• Nein, aber ...

    An die VH kriegt man hinten alles das dran, was man auch an die RB67 drankriegt.

    Die 45FA ist wirklich eine exzellente Kamera. Eine vergrößerte VH, um genau zu sein. Die VH und ihre Vorgängerinnen waren zuerst da, nur so firmengeschichtlich angemerkt. Die VH kann als VHR auch als sehr solide, unkomplizierte und luxuriös ausgestattete Messsucherkamera benutzt werden. Viel einfacher als die Technika, genauso scharf wie die Fujica G690ff, und viel kompakter auch.

  • Ich hatte auch mal die Idee meine kleine Horseman HF ( Handy Field ) der Vorgänger der FA ohne umsteck Rückteil, gegen eine Linhof einzutauschen. Als ich dann die Linhof in Händen hielt und mit meiner Horseman HF verglich, wurde mir klar, mit der Linhof könnte ich zwar längere Objektive benutzen, aber sie war soviel schwerer und grösser, dass ich die Linhof wieder in die Hand des Verkäufers drückte und die Idee war gestorben. Denn die Horseman ist unter 2 Kg. und sehr zierlich nichts für Grobmotoriker mit Schaufeln sondern für zarte Hände wie meine;--))

    Aber für Architektur nehme ich zu 90% die Sinar F1, wenn ich etwas mit GF machen will!

    Früher oder später legt man sich sowieso noch eine Reserve Kamera zu und dann noch eine und jetzt habe ich nur noch wieder 5 GF Kameras hatte schon mal deren 6. 3x 4x5 und 2x 8x10. Zurzeit sind sie stark am verstauben, aber ich will noch auf keine verzichten, auch wenn Schatzi ab und an protestiert! Aber so ist das wenn man mal richtig gut Geld damit verdient hat, sammelt sich einiges an im Atelier, mit der Zeit.

    90% mache ich nur noch Digital mit 19/24mm Tilt/shift und Nikon D850. Vielleicht kippt es mal wieder und ich mache wieder mehr GF wenn das nicht die nächsten 3-4 Jahre geschieht verkaufe ich die Schätze!

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    Edited once, last by johnars (November 24, 2023 at 7:51 PM).

  • Fotografiere analog bis jetzt mit einer Mamiya RB sw (vergrößere selber) und Dia. Es ging mir beim Umstieg auf GF um die Verstellmöglichkeiten (bzw. in erster Linie das shiften) und um die bessere Auflösung. Drei mal das 6-7-Format. Deswegen interessieren mich keine MF-Kameras. Dann lieber, bei Bedarf, eine MF-Kassette dran machen. Was spricht gegen eine Horseman 45AF bis min. 90mm? 105 würde mir auch noch reichen. Habe auch eine Linhof IV gesehen. Wie ist die dagegen? bzw. der Unterschied zur V?

  • Die Linhof Technika IV und Die Horseman 45FA haben einige Gemeinsamkeiten. Das "technische" Rückteil, das bei der Horseman aber kein Drehrückteil ist, sodann der Zahnradshift vorne mit rundem Knopf. Aber die Technika hat 390mm Auszug sowie einen Messsucher. Außerdem ist die Technika massiver, stabiler als die zierliche Horseman.

    Dafür hat die Horseman 45FA oben eine Klappe, wie später die Master Technika. Das wäre für ein 90er sehr gut. Sodann kann die Horseman, wenn man am Laufbodenschlitten vorne unten einen Stift rausschraubt (unter dem Namensschild) bis zum Anschlag nach hinten fokussieren. Also 65mm auf ebene Platine. Und das, ohne dass der Laufboden vorne ins Bild ragt.

    Der Laufboden der Horseman ist aber kürzer. An "Normalbrennweiten" geht ein 180er noch bequem dran, bei einem 210 wäre ein "extended lensboard" gut für Makros. Will man längere Brennweiten, gäbe es da das ziemlich gute Fujinon T 300 und das Fujinon T 400. Beide passen sehr komfortabel an die Horseman und werden sicher gehalten.

    Dass die Technika einen Messssucher hat, kann von Vorteil sein, allerdings braucht man dann noch einen Durchsichtssucher und passende Einstellkurven, "cams" genannt. Andere montieren den Messsucher dummerweise ab, das reduziert den Wiederverkaufswert.

    Die Technika V hat an der Seite den Shifthebel zum Pumpen. Der ist bequem bei 90mm-Objektiven. Aber auch gewöhnungsbedürftig.

    Bei den alten Technikas ist fast alles einstellbar. Die Frontstandartenklemme, die Laufbodenstreben zum Aufklappen, die Rastung der Frontstandarte in der Nullposition, der Ruheschlitten im Gehäuse, usw. usf. - Das heißt auch: es kann und sollte regelmäßig alles durchjustiert werden. Mir lockerten sich am senkrechten Shift Befestigungsschrauben für die Zahnstange, wodurch der Shifthebel nicht mehr griff. Gleichzeitig lockerte sich die Nullraste. Beides konnte ich vor Ort aber wieder feststellen. Einer 50-60 Jahre alten Kamera sei es vergönnt.

    Der Balgenwechsel geht bei Technikas legendär einfach, aber man sollte dann doch einen guten Balgen bei custombellows bestellen, wenn man den wechseln will. Man kann durchaus Geld sparen, wenn man von vornherein weiß, dass man einen neuen Balgen will - dann kann man den Preis für die Kamera runterhandeln.

    Bei der Horseman habe ich auch mal den Balgen gewechselt. Vorne verschraubt, hinten verklebt. Man muss es wollen, dann klappt es.

    Die Horseman ist fortschrittlicher. Hier gibt es weniger Justierschrauben. Allerdings kann durchaus mal etwas verballert sein, die Front schief sitzen, Planparallelität - denkste. Aber das kommt selten vor. astrosmith bei Ebay ist ein seriöser Verkäufer, finde ich.

    Die Horseman bleibt bei Wanderungen bei mir auf dem Stativ. man muss sie nur aufklappen und ab geht die Post. Ich liebe sie, auf andere Art als die Technikas, von denen ich die IV udn die V habe, beides damals günstige Renovierungsprojekte.

    Beiden Kameras vertraue ich bedingungslos, beide lassen sich intuitiv bedienen. Beide Kameras sind gut, solange der Balgen dicht ist, die Standarten parallel, das Spiel leicht, das Glas sauber.

    Natürlich kann man auch Wistas und Toyos vertrauen. Oder den klassichen Holzkameras, oder, unglaublich praktikabel - und günstig: den Rittreck-View-Kameras. Es gäbe auch aufwändigere Modelle, wie die von Ebony, Canham usw. Hier ein Link: https://www.largeformatphotography.info/listcameras.html

    Mein persönlicher Traum - wenn mir bloß jemand all mein Sinarzeug abnähme, eine Norma, eine F2, viel Zubehör inkl Objektiven und Hinterlinsenverschluss, beides 4x5 und 13x18 ... - wäre die Toyo VX125. Warum, weiß ich eigentlich gar nicht, die Bilder werden nicht besser, weil irgendein Firmenname auf der Kamera steht. - Die ist aber sooooo teuer! Für das Geld bekäme man ja bereits eine Technikardan 45S. Auch ne tolle Sache, glaube ich ...

  • Zur Horseman findest Du hier was (auch im Vergleich zur Technika): https://ewaldvorberg.de/homepage/horseman-45fa/

    Toyo 45 und Wista 45 sindsicherlich ähnlich. Ich hatte vor/neben der Linhof eine Wista. Grundsätzlich sind alle Metallkameras Profigeräte, mit denen man sehr gut arbeiten kann.

    Bei Linhofs Technika gilt:

    Modell III: Andere Platinen als die aktuellen, eingeschränkte Bewegungen (kein vorwärts-Tilt an der Frontstandarte z.B.), oft mit Rückteil für die alten Blechkassetten.

    Modell IV: Aktuelle Platinen und Rückteile. Neue Frontstandarte.

    Modell V: Hat den Hebel für die Hochverstellung

    Modell Master: Klappe im Deckel. Das ist seit 1972 das aktuelle Modell.

    Parallel wird die Master 2/3000 angeboten, die hat keinen Entfernungsmesser, dafür aber einen zweiten Schlitten für die Weitwinkel.

    Die Technika IV ist durchaus praktikabel. Ich glaube die Master hat etwas größere Verstellwege. Ob man den Hebel für die Hochverschiebung der Frontstandarte mag ist etwas Ansichtssache. Er erleichtert schon das Handling, wenn der Schlitten ganz im Gehäuse ist. Aber ganz ehrlich lag mir der einfache Drehknauf mit Zahngetriebe an der Wista mehr, das war deutlich intuitiver.

    Auch zur Technika hier noch was: https://ewaldvorberg.de/homepage/linhof-technika/

    Und nach wie vor: Schau Dir mal an ob die Sinar F nicht doch eine Option ist. Die F1 wiegt 3,3 kg, eine Technika liegt bei ca. 2,6 kg. Das Packmaß der F ist auch etwas größer aber es gibt wie gesagt schöne Koffer. Oder hier als Inspiration: Transport Sinar F2

  • Der Balgenwechsel geht bei Technikas legendär einfach

    ... so "legendär", dass es eine zweiteilige Erklärung auf Youtube dazu gibt:

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    Bei der Wista 45 SP lässt sich der Balgen ohne Werkzeug wechseln (und z.B. gegen einen WW-Balgen wechseln). Der Ausbau dauert 30 Sekunden:

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  • Genau, die beiden Links zu Ewald Vorberg sind wirklich informativ. Fresse gerade das Weihnachtsgebäck meiner Kinder und freue mich über soviel Sachverstand.

    Es gibt noch einen Aspekt, der für mich sehr wichtig ist, weil ich mit beiden Kameras viel wandern gehe:

    Bei der Technika kriegt man ein Fujinon NW 5.6/135 mit 52mm Filterdurchmesser ins Gehäuse, zugeklappt. Das heißt, man kann dieses Objektiv beim Wandern in der Kamera lassen und muss es nicht in einem separaten Behältnis mitführen und bei Wind, Staub, Regen usw. einsetzen. Der Film dankt es, wegen des Staubes, die Linse dankt es, wegen der Feuchtigkeit, der Rücken dankt es, wegen des Gewichts. Alles geht schnell von der Hand. Dass die Technika 3,2kg wiegt, ist also sekundär gegenüber den Vorteilen der Konstruktion. Und das gilt auch für den Lichtschacht: der lässt eine Bildbeurteilung zu, weshalb man das Dunkeltuch zuhause lassen kann. Das wiegt, eines meiner Tücher wiegt 800g ...

    Die Horseman hat auch so einen Lichtschacht, und die Kamera ist rund ein Viertel leichter, u.a. weil die Konstruktion einfacher ist. Bei der Horseman 45FA ist aber bei 43mm Filtergewinde Schluss, weil der Laufbodenschlitten enger ist. Das heißt, ein G-Claron 9/150 kann im Gehäuse transprtiert werden, aber ein altes Fujinon W 5,6/135 mit 46er Gewinde nicht mehr. - Nun gibt es aber einen Trick: einfach dort, wo der Laufboden und das Objektiv aufeinandertreffen, mit einer halbrunden Feile zwei Ausparungen links und rechts einfelen. Flupp, klappt es auch mit einem 5,6/150 Sironar-N mit 49er Filtergewinde. Ich habe immer das Fujinon A 9/180 drauf, eines meiner schärfsten und gefälligsten Objektive, das zusammen mit einem sehr kleinen Fujinon NW 5.6/125 eine sehr nützliche Kombi bildet.

    Die Sinar F2 ist durchaus stabil. Und die Einstellhilfen sind wirklich sehr gut. Alles erklärt sich von selbst. Aber die Objektivplatinen laden weit aus, die Objektive ebenso, weil sie ja vor dem Hinterlinsenverschluss sitzem müssen, der Hinterlinsenverschluss ist sensibel und das Kabel sauteuer, die Mattscheibe ist sehr schwer, der Balgen sehr starr udn voluminös, weil quadratisch-kubisch, nicht konisch-zulaufend, und unten hat es das Shiftgestänge, das wegen der Bewegungsfreiheit einen größeren Stativbock benötigt, der ebenfalls wiegt und den Schwerpunkt nach oben setzt, was ein sehr schweres Stativ erforderlich macht, damit das Ganze nicht mehr wackelt.

    Die Horseman und die Linhof setze ich auch ein leichtes Gitzo GT2541T, das man auf 42cm zusammenklappen und transportieren kann. Für die Sinar F2 brauche ich ein 5er Gitzo, meistens als kurzes Studex mit Kurbeleinsatz, denn das Stativ zu verstellen mit eine so ausladenden Kamera: das ist durchaus auch mal anspruchsvoller. Aber auch diese Kombi benutze ich gerne. War sogar eine Zeit lang mit einer Norma wandern ...

  • Aber eines steht fest: jeder preist gerade nur das an, womit er seine besten Erfahrungen gemacht hat. Erfahrungen sind natürlich immer subjektiv. Und "die beste Kamera" gibt es bestimmt nicht. Also solltest Du irgendwo hin, wo es Kameras anzufassen ginbt, so wie die Tanten im Park bei Tom immer Bäume berühren, Bäume spüren, "Touché": http://www.anders-blog.de/wp-content/upl…%C3%A9-baum.gif ...

  • Hallo Forum,

    bin neu hier und habe eine Frage: möchte hauptsächlich Architektur 4x5 outdoor fotografieren,

    d.h. aber auch keine ewiglangen Wandertouren machen. Also Gewicht ist nicht (nur) das Entscheidende.
    Ich habe gute Angebote von einer sinar f2, p1 und einer Kardan Standard. Möchte hauptsächlich
    150/90/65mm nutzen. Ich tendiere zur f2. Was denkt ihr?

    Nimm die F2.

    Die kann alles was du willst und brauchst.

  • Mein persönlicher Traum - wenn mir bloß jemand all mein Sinarzeug abnähme

    Ach, es ist ein wirkliches Drama . . 8o

    Also, ich kann mich von meinem SINAR Trödel irgendwie auch nicht trennen. Ich sag Dir auch warum:

    Mal finde ich die SINAR F2 großartig, weil eben nicht so viel zu schleppen ist, und sie dennoch sehr präzise ist.
    dann mal ein Stillleben, hier begeistert mich die P2, eine feinmechanische Preziose sondergleichen,
    das macht einfach unfassbar Freude, an der rumzufummeln und auf der Mattscheibe zu sehen, wie sich der Schärfeverlauf verändert.
    (Geht mich anderen Kameras auch, - ich weiß schon . . . )

    Ein anderes Mal gibt es Momente, da bin ich mit der Technika unfassbar zufrieden, weil sie so wie "aus dem vollem gefräst" auf mich wirkt.
    Zusammenklappen, in den Rucksack, quack - los gehts - sagenhaft!

    Für mich ist es ein wirklicher Luxus, zwischen den verschiedenen Kamera Interpretationen wählen zu dürfen.
    Dafür bin ich so manches Mal nicht in Urlaub gefahren - ja ich bin ein Sammler - hab Schrottautos aufgefahren,
    mir war die Vielzahl an großartigen Kameras, mit denen ich beruflich gearbeitet hatte, mein Eigen nennen zu können ein Bedürfnis.

    Ein anderer klebt sich ein Spoiler auf die Karre oder kauft sich Markenklamotten - bei mir sind ein die Meilensteine
    des analogen Kamerabaus. Sich von nur einer einzigen Kamera trennen zu wollen / müssen wäre für mich unvorstellbar.

    Von Objektiven mag ich garnicht erst schreiben . . .

    Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.

    Edited once, last by der-photofreund (November 24, 2023 at 7:51 PM).

  • wow, super Beispiel..tolles Foto auch.

    47 mm is schon ne Ansage, war das an ner 4x5? ( wären also 15mm KB equivalent).

    ich war mit 20mm equiv meist schon zufrieden, is auch schon weit..aber klar, je weiter, desto schwieriger da noch viel einzustellen, weil je weiter der Blickwinkel, desto mehr verzieht sich dann auch die allgemeine Optik auf der Filmebene.

    Ja das war an 4x5 mit sogar leichtem hochshift ca.7mm ohne Filter, habe rechts ca. knapp ein cm weggeschnitten, wegen dieser Sch... weissen Lampe, die stark verschmutzt war inwendig.

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  • Vielleicht denkt er sich etwas wie ich über so einen klassischen Forumsfaden, der schnell in unendlich viele Richtungen aus dem Ruder läuft. Wir könnten alle die gleiche Kamera wie Norman nehmen und nicht solche Aufnahmen machen.

    Es wurde schon alles gesagt, aber nicht von jedem, also auch meine 2 Cents. Ich kann zu den Verstellmöglichkeiten nichts sagen. Zum Einstieg würde ich aber preislich eher maßvoll vorgehen. Hier ein Angebot, dass unter 400 EUR liegt. https://oneofmanycameras.com/collections/us…-l45-4x5-camera . Keine Kleinanzeigen, sondern ein guter Händler.

    Gut Licht!

    Frank

  • Ob Norman überhaupt Linhof- oder Sinar-Kameras kennt?

    Es wurde schon alles gesagt, aber nicht von jedem, also auch meine 2 Cents. Ich kann zu den Verstellmöglichkeiten nichts sagen. Zum Einstieg würde ich aber preislich eher maßvoll vorgehen. Hier ein Angebot, dass unter 400 EUR liegt. https://oneofmanycameras.com/collections/us…-l45-4x5-camera . Keine Kleinanzeigen, sondern ein guter Händler.

    https://www.largeformatphotography.info/mono-field.html - die Horseman L unterwegs, eine Studie. Übrigens Sinar-kompatibel.

    https://apotessar.gitlab.io/leitfaden-fuer…rmat-4-x-5.html, der beschreibt Kameras auch sehr räsonabel.

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