Hallo aus Leipzig

  • Hallo liebes Forum,


    seit ein paar Monaten lese ich schon heimlich hier und freue mich, dass dieses Forum so lebt.

    Ich bin Julian, 38 und habe noch nie digital fotografiert.

    Seit gut 2 Jahren bin ich meiner Chamonix 4x5 und dem Schneider Xenotar 135mm 3.5 total verfallen.

    So sehr, dass ich mittlerweile drüber nachdenke meine Pentax67, Hasselblad usw. zu verkaufen um mich nur noch auf 4x5 (ja- sicher auch irgendwann mal 8x10) zu konzentrieren.

    Damit bin ich wandernd und mittlerweile auch auf meinem Rennrad während größerer Touren unterwegs.

    Ich habe hier in Leipzig mit einer Freundin zusammen ein Labor, wo wir alles selbst verarbeiten.

    Sicher wird es meinerseits immer mal zu Fragen kommen. Zuvor wollte ich mich zumindest kurz vorgestellt haben. :)


    Danke und euch allen und noch eine gute Woche!

    PS: anbei noch ein paar Fotos meiner letzten Islandreise im Oktober 2023 (alle mit dem Xenotar und auf FP4 in Pyro510).


    Liebe Grüße,. Julian

  • bienvenue!

    sehr schöne Impressionen

    insta....

    Getting photographs is not the most important thing. For me it’s the act of photographing. It’s enlightening, therapeutic and satisfying, because the very process forces me to connect with the world…

    (Michael Kenna)

  • So sehr, dass ich mittlerweile drüber nachdenke meine Pentax67, Hasselblad usw. zu verkaufen um mich nur noch auf 4x5 (ja- sicher auch irgendwann mal 8x10) zu konzentrieren.

    Damit bin ich wandernd und mittlerweile auch auf meinem Rennrad während größerer Touren unterwegs.

    Auch wenn die Chamonix vielleicht leichter ist als die Pentax67: ich hatte mal drei perfekt funktionierende Nikon F2, eine für Farbe, eine für SW, eine als Backup. Damals waren die günstig. Ich dachte, u.a. weil ich vermutlich nie wieder von 4x5 nach kleiner gehen würde, meinte ich damals, ich müsste zwei dieser F2 verkaufen. Das tat ich. - Heute brauche ich wieder zwei F2, also beschaffte ich mir wieder welche. Allerdings habe ich Verschluss-Zores, muss die Schaumstoffe erneuern, die Kameras erst wieder kennenlernen. Fazit: niemals was verkaufen, was man kennt und was man vielleicht wieder nutzt. Manche Sachen sind in 4x5 mühsam, z.B. Street, Reisefotografie an unsicheren Orten, Fotografie ohne Stativ, Portraits ... Es hat seinen Grund, warum Hasselblad, Rolleiflex, Mamiya, Pentax nach dem 2. Weltkrieg so populär wurden. Auch wenn die schlimmste Intrepid mit einem Schneider-Silberling und Fomapan 100 tausendmal bessere Bilder macht als die feinste Leica M6 mit T-Max100, braucht die Intrepid ein Stativ, ein Dunkeltuch, Kassetten und viel Zeit, die andere Leute selten mitbringen.

  • Auch wenn die Chamonix vielleicht leichter ist als die Pentax67: ich hatte mal drei perfekt funktionierende Nikon F2, eine für Farbe, eine für SW, eine als Backup. Damals waren die günstig. Ich dachte, u.a. weil ich vermutlich nie wieder von 4x5 nach kleiner gehen würde, meinte ich damals, ich müsste zwei dieser F2 verkaufen. Das tat ich. - Heute brauche ich wieder zwei F2, also beschaffte ich mir wieder welche. Allerdings habe ich Verschluss-Zores, muss die Schaumstoffe erneuern, die Kameras erst wieder kennenlernen. Fazit: niemals was verkaufen, was man kennt und was man vielleicht wieder nutzt. Manche Sachen sind in 4x5 mühsam, z.B. Street, Reisefotografie an unsicheren Orten, Fotografie ohne Stativ, Portraits ... Es hat seinen Grund, warum Hasselblad, Rolleiflex, Mamiya, Pentax nach dem 2. Weltkrieg so populär wurden. Auch wenn die schlimmste Intrepid mit einem Schneider-Silberling und Fomapan 100 tausendmal bessere Bilder macht als die feinste Leica M6 mit T-Max100, braucht die Intrepid ein Stativ, ein Dunkeltuch, Kassetten und viel Zeit, die andere Leute selten mitbringen.

    Da hast du vollkommen recht und deshalb gibt es diesen Gedanken schon seit 2 Jahren ca. Allerdings finde ich es auch nicht förderlich zu viel Technik und Möglichkeiten zu haben, das verirrt den künstlerischen Prozess. Ist aber eben auch auf die eigenen Ziele anzupassen.

  • Julian Es gibt Rückkopplungen, Reperkussionen aus dem Großformat auf den Umgang mit Handkameras, z.B. benutze ich statt der normalen Nikkore in 24, 28 und 35 jetzt Shift-Objektive. Ich benutze öfters ein Stativ, in diesem Fall ein transportables Tischstativ von Manfrotto, auf dem ich die Nikon ab und zu auch mal auf einer Mauer abstellen kann. Im Sucherschuh ist eine Libelle, die machts eigentlich ganz gut, und Makros mache ich nicht mehr mit Kameramessung, sondern mit Lichtmessung - überhaupt kommt der Handbelichtungsmesser immer mit. Was ich damit meine: man kann die Arbeitsweise auch für die Handkameras anpassen.

  • Auch wenn die Chamonix vielleicht leichter ist als die Pentax67: ich hatte mal drei perfekt funktionierende Nikon F2, eine für Farbe, eine für SW, eine als Backup. Damals waren die günstig. Ich dachte, u.a. weil ich vermutlich nie wieder von 4x5 nach kleiner gehen würde, meinte ich damals, ich müsste zwei dieser F2 verkaufen. Das tat ich. - Heute brauche ich wieder zwei F2, also beschaffte ich mir wieder welche. Allerdings habe ich Verschluss-Zores, muss die Schaumstoffe erneuern, die Kameras erst wieder kennenlernen. Fazit: niemals was verkaufen, was man kennt und was man vielleicht wieder nutzt. Manche Sachen sind in 4x5 mühsam, z.B. Street, Reisefotografie an unsicheren Orten, Fotografie ohne Stativ, Portraits ... Es hat seinen Grund, warum Hasselblad, Rolleiflex, Mamiya, Pentax nach dem 2. Weltkrieg so populär wurden. Auch wenn die schlimmste Intrepid mit einem Schneider-Silberling und Fomapan 100 tausendmal bessere Bilder macht als die feinste Leica M6 mit T-Max100, braucht die Intrepid ein Stativ, ein Dunkeltuch, Kassetten und viel Zeit, die andere Leute selten mitbringen.

    Da hast du vollkommen recht und deshalb gibt es diesen Gedanken schon seit 2 Jahren ca. Allerdings finde ich es auch nicht förderlich zu viel Technik und Möglichkeiten zu haben, das verirrt den künstlerischen Prozess. Ist aber eben auch auf die eigenen Ziele anzupassen.

    Ich kann beide Ansätze gut nachvollziehen, da ich selbst zwischen ihnen stehe. Jedes Format bereitet mir großen Spaß, sei es digitale oder analoge Fotografie. In meiner Ausrüstung hat jedes Medium seine Daseinsberechtigung – nichts verstaubt.

    Früher wollte ich ausschließlich als Großformatfotograf arbeiten, doch das passt nicht zu meinen vielfältigen fotografischen Interessen, und oft fehlt mir die nötige Geduld. Stattdessen benutze ich am häufigsten das Mittelformat. Bei Aufträgen bestimmen die Umstände oft das Medium.

    Bei persönlichen Projekten genieße ich es, mich jedes Mal neu auf die Fotografie einzulassen und das passende Format zu finden. Ich scheue mich auch nicht davor, verschiedene Formate zu kombinieren. Es gibt einige Dinge, die ich sehr bedauere, verkauft zu haben. Eigene Interessen und Vorhaben können sich im Laufe der Zeit ändern.

    Wenn man Fotografie als Kunst und nicht als Dienstleistung betreibt, kann es sinnvoll sein, sich auf eine Großformatkamera zu beschränken, wenn das zur eigenen Arbeitsweise passt. Für mich wäre das sehr hilfreich, denn vor jeder Reise stellt sich mir das Dilemma, was ich nicht mitnehmen soll. Beschränkung kann ein Segen sein – man sollte sie nur gut überlegen.

    Zum Erzählen finde ich eine Großformatkamera nicht die erste Wahl - allein wegen des spontanen Zugriffs.

    Zum Erzählen schon. Man kann ja auch sehr konstruiert erzählen. Das spontane und ungezwungene Dokumentieren wird damit nur sehr erschwert. Aber vielleicht möchte man das auch gar nicht. Die Aufnahmen von Julian sind immer noch sehr dynamisch.

  • Zum Erzählen schon. Man kann ja auch sehr konstruiert erzählen. Das spontane und ungezwungene Dokumentieren wird damit nur sehr erschwert. Aber vielleicht möchte man das auch gar nicht. Die Aufnahmen von Julian sind immer noch sehr dynamisch.

    Ich finde, mit Grossformat, also dem Stativ, der Verstellung, der Auflösung, dem 4x5-Verhältnis kommt was Subjektives ins Bild. Das Stativ legt einen Betrachtungsstandpunkt fest. Bei GF-Bildern passiert mir das immer häufiger, dass ich den ergründe. Die Verstellung verändert das Sehfeld, rückt Dinge ins Bild, die Bei anderen Bildern fehlen. Und alzentuiert Schärfe das Format ist moderater, der Ausschnitt singulärer, weil die Breite oder Höhe weniger gedehnt wird. Die Auflösung lässt alles sehen.

    Umgekehrt Kleinbild: hier ist die Perspektive mehr die konventionalisierte symbolische Form (Panofsky). Wenn ich mit dem WW nach unten fotografiere, entsteht mehr Tiefenzug. Ebenso die Schärfe: nur das Bildwichtige ist scharf, bei Blende 1.8. Nicht das ganze Bild Der Betrachterstandpunkt ist vorübergehend, kann wechseln, trifft im entscheidenden Moment auf eine Konfiguration der Bildgegenstände, die das GF erst aufbaut. Im KB erhält die Bildwelt ein Eigenrecht, weshalb KB zur Dokumentation genommen wird.

  • Ich finde, mit Grossformat, also dem Stativ, der Verstellung, der Auflösung, dem 4x5-Verhältnis kommt was Subjektives ins Bild. Das Stativ legt einen Betrachtungsstandpunkt fest. Bei GF-Bildern passiert mir das immer häufiger, dass ich den ergründe. Die Verstellung verändert das Sehfeld, rückt Dinge ins Bild, die Bei anderen Bildern fehlen. Und alzentuiert Schärfe das Format ist moderater, der Ausschnitt singulärer, weil die Breite oder Höhe weniger gedehnt wird. Die Auflösung lässt alles sehen.

    Umgekehrt Kleinbild: hier ist die Perspektive mehr die konventionalisierte symbolische Form (Panofsky). Wenn ich mit dem WW nach unten fotografiere, entsteht mehr Tiefenzug. Ebenso die Schärfe: nur das Bildwichtige ist scharf, bei Blende 1.8. Nicht das ganze Bild Der Betrachterstandpunkt ist vorübergehend, kann wechseln, trifft im entscheidenden Moment auf eine Konfiguration der Bildgegenstände, die das GF erst aufbaut. Im KB erhält die Bildwelt ein Eigenrecht, weshalb KB zur Dokumentation genommen wird.

    Eine gute Ausführung, die auch viele meiner aktuellen Gedanken widerspiegelt. Auch wenn die Zeit, die man einer Fotografie widmet, diese nicht zwangsläufig besser macht, wird sie durch den Einsatz einer Großformatkamera unbestreitbar mit Bedeutung aufgeladen. Es muss also einen Grund geben, weshalb sich Künstlerinnen und Künstler diese Mühe machen, besonders in der Gegenwart. Das Fotografieren wird zu einem Ritual, das wesentlich zur Entwicklung unseres Selbstbewusstseins, unserem Vertrauen in die eigene Arbeit und unserer Wertschätzung für die Welt um uns herum beiträgt.

    Auch der spontane Schnappschuss mit einer Kleinbildkamera hat seinen besonderen Reiz. Mir gelingen dabei oft ungezwungenere Aufnahmen, die letztlich davon profitieren. Mit verschiedenen Einstellungen wird eine Serie von Fotos zu einer Art Erzählung wie bei einem Spielfilm. In kürzester Zeit kann man auf diese Weise eine beträchtliche Anzahl großartiger Fotos erstellen, wenn man einmal im Flow ist.

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