Fragen zu Graflex Kameras

  • Hallo zusammen,


    vor kurzem hatte ich im Thread „Neuling sucht Rat“ schon wertvolle allgemeine Informationen zu GF erhalten – Danke!


    Inzwischen haben sich meine Vorstellungen konkretisiert und ich möchte mit einer Laufbodenkamera starten. Die wenige Zeit, die ich für das Hobby habe, werde ich wohl überwiegend Landschaftsaufnahmen und ab und zu ein paar Stadt-/Architekturaufnahmen widmen. Somit tausche ich gerne die geringeren Verstellmöglichkeiten gegen Gewicht.


    Schön wäre natürlich eine Linhof oder auch eine von den Asiaten (Shen-Hao, Chamonix oder Tachihara). Allerdings möchte ich mit kleinem Budget beginnen und da sind die genannten Kameras recht teuer. Die Asiaten gibt es ja kaum gebraucht (zumindest in Deutschland).


    Nun dachte ich mir, es mit einer 4x5 Graflex zu versuchen. Hierzu nun ein paar Fragen:


    1. Gelesen habe ich, dass die Verstellmöglichkeiten hier wirklich sehr eingeschränkt seien. Gehe ich recht in der Annahme, dass dies für meine ersten Versuche in den o.g. Bereichen akzeptabel ist?


    2. Auf der Graflex Seite habe ich mir die verschiedenen Modelle angeschaut und schwanke zwischen Speed Graphic und Crown Graphic. Wenn ich es recht verstehe, dann sind die Speed Modelle mit eingebautem Schlitzverschluss, der aber bei den Verstellmöglichkeiten bei WW im Weg sein kann. Ist dann eine Crown besser? Oder anders gefragt: welches Modell könnt ihr mir empfehlen?


    3. Welche Rollfilm-Rückteile passen da drauf? Passen dort die bei uns in Deutschland als „international“ angebotenen? Ich lese immer auch von „Graflock“ – ist das was anderes?


    4. Welche Objektivplatinen passen denn bei den Graflexen?


    5. Immer wieder wird entweder nur von z.B. Crown Graphic oder aber auch von Paxemaker Crwon Graphic gesprochen. Ich nehme an, dass da kein Unterschied ist, oder?


    6. Was gibt es noch bei einer Graflex zu beachten?


    Ich freue mich natürlich auch über Anregungen für weitere Alternativen!


    Viele Grüße & Danke im Voraus


    Axel

    • Official Post

    Hallo Axel,


    die Graflex ist eine Reporterkamera die ein paar rudimentäre Verstellmöglichkeiten hat. Ob Du mit dieser Kamera wirklich glücklich wirst? Von der Speed Graphic würde ich eher die Finger lassen, denn wenn der Schlitzverschluß streikt, hast Du wirklich ein Problem. Weil Du Dir dann jemanden suchen mußt, der das Teil reparieren kann. Ersatzteile zu beschaffen ist schwierig, deshalb müssen sie teuer angefertigt werden.


    Wenn Du eine Crown Graphic wirklich sehr günstig bekommen würdest, wäre das sicher ein Einstiegmodell. Bis Du dann doch eine Kamera findest, die mehr Verstellmöglichkeiten hat.


    M. W. kann man Objektivplatinen aus passendem Aluminiumblech anfertigen, aber auch dazu benötigt man entsprechendes Werkzeug.


    Wie Du siehst, kann ich Dir nur empfehlen weiter zu suchen bis Du eine Kamera findest, die Dir mehr Möglichkeiten bietet. Es muß ja keine neue Master-Technika sein, aber eine Technika III oder eine Horseman ist sicher ein besserer Einstieg in die GF-Fotografie.


    Peter K

  • es kommt sicherlich auch darauf an, was du willst.
    für architektur und tabel-top wo viele und teils deutliche verstellungen nötig sind bist du mit der speed oder crown bestimmt schlecht beraten.
    willst du landschaft machen oder people dann sind die graflexe nicht verkehrt.
    ich habe lange eine busch pressman (ein vergleichbares konkurenzmodel) auf auslandsreisen im gepäck gehabt und damit einige nette schüsse bekommen.
    der schlitzverschluss der speed ist ein vor- und ein nachteil. sieht man von eventuellen reparaturen einmal ab, die ich nicht sonderlich schwer gewichten würde, da die dinger extrem robust und langlebig sind, schränkt er die extreme ww tauglichkeit bestimmt ein. bis 90mm macht er aber keine probleme. der vorteil ist allerdings, dass du objektive ohne verschluss verwenden kannst, wie sie zB für die mentors etc in der ddr gebaut wurden.
    die objektivplatinen kannst du dir für einen kasten bier in einer lehrwerkstatt fräsen lassen.
    es gibt zu dem thema auch ein us-forum - ich meine es ist unter http://www.graflex.org zu finden.

  • Hallo Axel,


    ich interpretiere Dein Posting hoffentlich richtig. Du willst:


    - Architekturaufnahmen machen
    . Landschaften ablichten


    Für letzteres wäre egal welche Graflex tauglich, für ersteres solltest du Dir die Geldausgabe sparen. Besser wäre da tatsächlich eine Kamera mit wirklichen Verstellmöglichkeiten. Und für Landschaften wohl auch eine gewisse Weitwinkeltauglichkeit nicht schlecht.


    Eine Graflex kann ich mir nur mit folgendem Einsatzprofil vorstellen: Blende zu auf 64, Birnchen-Blitz volle Kanne. Den Film dann in Atomal weichgespült und die Ergebnisse auf der Titelseite einer 50er-Jahre-Zeitung.
    Heute nicht mehr sinnvoll angefragt.


    Schau Dich mal nach einer älteren Plaubel um, intern. Rückteil ist entweder dabei oder stellt kein Problem dar. Mit einer opt. Bank müßtest Du dann leben lernen, raumsparend verpackbar sind die Teile: Standarten flachgelegt und gut ist.
    Zusätzlich hast Du alle nur so gewünschten Verstellmöglichkeiten und gibst nur relativ wenig Geld aus.


    Auch bei Plaubel gilt: Der Schlosser um die Ecke kann Platinen fertigen. Und es gibt absolut kein Geschiß mit kameraspezifischen Schlitzverschlüssen.


    Beste Grüße,
    Franz (Plaubel Peco Universal-III in 13x18)

  • Zunächst mal vielen Dank an alle!


    Man kann eure Antworten ja selbst mit viel Zweckoptimismus nicht gerade als volle Zustimmung zu meinem Vorhaben interpretieren.... (es sei denn man liest nur einen Teil von Tims Antwort) :wink: Wobei die Sache mit der 50er Jahre Zeitung ja mal ein nettes Projekt wäre.... :smile:
    Architetktur ist sicherlich bei mir eher nachrangig. Die Idee war, dass wenn Papa mal ein paar Stunden Zeit (für sich) hat er sich sein Fahrrad schnappt, Satteltaschen und Rucksack dran, und los. Und natürlich im Urlaub.
    Dafür hatte ich schon beinahe eine Cambo SC gekauft, mir dann aber in letzte Minute überlegt, dass eine Laufbodenkamera für das o.g. Szenario geeigneter sei. Dann sollte es eine Shen-Hao o.ä. sein, diese sind aber deutlich teurer als eine Cambo, Plaubel etc. Naja, und dann bin eben auf die Graflexe gestossen.....
    Weiterer Vorteil der Laufbodenkamera wäre gewesen, dass mein Gitzo, dass ich in MF verwende, hier auch gepasst hätte. Bei einer Bank wird das wohl eng.


    Hm, ich werde dann mal weiter Grübeln. Unter Zeitdruck bin ich ja nicht. Eine Bank hätte natürlich auch Charme, weil ich zuhause sogar noch ein kleines Studio mit Blitzanlage habe, in dem ich ab und zu Portraits mache. Da könnte man ja dann mal neue Sachen probieren (Still etc.).


    Ihr seht schon, so richtig überzeugt/festgelegt bin ich (noch) nicht!


    Axel

    • Official Post

    Hallo Axel,


    eine Kombination von optischer Bank und Laufbodenkamera war die Linhof Kardan-Color 9x12/4x5". Diese Kamera hat das Rückteil und die Frontstandarte der Technika V und was ein großer Vorteil ist, die optische Bank ist teilbar, so dass die Kamera zusammengeschoben in eine Aktentasche paßt. Durch den Kombibalgen der vor dem Faltenbalgen ein WW-Balgenteil hat, kann man auch kurze Brennweiten verwenden. Solche Kameras werden öfters recht preiswert angeboten.


    Peter K

  • Hallo,
    lese interessiert mit, da ich für mein Aero Ektar "Anschluss" suche und keine Eierlegendewollmilchsau. Bekanntlich ist die Speed Graflex für die Kombi nicht grundlos Standard geworden.
    Verschlussprobleme? Hm!


    Wer hat die Kombi Graflex- Aero?
    Was mich interessiert, da mein Englisch nicht gut genug ist, wie der Verschluss eingestellt wird. Im Net fand ich auch nur ein manual für eine ältere Speed-Version.
    Dann, wie der seitliche Entfernungsmesser auf das Ektar justiert wird. Oder lohnt das nicht?
    In verschiedenen Abb. sieht man oben wie seitlich noch eine Sucherkamera. Den Sinn außer der show sehe oder verstehe ich nicht.
    Lässt sich ein E-Blitz nur über einen Objektiv-verschluss auslösen?


    Gruß, Blende8

    • Official Post
    Quote from "Blende8"

    Lässt sich ein E-Blitz nur über einen Objektiv-verschluss auslösen?


    Auch Schlitzverschlüsse können so synchronisiert werden, dass man damit Blitzgeräte verwenden kann. Voraussetzung ist aber dass der Verschlußvorhang das Filmfenster ganz frei gibt. Bei KB-Kameras ist das, je nach Modell, bei Verschlußzeiten bis 1/30 sec der Fall. Bei vertikal ablaufenden Verschlüssen können die Zeiten kürzer sein.


    Prinzipiell ist das auch bei Schlitzverschlüssen für größere Formate möglich, aber für Formate über 6x6cm gibt es Schwierigkeiten weil die Vorhänge dann sehr schnell bewegt und was die größere Schwierigkeit ist, abgebremst werden müssen ohne dass sich der Verschluß wegen der großen auftretenden Kräfte zerlegt.


    Schlitzverschlüsse für GF-Kameras wurden gebaut weil man damit Verschlußzeiten von 1/1000 sec. erreichen konnte, was hauptsächlich bei Luftbildkameras von Vorteil war bevor die Umlaufverschlüsse in diese Kameras eingebaut wurden. Blitzlicht wird da nicht gebraucht. Über Synchronisation ist hier nichts zu finden. Und ob die "Offenblitz-Methode" mit der Speed Graphic möglich ist, weiß ich nicht, denn von "B" oder "T" ist da auch nichts zu lesen.


    Was natürlich zu der Frage führt ob so eine Kamera mit Schlitzverschluß überhaupt über das Mattscheibenbild eingestellt werden kann.


    Peter K

  • Peter Schrieb:"Was natürlich zu der Frage führt ob so eine Kamera mit Schlitzverschluß überhaupt über das Mattscheibenbild eingestellt werden kann"


    Mit dem Aero kann man bei offener Blende nicht anders arbeiten. Schau mal hier weiter unten.
    http://www.xs4all.nl/~lommen9/aero/


    Ist der Speed-Schlitzverschluss nicht irgendwann ganz offen? Die Sync. könnte man doch elektronisch einstellen.


    Gruß, Blende8

    • Official Post
    Quote from "Blende8"

    Ist der Speed-Schlitzverschluss nicht irgendwann ganz offen? Die Sync. könnte man doch elektronisch einstellen.


    Wahrschein ist der Verschluß nie ganz offen, denn die längste Zeit ist wohl 1/30 sec. Das reicht gerade um ein Filmfenster von 36mm offen zu halten aber nicht bei über 10 cm, 4 inches.


    Ein Synchronkontakt ist immer ein Schalter der über die Verschlußmechanik oder auch die Kameraelektronik geschlossen wird. Beim Zentralverschluß dann wenn die Verschlußlamellen ganz offen sind, bzw. kurz vorher wenn der Verschluß einen Umschalter auf "M" hat. Schlitzverschlüsse werden ähnlich synchronisiert. Und lassen sich auch nachrüsten, wenn man noch eine Werkstatt findet die so etwas kann.


    Übrigens, Vorsicht wenn man einen Studioblitz an eine elektronisch gesteuerte Kamera anschließt! Die Zündkreise von solchen Blitzgeräten haben oft eine so hohe Spannung die zur Zerstörung der Kameraelektronik führt.


    Peter K

  • der schlitzverschluss der graflex ist nicht so konstruiert wie der einer üblichen kb kamera.
    in einer kb kamera besteht ein tuchschlitzverschluss in der regel aus zwei getrennten teilen. der erste teil öffnet den verschluss und der zweite teil schließt ihn wieder. die zweit die zwischen den beiden vorgängen liegt ist variabel und bildet die verschlusszeit.
    bei der graflex besteht der schlitzverschluss aus einem teil. es ist ein langes stück gummituch, in das verschieden breite schlitze geschnitten sind. der breiteste ist breiter als das 4x5 format und gibt damit die mattscheibe komplett frei. die ablaufgeschwindigkeit des tuches ist bei der auslösung immer gleich - die verschlusszeit wird über die breite des gerade verwendeten schlitzes gesteuert.

  • Quote from "tim10243"

    der schlitzverschluss der graflex ist nicht so konstruiert wie der einer üblichen kb kamera.
    in einer kb kamera besteht ein tuchschlitzverschluss in der regel aus zwei getrennten teilen. der erste teil öffnet den verschluss und der zweite teil schließt ihn wieder. die zweit die zwischen den beiden vorgängen liegt ist variabel und bildet die verschlusszeit.
    bei der graflex besteht der schlitzverschluss aus einem teil. es ist ein langes stück gummituch, in das verschieden breite schlitze geschnitten sind. der breiteste ist breiter als das 4x5 format und gibt damit die mattscheibe komplett frei. die ablaufgeschwindigkeit des tuches ist bei der auslösung immer gleich - die verschlusszeit wird über die breite des gerade verwendeten schlitzes gesteuert.


    Dann sollte es doch möglich sein, mit der Blitzsynchro am Kameragehäuse für FP Birnen und einer nachgeschalteten elektronischen Verzögerung auf X-Synchro bei 1/30 mit Elektronenblitzen zu arbeiten. :P


    Gruß Blende8

    • Official Post
    Quote from "Blende8"

    Dann sollte es doch möglich sein, mit der Blitzsynchro am Kameragehäuse für FP Birnen und einer nachgeschalteten elektronischen Verzögerung auf X-Synchro bei 1/30 mit Elektronenblitzen zu arbeiten. :P


    Vorausgesetzt das Teil hat überhaupt einen Synchronkontakt. Der kann ja nach Tims Erklärung nur bei der Stellung auf den breitesten Schlitz vorhanden sein.


    Peter K

  • Quote from "Peter K"


    Vorausgesetzt das Teil hat überhaupt einen Synchronkontakt. Der kann ja nach Tims Erklärung nur bei der Stellung auf den breitesten Schlitz vorhanden sein.


    Peter K


    Auf dem Bild ist einer seitlich am Gehäuse und einer am mitgelieferten Optar zu sehen. Das sind die 2 poligen, männlichen Stecker. Damit müsste man auch einen Servoblitz auslösen können, der den verzögerten Hauptblitz auslöst. Leider hat keiner mehr die verzögernde Elektronik im Programm.


    Merkwürdig, dass hier offenbar niemand mehr mitliest, der die Speed hat. Da gab es doch mehrere :?::shock:


    Gruß, blende8

  • Ich hatte mich hier schon mehrfach über die Graflex ausgelassen.
    Graflex hat in den 70ziger Jahren die Produktion eingestellt und wir schreiben 03.2009.
    Die letzten waren meines Wissens die Super Graflex und die Spezial. Die Super hat die größten Verstellmöglichkeiten und ein Drehrückteil. Die Spezial hat ein schmales Gehäuse, keinen eingbauten Schlitzverschluß und ist mit einem 4,7/135mm (127) SchneiderXenar ausgeliefert worden. Der Entfernungsmesser der jüngeren Kameras ist oben auf dem Gehäuse montiert.
    Keine der Graflexen hat ein verstellbares Rückteil.
    Die Kameras waren für Zeitungsfotografen gebaut worden, deren Abzüge konnten im Kontakt geprintet werden. Da waren die Erschütterungen des eingebauten Schlitzverschlußes unerheblich.
    Jede selbstgebastelte Bankkamera aus Holz kann mehr wie eine Graflex. Das nicht verstellbare Rückteil ist ein Manko an einer Fachkamera.
    Der Vorteil der Graflex ( ausgenommen Super Graflex) ist das geringe Gewicht, die unkomplizierte Bedienung und die robuste Bauweise. Ich habe eine Spezial und wegen der größeren Verstellmöglichkeiten hatte ich mir eine Super zugelegt. Die Super habe wieder verkauft, ich habe gelernt das zu vernüftigen Verstellmöglichkeiten das Rückteil gehört. Das konnte weder die Super noch die Spezial, aber die Spezial war leichter und den besser Sucher mit Emesser. Für Landschaft, Portrait und das was man Streetfotografie nennt ist sie sehr gut geeignet.
    Mein Rat kaufe dir, wenn überhaupt eine der jüngeren Kameras, selbst die jünsten sind fast 40Jahre alt, auch die Bush Pressman sind sehr gut. Achte bei den Objektiven auf einen normalen Blitzanschluß, viele der älteren verbauten Objektive sind nur für Birnen Sycronisiert und haben einen inkompatiblen Anschluß. Betrachte den niedrigen Preis immer im Zusammenhang mit dem Alter. Bestenfalls ist der Preis fair, nie aber billig.
    Meiner Meinung ist in den meisten Anwendungsfällen der Graflex eine vernünftige Mittelformatkamera die bessere Wahl.
    Matthias

  • @ mattes
    Danke auch Dir für Deine Infos.
    Ich brauche die Graflex primär für mein Aero Ektar. Leider ist die Bildweite der Optik für eine Primar-Reflex 9/12 etwas kurz. Es geht also auch um das größere Format mit seinen physikalischen Vorteilen.
    Die Blitzsynchro von M auf X ist eine Option und wohl machbar.Was der Verschluss noch auf einem schweren Stativ anrichtet, muss man sehen.
    gruß, blende8

  • Hi, Axel


    Laß' dir die Freude nicht verderben, ich habe auch eine Vierfünf-Graflex. Ich mag sie, weil sie eben nicht so wacklig ist wie die eine oder andere Studio-Kamera, weil sie so recht zum Draufhalten ist. Natürlich arbeite ich auch ruhig mit der Graflex auf Stativ. Sie ist auf jeden Fall praktisch zum Mitnehmen.

  • Um das Thema mal etwas aufzuwärmen und um einige Dinge richtig zu stellen.


    1. Man kann bei Speedgraphics über die Mattscheibe einstellen (es gibt da auch ne T-Einstellung beim Schlitzverschluss :wink: ).
    2. Der Blitzkontakt ist ein sogenannter Bi-Post, der auch an alten Alphax-Verschlüssen zu finden ist
    3. Blitzsynchronzeit ist 1/250 s
    4. Blitzadapter gibt es hier
    5. Ich benutze meine Speed mit einem Metz 45CT-5 ohne Probleme.
    6. Falls jemand 'ne Speed kaufen möchte, so sollte man unbedingt bei abgenommener Mattscheibe den Schlitzverschluss durchfahren und das in beiden Gängen und schauen, dass das Tuch keine Löcher aufweisst (die Schlitze sind gewollt :!: ) und stramm liegt.
    7. Das Auslösegeräusch ist einfach geil! :mrgreen:


    Gruss,
    Stephan.


  • Landschaften geht: ja; für Architektur: Meistens nicht.

    Quote


    2. Auf der Graflex Seite habe ich mir die verschiedenen Modelle angeschaut und schwanke zwischen Speed Graphic und Crown Graphic. Wenn ich es recht verstehe, dann sind die Speed Modelle mit eingebautem Schlitzverschluss, der aber bei den Verstellmöglichkeiten bei WW im Weg sein kann. Ist dann eine Crown besser? Oder anders gefragt: welches Modell könnt ihr mir empfehlen?


    Nimm die Crown, die hat keinen Schlitzverschluss oder aber eine Super Speed Graphic, ein direkter Vorläufer der 45er Toyo. Der Schlitzverschluss ist meiner Ansicht nach bei einer Kamera, die schon Jahrzehnte alt ist das Teil, das am ehesten für Pannen sorgt. Für Landschaften und Architektur brauchste den ohnehin nicht.

    Quote


    3. Welche Rollfilm-Rückteile passen da drauf? Passen dort die bei uns in Deutschland als „international“ angebotenen? Ich lese immer auch von „Graflock“ – ist das was anderes?


    Nach meinem Wissensstand sind nur die neuesten Modelle aus den 1970ern mit einer abnehmbaren Mattscheibe und Drehrückteil versehen. Das brauchst Du allerdings in den allermeisten Fällen, um die Rückteile mittels zweier Klammern an der Kamera zu befestigen. "Graflock" und das internationale Rückteil meint im Regelfall das selbe: Es passen zumindest alle heutigen Planfilmkassetten für das gedachte Format ins Rückteil.

    Quote


    4. Welche Objektivplatinen passen denn bei den Graflexen?


    Meines Wissens passen nur die Originalteile genau. Gibbet in der Bucht.

    Quote


    5. Immer wieder wird entweder nur von z.B. Crown Graphic oder aber auch von Paxemaker Crwon Graphic gesprochen. Ich nehme an, dass da kein Unterschied ist, oder?


    Pacemaker beschreibt Design und Baujahr: Ab 1948 mit Chromteilen. Die Crown Graphic ist deutlich neuer und ohne Schlitzverschluss: Siehe oben...

    Quote

    6. Was gibt es noch bei einer Graflex zu beachten?


    Dass sie nicht Deine Kamera sein wird, wenn Du Architektur fotografieren willst: Optiken meistens zu schlecht und zusätzlich zu kleiner Bildkreisdurchmesser(zeichnet 4x5" gerade so aus). Damit hat sie sich eigentlich schon erledigt. Für Landschaften oder Portraits ist sie allerdings halbwegs brauchbar, wenn man das Original- Objektiv verwendet.
    Ansonsten, wenn es denn noch eine sein soll: Zustand, Zustand und Zustand: Der Balgen muss lichtdicht sein und es sollten alle Schrauben, vor allem an der Frontstandarte, vorhanden sein.

    Quote


    Ich freue mich natürlich auch über Anregungen für weitere Alternativen!


    Ich kann eigentlich nur zu einer Shen Hao oder einer Studiokamera einer möglichst noch aktiven Marke (z. B. Sinar, Toyo, Plaubel, Linhof, Cambo) raten, wie es einige meiner Vorschreiber auch schon getan haben. Vor allem sollte Dir auch klar sein, dass eine digitale SLR deutlich teurer ist, wenn man an wirklich hochwertige Optiken denkt. Für eine Shen Hao oder Graflex kann man für oftmals schmales Geld sehr hochwertige Optiken erwerben.
    Und vor allem: Denke immer daran, dass die Graflex eine Pressekamera ist: Sie bietet nur sehr wenige Verstellmöglichkeiten, die oft auch in der Landschaftsfotografie unzureichend sind. Ich habe selbst eine hier und nutze sie manchmal auch.
    Wichtig ist auch, dass Du Dir im klaren darüber sein musst, dass Du viel zu schleppen hast, wenn Du zu einer Studiokamera greifst.


    Gruss aus Peine


    wutschel

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