Verschluss wechseln bei Schneider Super Symmar 110 XL


  • ich würde gerne bei einem Super Symmar 110mm XL 5.6 den Copal 1 Verschluss wechseln. Normal vermutlich kein Problem, ich wurde aber durch folgenden Text aus dem Prospekt verunsichert:


    "1. Das im Werk beim Einbau in den Verschluß mit hohem Aufwand justierte Objektiv sollte nicht unnötigerweise auseinandergeschraubt werden, um den sehr
    präzise einzuhaltenden Abstand zwischen
    Vorder- und Hinterglied nicht zu verändern
    und um eine Verkantung bei unsachgemäßem Zusammenschrauben zu verhindern.
    2. Wenn aus irgendeinem Grund der Verschluß gewechselt werden muß, darf dies
    nur im Werk erfolgen, weil die verschlußbedingten Toleranzen durch eine neue exakte Justage eliminiert werden müssen.
    Denn wie ein auf Höchstleistung gezüchteter Formel-1-Bolide empfindlicher auf
    „Sand im Getriebe“ reagiert als ein Traktor,
    reagiert das Super-Symmar XL Aspheric
    empfindlicher als ein einfacher aufgebautes Objektv auf mangelhafte Abstimmung
    beim Einbau in den Verschluß."

    Mir ist nicht ganz klar, was unter "1." gemeint ist: Ich muss doch bei diesem Objektiv ohne Probleme das Lens Board wie bei jedem anderen GF Objektiv tauschen können, oder?

    Zu "2.": Was bedeutet das konkret: Kann ich nicht einfach gegen einen neuen Copal 1 tauschen? Sind die Toleranzen bei den Verschlüssen wirklich so groß? Was wird da justiert? Und wenn man das zuhause nicht machen kann: Bietet das Schneider oder irgendjemand noch an?

    Vielen Dank vorab.

  • Vielen Dank, Varg! Das ist sehr hilfreich.

    Dann werde ich auf jeden Fall die Finger vom Frontlinsenelement und Verschluss lassen. Grundsätzlich funktioniert der Verschluss einwandfrei, nur die T Funktion verhält sich wie die B Funktion. Ist für die normale Nutzung unerheblich. Ich hätte nur einen neuen Copal 1 vorhanden und es wäre dann ggf. einfach gewesen diesen Mini-Makel zu beseitigen. Interessanterweise habe ich noch einen Copal mit diesem „Fehler“…

    An den Austausch des Lensboards wage ich mich. Trotzdem wäre eine Reinigung, Prüfung und ggf. Adjustierung bei Schneider sicherlich eine gute Idee. Wenn sie das noch machen…

  • In Kreuznach ist man seit fast 10 Jahren raus aus dem Schneider (der musste jetzt sein) - sowohl was die Produktion als auch den Service angeht:

    Service

    Grundsätzlich funktioniert der Verschluss einwandfrei, nur die T Funktion verhält sich wie die B Funktion.

    Einfach mal bei Greiner anfragen, da fehlt sicher nur eine Feder o.ä. ich hatte mal ähnliches bei einem Compur Verschluss. Zumindest sollte das kein Grund sein den Verschluss zu tauschen.

    bei einem Super Symmar 110mm XL 5.6 den Copal 1 Verschluss wechseln

    Sorry, aber Du musst das jetzt über Dich ergehen lassen, auch weil ich hier grade wieder so einen Kandidaten liegen haben, wo vermutlich irgendwer "mal eben" den Verschluss gewechselt hat. Das geht natürlich nur, wenn der neue Verschluss auch die passende Blendenöffnung hat - ganz zu schweigen von den bereits erwähnten Problemen der Justierung. Ich bin immer wider erstaunt, dass man das selbt versierten Fotografen erklären muss, dass es eben nicht reicht, wenn da die passende Skala draufsteht. Da bekommt man schon Selbstzweifel ob man ein esoterischer Spinner ist, nur weil man auf den relativ simplen Zusammenhang der Größe der Eintrittspupille zur Brennweite hinweist.

  • Allgemein ist es schon immer ein Problem gewesen das Leute Objektive völlig frei von Sachkenntnissen in andere Verschlüsse setzen.

    Oh weia, wenn ich schon Angebote von auseinander geschraubten Objekiven z.B. in der Bucht sehe,

    läuft es mir kalt den Rücken runter . . . =O

    Wer also das Nonplusultra der GF Objektive haben möchte wird nicht umhin kommen Geld in die Hand zu nehmen um einen Verschluss zu wechseln

    Ich sag dann immer: Wer einen Porsche fährt, sollte sich auch keine runderneuerten Reifen drauf machen lassen !

    Es wäre auch zu empfehlen das Objektiv nach einem Gebrauchtkauf checken zu lassen.

    Wer so ein Objektiv kaufen möchte, sollte das auf jeden Fall machen.
    Hier spielt man Objektiv- und Preismäßig in einer anderen Liga

    Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.

  • Meiner Meinung nach wird hier ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen.

    Die Standarisierung der Fachobjektiv-Verschlüsse hatte auch das Ziel, die Verschlüsse ohne Nachteile wechseln zu können.

    Ich habe früher meine Schneider Fachobjektive bei Plaubel in Frankfurt gekauft, die mir auch gesagt haben, dass sie selbst oder schon ab Schneider die Sets justieren. Wobei die Justierung ausschliesslich darin bestand, feine Unterlegscheiben für die Frontlinsengruppe zu verwenden, um den genauen Abstand Vorder- und Hinterlinse herzustellen. Da Verschlüsse bei professionellen Gebrauch schneller kaputtgehen als Glaslinsen, sagten mir die Plaubel Leute auch, beim Verschlusswechsel die Unterlegscheiben einfach weiter zu verwenden.

    Ich habe kein Symmar XL gehabt, kann mir aber vorstellen, dass die extrem unsymmetrische Konstruktion besonders kritisch ist. Im Gegensatz zu den meisten mehr oder weniger symmetrisch aufgebauten Symmaren und selbst Super-Angulonen. Warum beim SXL das Vorderglied "besonders fest" im Verschluss verschraubt sein muss, erschliesst sich mir nicht. Ausser ein paar Unterlegscheiben wird da auch nichts sein, vermute ich mal ins Blaue hinein.

    Gruss

    Rainer

    Edited once, last by rawitz (February 23, 2024 at 2:42 PM).

  • Das sollte doch bekannt sein, das die Justierung des Objektivs in den Verschluss im Fachbetrieb mit Unterlegscheiben für das korrekte Spacing zwischen Vorderobjektiv und Hinterobjektiv erfolgt, am Kollimator gemessen, den narürlich nur Fachbetriebe haben. Was sollen die Fachleute denn sonst tun, etwa das Objektiv zerlegen und die Linsen neu justieren? Oder am Verschlussgewinde herumfeilen? Es ist so wie mir die Plaubel Fachleute das erklärt haben. Sorry ich verstehe deine Aufregung nicht.

    Ich habe Super-Angulone 165 und 210 in den modernen Copal Verschlüssen und die schon zigmal rein- und rausgeschraubt. Wo ist das Problem? Nur die Unterlegscheiben nicht verlieren, denn die sind nur lose eingelegt.

    Wenn du dich so gut auskennst und andere Erkenntnisse als die Plaubels hast, dann sag doch, was bei der Fachjustierung genau gemacht wird.

  • Also das mit dem Fachbetrieb halte ich gelinde gesagt für etwas übertrieben. Seit Jahr und Tag schraube ich an den Dingern rum und die Bilder sind trotzdem scharf.

    Wenn ich eine Digitalkamera hinten anflansche und mit der Lupe reingucke auf das fokussierte Bild, ist der Schärfeunterschied, wenn ich am Linsenpaket drehe und damit den Abstand zwischen vorderer und hinterer Linsengruppe verändere, marginal.

    Mag ja sein, dass man den Unterschied technisch nachweisen kann. Ob er in der Praxis eine Rolle spielt, da bin ich mir sehr unsicher.

  • Naja, der exakte Abstand ist schon kritisch. Bei falschem Spacing wird man in der Bildmitte zwar immer ein scharfes Bild bekommen, aber es entsteht Bildfeldwölbung und zunehmend Unschärfe zum Bildrand. Ich hab auch mal versuchsweise das Spacing durch Schraubabstand verändert und die Bildqualität getestet, aber auf der Mattscheibe konnte ich nichts verifizieren und deswegen viel Film wollte ich auch nicht opfern. Das heisst aber nicht, dass es nicht da ist.

  • Ja klar ist der Abstand wichtig. Die Passscheiben gleichen dabei die Toleranzen der Verschlüsse aus.

    Aber einmal auseinander und wieder zusammen, natürlich wieder mit den ggfs. eingelegten Scheiben, halte ich für völlig unkritisch. Was sollen die in der Werkstatt anders machen, als nach z.B. Verschlussreparatur alles einfach exakt genauso (natürlich Scheiben nicht weglassen oder ändern!) wieder zusammenzubauen. In den meisten Werkstätten haben die ganz sicher keine optischen Möglichkeiten wie bei Linhof oder Schneider oder Nikon, die reparieren trotzdem und kochen auch nur mit Wasser.

  • Hier sind die Experten unter sich, ich halte mich jetzt raus.

    1/100 mm halte ich für ein starkes Argument für ein Besuch bei einer Fach Werkstatt. Nur arretiert mich ein wenig der Begriff „Fach“ und seine Bedeutung. „Fach“ kann auch einen Spezialisten im Finanz Wesen bedeuten.

    Meine Erfahrungen mit dem „Fach“:

    Für einem defekten Sensor für 35 Euro und max. 5 Minuten Arbeitszeiten bei dem Auto „Fach“ braucht man 3 Tage zum Testen, ausbrennen… als Schlussfolge Ruß Partikel Wechsel mit Summa Summarum 3000-4000 Euro. Oder bei einer leicht undichter Zylinder Kopf Dichtung (müß nach gezogen werden) findet man bei dem „Fach“ in 90 % der Fällen plötzlich Spänen im Öl………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. Und so an jeder Ecke. Oder ist es bei diesem „Fach“ anders? Glaube ich nicht!

    Das „Fach“ hat sich doch schon lägst selber diskreditiert. Das einzige was noch von dem „Fach“ geblieben ist sind die 1/100 Toleranzen.

    Wie hieß das „Fach“ Motto vor kurzem!!!!!!

    „Geiz ist Geil“

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