• Bemerkenswert wie gut die Bildfeldwölbung korrigiert ist.

    Ja, der Polyplast-Satz ist erstaunlich gut, wenn man es denn schafft, bei stark abgeblendetem Objektiv die Schärfeebene korrekt zu treffen, was durchaus herausfordernd ist.

    Lustigerweise ist hier sogar von "apochromatischer Korrektur" die Rede:

    https://www.cameraeccentric.com/static/img/pdfs/staeble_1.pdf

    Daran glaube ich nicht so recht, aber meine Bilder sind scharf genug und kontrastreich. Wie gesagt, die Arbeit mit dem Altglas macht viel Freude und nötigt mir einigen Respekt vor den Konstrukteuren an der Schwelle zum 20. Jhd. ab.

  • Apochromatische Korrektur war halt nie ein genormter Wert sondern immer nur eine Behauptung.

    Bei diesen recht hoch korrigierten Sechslinsern waren sie damals aber auch schon sehr dicht dran alle drei Farben auf einen Punkt zu fokussieren. Leider litt darunter die sphärische Korrektur und deswegen muss bei fast allen voll verkitteten Objektiven der Fokus bei starker Abblendung korrigiert werden.

    Der Vorteil ist aber wiederum das durch die nicht vollständig behobene sphärische Aberration die Objektive sehr schön bei offener Blende zeichnen, bei hohen Kontrasten neigen sie zu Überstrahlungen. Sie sind hervorragend als Portraitobjektive geeignet, einfach mal ausprobieren.

    Ich habe ein 180mm Rietzschel Linear Anastigmat A 4,8/180mm. Ein Achtlinser, abgeblendet ist es wirklich so was von scharf zeichnend aber bei offener Blende hat es den Hauch eines Weichzeichners. Diese Rietzschel Objektive waren die Spitze der vollverkitteten Objektive, die lichtstärkste Variante hatte sogar f4,5 Das ist aber optisch wirklich überreizt gewesen.

    Diese alten Schätzchen haben so manche Optionen die wir von unseren modernen Objektiven nicht mehr kennen.

  • Bei diesen recht hoch korrigierten Sechslinsern waren sie damals aber auch schon sehr dicht dran alle drei Farben auf einen Punkt zu fokussieren. Leider litt darunter die sphärische Korrektur und deswegen muss bei fast allen voll verkitteten Objektiven der Fokus bei starker Abblendung korrigiert werden.

    Ich hatte noch nicht so viel Zeit, das wirklich gründlich auszuprobieren, aber ich habe den Eindruck, dass der ebenfalls offenbar sehr gut korrigierte Zeiss-Protar-Satz VIIa mit vollverkitteten Vierlinsern auf beiden Seiten der Blende nicht so viel Fokuskorrektur bei starkem Abblenden benötigt, jedenfalls definitiv nicht soviel wie der Polyplast-Satz (mit seiner etwas abenteuerlich anmutenden Kostruktion mit einem Vierlinser hinten und in allen Kombinationen jeweils einem Zweilinser vorn, über den dann die Brennweite bestimmt wird - erstaunlich, dass das letztendlich doch ganz gut funktioniert).

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