Welchen Sinn hat analoges Großformat ?

  • Quote from "linhofklaus"

    Mit meiner Analogausrüstung erreiche ich immer noch spielend leicht die Aufnahmen, die ich erwarte.
    Wieviel Geld und Einarbeitungszeit müsste ich investieren um digital dahin zu kommen, wo ich mit MF und GF jetzt schon bin? Der Workflow spielt für mich nur eine untergeordnete Rolle, 5 Bilder/sek mit Bracketing ( Schrotflintenprinzip)
    habe ich noch nicht vermisst, der Umgang mit dem Beli sitzt noch.


    :wink:
    Oh, das sitzt bei mir durchaus noch, der Handbeli hat keineswegs ausgedient und das Schrotflintenprinzip nutze ich sehr selten. Ich fotografiere schon sehr gezielt. Bracketing brauche ich gewöhnlich nur für Rohmaterial für HDR-Fotos. Die Einarbeitung in den digitalen Workflow hat gerade mal wenige Wochen gedauert. In der Art zu sehen und gesehenes umzusetzen hat sich aber nichts geändert, schon gar nicht mit der S5 pro, die im Verhalten von Farbnegativfilm kaum zu unterscheiden ist, nur mit dem Unterschied, daß keine "Plantscherei" nötig ist und Ärger mit Herrn Schwarzschild entfällt. Die Kamera ist nur ein schwarzer Kasten mit irgendeinem Material zum Aufzeichnen des Lichtes. Bilder entstehen im Kopf. Die Technik ist gewöhnlich nachrangig, sofern keine speziellen Anforderungen vorliegen, wie etwa extremes Available Light.


    Was aber für mich viel wichtiger ist, daß ich jetzt im Hoch ASA Bereich eine Qualität erreiche, die mit Film unmöglich war. 1000, 1600 oder 3200 ASA: Naturdokus bei extrem schlechtem Licht mit über 9 Blenden Eingangsdynamik bei 3200 ASA, über 10 bei 1000 ASA, mit wenig Rauschen und phantastischer Farbwiedergabe. Die wären mit der 67 oder gar der Linhof nicht drin, geschweige denn mit KB. Entweder, weil es das passende Material nicht (mehr) gibt (67, 4x5") oder weil man im fertigen Bild die Körner einzeln zählen kann (KB).
    Oder gestern: Die Dokumentation einer Spinnenmahlzeit. Kein besonders gutes Licht, dafür Wind und alles Makro. Ohne AF-C und jede Menge ASA hätte ich mir das abschminken können. Über 60 Aufn. waren selbst mit dieser Technik nötig, um einige wenige gute zu kriegen. Natürlich hätte ich das mit meiner Pentax 67 machen können, Makroausrüstung bis 5:1 ist vorhanden. Aber es wären mindestens 6 Filme plus Entwicklung an Materialkosten entstanden, eher mehr, weil kein AF. Selbst bei KB wären noch 2 Filme mit Folgekosten draufgegangen. Und so? Interessante Naturdokus beiläufig auf'm Hundespaziergang mit 0,01 € Gestehungskosten (bischen Akkustrom). :wink:
    Das ist der Punkt, warum m.M.n. die Analogfotografie auf Dauer in einer nichtproduktiven Nische landen wird, Spezialanwendungen und künstlerische Fotografie mal ausgenommen...

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • Diese Analog gegen Digital Vergleiche/Diskussionen wecken bei mir immer ein ungutes Gefühl, da wer auch immer eine Entscheidung in welche Richtung auch immer für sich gefällt hat, diese mit beinahe rel. Eifer versucht Anderen nahe zu bringen. Funktionieren wird das nie, weil die Voraussetzungen verschienden sind, jemand mit einem professionellen Hintergrund wird andere Entscheidungen fällen als jemand mit künstlerischem oder Hobbyhintergrund. Beispiel: Für mich persönlich als Hobbyknipser spielen weder qualitative, zeitliche oder prozessbezogene Aspekte eine Rolle.


    Ist nicht die Diskussion als solche daher zumindest teilweise sinnbefreit?


    Gruß
    rudi

  • Quote from "Rudi"

    Ist nicht die Diskussion als solche daher zumindest teilweise sinnbefreit?


    Zumindest kann man nur aus der eigenen Sicht urteilen und die ist bei mir rein pragmatisch. Was analog angeht, bei bestimmten SW-Arbeiten benutze ich diese Technik auch noch. Also kein "entweder...oder", sonder ein "sowohl...als auch", je nach Anforderungsprofil der anstehenden Arbeiten. Aber das Schwergewicht liegt mittlerweile auf digi, schon aus wirtschaftlichen Gründen...


    Im Liebhaber- und Künstlerbereich zählen eben emotionale Gründe, die einen eine Entscheidung in die eigene oder andere Richtung fällen lassen. Und Emotionales entzieht sich nun mal reiner Ratio, was dann zu der von Dir erwähnten teilweisen Sinnlosigkeit der Diskussion führt...



    edit: Tipfehler

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

    Edited once, last by Grauer Wolf ().

  • Quote from "linhofklaus"


    5 Bilder/sek mit Bracketing ( Schrotflintenprinzip)


    Ich fürchte da hast Du ganz einfach nicht verstanden, worum es geht - "5 Bilder/sek mit Bracketing" gibt es nicht, ist schlicht Unfug. Bracketing hat mit "Schrotflintenprinzip" nicht im Entferntesten zu tun.
    Vielleicht aber hast Du ja noch nie mehr als eine Blende belichtet von einer Einstellung - das bedeutet nämlich "Bracketing": von derselben Einstellung mehrere
    Belichtungsvariationen. Eine unter, eine über und eins in der Mitte. Das nennt man auf Neudeutsch - warum auch immer - "Bracketing".
    Der Unterschied zum üblichen Arbeiten - bei dem man sich dann eine optimale Belichtung raussucht und vergrößert - ist, daß alle 3 Belichtungen zu EINER zusammengerechnet werden und man so einen wesentlich erweiterten Tonwertumfang erreicht . . z. B. HDR.


    Im Übrigen geht es mir unendlich auf die Nerven, wenn ständig abfällige Bemerkungen kommen, sobald von digitalem Arbeiten die Rede ist - das zeugt nicht eben von viel Kenntnis.


    Aber natürlich ist analoges Arbeiten GF "edel" und Digitales wird prinzipiell im Schrotflintenprinzip praktiziert. Schon klar.


    "Z. Zt. habe ich sehr viel Freude an einer Technika 13x18 zum Preis einer 14 MP ( Boah ey ) Digikompaktknipse
    mit Schneider Symmar 360 mm zum Preis eines vollkunststoff ( incl. Bajonett!) Digi-SLR-Objektivs.
    Gerade noch einen 60x80 Abzug im Labor gemacht, kein Bildrauschen."


    Toll - aber echt daneben formuliert . . .


    1) ist es lächerlich eine 13x18 mit einer 14MPx "Digikompaktknipse" zu vergleichen - sollte eigentlich klar sein.
    2) kriegst Du für 13X18 kaum noch Filme - eher für 5x7"
    3) muss man ja keine Vollkunststoff -(incl. Bajonett!)- Objektive benutzen - es sind die Billigsten.
    4) Selbstverständlich hast Du auf einem 60x80 Abzug "Bildrauschen" - es nennt sich Korn . . .


    Wenn Du schon eine 13x18 Technika mit einem digitalen Gegenüber vergleichen willst dann mit einem entsprechendenDigiback.
    Und da schmiert die Technika hoffnungslos ab, was Detailschärfe und Detailauflösung betrifft.


    Gerade hab ich einen Job mit einer D3x fotografiert - in der Dämmerung. Da wärst Du mit der Technika aber sowas von komplett untergegangen, mein Lieber . . :mrgreen:


    Also lass mal besser die Kirche im Dorf.


    P.S.:
    wohlgemerkt - ich selber stehe sehr auf Analog-Fotografie. Von KB über MF bis GF 8x10" (wenn schon, denn schon).
    Digitale und analoge Fotografie bedeutet in beiden Fällen: Fotografie. Und DARUM sollte es gehen - nicht um naives Gerangel, wessen Schüppchen denn nun das Schönere ist!


    Wenn es um beste Detailgenauigkeit geht ist Digital inzwischen längst am Film vorbeigezogen. Bei entsprechendem Aufwand.
    Der Aufwand bei Analog ist allerdings nicht gerade geringer - nur durch das Benutzen alter Geräte billiger!


    Analog konsequent gehandhabt kann sehr gute Ergebnisse erreichen - Digital konsequent gehandhabt nicht minder . . im Gegenteil: de facto sind die möglichen Ergebnisse besser.


    Daran beißt die Maus kein´Faden ab.


    Trotzdem gibt es viele Fotografen - mich eingeschlossen - die die Anmutung analogen Arbeitens lieben und auch noch lange damit arbeiten werden.
    Das ist aber eher eine geschmackliche Geschichte als eine Rationale.

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
    “Simplicity is the keynote of all true elegance.” Coco Chanel

  • Quote from "linhofklaus"

    5 Bilder/sek mit Bracketing ... habe ich noch nicht vermisst


    Für "Dauerfeuer" gibt es verschd. Anwendungen.
    - Sportfotografen nehmen damit ganze Szenen auf um das beste Bild aus so einer Reihe verwenden zu können.
    Diese Leute machen das, weil sie mehr verwertbare Aufnahmen bekommen, als wenn sie den "entscheidenden Augenblick" abwarten und leider zu oft verpassen. (Selbst HCB hatte eine sehr hohe Ausschussrate)
    [EDIT]- Man kann mit Dauerfeuer auch gut Bewegungsstudien machen. Z.B. beim Sport. Ob zu Trainings- oder Unterhaltungszwecken. [/EDIT]
    - Bei langen Zeiten kann man mit Dauerfeuer noch scharfe Ergebnisse aus der Hand erzielen. Das erste Bild ist meist noch ziemlich verwackelt, das 2. oder 3. wird dann recht scharf.
    - Die meisten Kameras haben Automatiken für Belichtungsreihen eingebaut. Kamera auf Bracketing gestellt und mit Dauerfeuer lassen sich dann sehr schnell mehrere Aufnahmen mit unterschiedl. Belichtung erstellen. Z.B. für HDR, oder wenn man flüchtige Motive hat und man sich der Belichtung unsicher ist.


    Muss nicht jeder haben, muss auch nicht jeder machen. Aber es führt in manchen Fällen und für manche Fotografierstile zu mehr brauchbaren Ergebnissen. Warum man sich daran aufziehen muss, verstehe ich nicht. Der Trend stammt ja aus der analogen Zeit mit den KB-Knipsen und Winder die 10 Bilder pro Sekunde schaffen. Hat also überhaupt nichts mit Digital zu tun. Dort ist es nur weiter verbreitet, weil es keinen Film kostet.



    Gerd

  • ist es lächerlich eine 13x18 mit einer 14MPx "Digikompaktknipse" zu vergleichen - sollte eigentlich klar sein.



    Ich finde es durchaus interessant, zu vergleichen, was man für das gleiche Geld bekommen kann, auch das Vollkunststoffobjektiv kostet das gleiche, wie das 360 er Symmar!
    Ein Vergleich mit einem Digiback wäre also völlig daneben.


    Sicher mag es für jemanden, der mit Fotografie sein Geld verdienen muss notwendig sein, immer den neuesten technischen Errungenschaften nachzuhecheln und diese Techniken auch als das einzig Wahre darzustellen.
    Ich habe nicht behauptet, dass " mein Schüppchen das schönste ist", dafür ist hier eher einer unserer Vielschreiber Zuständig, es geht mir vorrangig darum, dass man mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln zu hervorragenden Ergebnissen kommen kann. Extreme Makros bei schlechtem Licht und Sportaufnahmen sind nicht mein Ding, also vermisse ich hier nichts.
    In meiner nunmehr dreißigjährigen Tätigkeit im Fotohandel hatte ich genügend Gelegenheit, diverse Geräte auf Ihre Eignung für meine Zwecke zu testen. Eine nennenswerte Verbesseung der Bildqualität gegenüber MF oder GF ist einfach nicht in einem für Normalsterbliche vertretbarem finanziellen Rahmen zu erreichen.
    Ich möchte jetzt nicht mit der Aufzählung von Ausrüstungsgegenständen langweilen, auch hier finden sich in Beiträgen anderer mit Sicherheit noch " Schüppchen"


    Gruß
    Linhofklaus


  • Klaus (ich nehme an, das ist der Name? 8) )!


    Du hat nat. völlig Recht.
    Nur kann man schlecht Preise als Vergleich heranziehen, die auf "uraltes" HighTech Gerät zutreffen - und die dann argumentativ gegen aktuelles LowTech setzen.
    Wenn schon, dann vergleiche altes Hightech mit neuem Hightech - und da müßte es in Hinsicht auf Qualität im Vergleich zu GF dann schon ein 39/50/60MPx Back sein . . . und nicht ein Billig-Produkt aus Kunststoff.


    Ein wirklicher Vergleich wäre, digitales GF mit wenig Kosten zu realisieren - so, wie ich das (und immer mehr andere auch) mit dem Stitchen mache.
    Dagegen kann Analog bei Weitem nicht ankommen. Und teurer als altes analoges GF ist es auch nicht - nur "kann" es eben noch viel größer in allerfeinster Qualität


    "es geht mir vorrangig darum, dass man mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln zu hervorragenden Ergebnissen kommen kann."


    Wie eben gesagt: darum geht es mir ebenfalls.


    "Eine nennenswerte Verbesseung der Bildqualität gegenüber MF oder GF ist einfach nicht in einem für Normalsterbliche vertretbarem finanziellen Rahmen zu erreichen."


    Meine Rede seit Jahren - das wollen die Digitalos aber nicht glauben . . daher bin ich in digitalen Zirkeln ebenso verschrieen wie in Analogen . . :mrgreen::mrgreen: - aus jeweils entgegegesetzten Gründen . .


    Das einzig Wichtige ist: wie erreiche ich die bestmögliche Qualität für das Ziel, das ich im Auge habe zu den Konditionen, die ich mir erlauben kann.


    Und das geht digital mindestens ebensogut wie analog - bei großen Größen bzw. sehr hoher Feinheit bei Details geht es digital eindeutig besser. Gar keine Frage - und dazu muß man nichtmal mehr Geld ausgeben als für altes GF.


    Aus eben diesem Grund regt mich schonmal auf - ich entschuldige mich dafür - wenn digital über einen Kamm geschoren als "Pixelschleudern", "Schrotflintenprinzip" usw. tituliert wird.
    Es kommt drauf an, WIE man damit umgeht - es kommt analog ebenso drauf an wie digital.

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
    “Simplicity is the keynote of all true elegance.” Coco Chanel

  • Begeisterung für digitale Technik in allen Ehren - aber zurück zu "Welchen Sinn hat analoges Großformat ?"


    Oben hatten wir schon diskutiert:


    - analoges GF hat keine Alternative bei hochauflösenden Fotos veränderlicher Motive
    - wenn hochauflösende Fotos als echt zertifiziert werden müssen
    - wenn es um einfache Langzeit-Archivierung geht
    - es macht manchen mehr Spaß


    Falls das alles ist (ich hoffe nicht?): reicht das aus, um langfristig die Existenz dieser Methode zu gewährleisten?


    Das Problem sehe ich weniger bei den Kameras, das ist Lowtech die ein Schreiner fertigen kann. Eher bei der Optik - was, wenn in 15-150 Jahren alle alten Grossformat-Objektive verpilzt oder beschlagen sind?
    Vor allem aber beim Film. Schwarzweiss ist noch von Kleinfirmen machbar, die auch von geringen Mengen leben können. Doch Farbdia- und Farbnegativ-Filme sind ziemlich kompliziert herzustellen, richtig gut können das nur wenige Firmen weltweit. Deren Großproduktionsanlagen aus Analog-Zeiten werden bestimmt nicht mehr ausgelastet. Wenn mancher Fotofirmen-Vorstand tönt, Analogfilm werde es geben solange es Nachfrage gibt, so wird er bei der nächsten Aktionärsversammlung bestimmt durch einen profitorientierteren Vorstand ersetzt. Soll heißen, ich habe Angst um die jahrzehntelange Verfügbarkeit von analogem Farbfilm.


    Vielleicht hat analoges Grossformat ja alleine deswegen keinen Sinn mehr, weil es keine Zukunft hat?
    Unabhängig davon, ob es vorteilhaft ist oder nicht. Was wäre denn da zu tun?

  • Quote from "der uli"


    Das Problem sehe ich weniger bei den Kameras, das ist Lowtech die ein Schreiner fertigen kann. Eher bei der Optik - was, wenn in 15-150 Jahren alle alten Grossformat-Objektive verpilzt oder beschlagen sind?


    Alles > 50 Jahre dürfte für mindestens 90% aller bisherigen GF-Fotografen irrelevant sein. Mindestens bis dahin dürfte die Verfügbarkeit von gepflegten Objektiven kein Problem sein.

    Quote

    Vor allem aber beim Film. Schwarzweiss ist noch von Kleinfirmen machbar, die auch von geringen Mengen leben können. Doch Farbdia- und Farbnegativ-Filme sind ziemlich kompliziert herzustellen, richtig gut können das nur wenige Firmen weltweit. Deren Großproduktionsanlagen aus Analog-Zeiten werden bestimmt nicht mehr ausgelastet. Wenn mancher Fotofirmen-Vorstand tönt, Analogfilm werde es geben solange es Nachfrage gibt, so wird er bei der nächsten Aktionärsversammlung bestimmt durch einen profitorientierteren Vorstand ersetzt. Soll heißen, ich habe Angst um die jahrzehntelange Verfügbarkeit von analogem Farbfilm.


    Bei SW-Film braucht man sich insb. für GF keine Sorgen zu machen. Selbst wenn der letzte industrielle Hersteller die Segel streicht, wird aus den ambitionierten Bastelprojekten auf apug.org ganz schnell eine Kleinproduktion in der Garage, wenn die Nachfrage da ist. Aber soweit wird das nicht kommen.
    Farbe ist eine andere Geschichte. Wenn die Kinoproduktion weg ist, ist auch der Farbfilm weg. Meine Einschätzung. Hier in der Stadt (keine 35.000 Einwohner) ist im einzigen Kino kürzlich eine 3D-Anlage installiert worden. Relativ unwahrscheinlich, dass die noch mit Film arbeitet.

    Quote

    Vielleicht hat analoges Grossformat ja alleine deswegen keinen Sinn mehr, weil es keine Zukunft hat?

    Eher gibt es keinen 120er Film mehr

    Quote

    Unabhängig davon, ob es vorteilhaft ist oder nicht. Was wäre denn da zu tun?

    Nasskolodium nutzen. Kann man selber machen. :D


    Ulrich

    • Official Post
    Quote from "der uli"

    Wenn mancher Fotofirmen-Vorstand tönt, Analogfilm werde es geben solange es Nachfrage gibt, so wird er bei der nächsten Aktionärsversammlung bestimmt durch einen profitorientierteren Vorstand ersetzt. Soll heißen, ich habe Angst um die jahrzehntelange Verfügbarkeit von analogem Farbfilm.


    Da Spielfilme immer noch zum großen Teil analog aufgenommen und vor allem projiziert werden lohnen sich noch die Produktionsanlagen und ab und zu kann auch noch eine Rolle auf dicker Unterlage gegossen werden um daraus Planfilme zu konfektionieren. Wenn das Kino aber irgendwann von der Aufnahme bis zur Projektion digital läuft lohnt sich auch die Herstellung von Filmen für Fotokameras nicht mehr.


    Peter K

  • Quote from "Peter K"

    Wenn das Kino aber irgendwann von der Aufnahme bis zur Projektion digital läuft lohnt sich auch die Herstellung von Filmen für Fotokameras nicht mehr.


    Auf der Projektionsseite ist das wahrscheinlich in drei oder vier Jahren soweit. Wie schon gesagt, selbst in unserem Provinzkino ist das schon angekommen.
    Ich hab mal irgendwo -vermutlich in der c't- gelesen, dass die das auf der Aufnahmeseite noch nicht völlig im Griff haben. Die entstehenden Datenmengen sind wohl noch nicht zu bewältigen. Ist aber vermutlich auch nur noch eine Frage weniger Jahre.


    Ulrich

  • Quote from "linhofklaus"


    Ich finde es durchaus interessant, zu vergleichen, was man für das gleiche Geld bekommen kann, auch das Vollkunststoffobjektiv kostet das gleiche, wie das 360 er Symmar!
    Ein Vergleich mit einem Digiback wäre also völlig daneben.


    Also ich denke schon, dass hier Du hier etwas differenzieren solltest. Vergleiche eine neue 13/18 Kamera inkl. einem neuen Symmar bzw. dessen Nachfolger mit der 14 Mio Px Kamera inkl. Kunststoffobjektiv. Und dann sieht der Preisvergleich schon ganz anders aus. Momentan bekommst Du Hasselblads und Großformatkameras nachgeschmissen. Das ist doch der Grund, weshalb dein Vergleich funktioniert.


    Nur weiß ich auch noch, was vor einigen Jahren (als ich mein erstes Foto Praktikum nach dem Zivildienst machte) eine Sinar P2 kostete. Da bin ich ja wirklich erschrocken. Das war ein Vermögen für mich...


    Und zweifellos kostet das digitale Fotografieren ein wahnsinniges Geld, aber ich befürchte, wir kommen nicht drum rum. Ich für meinen Teil trauere dem analogen Großformat eigentlich nicht nach, kein riesiges Filmlager mehr, kein Gerenne mehr ins Labor ( das nächste vernünftige Labor ist bei mir ca. 50 Kilometer einfache Strecke!), kein endloses Scannen am Wochenende, ich muss sagen, ich bin mit digital ganz zufrieden.

    • Official Post
    Quote from "GerdO"

    Bliebe noch das Argument: "Analog sind die Farben besser. "


    Wenn Du argumentierst "... sind die Farben meistens besser" würde ich Dir recht geben.


    Weil sich sehr viele Nutzer des digitalen "workflows" blind auf Geräte und Programme für das Farbmanagement verlassen, wild von einem Farbraum in den anderen konvertieren usw., ohne das Ergebnis unter Normlichtbedingungen zu kontrollieren und danach die Feinabstimmung vornehmen. Denn auch die Farbabstimmung will gelernt sein wie bei analogen Verfahren die Filterbestimmung.


    Peter K

  • Quote from "GerdO"

    Bliebe noch das Argument: "Analog sind die Farben besser. "
    Was haltet ihr davon?


    Also von dem Argument halte ich gleich gar nichts. Nicht einmal "anders" trifft den Kern der Sache. Es gibt etliche Filmtypen einiger großer Hersteller, Dias und Negativ, letzteres wieder mit verschiedenen Papieren gekoppelt... Wo willst Du da von "besser" reden? Filme wurden schon immer aufgrund ihrer Farbgebung gezielt für bestimmte Aufgaben verwendet. Portraitspezialisten sind auf Hauttöne optimiert, der Velvia z.B. auf extrem gesättigte Blau und Grüntöne, die alte Ektachrome X Reihe, die ich (bei Naturaufnahmen) sehr gerne benutzt habe, hatte einen Hauch von Gold und ließ sich bis in die Mittagsstunden verwenden, während in den frühen Morgenstunden der normale Ektrachrome EPR oder EPP günstiger war. Ich kann mich an einen Vortrag von René Staud erinnern (ist schon länger her), der bei seiner Autofotografie für manche Lackfarben gezielt Agfa pro Material einsetze, weil die Farbtöne (ich meine, es wären Silber- und andere helle, ungesättigte Töne gewesen) besonders sauber reproduziert wurden. Ein Satz CC-Filter bringt auch noch mal Variablen rein...
    Digital wird eben profiliert, entweder auf exakte Farbwiedergabe oder gezielt auf einen gewissen Touch... Für sehr subtile Verläufe gibt's 16 Bit je Kanal oder sogar 32... Ich selbst benutze mittlerweile für die Naturfotografie die S5 pro gerne, deren Reproduktion der Grüntöne (F1a-Modus) mir sehr gut gefällt und mit meinem Farbeindruck in der Natur übereinstimmt. Dann wären da noch Modi, die perfekt auf die Hauttonwiedergabe (sehr gut auch bei Doppelportraits Mensch/Tier) und Fashion-Aufnahmen abgestimmt sind.
    Nichts davon läßt sich mit "besser" beschreiben, allenfalls mit "besser für einen bestimmten Zweck"...


    Also, analog oder digital? Großes oder kleines Format? "Je nach Bedarf" heißt die Lösung...

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • Quote from "der uli"


    Falls das alles ist (ich hoffe nicht?): reicht das aus, um langfristig die Existenz dieser Methode zu gewährleisten?


    Wenn Du was für die nächsten 2-5 Jahrtausende suchst: kauf Dir einen Hammer und einen Meißel. :mrgreen:

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
    “Simplicity is the keynote of all true elegance.” Coco Chanel

  • Quote from "klausesser"

    Wenn Du was für die nächsten 2-5 Jahrtausende suchst: kauf Dir einen Hammer und einen Meißel. :mrgreen:


    Aber dann bitte auch Basalt oder Granit als Medium nehmen, nicht etwa Kalkstein oder Schiefer... :D

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • Quote from "Grauer Wolf"


    Aber dann bitte auch Basalt oder Granit als Medium nehmen, nicht etwa Kalkstein oder Schiefer... :D


    Vielleicht ´ne Pyramide über der CD-Box errichten? Ich schätze, in Ägypten haben sie die CD-Hüllen bloß noch nicht gefunden . . . .

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
    “Simplicity is the keynote of all true elegance.” Coco Chanel

  • Quote from "40moses"


    5) Wenn es um Aufwand geht ("der Tag reich nicht usw....) dann sollte man nicht GF diskutieren, sondern Kompromisse (Mit/ohne Gewissensbisse) machen.
    So hat das Mittelalter beim Bau der Kathedralen nie gedacht !


    Sollte ich mich da jetzt angesprochen fühlen? Nein, ich baue keine Kathedralen, ich mache Architekturfotos. Ich meditiere auch nicht über meinen Motiven und mach dann ein ultimatives Bild meines Lebens, sondern mach mehr Aufnahmen am Tag, ganz viele Aufnahmen und eben nicht im Vorbeigehen, sondern alle vom Stativ und meist mit Shiftkamera und Digitalback und wohlüberlegt.


    Das was Du ansprichst, keine Kompromisse und wenn der Tag nicht reicht, dann mache ich nicht mit, ist Fotografenromantik. Fakt ist, dass ich einfach viel Bilder pro Tag machen muss, damit sich es lohnt. Das hat nichts mit gut oder schlecht bezahlten Jobs zu tun, aber finde mir den Auftraggeber, der mich dafür bezahlt keinerlei Kompromisse zu machen, alles muss stimmen, und am Ende vom Tag komme ich mit einem Bild auf 8/ 10 inch heim. Und dann brauch ich noch mal 2 Wochen, damit ich endlich die geforderte Serie von 20 Aufnahmen hinbekomme. ( Ich meine jetzt allerdings Architekturfotos und nicht einen Tag Aufbau und Licht machen im Studio, da kann es natürlich passieren, dass ich nach einem Tag nur ein Bild habe) .

  • Klaus Esser

    Quote

    Denn Korn IST unnatürlich.


    Im Gegenteil - Korn ist natürlich, also "Natur (lich)". Korn besteht aus materiellen Klistallen und die bilden die "Substanz" der echten Fotografie. Das hat nichts mit "gut" und "schlecht" , zu tun. Hier malt die Natur, wie sie Frostbilder auf dem Fensterglas im Winter malt. Wenn jemand so was unnatürlich oder sogar hässlich findet, dann liegt das Problem sicher nicht in der Natur.

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