Toyo Field 810 M II

  • Hallo,


    hat jemand etwas Erfahrung mit der großen Toyo Field (810), erinnert mich in ihrem zusammengeklappten Zustand etwas an die, vermutlich leichtere, Reiseschreibmaschine, die ich mal besaß.


    Mich interessieren vor allem die Verstellmoeglichkeiten im Weitwinkelbereich: Zum Beispiel mit dem S. A. 165 mm und WW-Balg. Direkt scheint mir das nicht so ueppig. Wie sieht es mit indirekten Verstellungen aus? Rechnerisch eigentlich gar nicht so uebel, in der Realitaet stoesst aber immer irgend ein Teil irgendwo an. Da etwas Erfahrung? Outdoor-Einsatz?



    Viele Gruesse CP

  • Moin,


    ich habe die M(nicht MII) denke aber das die gleich sind...


    als WW habe ich ein Nikkor 150...sonst hinauf bis 480
    und dazu mit selbstgestricktem Sinar HLV an modifizierter
    Horseman Vorderstandarte:D


    zu den extremen Verstellungen kann ich z.Z nix sagen...
    denn meine steht etwas unmotiviert gepackt seit 2 Jahren :oops:


    aber es geht schon einiges...
    vor allem weil sie die Rückstandarte bewegen kann(andere LBs nicht!)


    definier mal genauer was du willst?
    Mfg gpo

  • Moin,


    ich hatte den Vorderrahmen ausgebaut und einen Rahmen von Horseman
    so modifiziert das der reinpasste.


    ist genauso beweglich ohne Einschränkungen...
    nun passen Sinar und Horseman Platine(+Objektive) rein
    und dahinter der alte HLV


    das geht wunderbar:D


    Eingesetzt wurde sie öfters mal im Studio für Produktaufnahmen,
    dann öfters vor Ort beim Kunden wenn 8x10 angesagt waren,
    und einige wenige Sachen mal in freier Natur.
    habe ein dickes Berlebach dafür....schon ein richtiger Hingucker.


    das Problem mit dieser Kamera ist die Frage ob man mit anderen
    Bankkameras umgehen kann(hatte Sinar komplett)
    dann weiß man wo sie ihre Grenzen hat...


    habe nur den Normalbalgen drin, der auch mit dem WW 150 geht,
    sonst die üblichen 240/300/360 Nikkore
    und 180-480er Apo Nikkore ohne Verschluß(dafür der HLV)


    Auszug ist riesig, glaube man kann sogar bis 600 gehen.
    6,5 kg klein verpackt ist schon OK,
    läst sich sehr leicht auf und zuklappen


    also ich mag sie, möchte sie auch nicht hergeben.
    genaus Auszugmaße kann ich dir z.Z. nicht geben,
    da ich im Vollstressjob bin und keine Fummelzeit habe 8)


    hast du denn eine oder willst eine erwerben?
    Mfg gpo

  • Mit dem WW-Balgen sind die Verstellmöglichkeiten sehr gut. Mit dem Normalblagen geht natürlich nicht sehr viel, wenn du ganz hoch ziehen willst und sehr nahe an der Filmebene bist, aber beim Wechsel auf den WW-Balgen sind die Verstellungen voll möglich. Die Objektive sind aber schwer und teuer.
    Gruss

  • Hallo,


    vielen Dank für die Antworten!


    Ich hatte den Thread etwas aus den Augen verloren!


    Es geht mir um Folgendes: In meinen Unterlagen steht, der maximale Hochshift betrüge 44 mm. Bei einem Format von 8x10" ist das ja nicht gerade sehr üppig.


    Aber es gibt ja auch noch die indirekte Verstellung, die man zusätzlich einsetzen kann. D. h., man neigt die Kamera nach oben, stellt das Rückteil wieder gerade und das Vorderteil parallel dazu. Rein rechnerisch kommt man da zu einem enormen Shiftweg. Es stellt sich allerdings die Frage, ob dieser sich auch in der Realität verwirklichen läßt.


    An Objektiven habe ich das S. A. 165 mm, etwas um die 300 mm wird nicht die Welt kosten.


    Beruhigend finde ich es schon mal, daß man das 150er noch ohne WW-Balg benutzen kann.



    Viele Grüße CP

  • Moin,


    so aus dem Arm gesagt waren es 15° was das Rückteil sich kippen ließe...
    zu beiden Seiten...


    damit stellst du die Kamera schräge, Standarten wieder gerade und ...
    den üblichen Verschiebeweg nach oben
    Mfg gpo

  • Hallo,



    ja! - Vielen Dank nochmals. Die Kamera scheint ohnedies ein wahres Wunderkästchen zu sein: Minimalauszug mit versenktem O-Blech laut Prospekt 48 mm. Und das bei einer Laufbodenkamera. Wirklich sehr beachtlich.


    Viele Grüße CP

  • Moin,


    so ich habe mich mal aufgerafft und sie ausgepackt 8)


    ...und ein Nikon SW 150(WW) drauf...


    wenn die Kamera gerade steht,
    gehen mit dem Normalbalgen...ca. 20-24mm hoch oder tief an der Vorderstandarte!
    ...und das bei Unendlich fokussiert.


    das Nikonobjektiv hat einen Durchmesser von 10cm vorn und hinten,
    das Hinterteil ragt ca 55mm aus der Normalplatine(Sinar) raus!


    ein weiteres ...quetschen beansprucht den Balgen reichlich, er faltete sich nicht ordentlich, speziell im Übergang zu dickeren Teil!


    Kamera kippen und Standarten wieder ca 15° geradestellen...
    also tiefverstellen geht deutlich besser...
    ist aber auch nur etwa 20-25mm aus der optischen Achse heraus!(wegen dem Balg)


    heißt im Klartext...beim 8x10" WW muss ein WW-Balgen her,
    damit es Spass macht!


    im Nahbereich, bedingt durch längere Auszüge,
    sieht das natürlich etwas besser aus
    und da ich die Kamera öfters nur im Studio betrieben hatte...
    war ich bisher mit dem Normalbalgen zufrieden :roll:
    ...werde mir wohl mal einen besorgen müssen?


    einen Hinweis noch...
    mein Umbau auf einen vorderen Horseman-Rahmen hat zur Folge...
    das ein lichtes Vierkantloch von ca 12x12cm besteht...
    es passt also alles rein wo Sinar drausteht!


    der Toyo Original Rahmen hat aber innen fast 15cm...ist deutlich größer
    (lichtere Weite!)....
    es ist aber bei mir auch der Original Toyoblag dran!
    Mfg gpo

  • Hallo Gpo!


    Vielen Dank für Deinen umfangreichen Bericht!



    Quote from "Gpo"

    heißt im Klartext...beim 8x10" WW muss ein WW-Balgen her,
    damit es Spass macht!


    Aber immerhin gibt es einen WW-Balg. Das hört sich schon mal sehr sehr gut an!

    Quote from "Gpo"


    einen Hinweis noch...
    mein Umbau auf einen vorderen Horseman-Rahmen hat zur Folge...
    das ein lichtes Vierkantloch von ca 12x12cm besteht...
    es passt also alles rein wo Sinar drausteht!


    Das ist natürlich sehr gut zu wissen.


    Danke nochmals! Viele Grüße CP

  • Ach so noch etwas!


    Laut meiner Unterlagen kann man bei der M II ein 1200 mm-Tele benutzen. Naheinstellung 20 m.


    Ist ja jetzt nicht si, dass ich so etwas bräuchte ... Aber immerhin!



    Viele Grüße CP



    Schade, dass die Kamera bei uns auf dem Gebrauchtmarkt so selten erscheint!

  • Quote from "cp"


    Laut meiner Unterlagen kann man bei der M II ein 1200 mm-Tele benutzen. Naheinstellung 20 m.


    ja stichwort TELE...denn der Normalbalg geht nur bis 600!


    Quote from "cp"


    Schade, dass die Kamera bei uns auf dem Gebrauchtmarkt so selten erscheint!


    in den letzen 1-3 Jahren waren genau 5 Kameras in der Bucht.de


    ind USA.com sind es 4-6 pro Jahr, nur die shippen nicht alle to old germany :roll:
    Mfg gpo

  • Hallo,


    der Hauptunterschied, vielleicht sogar der einzige Unterschied, zwischen dieser und der M II scheint der max. Auszug zu sein: die M II hat ca. 820 mm, das ist natürlich mehr als ordentlich, für die meisten Aufgaben auch mehr als notwendig.



    Danke für den Link! - Ich werde allerdings nicht mitsteigern.



    Viele Grüße



    CP

  • Hallo!


    Jetzt noch einige ergänzende Fragen:


    Ich möchte eine 8x10"-Kamera benutzen, um wirklich ganz weit draußen (Peloponnes, Vorderasien ...) Aufnahmen zu machen. Sehr viele Strecken werden zu Fuß zurückgelegt; an einem Tag können da schon mal 25 km (in nicht allzu wegsamem Gelände) zusammenkommen. Lebensmittel, Zelt usw. müssen auch noch mit. Die "Reisegruppen" werden jeweils zwischen 3 und 5 Teilnehmer umfassen, es ist also möglich, die Kameraausrüstung (Digitales KB mit einigen Festbrennweiten kommt auch mit) auf mehrere Personen zu verteilen


    Es geht darum, verhältnismäßig unbekannte antike Stätten aufzunehmen. Aufnahmen von Fassaden (da ruinös ist selten viel Hochshift notwendig :wink:) möchte ich, da Großvergrößerungen (oder wahrscheinlich digitale Ausarbeitungen) geplant sind, bevorzugt auf 8x10" ablichten, Details, die in aller Regel nicht so stark vergrößert werden, auf Rollfilm oder 4x5". Aufnahmematerial ist in aller Regel SW-Film, vereinzelt Farbdiafilm.


    Im Herbst ist dann, wieder mal, der Jemen dran. Da werde ich allerdings keine Reisebegleiter haben, so dass ich Vorort Helfer organisieren muss. Bei dieser Unternehmung denke ich zum ersten Mal darüber nach, eine längere Brennweite (600 - 800 mm) mitzunehmen.


    Bei meinen bisherigen Aufnahmen im Format 4x5" kam ich in aller Regel mit Brennweiten von 90 - 240 mm sehr gut aus. Singulärbauten wurden bevorzugt mit einer längeren Normalbrennweite (180 mm) aufgenommen, oft kommt auch ein 120er WW zum Einsatz. Übersichtsaufnahmen entstanden häufig mit dem 90er und nachträglich beschnittenem Planfilm. Hier soll künftig die digitale Panoramaaufnahme (Stitching") zum Einsatz kommen.


    Meine Sinar kann ich auf 8x10" ausbauen, die Rahmen, Gelenke usw. besitze ich, die optische Ausstattung sieht noch nicht ganz so gut aus; aber auch hier möchte ich versuchen, mit nicht allzuvielen Objektiven loszuziehen.


    Bei solchen "Stress-Tours" hätte eine optische Bank ja auch ihre Vorteile: der eine trägt das Grundrohr, der andere Standarten usw.


    Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob mir bei einer solchen Unternehmung mit einer Laufbodenkamera, daher meine Fragen zur Toyo 810, nicht mehr gedient wäre. Diese Ausrüstung liefe zwar auch auf zwei nicht sehr angenehm zu transportierende Kisten hinaus, wäre aber aufgrund ihrer Bauweise geschützter (mit großem Schaudern denke ich da an eine Busreise in der Türkei zurück, wo ich den Gepäckheini dabei ertappte, wie er auf meinem Rucksack kniete, mein Haarshampoo war bei dieser Aktion natürlich ausgelaufen, Riesensauerei, sonst passierte zum Glück nichts, es hätte aber auch anders ausgehen können, vor allem, wenn ich den Knaben nicht erwischt hätte).


    Eine Alternative wäre sicherlich meine 13x18 Technika und so wie es sich im Augenblick darstellt, werde ich diese auch benutzen. Andererseits ist diese (5 1/2 kg) nicht wirklich viel leichter als die Toyo, und wenn schon, denn schon, möchte ich lieber die Option von 8x10"-Aufnahmen offenhalten. Natürlich sind da dann die Objektive sehr schwer, mein 165 S. A. ist ein fürchterlicher Glasbaustein.


    Eine ideale Lösung wird es wohl kaum geben, ich bitte euch dennoch um eure Vorschläge! Ach ja - bitte keine Holzkameras; ich mag die nicht! 8)



    Viele Grüsse


    CP

  • Ich bin auch ein wenig auf der Suche im Moment und die einzige Kamera
    die mir von den Daten zusagt ist die Wehman 8x10.
    http://www.wehmancamera.com/camera.html


    Ist scheinbar sehr leicht und doch robust.
    Eine Sinar wuerde ich nicht auf Reisen mitnehmen. Ich hab nur eine
    F2 aber jedesmal wenn ich sie ausser Haus benutze verzieht sich was
    oder irgendein Teilchen geht verloren etc. Ausserdem bleibt an den
    ganzen herausstehenden Teilen immer was haengen und sie nehmen
    zuviel Platz in der Tasche weg.


    PS: sorry die Wehman hat eine paar Holzteile :smile:

  • Hallo CP!


    ich hatte das schonmal woanders gesagt: angeblich gibt es nichts Leichteres an 8x10" Kameras als die auch von Sugimoto benztzte Phillips. Die ist auf das Allerwesentlichste beschränkt - man kann z. B. nichtmal von Quer- auf Hochformat wechseln, weil die Mattscheibe/Filmaufnahme aus Gewichtsgründen nicht abnehmbar ist.
    Die verestellmöglichkeiten sind nur rudimentär - abenfalls aus Gewichtsgründen.
    Die Konstruktion besteht aus Verbundstoffen und das Schwerste dabei dürfte das Objektiv sein . . .


    Die Dinger sind aber extrem schwer zu kriegen und wenn, dann recht teuer. "Nachempfindungen" der Phillips-Konstruktion bekommt man von Chamonix - aber nur bis 4x5" in vergleichbarer Bauweise und ich glaube auch, nicht aus Carbon.


    P.S.: es gibt da noch eine Konstruktion aus Balsaholz - ohne Balgen und Verstellmöglichkeiten. Such ich mal raus - für Landschaft sicher durchaus praktikabel. Ähnlich wie die Teile von Gaoersi - praktisch eine point-and-shoot Kamra in 8x10" . . 8) . Nur ist die Gaoersi aus Metall.

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
    “Simplicity is the keynote of all true elegance.” Coco Chanel

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