• Ja, das ist ja genau so ein Silberling. Natürlich ist so ein Symmar conv. nicht unbedingt das Schärfste, aber was soll's: die Negative sind 13x18, und ich glaube, dafür reicht das allemal; sie werden ja weniger stark vergrößert als 4x5 oder ein Ausschnitt daraus.

    Das sind sehr schöne Bilder! Und was sollte es an den alten Symmaren auszusetzen geben? Bei Arbeitsblende ist doch allenfalls der Bildkreis ein bißchen kleiner als bei den neueren Objektiven, aber an der Schärfe - was auch immer man als "Schärfe" definiert - gibt es doch eigentlich nichts zu meckern, jedenfalls gehen bei mir eventuell vorhandene graduelle Unterschiede zu moderneren Konstruktionen, sollte es sie geben, in den Körnerwüsten meiner mediokren Negativverarbeitung verloren.

    Gruß, Peter

  • An der Schärfe dieser Objektive ist nun überhaupt nichts auszusetzen, die ist selbst nach heutigen Maßstäben noch sehr gut. Wenn auf f/22 abgeblendet ist wird wohl keiner mehr anhand der Schärfe unterscheiden können ob das Bild mit dem alten Symmar, dem Symmar S oder dem Apo Symmar aufgenommen wurde.

    Was Deinen Bildern aber etwas Besonderes gibt ist der verminderte Kontrast den diese Objektiv durch die lediglich einfache Vergütung haben. Das macht die Ergebnisse in meinen Augen irgendwie harmonischer, sie wirken nicht so steril. Ähnlich ist es wenn man die einfach vergüteten Super Angulone verwendet.

    Für Arbeiten in Schwarzweiß sind diese Objektiv hervorragend geeignet oder man nimmt sogar noch ein unvergütetes Glas, wie z.B. ein altes Symmar 6,8 welches ein Nachbau des Dagors ist.

  • Das macht die Ergebnisse in meinen Augen irgendwie harmonischer, sie wirken nicht so steril.

    huch!

    Ich übersetze das mal für mich:

    Je matschiger ein Foto ist, desto weniger steril st es und es ist harmonischer.

    Also war die gesamte Entwicklung fotografischer Prozesse und die Entwicklung weniger fehlerbehafteter Objektive ein großer Fehler?

  • huch!

    Ich übersetze das mal für mich:

    Je matschiger ein Foto ist, desto weniger steril st es und es ist harmonischer.

    Also war die gesamte Entwicklung fotografischer Prozesse und die Entwicklung weniger fehlerbehafteter Objektive ein großer Fehler?

    Warum fotografierst Du eigentlich analog wo es doch die viel bessere digitale Fotografie gibt mit noch besseren Objektiven und noch schärferen Ergebnissen?.

    Merkst Du was? Polemik nervt also lass es bitte.

  • huch!

    Ich übersetze das mal für mich:

    Je matschiger ein Foto ist, desto weniger steril st es und es ist harmonischer.

    Also war die gesamte Entwicklung fotografischer Prozesse und die Entwicklung weniger fehlerbehafteter Objektive ein großer Fehler?

    hmmm ...

    ich denke die Optimierung des Materials (Glas, Film, Chip, ...) hat viele Aspekte - 1. wirtschaftliche, 2. wirtschaftliche, 3. wirtschaftliche, ... und vmtl auch technische, ästhethische, etc.

    • die Entwicklung "besserer" Hardware ist in den meisten Fällen bestimmt kein Fehler
    • "mehr Information" heißt aber nicht zwangsläufig und immer auch "bessere Information"
    • weniger "Fehler" im Bild kann auch weniger "Bild" bedeuten
    • "matschig" zB ist wohl eine individuelle Zuschreibung, lässt sich aber nur schwer objektivieren und noch weniger als gut/schlecht bewerten
    • Objektive sind wie Pinsel - wenn ich die Wahl habe, dann suche ich den passenden für mein Anliegen aus - und entscheide bewusst zwischen einem asph. Summilux und einer eine Holga-Plastiklinse
    • ...

    aber das alles weißt du ja sicher ... man wird ja wohl noch ein wenig polemisch sein dürfen ... :)

  • man wird ja wohl noch ein wenig polemisch sein dürfen ..

    aber gern.

    Der Griff zur analogen Großformatkamera war für Fotografen auch das Bestreben zu möglichst hoher technischer Qualität der Fotos. Oben wird technische Qualität abgewertet und als "steril" bezeichnet - was immer damit gemeint ist. Und immer wieder taucht - auch in der Antwort von Varg - die Auffassung auf, analoge Fotografie sei technisch unperfekt. Abgesehen davon, dass auch digitale Fotografie keine technisch perfekten Fotos liefert, sehe ich den Grund für die Abwertung technischer Qualität nicht - es sei denn, man hat Sehnsucht nach Kaisers Zeiten.

    Und Summilux ist KB, naja ...

  • Summilux ist KB, naja ...

    Holga auch. Beinahe 😉

    Beides eine Metapher


    "steril" ist in diesem Kontext natürlich ebenso wie "matschig" eine kaum objektivierbare Zuschreibung.

    Ich mag möglichst hohe technische Qualität bei meiner Hardware: Da kann ich mich drauf verlassen, funktioniert bei Hitze und bei Kälte, alles ist an seinem Platz und berechenbar, etc. Ich schraub meist auch möglichst "gute" Linsen auf meine Kameras (auch eine Preisfrage...)

    "möglichst hohe technische Qualität" eines Fotos ist halt schwer zu fassen - was genau ist technische Qualität eines Fotos? Wie ist das definiert?

    Wo steht geschrieben, was scharf und was unscharf sein darf, wie unscharf Unscharfes sein soll, wo Reflexe und andere Artefakte hingehören und wo nicht, wo Kontrast und Brillianz und wo flache Abstufungen sein sollen, wo knallende Farben und wo pastelliger 60er-Jahre-Look? Und: Wieviel "Mode" ist da mit drin in der Technik?
    Ein "schlechtes" (was ist das jetzt schon wieder?) Foto, das maximal scharf, frei von unerwünschten Reflexen und ohne Korn-/Pixelrauschen vorliegt ist immer noch ein "schlechtes" Foto. Sagt der eine.
    Der andere sagt: Warum? Ist doch scharf!

    Technische Qualität kann man an der Hardware messen - aber nur schwer beim Ergebnis, also dem Bild. Da gelten oft andere Kriterien

    Wenn ein Bild nicht "gut" (was ist das jetzt schon wieder?) genug mit dem einen Gerät hinzukriegen ist, dann sollte man halt besser auf anderes Gerät zurückgreifen - da ist die breite Palette des technischen Fortschritts sehr hilfreich.
    (Und da kann es dann wohl auch ein bewusster Schritt sein, sich mal für eine unvergütete Linse zu entscheiden ... )

  • "steril" ist in diesem Kontext natürlich ebenso wie "matschig" eine kaum objektivierbare Zuschreibung.

    und beides ist abwertend gemeint. Ich habe "matschig" als Gegenpol zu "steril" gewählt.

    Mir geht es um die Auffassung - die ich für nicht richtig halte - dass analoge Fotografie technisch unvollkommen oder sogar fehlerhaft auszusehen hat. Wo du deinen Pinsel dann eintauchst, ist mir völlig egal

    Objektive sind wie Pinsel

  • Dieter, Du warst es doch, der mal einen Thread geöffnet hat mit der Frage, warum alle Bilder immer knackig sein sollen: knackige SchwarzWeiss Fotos

    Ich finde, das Streben nach höchster optischer Qualität ist eine legitime Sache, aber daneben gibt es weitere Interessen, die die Großformatfotografie bedienen kann.

    Aktuell wäre das hier eines meiner Interessen:

    Ja, ein bescheidenes Ziel: eine Kontaktkopie 13x18 auf Fomabrom Variant 111. Geht leider nur mit einer 13x18.

    Das Bild wird dann noch geplättet und aufgezogen mit der Seal, hinter ein Passepartout gelegt mit 14x19er Ausschnitt und 24x30 Außenmaß, und in einem simplen Nielsen-Rahmen gerahmt. So straight wie eben möglich, umstandslos. Mein Beitrag gegen Fake-Bilder am PC.

    Schärfe spielt in diesem Konzept eine sekundäre Rolle. Sie ist wichtig, weshalb ich versuchte, das Blatt in der Mitte mit Schärfe hervorzuheben. Hier das abfotografierte Negativ, digital 40x60cm vergrößerbar, analog weiß ich nicht - 2 Meter?

    Nun zur Frage nach dem Symmar. Ich denke, dass eine allzu "entschiedene" auktoriale Formscharfzeichnung ab einem bestimmten Moment nur noch stupend ist - was da gezeigt wird, ist eigentlich egal. Ich würde das "Überredungskunst" nennen, Rhetorik, mit dem Ziel der Überwältigung. Ähnliches vermeine ich hinsichtlich des Kontrastes.

    Wenn man was schildern möchte, kann man versuchen, die Brillianz ein wenig rauszunehmen und die Dinge in gemäßigter Weise zu zeigen, in der Hoffnung, dass sie sich dann selber artikulieren. Oder, noch besser: vielleicht unterstützt die Art und Weise des Fotografierens das, was die Dinge einem mitteilen. Ich finde, das alte silbrige Symmar passt zum Nebel, und es erzeugt ein bestimmten Genre innerhalb der Gruppe von "intimate landscapes".

  • Ach Leute, haltet doch mal den Ball flach - ich denke mir immer, was für Ansel Adams gut genug war, reicht mir auch. Spätestens seit dem Entwicklungsstand von 1945 (wahrscheinlich gilt das bei den besseren Rechnungen auch für viel frühere Entwicklungsstände) beschränken die Eigenschaften des Films und meine persönlichen Fähigkeiten ab dem Mittelformat die technische Qualität meiner Fotografien mehr als die Qualität der Objektive, solange man diese sinnvoll einsetzt, also bei Arbeitsblende und ohne übertriebene Verstellungen. Und natürlich ohne Farbe.

    St. Ansel hat in „The Camera“ darauf hingewiesen, dass bei unvergüteten (!) Objektiven wegen interner Reflexe eine Aufhellung der Schatten erfolgen kann (ideal für Fomapan 100 8)); der Unterschied zwischen einfach vergüteten und mehrfach vergüteten Objektiven geht dann bei mir aber schon wieder im Rauschen unter (und bei einer simplen Konstruktion mit wenigen Glas-Luft-Grenzflächen wie den Tessar-Typen lässt sich der Unterschied zwischen einfach vergüteten und mehrfach vergüteten Gläsern wahrscheinlich kaum einmal mehr messen). Die echten Kenner sehen wohl noch Unterschiede. Von „matschig" sind wir da aber noch meilenweit entfernt.

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