Vorschlag einer preiswerten Cambo Actus-Alternative von höherer Stabilität und Präzision im Selbstbau aus industriellen Bauteilen

  • Vorschlag einer preiswerten Cambo Actus-Alternative von höherer Stabilität und Präzision im Selbstbau aus industriellen Bauteilen

    Die Vorteile der Cambo Actus-mini sind bekannt, ebenso das Preisniveau, und Schwachstellen: Schwierigkeit der Nullpunkteinstellung bei Tilt und Swing, das Fehlen einer schnellen Nullpunktüberprüfungsmöglichkeit, fehlende Steifheit des Aufbaus und der Verstellmöglichkeiten. Bemerkbar besonders bei der Arbeit mit schweren Objektiven und beim Stitching, wo die fehlende Nullpunktarretierung immer wieder zu unfreiwilliger Verstellung und Unschärfen führt. Hier nun der Vorschlag einer relativ preisgünstigen Alternative höherer Stabilität.

    [Blocked Image: https://lh5.googleusercontent.com/vWBUf0ABrazHtqa2j-XSN_xm6O5FD4uCXWzCsvat9X4Kn-o0C3wbOQtfJsiKaknhfz74IexJ6P4EtragD3EroOcv1mRNyj9Rg7xetoNHIYVaOGy3GaSl8QNN6ALs3ON0r9vg_1qzraxbiUP0HwnGY6o]

    Schwere Version, ca. 2200 gr ohne Kamera und Objektiv

    Ausgehend von genannten Problemen sollte sich das Gerät industriell genutzter Komponenten hoher Stabilität und Präzision bedienen, die Materialdimensionierung für unbedingte Steifheit des Aufbaus sorgen, die Konstruktion schnelle Überprüfung der Nullpunktpositionen, also der Planparallelität von Rückteil und Objektivstandarte ermöglichen. Für die Montage durften außer einer notwendigen Ständerbohrmaschine, Schraubstock, Meßschieber, Schlosserwinkel, Reißnadel, Körner, Säge, Schlüsselfeilen, Zange, Gewindeschneidersatz sowie den üblichen Bohr- und Schraubmitteln und Staubsauger weder Drehbank noch Fräse oder anderes exotisches Werkzeug erforderlich sein.

    Die Teile: Da im photographischen Bereich außer sehr teuren Systemteilen der Großformatsysteme wie Arca nichts zu finden ist, suchte ich im Zubehör für optisch-physikalische Labore in Industrie und Forschung, stieß auf Positioniersysteme, sog. Positioniertische für X,Y und Z Achse (Einstellung von Linsen und Lasern etc.), die sehr kostspielig von deutschen Anbietern oder sehr günstig auf dem chinesischen Markt zu beschaffen sind. Für die vertikale und horizontale Verschiebung des kameratragenden Rückteils und die Focusverstellung des Vorderteils sind dies Lineartriebe mit Schwalbenschwanzführung und Verstellwegen von 25mm in beide Richtungen. Für Swing und Tilt des objektivtragenden Vorderteils sorgen kugelgelagerter Rotator und mikrometergetriebener Neiger mit plus/minus 15 Gradweg. Versuche führten zu Aluminiumprofilen, Winkeln und Flachstangen mit 5 und 10mm Stärke sowie Stahlplatten mit 3mm Stärke. Für die Halterung des Objektivs benutzte ich Nikon F zu Eos Adapter, die in ein 56mm durchmessendes Loch der vorderen Standarte einfügen lassen. Die drehbare Kamerahalterung läßt sich entweder aus einem 52mm- Nikon F Umkehrring, einem 52 mm Ausschnitt der hinteren Standarte und einem Konterring herstellen, den man am besten auf einer Drehmaschiene anfertigt. Oder aber - viel einfacher - man erstellt die Kamerahalterung aus dem drehbaren Rückteil des billigsten erhältlichen Shift- oder Tiltadapters (wegen der verschiedenen Bajonette stets angeschraubte Module), der mit Zungen und Schrauben gegen die Standarte geschraubt wird. Der Balgen wird aus dünnem Kunstlederscheiben mit 30 cm Durchmesser zusammengenäht, Neodym-Magnete mit 1mm Stärke klebt man innen auf und sichert durch aufgeklebte Stofftreifen. [Blocked Image: https://lh6.googleusercontent.com/bDzdvPcw_PgwUuphrdgBLZhFc0Pz27MwBOd8Q-oZRoB1HDvjPc0g_PM5vtxGabADU8UY38sKGmcN2Fc0e4t6j0P2v1tb9RRrQcXDDxDdTZaACReaCBwzsaTx5NS5cR3xUBekY-sYHI2EVLllxj60CPE]

    Leichte Version, ca. 1000 gr ohne Kamera und Objektiv

    Die Konstruktion:

    Grundlage ist eine 16 cm lange, 4 cm breite und 10mm starke Aluminium-Flachstange. An ihr werden Arca Swiss-Anschluß, Vorder- und Hinterteil montiert. Hinten wird ein Lineartrieb quer aufgesetzt, der für horizontale Verschiebung sorgt, vorn ein weiterer in Längsorientierung für die Focusverstellung. Deren absolute Rechtwinkligkeit zueinander muß mit dem Schlosserwinkel allseitig geprüft und fixiert werden. Bei dem schwereren Modell sorgt ein separat aufgeschraubter Winkel zwischen den Sockeln der Lineartriebe für erzwungene Rechtwinkligkeit. Hinten trägt ein aufgesetzter Winkel den Linieartrieb für die vertikale Shiftfunktion. Auch dieser muß exakt rechtwinklig zur Focusachse in vertikaler und horizontaler Orientierung versetzt werden, da sonst Verschiebungen aus der Planparalelität und Schärfeebne passieren. Wiederholtes Messen und gewissenhafte Verschraubung helfen. Im späteren Gebrauch empfiehlt sich regelmäßige Kontrolle, vor allem nach ruckelnden Auto- oder Fahradfahrten oder Stürzen. Unter Beachtung strengster Rechtwinkligkeit und Fluchtung ist auch die Standarte aus 3mm starkem Stahl (verwindungsfrei und magnetisch für die Balgenbefestigung) zu verschrauben, in der die drehbare Bajonettbefestigung eingesetzt ist (s.o.). Selbst bei Verwendung der teuren Variante, also des drehbaren Rückteils eines Billigshiftadapters, der in die 52mm Öffnung des Stahlblechs gesetzt wird, ist dies wesentlich preiswerter als der Kamerahalter von Cambo oder der Rotafoot von Arca. Die obere rechte Ecke der Standarte erfordert wegen der Griffwulste der meisten Kameras schrägen Abschnitt. In den beiden abgebildeten Versionen, die sich durch die Art der Lineartriebe unterscheiden, beträgt die Stärke von Kamerabajonettauflage bis Standartenbalgenseite 7mm (3 Platte, 5 Drehring), die vordere Montage erfordert 5mm entsprechend der Stärke des Bajonettadapters (s.o), der durch die 3mm Platte gesteckt wird. Da bei Fuji X zwischen Kamerabajonett und Nikon f Objektivbajonett ca. 29 mm Freiraum besteht, der Balgen etwa 3 mm erfordert, bleiben so 14mm für Neigen und Drehen.

    Das Vorderteil besteht aus einer Montageplatte, auf dem Focustrieb, die Verschraubung des Rotators mit versenkten Schraubenköpfen ermöglicht, bei der leichten Version drei dünnere Scheiben (Photo), inzwischen durch einen Alublock ersetzt. Dort besteht der Rotator aus einem mikormetergetriebenen Rotationstisch, bei der schweren Variante aus einem photoüblichen Panoramarotator. Bei der leichten Version ist auch ein erhöhender Alublock unter dem hinteren Winkel erforderlich. Bei beiden Versionen sitzt über dem Rotator der Neiger, der sich unterscheidet, aber in beiden Fällen 15 Grad nach vorn und hinten neigt. Ein Aluwinkel trägt die vordere Standarte. Als wichtigstes erscheint die Präzision der zahlreichen Bohrlöcher und nicht oft genug zu erwähnende rechtwinkelige und fluchtende Ausrichtung der Teile von unten nach oben, sowie deren sehr gründliche Schraubfixierung.

    Die Anwendung: Ich transportiere beide Versionen in Alukoffern mit Hartschaumausschnitt. Die Balgen werden herausgenommen. Bei Stativaufsetzung wird zunächst die Horizontalität gesichert, anschließend bei beiden Versionen der Fokustrieb nach vorn gefahren, zwischen vordere und hintere Standarte ein rechtwinkliges Profil oder Lineal so gehalten, daß die eine Längsseite horizontal an der hinteren Standarte anliegt, anschließend die vordere Standarte zurückgefahren bis zur Berührung, wobei leicht zu prüfen ist, ob eine ungewollte Schrägstellung vorliegt. Nach kräftigem Anziehen des Festestellers wird der Vorgang für den Neiger wiederholt, wobei das Lineal vertikal angelegt wird. So ist Planparalelität in der Nullstaellung sehr schnell und einfach zu prüfen und korrigieren.

    Ein Versuch zeigte daß dieses Verfahren wesentlich genauer ist als das Kamerakippen und Wasserwaageauflegen, das in englischsprachigen Foren für Cambo actus vorgeschlagen wurde: Ein Beispiel für Aps-c: Wenn der Sensor an einer Längsseite genau in der Schärfeebne liegt, am anderen Ende, also nach 27,3 mm, um 0,5 mm aus der Ebene ragt, beträgt nach 25mm Verschiebung oder ca 45 mm die Fehlpositionierung bereits etwa 1 mm, und bedeutet damit totale Unschärfe. Zum Vergleich: der Fokusweg eines 17mm Objektivs zwischen 1,5m und Unendlich beträgt weniger als 5 Zehntelmillimeter. Bei dem Versuch mit der Wasserwaage genauer als 1,27 Grad einzurichten und fixieren ist viel Erfolg zu wünschen, doch besteht wenig Erfolgsaussicht. In der Praxis bewährt sich die Methode des Linealanlegens zur planparallelen Nullpunkteinrichtung sehr gut nach Objektivwechsel oder Tilt-Verwendung.

    [Blocked Image: https://lh4.googleusercontent.com/-oQBzllGNsRuKMyWr6S--N6T3Km0ea2TCQEitOC-Z0AbYNaG4GypHU5LMiJOkOO8saKxTmF0UygYWjYHNxywZ1l5XvncKtWjuFMBaWgt5M2pDKCDCAYnc1y6fPibMNgXCFyZVvdK2S_deXdF48WEGHs]

    Coswig, Sachsen-Anhalt

    Die beiden Apparaturen werden mit Sony Alpha 7 Vollformat, Sony Alpha aps-c und vor allem mit Fuji X betrieben. Für meine beruflich bedingten Dokumentationen historischer Innenräume, vor allem frühneuzeitlicher Kirchenausstattungen und andere architekturphotograpische Aufgaben hat sich das ganze bewährt. Als Objektive kommen Shiftobjektive für Nikon (20mm (Laowa), 24mm (Samyang), 28mm, 35mm) die sehr geeigneten Tokina 17mm und 30-35mm (große Schärfe, großer Bildkreis!), 55 Macro und Zeiss 50mm (6x6) zum Einsatz. Beide Apparate funktionieren auf Reise-Gitzo mit Linhof-Kugelkopf und großem Monfrotto mit Neigekopf.

    Edited 2 times, last by AAR (December 9, 2023 at 3:51 PM).

  • Die Konstruktion sieht grundsätzlich interessant aus. Bleibt die Frage des Aufwands (ohne eigene mechanische Werkstatt) und eine realistische Kalkulation ...

    Poor man's Actus?

    Al é bun sciöch' al é ...

  • Das kostet großzügig kalkuliert im "Wiederholungsfall" höchstens unter 500 und nicht 1500 Euro, wackelt nicht und läßt sich für höchstens 100 Euro an jedes System anpassen. Oder präziser: Lineartriebe 3X 30-40 Euro, Rotator 30-70 Euro nach Wahl, Neiger ist am teuersten zwischen 70 und 120 Euro, Aluminiumteile im Zuschnitt ca 25 Euro, Adapterring 10-20 Euro, billigster Shiftadapter zum auseinandernehmen für Kamerahalterung, 90-120 euro (Aliexpress, wie die anderen Teile, sonst teurer), Kunstledersack 5-10 Euro, Magnetplättchen 10 Euro, Schrauben 6 Euro. Montiert wurde alles auf meinem Schreibtisch, der nun freilich eine neue Auflage braucht, ich selbst bin Historiker und kein Feinmechaniker und habe mir eine Uhrmacherdrehbank erst nach Fertigstellung der beiden Apparate zugelegt, da ich noch experimentiere... Metallbearbeitungskenntnisse beschränken sich auf das etwas zu übende exakte Anzeichnen und Bohren von Löchern. HIer helfen, kein Spaß, man macht sonst wirklich Fehler, einschlägige Youtube Videos. Also, wer Rodinal auf 1:50 verdünnen kann oder emofin-zweistufenschütteleien überstandt, oder altersschwache Großbildkameras gängig macht, bekommt das wohl hin.

  • Interessant. Konstruktiv bekommt man das, denke ich, hin.

    Die Herausforderung sehe ich eher in der Beschaffung der passenden Teile.

    Und man müsste sehen, wie man die Verletzungsgefahr mit Abrundungen reduzieren kann.

    Da sind mir deutlich zu viele scharfe Kanten und Ecken dran.

    LG, Klaus
    ___
    Langeweile? Was ist das?

  • Zur Beschaffung der passenden Teile: Lineartriebe, Rotatoren und Neiger unter dem Stichwort xyz-Achsen Positioniertisch Schwalbenschwanzführung bei Aliexpress auffindbar, meistens folgen Sonderangebote, wenn man diese Teile verscheidentlich aufruft. zuschnitt der Aluteile in einem der Onlineshops für Aluminiumprofile, Standarten Stahlplatten mit 52mm bzw 56mm Bohrung entsprechend in einem der Metallzuschnitonlineshops, Kunstleder und Schrauben gibt es bei amazon, Gewindeschneiderset für Akkubohrer, hat man nicht unbedingt, ebenfalls, geht aber auch ohne.

    zur Eckenundkantengefahr: Jede handelsübliche Metallfeile erlaubt es in wenigen Minuten Abhilfe zu schaffen, als letzter Arbeitsgang wäre das sinnvoll und für alle Kanten in 30 Minuten erledigt.

    Zum Thema Beschaffung (Links) oder Ausführung, Tücken, Fallen etc. kann man mich bei Interesse auch fragen. Beste Grüße und Dank für Kommentare und Aufrufe.

  • Ich finde die Idee deiner Cambo Actus Alternative sehr spannend und inspirierend. Ich bin schon länger am Überlegen, wie ich ich kostengünstig ( ich fotografiere nur aus Spaß und verdiene damit nix, daher müssen die Kosten im überschaubaren Rahmen bleiben) meine vorhandene ältere Arca Swiss M-Line mit einer digitalen Vollformat- oder Mittelformatkamera verheirate. Deine Kamera liefert mir weiteren Stoff zum Tüfteln.

    Danke für die Vorstellung und die Inspiration.

    Grüße uwe

  • Hier noch ein paar Links zu den Bauteilen bei Aliexpress, die hoffentlich noch eine Weile funktionieren. . Man findet sicher noch billigere Angebote. Das meiste sind baugleiche Kopien europäischer Produkte, die allerdings stets ein Null am Ende des Preises mehr haben. Ausgehend von den Links dürfte einiges zu finden sein, das zu eigenen Planungen anregen könnte. Viele Grüße, Danke für das Interesse!


    Lineartriebe:

    oder auch:

    Rotator:

    Neiger:

  • Letztendlich kann man nahezu alles selber bauen, fragt sich nur ob es sich bei allem lohnt?

    Bevor ich die Zeit investiere um die ganzen Sachen zu bestellen, das Material zu bearbeiten, montieren und was sonst noch dazu gehört investiere ich lieber in eine fertige Konstruktion.

    Versteht mich nicht falsch, ich baue sehr viele Sachen selber aber eine solche Konstruktion, nee.

    Meine Actus habe ich gebraucht erworben, das hält den Preis im Rahmen.

    Trotzdem sehr schöne Idee und danke das Du die Kamera hier vorstellst.

  • In Ergänzung und zur Erläuterung: Natürlich ist die Kosten-Nutzen-Aufwand-Rechnung anzustellen und in den meisten Fällen wird sie natürlich zu Gunsten des käuflichen Angebots ausfallen, was verständlich ist. Die Intention der vorgestellten Apparaturen war aber nicht das Einsparpotential - mit Versuchen, Irrtümern, Fehlplanungen und zu langsam wachsenden Fähigkeiten war das ganze wesentlich teurer also noch eine CA anzuschaffen. Eine solche ließ sich aber nicht modifizieren um a) erhöhte Steifigkeit und Einstellzuverlässigkeit und b) leichte geometrische Überprüfbarkeit der Nullppunkteinstellung zu garantieren. Wenn man in beruflicher Praxis mit mitteilsamen aber drängelndem Pfarrer oder gesprächsfreudiger Küsterin - und beide haben stets weniger Zeit als in der Email verabredet - versucht eine historische Kirchenausstattung photographisch zu dokumentieren, nach jedem Stativstandortwechsel aber bei schwerem Objektiv, und hier meine ich die oben genannten Shiftobjektive, mit einer Verstellung zumindest des vorderen Funktionsträgers rechnen muß, eine solche aber bauartbedingt nicht durch Anlegen eines Hilfsmittels überprüfen kann (vgl. oben Wasserwage versus Lineal-Methode) läßt einen das nach Lösungen suchen. Bei Arca, also F-Universalis für Sony e, wäre da der Rotafoot, der lächerlich teuer für die Einfachheit des Gegenstandes ist und eben auch keine geeignete "Anlegefläche-für-Planparallelitätsprüfung" bietet. Die geschilderten Probleme potenzieren sich noch, wenn man am Ende so einer Dokumentaion noch versucht hochauflösende Bilder der Haupansichten des jeweiligen Raumes aus 6 oder 9 Aufnahmen herzustellen. Die fehlende Cambo Actus-Stabilität und Verstellsteife läßt das nur gelegentlich per glücklichem Umstand zu.

    Daraus ergibt sich: Das Unwohlsein mit meinem Vorschlag ist zu verstehen, wenn man vor diesen Problemen nicht steht, den großen Aufwand sieht oder andere Lösungen wählen kann und mag. Das vorgestellte Projekt wurde aus sehr spezieller Situation und Motivation heraus entwickelt und verfolgt, sollte keinen Ersatz anbieten, wollte auch nicht zum Bastelgruppenbeitritt missionieren, sondern eine mögliche Alternative mit bestimmten Eigenschaften, wenigen Vorzügen und einigen Nachteilen vorstellen. Beste Grüße, Danke für das Interesse.

  • Daraus ergibt sich: Das Unwohlsein mit meinem Vorschlag ist zu verstehen, wenn man vor diesen Problemen nicht steht, den großen Aufwand sieht oder andere Lösungen wählen kann und mag. Das vorgestellte Projekt wurde aus sehr spezieller Situation und Motivation heraus entwickelt und verfolgt, sollte keinen Ersatz anbieten, wollte auch nicht zum Bastelgruppenbeitritt missionieren, sondern eine mögliche Alternative mit bestimmten Eigenschaften, wenigen Vorzügen und einigen Nachteilen vorstellen. Beste Grüße, Danke für das Interesse.

    Selbs wenn! Für eine gute Sache zu missioniren ist keine Schande.

    • Wilkommen
    • Klasse Arbeit :thumbup:
  • Die beiden Apparaturen werden mit Sony Alpha 7 Vollformat,

    Dann lieber ein Hasselblad Rückteil 907 (Dierk hier aus dem Forum fragen, der nutzt eine solche Kombination) - da kann man ein Weitwinkelobjektiv (Digaron) nehmen und muss nichts zusammennähen.

    Dazu kommt noch der Vorteil des Rückteils bei der Dynamik. Von dem einfachen Actus gibt es die Variante für Rückteile und da funktioniert es sehr gut. Als Ergänzung zum kleinen Actus sollte man die Basisneiger dazu kaufen.

    Ich denke, die Schwäche liegt hier nicht beim Gerät sondern in der Vorgehensweise.

  • Zur Beschaffung der passenden Teile: Lineartriebe, Rotatoren und Neiger unter dem Stichwort xyz-Achsen Positioniertisch Schwalbenschwanzführung bei Aliexpress auffindbar, meistens folgen Sonderangebote, wenn man diese Teile verscheidentlich aufruft. zuschnitt der Aluteile in einem der Onlineshops für Aluminiumprofile, Standarten Stahlplatten mit 52mm bzw 56mm Bohrung entsprechend in einem der Metallzuschnitonlineshops, Kunstleder und Schrauben gibt es bei amazon, Gewindeschneiderset für Akkubohrer, hat man nicht unbedingt, ebenfalls, geht aber auch ohne.

    zur Eckenundkantengefahr: Jede handelsübliche Metallfeile erlaubt es in wenigen Minuten Abhilfe zu schaffen, als letzter Arbeitsgang wäre das sinnvoll und für alle Kanten in 30 Minuten erledigt.

    Zum Thema Beschaffung (Links) oder Ausführung, Tücken, Fallen etc. kann man mich bei Interesse auch fragen. Beste Grüße und Dank für Kommentare und Aufrufe.

    Nur als Ergenzung;

    Alu Profile (auch ein dickeres Aluminium) lassen sich mit einem passenden Sägeblatt perfekt mit einer Holz Kappsäge schneiden. Das abfasen von den Kanten geht mit einer Holz Oberfräse (besser Tisch) und dem normalen Holzfräser genau so gut.

  • Dann lieber ein Hasselblad Rückteil 907 (Dierk hier aus dem Forum fragen, der nutzt eine solche Kombination) - da kann man ein Weitwinkelobjektiv (Digaron) nehmen und muss nichts zusammennähen.

    Dazu kommt noch der Vorteil des Rückteils bei der Dynamik. Von dem einfachen Actus gibt es die Variante für Rückteile und da funktioniert es sehr gut. Als Ergänzung zum kleinen Actus sollte man die Basisneiger dazu kaufen.

    Ich denke, die Schwäche liegt hier nicht beim Gerät sondern in der Vorgehensweise.

    ich bastel auch gerne --- aber hier hätte ich die Bedenken, dass ich jede Menge Teile beschaffe --- und es am Ende aber doch nicht so wird, wie ich es haben möchte.

    Mal ehrlich, wir geben so viel für unser schönes Hobby aus, da würde ich eine professionell hergestellte Actus einer Bastelei vorziehen. Dafür gibt es jede Menge Zubehör, meine Canon Frontstandarte habe ich für einen Bruchteil bei ebay gekauft.

    Ich habe meine Actus lange nicht mehr benutzt, da das 24mm Canon TS-E und das 15mm Laowa alles erlauben, was ich draußen machen möchte. Beide habe ich auch an der Actus benutzt, sie bieten natürlich beeindruckende Verstellmöglichkeiten wie andere Shiftobjektive auch, wenn es noch mehr sein soll dann halt ein Mittelformatobjektiv oder sogar ein Großbildobjektiv.

    Bei Stillleben und tabletop mache ich schon lange ich lieber focus stacking und habe damit die Schärfe voll im Griff.

    by the way: für meine Sinar P habe ich seinerzeit 600€ bezahlt. :)

    VG Dierk

  • Nun muß ich wohl doch ausführlich antworten: Ich betreibe das nicht als schönes Hobby sondern als Teil meines Berufs. Ich kenne Möglichkeiten und Probleme, da ich während Studien-, Doktoranden- und Habilitandenzeit mit verschiedenen Großformatsystemen meiner Institute (damals hatten die so etwas noch) architektonische und objektbezogene Dokumentationen und Reprographien anfertigte und damit Geld verdiente. Den digitalen Wandel bekam ich am größten Bilddokumentationszentrum für materielle Kultur mit. Für Lehre, Forschung und Publikationen photographiere ich selbst, da aktuelle Uniphotographen, wenn noch nicht eingespart, viel von Hida-Midas, Lida, Normdatenkonversion, Datenmigration und Bildbearbeitung verstehen, aber Scheimpflug für ein Landwirschaftsgerät halten. Außerdem mache ich es gern. Zu den Vorschlägen: Wie oben genau ausgeführt ist Cambo Actus mini nicht verstellfest genug für mein Tun, hab alles probiert, außerdem läßt sich nicht bei der Arbeit schnell und sicher die Planparallelität von Kamerasensor und Objektivebne, eben die Nullstellung überprüfen - deshalb meine Stahlstandarten und die Linealmethode, die funtkioniert schnell und sicher. Actus MV konnte ich nicht probieren, gibt es bei Calumet Berlin und Hannover nicht zum Ausleihen, "da Nachfrage fehlt." Auf jeden Fall nützten die hier empfohlenen Basisneiger der Stabilität nicht. Hinzu kommt bei diesem Rat, daß Actus MV mindest 4500.-, Diagoron 23mm mindestens 8500.- machen, dazu kommt ein Digitalrückteil, ..., nun mein Etat darf ich dafür nicht verwenden, die DFG setzt für geisteswissenschaftliche Photowünsche wesentlich niedrigere Standards an und privat müßte ich drei sehr erfolgreiche Steuerrückzahlungen erleben, oder, auf die Forschungsreisen verzichten, für die ich das Zeug brauche. Wenn Actus MV denn funktionieren würde, was ich wegen der Baugleichheit einiger Teile mit Actus klein für prüfungsnotwendig halte. Zum Vorschlag der Laowa-Shift oder TSE- Nutzung: Shiftobjektive nutzte ich, wie oben erläutert, in größerer Zahl und Varianz seit 35 und 28 Nikon um 1990, aber, trotz von Novoflex speziell für mich angepaßter Stativschellen (nicht selbst gebastelt, sondern teuer bezahlt) für die verschiedenen Objektive und Adapter ergeben sich bei Stitchingabläufen, die in engen Kirchenräumen beständig notwendig sind, aufgrund der sehr engen und mehrfach zu zu wiederholenden Fummeleien Verschiebungen der Achsen, die man erst später bemerkt - gebraucht wird eben ein fester Rahmen mit extrem stabilen und zehntelmillimer genauen Feintrieben, nicht so klein und elegant wie bei CA, die auch größere Verstellwege bieten, und die nun mehrfach erwähnte manuell-geometrische Planparallelitätskontrolle durch Lineal oder Winkel zwischen den beiden Standarten. Nun, wer bietet das? Am besten wohl Arca F Universalis, mit den zweibeinigen Standartenträgern, die wirklich stabil sind, aber, man muß Bügelbefestigung oder Rotafoot benutzten. Beides bringt wieder Unsicherheit und Unkonrollierbarkeit ins Spiel. Wenn ich aber für Arca F Universalis, die nur beschränkt Feintriebe bietet und auch Kunststoff verwendet, ein kameratragendes Rückteil bauen muß..., nun, so kam ich zum vorgestellten Apparat. Entschuldigung für Ausführlichkeit und lange Sätze, vielen Dank fürs Lesen, beste Grüße!

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