• Grad hat Linhof mich zurückgerufen. Die Kamera ist eigentlich nicht mehr sinnvoll zu reparieren, sagen sie. Zehn Arbeitsstunden mindestens, Ersatzteile kämen noch dazu, manche Teile gibts auch gar nicht mehr. Also mindestens 2k€, wenns überhaupt geht. Sehr schade - die alte Regel "you get what you pay for" trifft da mal wieder zu. Wenigstens wars nicht arg viel Geld das ich in den Sand gesetzt habe.

    Jetzt werd ich mal überlegen wie ich da am besten weitermache

  • ein München-GF-Treffen sollten wir unbedingt angehen, ich bring auch gern die Ruine mit :)

  • So ein Mist! Was soll man da raten?

    Aus dem Bauchgefühl. Ich sehe das so: aus der Not eine Tugend machen! Wenn ich mich für alte Mercedesse interessiere und wenn ich schon einen schrottreifen Mercedes hätte, würde ich den vorhandenen Mercedes als Ersatzteillager nehmen, um einen gebrauchten Mercedes in Stand zu halten.

    Kurzum: ich würde mir eine ehrliche Gebraucht-Technika IV oder V kaufen und das verhandene Gehäuse als Ersatzteilspender benutzen. Oder umgekehrt.

    Wenn Du Dir hingegen was anderes kaufst, liegt die Schrott-Technika nur herum. Was machst Du damit? Und mit den anderen Kameras hast Du genau dieselben Probleme, bei Horseman, Wista, MPP bricht auch mal was, ein Chamonix-, Shen Hao- oder Nagaoka-Balgen kann auch kaputt gehen usw.

    Kann es sein, dass der Entfernungsmesser-Cam die selbe Seriennummer hat wie Dein Objektiv? Für eine Tech IV ist das sehr aufwendig. Du hast sogar Infinity-Stops und eine Skala. Ich würde das nicht verachten.

  • Hallo Michael79,

    GF-Treffen in München ? Treffen - Grossformatfotografie    klingt gut. Wird Zeit meiner Horseman 45FA wieder frische Luft zu geben! Bald wirst Du wesentlich mehr GF'ler kennen lernen ! Ich wollte jedenfalls auch 4x5 oder 9x13er Format fotografieren und nicht ewig viel Geld reinstecken und basteln.

    Nachher stellt sich vielleicht heraus, dass es Dir doch keinen Spaß macht. Lieber als Lehrgeld abhaken und möglichst verlustreduziert verkaufen, um dann ein System zu kaufen, dass wertig ist und Du gleich Erfahrungen damit sammeln kannst! Bin mit meiner Horseman sehr zufrieden und für den Anfang war sie jedenen Euro Wert ohne etwas reparieren zu müssen.

    Gruß Frank

  • War fast zu erwarten, dass Linhof bei den Schäden am Gehäuse absagt ( wirtschaftlicher Totalschaden ).

    Hast du mal den Balgen genau untersucht ob, wo und wieviele Löcher in dem Balgen sind? Diese kannst du ja mit Klebeband abdichten. Den Wert der Kamera wirst du damit auch nicht mehr schmälern.

    Grundsätzlich ist die Kamera, auch mit den Schäden ja nutzbar.

    Und treff dich mal mit den anderen Münchner Froenten, dann kannst du auch mal andere Kameras anschauen und ggf. entscheiden, was für ein Typ von Kamera dir liegt ( z.B. Metallgehäuse oder Holzkamera ).

    Eine eierlegende Wollmilchsau gibt es nämlich auch bei den GF-Kameras nicht, auch wenn es einige behaupten.

    Grüße

  • Eventuell kann ja eine "freie " Kamerawerkstatt helfen und nur das tatsächlich notwendige reparieren. Selbst der fehlende Schieber unten links ist nur für Graflock Zubehör erforderlich. Ist denn noch die Mattscheibe mit ihren gefederten Hatern vorhanden? Linhof möchte natürlich die Kamera in allen Punkten wiedei in einem perfekten Zustand versetzen und auch Garantie übernehmen. Leider machen die extrem hohen Stundenlöhne in vielen Bereichen Reparaturen unwirtschaftlich.

  • Das ist schon erstaunlich bei welchen einfachen Sachen gleich ein „wirtschaftlicher“ Schaden entstehen kann.

    https://www.ebay.de/itm/2354389787…ABk9SR-KunZq9Yw


    https://www.ebay.com/itm/2941000141…ABk9SR97K8Jq9Yw

    Bei der zitierten Rückwand geht es darum, das Mattscheibenteil abzunehmen vom Rahmen, der normalerweise an die Kardan kommt. Es ist ja ein Drehrahmen, das heisst, man kann die Drehrahmenklemmen lösen. Man sieht an der Innenseite übnrigens, dass es ein Drehrahmen ist, und die Drehrahmenanschlüsse sind vermutlich eher doch kompatibel, oder? - Man kann auch die Mechanik der Grafloksicherung ausbauen und in dem defekten Technikarückteil enbauen. Das kostet etwas Geld für den Rahmen, aber das wäre immer noch günstiger, als wenn Linhof das übernehmen würde. Insofern sehe ich das nicht als wirtschaftlichen Totalschaden.

    Bei den Balgen, naja, ich habe eine Technika IV und eine Technika V, sowie eine Kardan Color. An der Technika IV ist ein filigraner Balgen von custombellows. An der Technika V ist ein solcher Balgen von ecubuyonline. An der Kardan Color ist der Kombinationsbalgen von ecubuyonline drin, den ich am liebsten mag. Ich benutze diese Balgen seit vielen Jahren, ich benutze das Ganze regelmäßig und ich vertraue diesen Balgen allesamt bedingungslos, selbst im Regen. Die haben mich noch nie im Stich gelassen. Die ecubuyonline-Balgen sind sogar stabiler als die von custombellows.

    Ach, was soll's: es fliegen viele schöne Kameras da draussen rum. Wichtig ist, soich auch Film zu kaufen, zu entwickeln, zu vergrößern, und andere mit den süßen Früchten eigenen Fleißes zu beglücken.

  • Der Horror

    auch dazu fällt mir wieder was aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz ein:

    in meiner alten Firma hatte ich mal veranlasst, Lagerplatznummern auf Magnetschilder aufzustempeln, mit einer speziellen Stempelfarbe. Einige Tage später wurde ich zum Inhaber der Firma zitiert, weil sich seine Tochter (die dort ein Praktikum absolvierte) dabei total mit der Farbe eingesaut hatte =>"WIE KONNTEN SIE SICH SOWAS GEFÄHRLICHES ÜBERHAUPT AUSDENKEN???"

    Der Dampf war dann allerdings augenblicklich raus, als ich ihm mitteilte, dass genau diese Tätigkeit in den vorausgegangenen Tagen von einem intellektuell eher knapp versorgten Lageristen völlig problemlos und einwandfrei durchgeführt worden war.

    Ich will damit sagen: Es liegt nicht immer am Produkt, es kann auch mal am Anwender liegen...

  • Man sieht an der Innenseite übnrigens, dass es ein Drehrahmen ist, und die Drehrahmenanschlüsse sind vermutlich eher doch kompatibel, oder? - Man kann auch die Mechanik der Grafloksicherung ausbauen und in dem defekten Technikarückteil enbauen. Das kostet etwas Geld für den Rahmen, aber das wäre immer noch günstiger, als wenn Linhof das übernehmen würde. Insofern sehe ich das nicht als wirtschaftlichen Totalschaden.


    „Man kann auch die Mechanik der Grafloksicherung ausbauen und in dem defekten Technikarückteil einbauen.“

    Selbst das ist nicht nötig. Das ist das gleiche Rückteil wie an der Technika. Es muß nur um 45 grad gedreht werden damit man an die 4 Arretierungen rann kommt -> nach außen ziehen -> raus nehmen -> tauschen - > Ende mit dem „wirtschaftlichen“ Schaden Märchen. Bei dem abgebrochenen Bolzen ist das gleiche. Selbst bei den neueren Technikas sieht es auf den Fotos so aus das es eine einfach geschraubte Hülse an dieser Stelle verbaut ist.

  • Mit allem was ich von euch hier lese, muss ich sagen dass meine gestrige Frustration allmählich einem vorsichtigen Optimismus Platz macht - vielen Dank Euch!

    Einen neuen Balgen selbst einzubauen halte ich nicht für unlösbar, das schau ich mir bei eagleEye72 nochmal an. Das Rückteil austauschen scheint auch machbar zu sein, das macht mir keine allzu großen Sorgen. Das ist ja hauptsächlich eine ästhetische Frage, keine funktionelle, zumindest so lange ich mit Kassetten statt einem Rollfilmrückteil fotografiere.

    Die größte Baustelle ist immer noch der abgebrochene Nietbolzen. Die Lösung, die Varg beschrieben hat ist sicher gut, aber weit jenseits von meinen handwerklichen Möglichkeiten. Metall kann ich nicht gut, und stahl aus Aluminium rausbohren trau ich mir nicht zu. Viel muss der Bolzen ja nicht halten, der ist ja nur dafür da, dass der Arm ein bisschen Führung hat und nicht rumklappert.

  • Mit allem was ich von euch hier lese, muss ich sagen dass meine gestrige Frustration allmählich einem vorsichtigen Optimismus Platz macht - vielen Dank Euch!

    Einen neuen Balgen selbst einzubauen halte ich nicht für unlösbar, das schau ich mir bei eagleEye72 nochmal an. Das Rückteil austauschen scheint auch machbar zu sein, das macht mir keine allzu großen Sorgen. Das ist ja hauptsächlich eine ästhetische Frage, keine funktionelle, zumindest so lange ich mit Kassetten statt einem Rollfilmrückteil fotografiere.

    Die größte Baustelle ist immer noch der abgebrochene Nietbolzen. Die Lösung, die Varg beschrieben hat ist sicher gut, aber weit jenseits von meinen handwerklichen Möglichkeiten. Metall kann ich nicht gut, und stahl aus Aluminium rausbohren trau ich mir nicht zu. Viel muss der Bolzen ja nicht halten, der ist ja nur dafür da, dass der Arm ein bisschen Führung hat und nicht rumklappert.

    Du mußt nur die Verkleidung außen abmachen, dann siehst du auch ob das eine Niete oder eine Schraube ist. Das kann auch eine einfache Senk Kopf Schraube sein dessen Reste noch in der Wand liegen und man nichts bohren muß. Falls es genietet war dann dann kann man den Rest von innen mit einem Metallstift rausklopfen (bei dieser Materialstärke wird die nicht fest sitzen). Aber so lange man nicht weißt wie und und was da sitzt ist, jeder Vorschlag ein Schuß ins Lehre.

  • „Man kann auch die Mechanik der Grafloksicherung ausbauen und in dem defekten Technikarückteil einbauen.“

    Selbst das ist nicht nötig. Das ist das gleiche Rückteil wie an der Technika. Es muß nur um 45 grad gedreht werden damit man an die 4 Arretierungen rann kommt -> nach außen ziehen -> raus nehmen -> tauschen - > Ende mit dem „wirtschaftlichen“ Schaden Märchen. Bei dem abgebrochenen Bolzen ist das gleiche. Selbst bei den neueren Technikas sieht es auf den Fotos so aus das es eine einfach geschraubte Hülse an dieser Stelle verbaut ist.

    Aaaaaah, jetzt verstehe ich Dich erst, Du hast die LinhofAussage, es handele sich um einen wirtschaftlichen Schaden, in Frage gestellt, nicht meinen Hinweis auf das Drehrückteil ...

  • Die größte Baustelle ist immer noch der abgebrochene Nietbolzen. Die Lösung, die Varg beschrieben hat ist sicher gut, aber weit jenseits von meinen handwerklichen Möglichkeiten. Metall kann ich nicht gut, und stahl aus Aluminium rausbohren trau ich mir nicht zu. Viel muss der Bolzen ja nicht halten, der ist ja nur dafür da, dass der Arm ein bisschen Führung hat und nicht rumklappert.

    Du könntest ein Youtube-Video schauen, wie man ein Loch bohrt und ein Gewinde rein schneidet. und dann eine Schraube von innen reinschrauben.


    Es gibt sogar Metallkleber. Mit dem habe ich mal eine Ecke an der Rittreck geklebt. Die hält jetzt besser als der Rest. Man schmirgelt das Metall an und klebt dann den Zapfen einfach an. Aber das ist Gemurkse.

  • Aaaaaah, jetzt verstehe ich Dich erst, Du hast die LinhofAussage, es handele sich um einen wirtschaftlichen Schaden, in Frage gestellt, nicht meinen Hinweis auf das Drehrückteil ...

    Yes! Das ist auch so ein „wirtschaftlicher“ wie mein AUDI (fast geworden vom „Fach“) mit defekten Referenzdruck Sensor (vom Preis für 35 Euro).

  • Ich bin ein kleines Stückchen weitergekommen: https://photos.app.goo.gl/H2oRBG9aWWLgMN3z8 (Frechheit wie gut so ein Handy Makrofotos kann)

    An der Kamera wurde glaube ich wirklich viel rumgepfuscht - wer bitte schön nimmt so eine Schraube anstatt einer Senkkopfschraube!

    Das Leder wurde jedenfalls nicht mit Schellack wieder angeklebt, ich hab eine wilde Mischung aus Schellack und Kleber gefunden, wenigstens gings gut ab.

    Gute Nachricht: der abgebrochene Nietbolzen (danke Varg) ist praktisch von selbst rausgefallen - schlechte Nachricht: Viel Material um einen Ersatzbolzen zu befestigen ist da nicht. Da kann ich Vargs Lösung mit der Messingscheibe und dem Stift schon nachvollziehen.

    Im Moment fühlt sich das ganze für mich nicht so an, als ob ich zur hochglanzpolierten Oldtimer-Restauration komme. Dafür ist die Kamera keine gute Basis - aber vielleicht schon, um mit vertretbarem Aufwand zu einer funktionierenden 4x5-Kamera zu kommen, um ins GF einzusteigen.

    Für alles weitere mach ich wohl eher ein Thema in der Bastelecke auf.

  • Wenn die Kamera zu edel ist, nimmt man sie vielleicht gar nicht mehr so bedenkenlos mit nach draussen, in den Staub, ans salzige Meer, in den Regen, ins Tropenhaus, auf die Reunion ...

    Ich sehe gerade die Bilder: da brauchst Du eine Senkkopfschraube aus dem Baumarkt und ein Stück Metall, in das Du ein passendes Gewinde schneidest und das im übrigen die Form seines Gegenstückes an der anderen Laufbodenstrebe hat. Das schaffst Du - vielleicht gibt es ja jemanden hier im Forum, der sowas feilen und mit einem Gewinde versehen kann?

    Was den Graflock-Anschluss angeht: es ginge ja darum, auch Rollfilmkassetten anzusetzen, oder? Das ist sowieso mühselig, die Mattscheibe rauszunehmen und die Rollfilmkassette einzusetzen. Wohin mit der Mattscheibe?

    Also lass es einfach, der Knopf interessiert niemanden. Kauf Dir einen Calumet C2 oder einen Sinar-Halter oder eine Linhof Rapid Rollex-Kassette, die schiebt man von der Seite UNTER die Mattscheibe, und fertig. Da muss man gar nichts umbauen.

    Ich würde die sehr verdreckte Kamera trotzdem mal noch etwas zerlegen - nur moderat! -, um sie noch ein wenig zu reinigen, aber selbst dass ist nicht wichtig. Sie muss nur innen sauber sein, damit kein Dreck auf den Film gerät. Und mit Vaseline schmieren, falls es nicht geschmeidig läuft.

    Meine erste Technika war ein Höllending. Das hatte keine Belederung mehr. Stattdessen sehr viele griffige Aufkleber, und große rechteckige Stücke Neopren. Hat funktioniert, sah sogar schick aus.

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