• Könnte mir jemand vlt sagen wie ich den genauen Hub bzw die Distanz zwischen Nah (2m) und Ferneinstellung(∞) herausbekommen kann für das Rodenstock Grandagon 65/4.5, das 90/4.5 und das Sironar 135/5.6? Ich messe 3mm, 7mm und 11mm, brauche es aber noch etwas genauer um einen Konus zu drucken.

  • Das wird auch mit einem spitzen Besenstiel, einem langen Maßband, und einer Papkarton Tafel hinhauen. Oder du bezogst dir ein Laser Meßgerät von Leica, den Besenstiel ersetzt du mit einem einbein Stativ (am besten von Gitzo) und für die Mahltafel, die Graukarte von Kodak. Sonnst werden deine „analoge“ Messungen ungenau.

  • Tafelwerk sagt (Abbildungsgleichung):

    1/f = 1/g + 1/b

    f… Brennweite

    g… Gegenstandsweite (Entfernung Linse-Objekt)

    b … Bildweite (Entfernung Linse-Bildebene/Film/Mattscheibe)


    Nun ist ein Objektiv keine dünne Linse, klar, aber als Näherung passt das. Auch sind die aufgedruckten Brennweiten ja oft nur eine Näherung (die exakten bekommt man aus dem Datenblatt - Du scheinst ja gern Dezimalstellen wissen zu wollen, interpretiere ich in Deine Frage hinein). Aber wenn Du den Abstand vei unendlich gut gemessen bekommst, hast Du ja Anhaltspunkte.


    Entfernung in der Fotografie wird ja meist von der Filmebene gemessen, so dass die 2 m Entfernung E die Summe aus b und g sind.


    Also


    E = g + b bzw. g = E-b


    Dann ist


    1/f = 1/( E-b) + 1/b


    Das nach b Auflösen und man erhält die Bildweiten. Die lassen sich ja fann vergleichen und sollten Deinen Hub liefern. Aber wie gesagt wird das auch Näherung sein.


    Ich find Geos Methode nicht schlecht.

  • In Plaubels "Handbuch der Großformatfotografie" finde ich diese Formel:

    a´=(axf)/(a-f)

    a´ = Bildweite

    a = Gegenstandsweite

    f = Brennweite

    Der gesuchte Hub wäre ja dann die Differenz von 2 Bildweiten (bei Gegenstandsweite 2m und Gegenstandsweite Unendlich)

    Vielleicht hilft Dir das weiter? (Für f=65mm lande ich da z.B. bei 2mm)

  • Setze Lösungsformel in Excel oder Deiner Lieblingsprogrammiersprache um (Taschenrechner geht auch), nutze die tatsächlichen Brennweiten, gib die gewünschten Entfernungen vor und dann klappts.



    Wir gesagt, ist nur Schulphysik und gilt nur für dünne Linsen. Die Lage der Brennebene der Objektive ist nicht eindeutig bekannt, daher der Bezug auf die Entfernung vom Film. Aber näherungsweise sollte das schon passen.


    Wobei ich noch immer geo s Maßbandansatz bevorzugen würde. Dann ist man raus aus der Theorie im Hier und Jetzt.

  • vielen Dank an alle.

    Irgendwie hatte ich in meiner Linsengleichung einen Fehler und dachte es liegt daran, daß sich die Rechnung nicht mit der einfachen Näherung beschreiben lässt.

    numerus hat jedenfalls mein Problem verstanden daß g schwer zu messen war ;) Interessant auch die Plaubel Formel von Kurt die ich nicht kannte.

    Und verblüffend finde ich immer wieder daß die Arca RM3di 5 komplette Umdrehungen für ganze 2 mm Hub macht...

  • verblüffend finde ich immer wieder

    wie viel mehr an Präzision man für Sensoren braucht als für große Filmblätter, vor allem bei der Verwendung kurzer Brennweiten - wobei die für Digi verwendeten Brennweiten im Vergleich zu Brennweiten für die Großformatfotografie eher sehr kurz sind. Eine Sinar P2 - als populäres Beispiel für präzise Großformatkameras - ist da lange nicht genau genug einstellbar, weshalb für Digi neue Fachkameras entwickelt wurden.

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