Rodenstock Apo Ronar 240, 360, 485 und 600 brauche Infos

  • Guten Abend Zusammen,


    Ich benötige Infos zu folgenden Objektiven:


    Alle, Rodenstock, Alle Apo Ronar, die beiden größten mit rotem CL Aufdruck.
    Alle 1:9


    1. f=240mm/9,5in
    2. f=360mm/14in.
    3. f=485mm/19in. CL
    4. f=600mm/24in. CL


    Ich habe absolut keine Ahnung von der Materie.
    Wollte einfach mal wissen ob solche "Geräte" für irgend jemanden interessant sind, bevor ich sie bei ebay einstelle???
    Oder ob die nur "Trash" sind.
    Sie stammen aus zwei alten Reprocameras der Fa. Sixt.


    Was hat es mit diesen "Geräten" auf sich, wozu benötigt man sie?
    Was für einen etwaigen Wert würdet ihr zumessen? Wenn überhaupt!?


    Danke vielmals,


    Grüße Mario


    P.S. wenn mir jemand verrät wie ich in diesem Forum Bilder anhängen kann, gern:)

  • Hallo Mario,


    Apo-Ronare sind Reproduktionsobjektive, die für den Abbildungsmaßstab 1:1 optimiert sind. Sie wurden bis zur Brennweite 600mm auch in Zentralverschlüsse eingebaut und für die Aufnahme weiter entfernterer Objekte justiert. Als die großen Verschlüsse nicht mehr lieferbar waren, wurden sie nur noch bis 480mm Brennweite im Verschluß geliefert.


    Diese Objektive werden preiswert angeboten seit die Druckvorstufe auf digitale Verabeitung umgestellt und Reprokameras verschrottet wurden.


    In Normalfassung, das heißt ohne Verschluß, können solche Objektive mit Hinterlinsenverschluß an GF-Kameras verwendet werden. Müssen dann allerdings noch für den veränderten Abbildungsmaßstab angepaßt werden. Und tauchen immer wieder bei Internetauktionen auf. Der Umbau in Verschlüsse ist möglich aber wesentlich teuere als gebrauchte Objektive im Verschluß.


    Bilder lassen sich sich am Besten über die Adresse verlinken, unter der sie auf einem externen Server zu finden sind. Wie z. B. hier http://forum.grossformatfotografie.de/viewtopic.php?t=4930


    Peter K


    P. S. Von Deinen Objektiven ist hier http://www.largeformatphotogra…um/showthread.php?t=39144 wenig zu erkennen, aber der Schokoladenhase kommt gut :P

  • Mario,
    dass diese vollsymmetrischen und für 1:1 optimierten Objektive sich auch hervorragend in der allgemeinen Fotografie bei anderen Abbildungsmaßstäben verwenden lassen, ist ausreichend durch praktische Erfahrungen bestätigt und beschrieben worden (nicht nur für Apo-Ronare, sondern auch für G-Clarone, Apo-Artare, Computare u.a. Repro-Objektive).


    PeterK schreibt nun hier, dass sie "noch für den veränderten Abbildungsmaßstab angepasst werden [müssen]". Theoretisch hat er damit natürlich recht. In der Praxis ist das aber - auch bei sehr hohen Ansprüchen an die Objektivleistung - nicht gar so bedeutsam.


    In der (mit Erlaubnis des Herstellers) von Paul Butzi eingescannten englischsprachigen Rodenstock-Broschüre heißt es z.B. für das 240mm Apo-Ronar*:


    While it is computed for 1 : 1, its imaging quality is largely maintained even with considerable enlargements or reductions. This is confirmed by the MTF curves of the Apo-Ronar for the 1 : 1 and 1 : 20 ratios. In both cases the achieved contrast transfer is close to the theoretical limit of diffraction.


    http://www.butzi.net/rodenstock/apo-ronar/p12.htm


    *Rodenstock empfahl, wenn das Apo-Ronar bei Aufnahmentfernung bis unendlich verwendet werden soll, als Mindestbrennweite das 240mm für Format 4 x 5.


    Gruß
    Uli

  • Quote from "fourbyfive"

    PeterK schreibt nun hier, dass sie "noch für den veränderten Abbildungsmaßstab angepasst werden [müssen]". Theoretisch hat er damit natürlich recht. In der Praxis ist das aber - auch bei sehr hohen Ansprüchen an die Objektivleistung - nicht gar so bedeutsam.


    Wenn man nur die Mitte des Bildkreises benutzt mag das richtig sein, im Randbereich zeigt sich aber eine starke Koma, wenn man ein Objektiv im falschen Abbildungsmaßstab benutzt. Zum Glück läßt sich das aber mit "Hausmitteln" korrigieren: Der Abstand zwischen Objektivvorderteil und Blende wird so weit vergrößert, bis die Koma minimiert ist und anschließend wird ein Abstandsring der entsprechenden Dicke zwischen Verschluß und Vorderglied des Objektives eingelegt. Der sich dann auch wieder entfernen läßt, wenn man das Objektiv für den ursprünglichen Abbildungsmaßstab benutzen will.


    Peter K

  • Diese Beseitigung der Koma ist aber nicht kostenlos. Denn durch die Änderung der Blendenlage stört man die Gesamtkorrektur des Objektivs, weil sich damit andere Abbildungsfehler einschleichen oder verstärkt werden, z.B. Astigmatismus. Vielleicht also doch besser, statt an der Korrektur zu fummeln, nur den achsnahen Bereich des Objektivs zu nutzen und eine längere Brennweite verwenden. Auch der Repro-Fotograf gebraucht ja nur den Kern des Bildwinkels , wenn er mit doppeltem Auszug 1 :1 aufnimmt.

  • Nein, darum geht es nicht. Wäre es so, dass "die Blendenlage bei unterschiedlichen Abbildungsmaßstäben unterschiedlich sein muss", dann wären wenigstens die Spitzenobjektive längst mit einer entsprechenden Vorrichtung zur Verschiebung der Blendenlage ausgestattet.


    Worum es mir ging, war dem Eindruck gegenzusteuern, man könne quasi isoliert einen Abbildungsfehler (hier die Koma durch einen beigelegten Ring ) beseitigen, ohne dass dadurch die Beträge einiger anderer Abbildungsfehler geändert würden. Die Kunst des Objektivbaus besteht meines Wissens nicht zuletzt darin, mit jedem Glas, jedem Radius, jedem Abstand genau so viele Fehler zu belassen - ja sogar einzuführen- , dass sie sich zusammen weitestgehend gegenseitig aufheben.

  • Wenn ich ja schon zwei so Kraks wie Peter und Uli hier habe, was müsste ich dann mit meinem Ronar machen das von Werk auf 1:20 optimiert wurde, um es auf 1:1 zu optimieren?
    Oder andersrum gefragt ich habe auch noch ein G-Glaron 240 das ich im normalen Blendenkörper gekriegt habe also ohne Verschluss und habe es für ein leichtes unterwegs 240 in einen Verschluss gebaut.
    Wenn ich jetzt das mal für 1:1 nehmen möchte würde ich es am besten wieder in sein Original Blendenteil einbauen oder?
    Und dann mit HLV betreiben?


    MFG Armin

    " You push the button and we do the rest."
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  • Hallo Armin,


    jedes Instrument das in Serie hergestellt wird braucht eine Möglichkeit zur Justierung, weil sich unvermeidliche Fertigungstoleranzen ausgleichen lassen müssen. Bei Objektiven macht man das mit dünnen Distanzringen, die normalerweise zwischen Blendekörper und den Linsenkörpern eingefügt werden. Deshalb müssen solche Ringe mitgenommen werden, wenn der Verschluß ausgewechselt wird. Mein Apo-Rodagon z. B. hat zwei Ringe mit der Dicke 0,3mm und einen mit 0,1mm werkseitig eingesetzt bekommen.


    Repro- und Vergrößerungs-Objektive können auf diese Art auf verschiedene Abbildungsmaßstäbe "getrimmt" werden. Dein G-Claron ist im Verschluß auch für die Nähe optimiert, wenn die Abstande die selben sind wie im Blendenkörper. Was normalerweise der Fall ist, weil speziell gefertigte mechanische Teile zu aufwändig sind, auf jedenfall teuere als ein oder zwei Abstandsringe.


    Um ein Objektiv zu justieren wird es in einen speziellen Projektor montiert, der durch das Objektiv ein Prüfmuster in einstellbarer Entfernung auf eine Projektionsfläche abbildet. Mit "Hausmitteln" kann man das auch hinbekommen: In " Internationale Phototechnik" 8/1993 wurde eine Methode beschrieben wie man Repro-Objektive auf einen anderen Abbildungsmaßstab "trimmt". Dazu stellt man mit Hilfe einer Lupe auf kontrastreiche Objekte wie Äste o. ä. im gewünschten Abstand ein. Dann verschiebt man Bild- und Objektstandarte gegeneinander bis der Randbereich des Bildkreises auf der Mattscheibe erscheint und wird sehen dass die Objekte nicht mehr so scharf sind wie die die mit der Mitte des Objektives abgebildet werden. Nun dreht man das Vorderglied ca. 2mm aus dem Verschluß oder Blendenkörper und wird feststellen dass die Abbildungsfehler geringer werden. Wenn das Optimum gefunden ist, mißt man den genauen Abstand und legt einen Metallring in dieser Stärke zwischen Verschluß und Vorderglied.


    Natürlich läßt sich diese Methode auch verwenden, wenn man das Objektiv auf kürzere Entfernung "hintrimmen" will. Aber nur wenn schon ein Abstandsring verwendet wurde, der dann gegen einen entsprechend dünneren ausgewechselt wird.


    fourbyfive
    Automatische Abstandskorrektur im Nahbereich wird bei KB-Objektiven wie den Micro-Nikkoren seit langem über eine Kulisse im Objektivtubus verwirklicht.


    Reproobjektive müssen so gut korrigiert und justiert sein dass sie auch im Randbereich fehlerfrei abbilden, da ja nicht nur Briefmarken gedruckt werden. Die langen und längsten Brennweiten wurden für große Drucksachen wie z. B. Plakate benutzt.


    Peter K

  • Armin,
    optimiert ist das Ronar wieder für 1 : 1, wenn du den Ring herausnimmst und das Objektiv wieder streng symmetrisch machst. Bei 1 : 1 sind bekanntlich Bild- und Gegenstandsweite gleich, womit vor und hinter dem Objektiv gleiche Verhältnisse herrschen, und zwischen den beiden Objektivhälften verlaufen durch die vollständige Symmetrie nun auch die Strahlenbündel parallel. Optimale Verhältnisse also.

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