Suche reflexminderndes Material für das Kamerainnere

  • Hallo!

    Ich suche für die Auskleidung einer swing lens Panoramakamera ein Material, das möglichst wenig Licht reflektiert. Die Aufnahmen der Kamera werden dunstig und kontrastarm und ich glaube, dass dies vor allem an Reflexionen im Inneren zwischen Objektiv und Film liegt. Ich habe schon ein Flocking Material der Firma protostar ausprobiert, das z.B. für Teleskope angeboten wird. Ein selbstklebendes Kunststoff-Velour. Allerdings hat das bei schrägem Lichteinfall auch einen gewissen Glanz, reflektiert also. Die Bildergebnisse waren nicht besser damit. Die äußeren Linsenflächen habe ich auch schon gereinigt, die inneren sehen sauber aus.

    Ich habe diese besonders matte schwarze Acrylfarbe (Musou black), aber da habe ich Bedenken, dass die auf der alten Farbe des Metalltubus nicht zuverlässig haftet. Zumal sich die Trommel mit dem Tubus bei der schnellsten Zeit recht heftig bewegt/gestoppt wird. Außerdem ist der Tubus nur 5-6mm breit und dadurch schwer zu pinseln...

    Falls jemand unter den Bastlern ein totmattes, schwarzes Material für diesen Zweck empfehlen oder vielleicht sogar ein Stück von ca. 4x5cm erübrigen kann, wäre ich für Tipps dankbar. Es sollte möglichst dünner als 1mm sein, sonst wird der Schlitz zu eng.

    Grüße, Sebastian

  • Früher habe ich mal erfolgreich einen Objektivtubus mit schwarzer dc-fix-Folie ausgekleidet, das dürfte aber vermutlich auch nicht matter/schwärzer sein als dieses Protostar-Material. Wie wäre es denn, einen passenden Folienzuschnitt zuerst mit dieser Musou-Farbe einzuschwärzen, und diesen dann einzukleben?

  • Danke für die verschiedenen Farb-Tipps!
    Den Schrumpflack kann ich mir an anderer Stelle gut als „rauhe“ Unterlage für eine matte Farbe vorstellen. Im konkreten Fall schwer umsetzbar weil der „Schacht“ um den es geht nur 5-6mm breit und ein vielfaches tief ist. Da kann man nix sprühen.
    Tafellack kenne ich, der ist nicht schlecht. Aber Musou ist deutlich schwärzer.
    Vantablack ist nicht käuflich. Ist eine Nanoröhrchengeschichte, die mit Gold aufgewogen wird?

  • Danke für die verschiedenen Farb-Tipps!
    Den Schrumpflack kann ich mir an anderer Stelle gut als „rauhe“ Unterlage für eine matte Farbe vorstellen. Im konkreten Fall schwer umsetzbar weil der „Schacht“ um den es geht nur 5-6mm breit und ein vielfaches tief ist. Da kann man nix sprühen.
    Tafellack kenne ich, der ist nicht schlecht. Aber Musou ist deutlich schwärzer.
    Vantablack ist nicht käuflich. Ist eine Nanoröhrchengeschichte, die mit Gold aufgewogen wird?

    Wrinkle Plus ist tiefschwarzer matt Lack. Der zu einem schrumpf Lack wird, wenn man dem nach dem auftragen 20-30 min bei 50-60 C in einem „Backoffen“ backen tut (dafür muss auch die Lack Schicht etwas dicker aufgetragen werden). Lässt man den bei der Raumtemperatur trocknen ist die Schicht absolut glatt. Ein Dosen Lack muss auch nicht unbedingt gespritzt werden mit dem Pinsel oder Schwamm geht es genau so gut. Dafür muss nur der Lack aus der Dose geholt werden.
    Auf jedem Fall. Es hat schon einen Grund warum dieser Lack so teuer ist.

  • Bevor Du lackierst und den Wiederverkaufswert der historischen Kamera schmälerst: könnte es auch an der Optik liegen (vergütet, unvergütet) oder an deren Zustand (Dunst, Pilze, Staub) oder an einer fehlenden Gegenlichtabschirmung oder an Streulichteinfall an Undichtigkeiten oder am Film (evtl. kein aktuelles frisches Fabrikat)? Wie wäre es, das betreffende Modell einfach abzustoßen und sich ein anderes zuzulegen? Welche Kamera ist das, eine Horizont?

  • Bevor Du lackierst und den Wiederverkaufswert der historischen Kamera schmälerst: könnte es auch an der Optik liegen (vergütet, unvergütet) oder an deren Zustand (Dunst, Pilze, Staub) oder an einer fehlenden Gegenlichtabschirmung oder an Streulichteinfall an Undichtigkeiten oder am Film (evtl. kein aktuelles frisches Fabrikat)? Wie wäre es, das betreffende Modell einfach abzustoßen und sich ein anderes zuzulegen? Welche Kamera ist das, eine Horizont?

    Hallo aksak_maboul,

    es ist eine KMZ FT-2 von 1964. Das Objektiv ist vergütet und ziemlich klar und sauber. Bei der Kamera ist es in einem Tubus montiert und dieser in der Trommel mit einer kleinen Schraube gehalten. Ich habe es belassen weil es augenscheinlich in Ordnung ist und ich erst versuchen will, die Reflexionen hinter dem Objektiv in diesem Schlitz zu verringern. Lackieren will ich da nicht, weil das so eng ist. Mein Plan ist als nächstes eine Papphülse einzuschieben, die innen matt gestrichen ist. Falls ich noch ein Hightech-Material in die Finger bekomme, kann ich auch das ausprobieren. Keine Farbe, sondern etwas zum aufkleben.

    Am Film kann es auch liegen, klar. Werde als nächstes vielleicht einen anderen Film testen. Dachte an einen XP2 super, weil der so einen breiten Belichtungsspielraum hat. Und dann gibt es natürlich auch bei meiner Kamera noch Licht von irgendwo, dem ich noch nachgehen muss. Streulicht entsteht glaube ich auch vor der Objektivöffnung, das kann man schlecht verhindern. Und hinter dem Objektiv in der Trommel vor dem Eintritt in den Schlitz. Ich glaube aber, dass die Seitenwände des Schlitzes eine im Verhältnis so große Fläche haben, dass das am meisten ausmacht.

    Danke auch Dir für die Hilfe!

    Sebastian

  • Es gibt auch schwarzmatte Folie: Fineshut SP. Was Du auch noch prüfen könntest ist ob der Bildkreis der Optik sehr viel größer ist als benötigt. Wenn ja hilft manchmal auch eine Maske über der Hinterlinse.

    Die Maske hinten ist vielleicht auch eine gute Idee. Hab ich gerade gebastelt, schlitzförmig entsprechend der Öffnung vorne. So kommt gar nicht erst soviel Licht rein, das gestreut werden kann.
    Bin gespannt.
    Die fineshut sp Folie behalte ich auch mal im Hinterkopf.
    Hast Du die schon verwendet?

  • Ich möchte meine Beiträge in diesem Tread mit einem Beispiel ergänzen:
    Gesten habe ich mir zwei Boards für die Toyo View 45G aus Siebdruck Platte gefräst. Heute in eine 94mm großes Loch für den Flansch gebohrt und die Innenseite mit dem Wrinkle Plus direkt und unbehandelt die Siebseite der Platte bespritzt.


  • Hey,
    Danke nochmals für Eure Beiträge! Es ist toll so ein Forum zu haben, wo viele ihr Spezialwissen teilen!


    Zum Abschluss meine Lektion aus der Bastelei: Es wäre klüger gewesen, erstmal das Hauptproblem zu finden. Das waren nämlich verschiedene teils massive Lichtlecks am Gehäuse. Eines davon, die Öffnung für den Auslöser, hat je nach Lichteinstrahlung mehr oder weniger erkennbar den Film schon vor dem eigentlichen Aufnahmefenster „vorbelichtet“. Die Reflektionen im eigentlichen Strahlengang auf die ich mich zuerst gestürzt habe haben wahrscheinlich weit weniger ausgemacht.

    Grüße, Sebastian

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