Vergrößerung bei Edeldruckverfahren

  • Hallo,

    da ich beim Recherchieren dazu nichts finde, stelle ich die Frage mal hier:

    Kommt der Einsatz eines Vergrößerers grundlegend nur für Fotopaiere infrage und sind Edeldruckverfahren (i.S.v. Albumin, Salzdruck, Cyanotypie etc. also alles ohne das "typische" Fotopapier") nur für Kontaktabzüge geeignet? :/

    Wenn dem so ist, besteht beim Abzüge machen die einzige Möglichkeit das 1:1 Größenverhältniss Negativ-Positiv zu ändern in einen Digitaliserungszwischenschritt (mit Vergrößern, auf Folie drucken und dann per Kontaktkopie die Folie ausbelichten)?

    Thx, Johannes

  • 10 Minuten Belichtungszeit für eine Postkartengröße, das ist realistisch.

    Es gibt Leute die behaupten das sie 20x30 in ein paar Minuten belichten, solange ich das nicht mit meinen eigenen Augen gesehen habe ist das für mich Humbug

    10 Minuten bei 10x15cm, das heißt das ich bei doppelten Größe bei der vierfachen Zeit lande.

    Also 40 Minuten für 15x20cm

    Die Licht Intensität nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab.

    Bei 20x30 sind wir dann bei 160 Minuten usw.

    Da drucke ich doch lieber ein großes Negativ aus oder fertige ein Internegativ an.

    Die Eisensalze sind einfach nicht empfindlich genug, ich habe Versuche gemacht indem ich einen Kondensor aus Quarzglas verwendet habe und einen Dreilinser der UV bis 340nm durchlässt und trotzdem lande ich auch bei vergleichbaren Zeiten. Bei offener Blende, das sollte nicht unerwähnt bleiben.

    Wie es mit den anderen Edeldruckverfahren ist weiß ich nicht.

    Die Chemie mit der man Gelatine lichtempfindlich machen kann, für Gummidrucke, ist deutlich empfindlicher, meiner Erfahrung nach. Im Kontakt waren die Bilder nach ein paar Sekunden belichtet.

    Das Verfahren könnte man vielleicht eher mit einem Vergrößerer probieren:

    Home

    Es ist aber nachfolgend sehr zeitintensiv in der Verarbeitung.

    Inzwischen haben sich weltweit schon sehr viele daran versucht diese Drucktechniken mit einem Vergrößerer zu realisieren. Meines Wissens ist noch keinem geglückt etwas Brauchbares damit zuwege zu bringen.

    Ich denke also das die Kontaktkopie immer noch das Optimum ist.

    Ohne eine Hochdruck UV Lampe wird das nichts werden und die brennt das Negativ weg.

  • 10 Minuten bei 10x15cm, das heißt das ich bei doppelten Größe bei der vierfachen Zeit lande.

    Also 40 Minuten für 15x20cm

    Die Licht Intensität nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab.

    Bei 20x30 sind wir dann bei 160 Minuten usw.

    Nö.

    Die doppelte Größe ist nicht zu verwechseln mit einer Vergrößerung um Faktor 2 (vierfache Fläche).

    Die zweifache Vergrößerung von 10x15 ist 20x30 und ergibt die vierfache Belichtungszeit.

  • Nö.

    Die doppelte Größe ist nicht zu verwechseln mit einer Vergrößerung um Faktor 2 (vierfache Fläche).

    Die zweifache Vergrößerung von 10x15 ist 20x30 und ergibt die vierfache Belichtungszeit.

    Es geht um den Abstand zwischen Negativ und Papier, wenn der sich verdoppelt vervierfacht sich die Belichtungszeit.

    Von 10x15 nach 15x20 ist es kein doppelter Abstand sondern er vergrößert sich um 1,41x und damit die Belichtungszeit verdoppelt.

    So ist es wohl richtig, mein Fehler, sorry.

    Das die Belichtungszeiten sich exponentiell verlängern ist wohl der übel eine Tatsache.

  • Der Vergrößerer kann eingesetzt werden um ein Internegativ oder - positiv herzustellen durch ausbelichtung auf entsprechendem Film. Oder bei Anwendung des Bromöldrucks . Allein das Bromölverfahren erfordert die Ausbelichtung auf Bromölpapier und ist meines Wissens das einzige sogenannte Edeldruckverfahren welches keine Kontaktkopie benötigt.

    Grüße Klaus

  • Also quadratisch ist nun mal schon eine Exponentialfunktion, der Exponent ist 2.

    Wenn man die Fläche ausleuchten kann, dann wäre ja auch eine größere Lichtstärke denkbar. Im Studio regelt man auch das Licht hoch, wenn Entfernungen oder andere Gründe das erfordern. Ist das bei dem hiesigen Gedankenexperiment denkbar?

    Grüße aus Köln

    Gerhard

  • Also quadratisch ist nun mal schon eine Exponentialfunktion, der Exponent ist 2.

    NEIN!

    Muss ich jetzt wirklich den Mathematiker raushängen lassen? Bei einer Potenzfunktion ist die Variable die Basis und der Exponent konstant, bei einer Exponentialfunktion steht die Variable im Exponenten und die Basis ist konstant. Das war ja gerade das Gemeine bei der Verbreitung von Corona (gilt übrigens auch für die berüchtigte Kettenreaktion).

    Sorry wegen (Schmerzens)geschrei.

    Al é bun sciöch' al é ...

  • Hey, freut mich das es zu so lebhaften Debatten kommt :)

    Um das bisherige nicht-mathematische zusammenzufassen:

    Cyanotypie: Ja geht (Animaux, Varg)

    Gummidruck: geht theoretisch, in der Praxis aber bisher nichts wahres (Varg)

    Bromöldruck: Ja geht (Velviafan)

  • NEIN!

    Muss ich jetzt wirklich den Mathematiker raushängen lassen? Bei einer Potenzfunktion ist die Variable die Basis und der Exponent konstant, bei einer Exponentialfunktion steht die Variable im Exponenten und die Basis ist konstant. Das war ja gerade das Gemeine bei der Verbreitung von Corona (gilt übrigens auch für die berüchtigte Kettenreaktion).

    Sorry wegen (Schmerzens)geschrei.

    Danke für die Erklärung, das leuchtet ein. Wenn man es weiß ist es nicht wirklich schwierig. Wir lernen gerne etwas dazu, oder ich zumindest.

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