein schönes animiertes gif, was die Zusammenhänge verdeutlicht: https://lensnotes.com/articles/princ…w-camera-focus/

    Da sind auch die Artikel von Merklinger im Original verlinkt.

    Nur ist der von Ritchie abgefragte Fall, dass mit der gekippten Vorderstandarte fokussiert wird, dort nicht gezeigt. Egal, sowieso sehr akademisch. Jeder hat sein eigenes Vorgehen, das er mehr oder weniger effektiv handhabt. Keep it simple.

  • gar nicht

    Fokussiert wird mit der hinteren Standarte. Die vordere Standarte rührt sich nicht weg nach Möglichkeit, denn ihr Ort bestimmt die Ansicht.

    Prinzipiell können für den Schärfeausgleich beide Stadarten (Objektivebene/Bildebene) verwendet werden.

    Durch die Verstellung der hinteren Standarte (Bildebene) ändert sich jedoch auch die Perspektive, was nicht immer gewünscht ist.

    Sofern die Perspektive erhalten bleiben soll, würde ich eher mit der Objektivebene arbeiten (vordere Standarte).

    Siehe Anhang.


    äh..., und mit Laufbodenkamera?

    Also ich kann an meiner Toyo-Field 45A beide Standarten nach oben/unten kippen, die Verstellwege sind aber gering.

    Zusätzlich kann ich aber noch den Laufboden selbst kippen (also die ganze Kamera) um in Kombination mit den Standarten noch mehr zu schwenken.

  • gar nicht

    Fokussiert wird mit der hinteren Standarte. Die vordere Standarte rührt sich nicht weg nach Möglichkeit, denn ihr Ort bestimmt die Ansicht.

    Ja schon, aber das war nicht Ritchies Frage... Ich habe die so verstanden, dass er fragt, was mit dem Fokussieren mit Tilt, also beides mit der Vorderstandarte, passiert. Und da ist es so, dass die schräg gestellte Schärfenebene einfach entlang der Tiefendimension bzw der optischen Achse verlagert wird.

    Vielleicht war die Frage ungenau - vielleicht kommt mancher ja nie und nimmer auf die Idee, vorne mit Tilt vorne zu fokussieren, was ich aber ab und zu tue, mit der Laufbodenkamera. Dort passiert dann aber das von mir Beschriebene, jedenfalls bei mir.

    Übrigens zeigt das Merklinger-Bild oben eine Laufbodenkamera - weshalb ich davon ausging, dass man da nur vorne fokussieren kann. Mit einer Sinar oder einer anderen Kamera auf der optischen Bank würde ich freilich auch eher hinten fokussieren, es sei denn, ich hätte gerne eine andere Perspektive.

    Und eine Verschiebung der Front um 1 cm zum Zwecke der Fokussierung ändert an der Perspektive auf eine weiträumige Landschaft auch nicht soooo viel, oder?

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