Ausgerechnet Peta-Pixel hilft zukünftigen Analogen

  • Vielleicht schwant ihnen jetzt ja, dass es bald keine Software mehr in dem Sinne geben wird, wie wir sie kennen, also kein Photoshop, kein Word, kein Access, kein CAD, keine Webserver, kein Excel, kein Panoprogramm, kein Lightroom usw.

    Dass man dan nur 25 NEF-Dateien von der Kamera ins KI-Fenster zieht und die dann ausentwickelt in 2x3m-Maximalgröße mit 300dpi und 16bit Farbtiefe (Handyformat) zurückkommen und gleichzeitig in einer nicht-persistenten KI-generierten Ad-Hoc-Datenbank vorgehalten werden, deren Eigenschaften als Cookie abgelegt werden. Mit einer History für spezifische ICC-Profile für real existierende Druckereien, die natürlich vom KI-Overlord bewirtschaftet werden.

    Sagt - sinngemaäss - Jim Keller, https://www.heise.de/news/Jim-Kelle…eg-9692706.html:

    Quote

    Auf die Frage, wie bisherige Software auf künftigen Computern, die wesentlich auf KI-Beschleunigern basieren, denn arbeiten solle, gab Keller ein etwas plastischeres Beispiel.

    In zehn Jahren sei es gar nicht mehr nötig, dass alle Software auf allen Plattformen zur Verfügung stehe. Wenn man zum Beispiel ein altes Spiel spielen wolle, könne man dem Computer einfach sagen: "Hey, ich will Super Mario spielen", das Spiel beschreiben, und der Maschine ein Video zeigen. Dann würde die KI das ganze Spiel emulieren, und "Du wirst damit zufrieden sein", sagte Keller. Linus Sebastian bezeichnet das als "gruselig" und meinte auch, er könne Nintendos Anwälte schon jetzt aus der Ferne hören. Kreative Berufe wie die von Autoren, Filmemachern und Maler werde es dennoch geben, schränkte Keller später ein, denn "Menschen mögen Dinge, die Menschen gemacht haben."

    Später im Gespräch meinte Keller dann zur Frage des vollständigen Ersetzens von Software: "Alle Software, die je geschrieben wurde, wird verschwinden." Und weiter: "Das wird schneller passieren, als du denkst. Und zwar hundertprozentig." Schon heute arbeite sein Unternehmen daran, dass die KIs auf den eigenen Tensor-Prozessoren für die RISC-V-Chips, welche sie steuern, eigene Software schreibe. Das sei immer dann nötig, wenn der Mensch von der Maschine eine neue Funktion haben will. Die – siehe Super Mario – beschreibe er dann, und der Rechner erledige den Rest.

    NB. Vielleicht hat Google ja deswegen sein Münchner Pythonteam gefeuert ... KI kann das genauso gut, und falls ein Mensch gebraucht wird, dem man irgendeine Schuld geben muss, sind indische Entwickler sicher günstiger.

    Na gut, wenn noch jemand "wie mit Photoshop" arbeiten möchte, wird die KI ihm in einem Browserfenster schnell mal ein paar Regler simulieren. Die KI fragt dann noch, was man denn gerne hätte: "Belichtung", "Schwarzwert", "Histogramm", vielleicht noch ein Kürvchen gefällig, die hattest Du doch beim letzten Mal ... So weit hin ist das nicht: einiges an Software kommt heute bereits als Abo aus dem Netz.

    Die KI wird aber auch vorschlagen: "Hey, aksak_maboul, Du hast jetzt die letzten 500 Male immer dieselben Regler gedreht, und zwar immer so, dass derselbe Tonwertumfang, dieselben Partialkontraste und dieselbe Schärfe rauskam. Reicht's nicht, wenn ich Dir einen schönen großen Knopf simuliere, an dem Du drehen darfst, um die "aksak_maboul-Artigkeit" hoch- oder runterzufahren (mit der Applebrille brauchst Du nur "^Augenrollen")? Dann spare ich noch ein wenig Energie und muss nicht so viel Kohlestrom aus der Mongolei importieren heute nacht. Dafür printe ich Dir ein Klimasiegel steganografisch ins Bild, das bringt Dir 75% Rabatt Ausdruckssteuerrabatt (Klimaschutzgesetz) für Juni 2035 ..."

    Mit KI wird jeder zum Fotogott. Egal, ob er den Jargon beherrscht oder die Regler. Der eine sagt "wie Ansel Adams in den 70ern", der andere sagt "so, als ob man das Histogramm auseinanderzieht", der Dritte sagt "mit viel Schwarz und Weiß, aber alles immer noch schön durchgezeichnet", der Vierte sagt "so'n Knallerbild, bei dem alle staunen", der Fünfte meint "links unten das Gemüse bitte noch etwas brillianter durchzeichnen", der Sechste klagt: "Man sieht links unten das Gemüse nicht richtig!" - kommt alles auf's selbe raus.

    PetaPixel ist dann abgemeldet. Wird Zeit, dass die sich zukunftsfähig umorientieren. Also werden jetzt die Digital Natives angefixt, wir kennen das: da macht einer seinen eigenen 9x12-Abzug ab Kleinbildformat, und schon ist er verloren. Suchtquote schlimmer als Crack.

  • Wenn das Kellersche Elaborat eine Beschreibung der Fähigkeiten von KI sein soll: Absolut irrationale Albernheit.

    "Super Mario". Ganz toll. Ich gebe eine Beschreibung, zeige ein Video. Wenn das vollständig ist, ist die Emulation trivial. Wenn nicht - Pech gehabt. Super-Mario wirds dann nicht, vielleicht Sub-Mario? Oder was ganz anderes, etwa Hyper-Mario?

    "Ansel Adams". Was oder wieviel muss die KI von Ansel Adams wissen, damit auch Ansel Adams rauskommt? Das kann ein Laborant mit natürlicher Intelligenz auch. Andererseits machts eine Mustererkennung mit generativer Komponente, die mit allen Ansel-Adams-Bildern trainiert wurde, vielleicht schneller und irgendwann billiger. Barytabzüge schafft sie allerdings nicht.

    Ich finde solche Ideen immer total amüsant. In den 60ern, als die ersten Synthesizer im Laborstadium waren, wurde ein Physiker gefragt, ob er denn auch eine Geige synthetisieren könne. Sein Antwort: "Ja. Aber wenn ich eine Geige haben will, nehme ich eine Geige".

    Ich halte mich nicht für übertrieben blauäugig. Die Gefahren der KI lauern woanders, nämlich zum Beispiel dort, wo man so triviale Triebe wie das Töten von Menschen kostengünstig befriedigen kann. Das ist viel einfacher.

    Al é bun sciöch' al é ...

  • Also läge Petapixel richtig mit seiner analogen Konterrevolution?

    Digital und analog sind unterschiedliche Medien (vgl Barytabzüge). Eins kann das andere nicht vollständig ersetzen. Was Petapixel mit seiner Idee beabsichtigt, ist mir nicht klar. Aber warum nicht ...

    Al é bun sciöch' al é ...

  • Ich sag mal so: 20 Prozent Aufwand für 80 Prozent Erfolg. Klar haben die wenigsten Baryt gesehen oder wissen, was das ist, aber wenig Aufwand mit günstigeren Mittel reicht, die meisten zufriedenzustellen - weshalb es soviele digitale Pianos, Garageband, Cubasesamples usw gibt.

    Ob Petapixel das richtige tut? Klar. Jrmand aktiviert seine Follower, das zu machen, was wir machen. Das erhöht das Verständnis und die Akzeptanz. Wenn mehr Leute selber gut kochen, werden auch die Restaurants anspruchsvoller.

  • Digital und analog sind unterschiedliche Medien (vgl Barytabzüge). Eins kann das andere nicht vollständig ersetzen. Was Petapixel mit seiner Idee beabsichtigt, ist mir nicht klar. Aber warum nicht ...

    Man kann auch digitale Daten mit einem Laserbelichter auf Baryt ausbelichten lassen: https://www.whitewall.com/de/foto-abzueg…rz-weiss-papier

    Die Qualität soll sehr gut sein, ich will das mal ausprobieren.

    Die Fotografie ist der Todfeind der Malerei, sie ist die Zuflucht aller gescheiterten Maler, der Unbegabten und der Faulen.

    (Charles Baudelaire)

  • "Ansel Adams". Was oder wieviel muss die KI von Ansel Adams wissen, damit auch Ansel Adams rauskommt? Das kann ein Laborant mit natürlicher Intelligenz auch.

    Genau. Und die wenigen Regeln kann man vereinfachen, indem man generell etwas überbelichtet und unterentwickelt (Schnappschussmethode). Dann reicht sehr oft die einfache Lichtmessung, und den Rest erledigt dann Splitgrade.

    Was sehr viele FotografInnen auszeichnet: dass sie stunden-, tage- und wochenlang in ihrer Dunkelkammer stehen und das eine Negativ in mühevoller Kärrnerarbeit ausarbeiten. Das ist Fleiß, und das nimmt einem ein Computer mit Leichtigkeit ab.

    Wir sehen das ja täglich, wie einfach und billig es ist, eine Ebenenmaske über ein Bild zu legen und dann partielle Kontraste im Bild zu steuern. Gefällt es uns nicht, schmeißen wir die Ebene in den virtuellen Mülleimer.

    In der Dunkelkammer geht das richtig ins Geld, und am Ende ist man körperlich und psychisch bisweilen richtig ausgelaugt. Und ich spreche nur von SW ...

  • Man kann auch digitale Daten mit einem Laserbelichter auf Baryt ausbelichten lassen: https://www.whitewall.com/de/foto-abzueg…rz-weiss-papier

    Die Qualität soll sehr gut sein, ich will das mal ausprobieren.

    Ich habe das schon mehrfach gemacht. Nicht bei Whitewall, sondern zu Zeiten, als es das Photostudio13 noch gab. Und ich hab (genau wie bei analogen Abzügen) sehr davon profitiert, dass es dort einen höchst kompetenten Menschen gab, der meine digitalen Daten sehr gekonnt mit etlichen Feinkorrekturen auf das Barytpapier gebracht hat.

    Es braucht also eventuell eine Reihe Teststreifen, aber Baryt ist einfach Baryt...

  • Genau. Und die wenigen Regeln kann man vereinfachen, indem man generell etwas überbelichtet und unterentwickelt (Schnappschussmethode). Dann reicht sehr oft die einfache Lichtmessung, und den Rest erledigt dann Splitgrade.

    Was sehr viele FotografInnen auszeichnet: dass sie stunden-, tage- und wochenlang in ihrer Dunkelkammer stehen und das eine Negativ in mühevoller Kärrnerarbeit ausarbeiten. Das ist Fleiß, und das nimmt einem ein Computer mit Leichtigkeit ab.

    Wir sehen das ja täglich, wie einfach und billig es ist, eine Ebenenmaske über ein Bild zu legen und dann partielle Kontraste im Bild zu steuern. Gefällt es uns nicht, schmeißen wir die Ebene in den virtuellen Mülleimer.

    In der Dunkelkammer geht das richtig ins Geld, und am Ende ist man körperlich und psychisch bisweilen richtig ausgelaugt. Und ich spreche nur von SW ...

    Midjourney ist schon ziemlich nah dran an AA. Und die Reise hat ja gerade eben erst begonnen. Es rechnet der Intention des Nutzers motivisch und tonal durchaus entsprechend um. Jedenfalls wenn es um Dateien fürs Web geht, wie hier in PP. Man müsste so etwas mal 40x50 cm mit UltraChrometinten geprintet auf einem Fina-Art-Baryta begutachten können:

    Es gibt keine Lösung, weil es kein Problem gibt.

  • Ist die Bildsprache gemeint - wie bei Herrn Adams - oder der technische Aspekt?

    Was heißt "nah dran an AA"?

    Bringen da größere Bilder auch mehr Details - falls ein Umsonst-Modus genutzt wird und der in der Ausgabegröße begrenzt ist?

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