Umbau Flachbettscanner

  • Nachdem ich meinen Reflecta MF5000 geschrottet habe -und ich sowieso nie richtig zufrieden mit ihm war: Banden, Flecken, schlechte Filmhalter- habe ich mir jetzt einen Epson V850 gekauft. Der wird seit Jahren gebaut, ist technisch ausgereift und scheint ab Mittelformat aufwärts annehmbare Ergebnisse zu liefern. Ich hatte mal den 4990er, der war auch ganz ok.

    Ein limitierender Faktor bez. der Auflösung bei Flachbettscannern ist die Glasscheibe. Meine Idee: die Glasscheibe des Scanners ausbauen und stattdessen Deckel mit Ausschnitten für die verschiedenen Filmformate einsetzen. Hat jemand von so einem DIY-Projekt mal gehört?

    “I photograph to see what the world looks like in photographs.”

    Gary Winogrand

  • Das Problem ist, dass die Glasscheibe nicht in der Fokusebene für die bessere Auflösung liegt. Die liegt um einige Millimeter drüber, wo genau, muss bei jedem einzelnen Gerät ausprobiert werden. Ich denke auch, dass die Glasscheibe das optische Ergebnis gar nicht wesentlich verschlechtert, dass sich das lohnt.

    Grüße aus Köln

    Gerhard

  • Das Problem ist, dass die Glasscheibe nicht in der Fokusebene für die bessere Auflösung liegt. Die liegt um einige Millimeter drüber, wo genau, muss bei jedem einzelnen Gerät ausprobiert werden. Ich denke auch, dass die Glasscheibe das optische Ergebnis gar nicht wesentlich verschlechtert, dass sich das lohnt.

    Grüße aus Köln

    Gerhard

    Hallo Gerhard,

    ja, die Masken müssten natürlich in der Höhe angepasst werden, das ist richtig.

    Wie groß der Effekt der Glasscheibe tatsächlich ist, weiß ich leider nicht. Aber vielleicht hat ja jemand so etwas schon einmal versucht, deshalb meine Frage.

    Danke Dir!

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    Gary Winogrand

  • Steile These (als Fakt formuliert!). Kannst Du irgendeinen Beleg oder irgendeine Quelle dafür nennen?

    Bei diesen Gläasern handelt es sich ja (in der Regel) um optisches Glas.

    Übrigens genauso wie bei Gläsern für die Bildbühne eines Vergrößerers.

    Hallo Lutz,

    besonders steil ist die These nicht. Das Licht dringt durch eine Glasscheibe und wird 2x an den Grenzflächen zu einem kleinen Teil reflektiert und gestreut. Quelle: Physikbücher. Wie stark diese Effekte allerdings zur Unschärfe beitragen, ist die Frage, die vielleicht schon einmal jemand durch Selbstversuch beantworten konnte.

    Danke Dir, Kay

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    Gary Winogrand

  • Tatsächlich bin ich bei der Suche nach einem Ersatzglas für mein beschädigtes Glas des 4990 auf folgenden Thread im Nachbarforum gestoßen:

    https://aphog.com/forum/index.ph…g-mit-dem-glas/

    Ah, prima, vielen Dank! Das habe ich gesucht.

    Nachtrag: Hmm, die Ergebnisse sind nicht so überzeugend. Außerdem setzt er auch wieder eine Glasscheibe ein.

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    Gary Winogrand

  • Ich *meine* ich hätte dazu irgendwo schon vor Jahren was gelesen, da ich den gleichen Gedanken hatte. Und ich *meine* dass es sogar jemand probiert hätte mit einem kaum wahrnehmbaren Unterschied. Leider ist das nur Halbwissen aus den Wirren meines Gedächtnisses.

    Der limitierende Faktor scheint tatsächlich die Linse im Epson zu sein. Bzw. die beiden Linsen denn, wenn ich mich recht erinnere (schon wieder das Problem mit diesem Gedächtnis), dann wird eine andere Linse benutzt für den Scan über die gesamte Fläche als beim Scan über die schmalere Fläche wo die Halter sitzen. Bei der gesamten Fläche liegt dann der Fokusbereich tatsächlich auf der Glasoberseite, während er bei den Halter-Scans ja etwas darüber liegt. Ich erinnere mich noch, dass diese Info garnicht so offensichtlich zu finden war.

    Was laut diversen Foren definitiv die Qualität verschlechtert sind die Filmhalter mit Glas. Da ist zwar die Planlage insgesamt besser, aber die Schärfe lässt insgesamt sichtbar nach.

    Um den besten Fokuspunkt zu finden hatte ich mir ein Lineal am Nullpunkt abgesägt und dieses dann am 10cm-Punkt auf eine 2 oder 3mm hohe Auflage gesetzt. So konnte man bei einem Scan den schärfsten mm-Strich raussuchen und somit die ideale Höhe für die Filmhalter ermitteln.

    Ich würde wirklich gerne mal einen Direktvergleich einer gut aufgelösten Glasplatte zwischen einem Cezanne Screen und den aktuellen Epsons sehen. Für ein Archiv habe ich hunderte historische Glasplatten auf einem V750 gescannt und die Qualität war wirklich gut. Es gab sicher ein paar Platten aus denen ein High-End-Gerät noch etwas mehr hätte herauskitzeln können, aber das waren die wenigsten.

  • Animaux, ich danke Dir.

    Habe den Scanner heute bekommen, die Glashalter kann man tatsächlich direkt wegwerfen. Ich habe mir zusätzlich noch einen glaslosen Halter vom 750er bestellt. Der hat zwar nicht das Staub- und das Einpassproblem der neueren Halter, dafür hängen die MF-Negative durch. Die Schärfe -wenn das Negativ stabil bleibt- ist ok, aber im Vergleich zu einem richtigen Filmscanner schlechter. Den Ausbau der Glasplatte habe ich erstmal verworfen.

    Ich lasse mir bei blechking.de eine eigene Maske schneidern, sobald sie da ist und getestet wurde, gebe ich Meldung.

    Bis dann, Kay

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    Gary Winogrand

  • Ich habe sowohl den Epson Fluid-Mount und den Betterscanning Holder. Beide sind M.E. gleichwertig, beim FM kann die Fokuskalibrierung durch eigene Unterlegscheiben (bei mir abgelaufene Kreditkartenzuschnitte) leicht durchgeführt werden.

    Eine Nassmontage ist bei beiden Filmhalter kein Muss. Ich lege die Filmschicht aufs Glas und decke mit (echtem feingeschliffenen) AN-Glas oben ab. Planlage perfekt ...

    Schon öfter hier gesagt: Kritisch sind nur die (Anzahl der) Glasflächen zwischen Filmschicht und Sensor, nicht was zwischen Lichtquelle und Film darüber liegt. Deshalb kann ich das Auswechseln des Grundglases beim Epson nicht nachvollziehen. Was soll das nützen? Besser wäre das Weglassen des Grundglases, wenn der Filmholder schon selbst ein Grundglas (Auflageglas) besitzt. Aber dann hängen die Filmholder "in der Luft", so gehts also nicht.

  • Was laut diversen Foren definitiv die Qualität verschlechtert sind die Filmhalter mit Glas. Da ist zwar die Planlage insgesamt besser, aber die Schärfe lässt insgesamt sichtbar nach.

    Auch das kann ich nicht bestätigen, ich habe beide Glaslos- und Glas-Halter. Es ist übrigens kein Glas. sondern Kunststoff mit AntiNewton-Schicht unten und liegt über dem Film. Wie schon oben gesagt, alles was über der Filmschicht liegt, ist für Schärfe und Lichtstreuung irrelevant.

    Manche Leute haben ein Problem mit Staub bei der Filmontage, hört man immer wieder "verzweifelt". Ich selbst habe das nicht! Mal eine Vermutung und ein Tip von mir: wenn es ein elektrostatisch ungünstiges Arbeitsfeld gibt, zb. Plastik-Arbeits- und/oder -Fussboden, auch "freundliches" Sonnenlicht ist tödlich, dann sollte man die Filmhalter bei der Filmmontage elektrostatisch erden, zb. beim Filmeinlegen ein Elektrokabel vom Filmhalter zum Heizungsrohr oder Steckdosen-Erdleiter (gelb!) verbinden.

  • Ich habe sowohl den Epson Fluid-Mount und den Betterscanning Holder. Beide sind M.E. gleichwertig, beim FM kann die Fokuskalibrierung durch eigene Unterlegscheiben (bei mir abgelaufene Kreditkartenzuschnitte) leicht durchgeführt werden.

    Eine Nassmontage ist bei beiden Filmhalter kein Muss. Ich lege die Filmschicht aufs Glas und decke mit (echtem feingeschliffenen) AN-Glas oben ab. Planlage perfekt ...

    Schon öfter hier gesagt: Kritisch sind nur die (Anzahl der) Glasflächen zwischen Filmschicht und Sensor, nicht was zwischen Lichtquelle und Film darüber liegt. Deshalb kann ich das Auswechseln des Grundglases beim Epson nicht nachvollziehen. Was soll das nützen? Besser wäre das Weglassen des Grundglases, wenn der Filmholder schon selbst ein Grundglas (Auflageglas) besitzt. Aber dann hängen die Filmholder "in der Luft", so gehts also nicht.

    Aber das Grundglas liegt doch zwischen Film und Sensor? Egal, ich habe von der Idee Abstand genommen und kümmere mich lieber um richtige Filmhalter.

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    Gary Winogrand

  • Aber das Grundglas liegt doch zwischen Film und Sensor? Egal, ich habe von der Idee Abstand genommen und kümmere mich lieber um richtige Filmhalter.

    Technisch bräuchte man beim Format-Filmhalter kein Gehäuse-Grundglas mehr. Aber dann hätte man ein offenes Gehäuse frei für Staub und Dreck ...

    Ich glaube nicht dass ein einzelnes "Deck"Grundglas merkbar die Scanqualität verschlechtert. Dahinter gibt es ja innen noch den Umlenkspiegel und die eigentliche Optik mit vielen Glasflächen auf dem Weg zum Sensor.

  • Es ist mE ein Mythos, dass ein richtiger Filmscanner wesentlich bessere Auflösungen erreicht. Ein Hasselblad Scanner zB hat mit wachsendem Filmformat eine sinkende Auflösung. Ich meine, bei KB wären es rund 6.300 ppi, bei 6x6 um die 3.000 und bei 4x5 ca. 2.000 ppi, nagelt mich nicht auf die genauen Werte fest.

    Das ist aber absolut überragend und reicht eigentlich immer aus. Der Epson hat bei KB eine schlechte Qualität, bei 6x6 ist es schon gut und bei GF kann er qualitativ mithalten.

    Ich habe selbst ja einen Topaz 2 und habe ein 4x5 mit ca. 2.000 ppi eingescannt und auf 1,5 x 1,2m ausbelichten lassen. Super!

    Was sicherlich wichtig ist, der vom Scanner leistbare Dichteumfang ist durchaus verschieden. Da können Nikon, Hasselblad und auch die Linotype Scanner wesentlich mehr als man so gemeinhin denkt.

    Und Staub ist ein sensibles Thema: Sowohl die glaslosen Halter als auch die mit Glas ziehen den Staub an wie verrückt, egal welcher Scanner. Mein Topaz leider auch... Und da habe ich gar keine Halter, ich lege die Filme einfach aufs Glastablett auf, bei KB auch in nass, weil die rollen sich. MF und GF kann man einfach drauf legen, der Autofokus funktioniert perfekt.

    Grüße aus Köln

    Gerhard

  • Ich habe mal Vergleichsscans von einem 8x10-Negativ auf einem Epson V750 und einem Tango machen lassen. Der Unterschied ist deutlich. Sehr deutlich. Und dieser Unterschied erleichtert die Postproduction erheblich, v.a. wenn es darum geht, Bildpartien möglichst konturgenau auszuschneiden und getrennt voneinander bearbeiten zu können.

    Es gibt keine Lösung, weil es kein Problem gibt.

  • Ich habe mal Vergleichsscans von einem 8x10-Negativ auf einem Epson V750 und einem Tango machen lassen. Der Unterschied ist deutlich. Sehr deutlich. Und dieser Unterschied erleichtert die Postproduction erheblich, v.a. wenn es darum geht, Bildpartien möglichst konturgenau auszuschneiden und getrennt voneinander bearbeiten zu können.

    Nicht, dass ich jetzt auf die Idee kommen würde, mir einen Trommelscanner zu besorgen oder davon überzeugt werden müsste, dass Trommelscans besser sind, aber könntest Du vergleichende Ausschnitte hier hochladen?

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    Gary Winogrand

    Edited once, last by Kayak (January 30, 2024 at 8:54 PM).

  • Einen Tango-Scan-Ausschnitt könnte ich posten. Den V750-Scan müsste ich erst irgendwo anfertigen lassen. Ich hatte mich damals nach meinem Scantest ja für die (sehr teuren) Tango-Scans entschieden und den V750-Scan irgendwann gelöscht. Ich höre mich mal um, ob ich das Negativ noch einmal irgendwo mit einem V750 scannen lassen kann.

    Ich melde mich wieder, wenn ich mehr weiß.

    Es gibt keine Lösung, weil es kein Problem gibt.

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