Interessante Fotografin gefunden.

  • Lars -


    ich hatte mich ja explizit auf die beiden Fotos bezogen, die auf der LargeFormat Seite zu sehen waren. Zu den anderen Arbeiten möchte ich nichts sagen.
    Und diese Bilder finde ich so furchtbar schlecht, daß ich mich nicht mehr dazu äußern werde.
    M. E. ist es auch nicht nötig daß ich mehr dazu sage als bereits geschehen - man benutze bitte die Augen und sehe.


    Natürlich ist es lediglich meine sehr persönliche Auffassung - sowohl in Bezug auf Fotografie als auch in Bezug auf Provinzialität.
    Andere mögen das von mir aus beeindruckend finden.


    " "Provinziell, plagiativ, stereotyp und peinlich laienhaft" ist eine Antwort, mit der einer wie ich, der wohl auch unter ein solches Edikt fällt, wenn überhaupt, nichts anfangen kann. "


    Dann ist es überflüssig, Zeit damit einer Definition zu verschwenden. Wie gesagt: schau hin!


    "Wie soll denn, Klaus, in solchen Fotografien, die ich weitgehend immer der Werbeindustrie zuschreibe, etwas gemacht werden, das es nicht schon gab? Wer heute ein Stück Parmesan fotografiert, wird irgendwie auch plagiieren. Oder bist Du sicher, Dein Parmesan, falls es solcher ist, wäre nun ganz einmalig? Ist wirklich nur eine Frage. Auch wenn dahinter leicht das Wörtchen "kreativ" gesehen werden kann. Ich finde in der Vielzahl der Motive dieser Kollegin mit immer ähnlichem Inhalt auch eine gewisse, normale Kreativität. "


    Es hat vielleicht schon alles gegeben. Es geht auch nicht um "Einmaligkeit" - eher um Stil und Perfektion. Einen Parmesan kann man so oder so fotografieren - der kleine Unterschied macht´s dann aus, ob da ein Parmensan gezeigt wird oder ob der Parmesan zu einem besonderen, vielleicht sehr speziellen Parmesan wird - einem, den man am liebsten sofort über die Spaghetti reiben würde . . oder einem, der eine Idee auf den Punkt bringt oder auch "nur" ein interessantes Accessoire darstellt. Eines, daß man wahrnimmt.


    Gute Fotografie, kreative Fotografie geht über das Abbilden hinaus - sie vermittel ein Gefühl zu einem Objekt, einem Gegenstand. Zeigt die persönliche Einstellung des Fotografen zu den Dingen, die er fotografiert, seine Hingabe, seine Gründlichkeit und nicht zuletzt seine Professionalität (oder eben auch seine Nicht-Professionalität) . . macht das Objekt zu was Besonderem. Ähnliches gilt ja auch für Portraits.


    Natürlich zeigt jedes Foto die persönliche Einstellung des Fotografierenden zu dem was er macht - und oft genug ist eben genau DAS das eigentliche Problem . . . 8)

    herzlichen Gruss, Klaus
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    “Simplicity is the keynote of all true elegance.” Coco Chanel

    • Official Post
    Quote from "LarsHennings"

    1. Hinweis: Mit der Kritik an meinen Eierschalen, Peter, bin ich ganz zufrieden, wenn ich auch andere Bilder lieber besprochen gesehen hätte, meine aber, auch dort wären ja noch weitere Aspekte diskutierbar als Lichtführung, Perspektive usw. Nun sind die Eierschalen ein Spaß. Aber es wäre doch möglich, auch über Bildinhalte sich mal auszutauschen, aus Spaß kann ja auch Ernst werden, im Sinne ernsthafter, nicht unbedingt spaßfreier Kommunikation. Ich dachte auch, in dieser Weise wärst Du darauf eingestiegen.


    Hallo Lars,


    mir sind die Eierschalen im Zusammenhang mit dem Titel "Artefakt" aufgefallen. Ich wollte dann aber doch nicht weiter darauf eingehen weil ich befürchte dass es da einen Zusammenhang gibt weil Marx und Engels auch schon mal ein Ei gegessen haben. :mrgreen:


    Peter K

  • Das ist ja auch in Ordnung, Peter. Es ist unstrittig, daß ich mit diesen Bildern nicht klargekommen bin. Neu war, seit langer Zeit mal wieder solche Fotos hier zur Diskussion gestellt zu haben. Das galt für die Serie mit den Draht-Fundstücken zuvor auch schon.
    Normalerweise wird ja erwartet, Skulpturen und Objekte einzeln ! und vor neutralem ! Hintergrund abzubilden. KünstlerInnen werden oft schon unruhig, wenn in einer Ausstellung im Hintergrund fremde Objekte mit ins Bild kommen, wie unscharf auch immer. Karl Menzen gehört erfreulicherweise nicht dazu, sondern gibt seine Arbeiten auch für meine Experimente her. Ich mag gern in Ausstellungen knipsen, gerade weil dann die Objekte oft sehr schön in einen Schärferaum gestellt werden können. Es ist ja nicht mein Problem, nicht Verschiedenes gelesen zu haben, wie Objekte zu beleuchten sind, wie Du weißt. Und typischerweise nehme ich für Katalogfotos zwei Softboxen (weil ich nicht mehr habe) und zwei drei Reflektoren. Für klassische Fotos von konkaven, konvexen Edelstahlobjekten reicht das dann nicht, wie hier auch schon mal besprochen wurde, für individuelle Darstellungen in Edelstahl aber manchmal schon.
    Nun wollte ich mal wieder was anderes machen: Farbe und mehrere Objekte zusammen, dazu nur einen Strahler! Der "Hintergrund" in Rot ist nur A2 groß. Da bot sich der Versuch an, alles (es gibt 6 Motive) sehr flächig anzulegen. Klappte aber erkennbar nicht (obwohl ich das mit dem Rot erst spät als Unsinn einsah). Außerdem stimmte hier die Komposition nicht. So kam es zu den Eierschalen und zu einer unfertigen Vorlage für die Galerie UND zu einem Bildtitel: Artefakte klingt so nach URzeit, wie die Objekte ja auch archäologisch sind, Fundstücke eben. Das ironisierte die Eierschale (Senfeier, nicht Frühstückseier). Insgesamt ein Ausdruck von Hilflosigkeit.
    Mein Problem ist immer noch in besonderer Weise das Umdenken des 3D Motivs in Fläche, auch wenn ich es auf der Mattscheibe sehe bleibt es für mich 3D. Und ich gehöre nicht zu den Leuten, die beim Knipsen schon wissen, wie das Bild wirklich wirken wird, also muß ich Aufnahmen machen. Wie soll das Gehirn auch ein 3D-Motiv in der Wirklichkeit nicht ganz anders beurteilen als ein Bild? Aber mehr Erfahrung hilft da natürlich.


    Diese Behauptung scheint kühn zu sein, und doch ist sie in der Art, wie Fourier sie aufstellt, ganz unanfechtbar, ja fast selbstverständlich - das Ei des Kolumbus. Fourier weist nach, daß jeder mit der Neigung für irgendeine Art von Arbeit geboren wird, daß absolute Untätigkeit Unsinn ist, etwas, was es nie gegeben hat und nicht geben kann, daß das Wesen des menschlichen Geistes darin besteht, selber tätig zu sein und den Körper in Tätigkeit zu bringen, und daß daher keine Notwendigkeit besteht, Menschen zur Tätigkeit zu zwingen, wie im gegenwärtig bestehenden Gesellschaftszustand, sondern nur die, ihren natürlichen Tätigkeitsdrang in die richtige Bahn zu lenken. (Friedrich Engels, 1843; willst Du auch noch was von Marx?)


    Gruß
    lars

  • "Fourier weist nach, daß jeder mit der Neigung für irgendeine Art von Arbeit geboren wird, daß absolute Untätigkeit Unsinn ist, etwas, was es nie gegeben hat und nicht geben kann, daß das Wesen des menschlichen Geistes darin besteht, selber tätig zu sein und den Körper in Tätigkeit zu bringen, und daß daher keine Notwendigkeit besteht, Menschen zur Tätigkeit zu zwingen, wie im gegenwärtig bestehenden Gesellschaftszustand, sondern nur die, ihren natürlichen Tätigkeitsdrang in die richtige Bahn zu lenken."


    Toll - wäre sonst ja auch keiner drauf gekommen . . . 8) Vor allem nicht der hin und wieder zitierte Hirte fernab in der sizilianischen Wildnis oder so - der ganz bestimmt weder Fourier noch Marx braucht um zu der Erkenntnis zu gelangen, daß menschlicher (wieso eigentlich nur menschlicher?) Geist danach strebt "selbst tätig zu sein und den Körper in Tätigkeit zu bringen" . .


    Der handelt einfach entsprechend, weil er sonst nicht überlebt. Tiere handeln ebenso. Auch die brauchen nicht erst einen Überbau von intellektuellem Gesülze um das zu tun, was jeder instinktiv zu tun in der Lage ist: zu agieren.


    Hin und wieder, Lars, hab ich das Gefühl, daß Dich Dein intellektueller Überbau (großartiger Begriff, gell :mrgreen: ) davon abhält wirklich aufmerksam hinzuschauen, was sich vor Deiner Kamera abspielt und zu gestalten.
    Vielleicht mußt Du ja auch immer erst bei Marx nachschlagen wie man ein Licht so setzt, daß es im Kontext sozialpolitischer Strukturen und Erkenntnisse kongenial funktioniert . . wobei ich allerdings doch bezweifle, daß Dich das weiterbringt als zu den nächsten sozio-kulturellen Betrachtungen über Licht und Schatten im Brecht´schen Sinne vielleicht . . 8) oder eben im Sinne des Dichterfürsten, der das ja auch eher metaphorisch und weniger in Hinsicht auf GF-Fotografie gemeint haben dürfte . . :P

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
    “Simplicity is the keynote of all true elegance.” Coco Chanel

  • Hi, während Peter nur einen kleinen Witz machte und wegen der Eierschalen nach M+E fragte, übersiehst Du wahrscheinlich, daß zu Beginn des 19. JH die Vorstellung von den Menschen dadurch geprägt war, nur durch Gottes Anleitung, vertreten durch Fürsten und Popen, könnten sie jeweils in dem sozialen Platz, an dem sie geboren wurden, im Sinne der Herrschaft funktionieren. Nur durch das Hinterfragen solchen Weltbildes konnte es überwunden werden. Das gilt auch heute noch für die, die Kritik an der Welt haben. Ob wir nur wie Tiere funktionieren, darf wohl auch hinterfragt werden, selbst wenn das in der kreativen Werbewelt derzeit Konsens sein sollte (wofür ja manches spricht). Da wäre doch das Aufgreifen des "Frauenthemas" in der Kunst womöglich eine sinnvolle Fortsetzung dieses Gedankens.
    Gruß
    lars

  • "Ob wir nur wie Tiere funktionieren, darf wohl auch hinterfragt werden,"


    Niemand hat je behauptet wir würden "nur" wie Tiere funktionieren - aber wir funktionieren durchaus zum Teil vergleichbar kreatürlich.
    Nur ist das Natürliche, Archaische, Kreatürliche in uns zunehmend stärker von einem "vernünftigen" Überbau überlagert - und der wiederum hält uns hin und wieder nur zu gerne davon ab kreativ im eigentlichen Sinn zu "funktionieren". Man sieht es an Deinem besprochenen Bild mit den Eierschalen . . . 8)


    Die alte Geschichte vom "Es" und vom "Ich". Und vom "Über-Ich" . . .


    Das Dilemma: einerseits braucht es Wissen und Bildung und Gelehrtheit Dinge zu tun, die ein gewisses Niveau haben - andererseits halten uns gerade Wissen, Bildung und Gelehrtheit schonmal davon ab so zu handeln, wie wir vielleicht eigentlich wollten . . und wodurch wir eigentlich erst recht dieses "gewisse Niveau" erreichen könnten.


    Ich halte es da ganz gern mit Zen und empfehle, einen Zaun zu streichen - immer und immer wieder. Unabhängig davon, ob er irgendwann "fertig" gestrichen ist - denn das ist nicht wichtig. Es ist das Streichen selbst.


    Auf Deutsch: erst, wenn Du nicht mehr an das das Ziel denkst und daran, fertig zu werden sondern losgelöst davon FÜHLST was passiert wirst Du ein Ergebnis erreichen das Dir angemessen ist. Ansonsten wirst Du eher Ergebnisse erreichen, die auf dem Denken und Sein Anderer gründen und also DENEN angemessen ist anstatt Dir.
    Denk beim Fotografieren nicht an Marx - denk an Mozart, Bach oder auch an Rembrandt´s Licht und versuche, diese gewisse Strenge UND Leichtigkeit zu sehen. Diese Leute haben eine HALTUNG "gedacht" . . . und gelebt!


    Zu den Eierschalen: ihr Sinn ist mir eigentlich egal.
    Ihre FORM ist mir als Fotograf dagegen nicht egal - sie ist unglücklich gewählt, gedankenlos angeschnitten. Lieblos, belanglos, langweilig . . (soll ich fortfahren :wink: ?)
    Auch das Licht erscheint mir völlig uninspiriert - ebenso die Perspektive . . aber vielleicht kannst Du mir ja den gestalterischen (!) Sinn eben dieses gewählten Lichts und der gewählten Perspektive darlegen? Und vielleicht auch noch den des gewählten Hinter-/Untergrundes?


    " . . übersiehst Du wahrscheinlich, daß zu Beginn des 19. JH die Vorstellung von den Menschen dadurch geprägt war . . "


    Lars - möglicherweise unterschätzt Du mich geringfügig . . :P
    Werbeleute sind nicht per se beschränkt - nichtmal Fotografen . .

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
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  • Quote from "LarsHennings"


    Ob wir nur wie Tiere funktionieren, darf wohl auch hinterfragt werden, selbst wenn das in der kreativen Werbewelt derzeit Konsens sein sollte (wofür ja manches spricht). Da wäre doch das Aufgreifen des "Frauenthemas" in der Kunst womöglich eine sinnvolle Fortsetzung dieses Gedankens.


    Tja, Lars - nach genauem Lesen dieser beiden Sätze finde ich offen gesagt, daß das speziell für Frauen eine sehr interessante Einsicht in Deine Gedankenwelt darzustellen scheint . . :D8):mrgreen:

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
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  • [quote="klausesser"
    Ich halte es da ganz gern mit Zen und empfehle, einen Zaun zu streichen - immer und immer wieder.[/quote]


    ...und ich habe beim schnellen Überfliegen gelesen: "...einen Zaun zu streicheln - immer und immer wieder"


    DAS hätte ich Zen gefunden :D:lol::P

  • Quote from "Tehaka"


    ...und ich habe beim schnellen Überfliegen gelesen: "...einen Zaun zu streicheln - immer und immer wieder"


    DAS hätte ich Zen gefunden :D:lol::P


    Auch nicht schlecht . . . :mrgreen:

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
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  • Nein, Klaus, ich komme über den Zweiten Bildungsweg und kritisiere nicht in dieser Weise die Bildung anderer. Das schützt Dich natürlich nicht vor Kritik bei solchen Fabeln, die zudem einen problematischen Urgrund haben. Auch nicht, wenn Du jetzt wieder einen Pappkameraden aufbaust, dem ich angeblich was getan hätte. Ich spräch nicht über "die Fotografen" o. dgl.


    Menschen haben sich vor etwa sieben Millionen Jahren von den Tieren abgetrennt. Da ist im Verhalten ! vor allem Soziales drin. Nichts Kreatives !!! oder Böses, das aus der Natur kommt.
    Aber warum hier nicht mal differenziert über Portraitkunst aus der DDR reflektiert werden kann, finde ich verwunderlich. Da ließe sich doch konstruktiv darauf antworten, anstatt mit diesen Lachnummern, zu viel Lesen schade der Kreativität (jedenfalls bei mir). Über Deine Bildungsaversion müßtest Du womöglich wirklich mal nachdenken.


    Gruß
    lars

  • Alles was aus dem Bauch kommt, muss zuerst durch den Kopf gegangen sein.


    Lesen bildet also. Zumindest wenn man niemanden hat, der einen sonstwie auf die richtige Spur setzt.




    Gerd

  • Quote from "LarsHennings"


    Das schützt Dich natürlich nicht vor Kritik bei solchen Fabeln, die zudem einen problematischen Urgrund haben.


    "problematischen Urgrund"?


    Quote from "LarsHennings"


    Menschen haben sich vor etwa sieben Millionen Jahren von den Tieren abgetrennt. Da ist im Verhalten ! vor allem Soziales drin. Nichts Kreatives !!! oder Böses, das aus der Natur kommt.


    Vielleicht solltst Du Dich mit Psychologie ähnlich umfangreich befassen wie mit Soziologie!? (Ich gerate ständig vor allem mit Soziologen aneinander . . denn sie sehen selten den Zusammenhang tiefenpsychologischer Natur mit sozialem Verhalten).
    Schonmal bedacht, daß "kreativ" und "Kreatur" verwandt sind?
    Von "Bösem, das aus der Natur kommt" hab ich nie geredet - wie kommst Du darauf?


    Quote from "LarsHennings"


    Aber warum hier nicht mal differenziert über Portraitkunst aus der DDR reflektiert werden kann, finde ich verwunderlich. Da ließe sich doch konstruktiv darauf antworten, anstatt mit diesen Lachnummern, zu viel Lesen schade der Kreativität (jedenfalls bei mir). Über Deine Bildungsaversion müßtest Du womöglich wirklich mal nachdenken.


    1)
    "Portraitkunst" aus der DDR - da assoziiere ich spontan sowas wie heroisch-sozialistische Stilblüten. Der - mich stets an nationalsozialistisches Stilempfinden gemahnende - Blickwinkel von leicht unten auf einen heldenhaft in die Zukunft blickenden und leicht angerußten Arbeiter der darauf brennt, eine neue Welt zu bauen . . . Da ist in meinen Augen wenig stilistischer Unterschied zwischen den Nazis und den Stalinisten gewesen. Beide taten sich durch ein menschenverachtendes Unterdrücken von Individualität hervor - was sich auch in der jeweiligen "Kunst" niederschglug.
    Oder aber miefig-langweilige fotografische Stereotype mit viel Licht und Schatten und "herausgearbeiteten" Falten verdienter Genossen und Genossinnen.
    Entschuldige - ich hab nat. übertrieben . . aber mir ist "Portraitkunst" aus der DDR bisher nicht wirklich als bemerkenswert interessant aufgefallen. Wir könnten gerne darüber diskutieren - verlinke doch mal ein paar Bild-Beispiele!
    2)
    Natürlich sagte ich NICHT "zu viel Lesen schade der Kreativität", mein Lieber! Mich so zu verstehen scheint mir doch leicht beschränkt. Nur sollt das kreative Handeln (!) durch das Lesen nicht zu kurz kommen - was schonmal erkennbar der Fall ist . . Aber wie ja schon angemerkt: "Kreativität" betrifft viele Gebiete - vom Überlebenskampf und dem Anfertigen von Hilfsmitteln dafür bis hin zur "Kunst".
    "Kunst" ist "kreatürlich" gesehen ja im Grunde überflüssig - sie dient nicht der Ernährung und dem Überleben in der Wildnis.
    Sie scheint aber schon für unsere frühsten Vorfahren durchaus wichtig gewesen zu sein - denn sie "dient" dem Un-/Unterbewußten.
    Auch wenn sicher viele Höhlenzeichnungen usw. rein informativen Charakter hatten und daher keineswegs "überflüssiger Luxus" waren so ist das Wirken von Bildern und Objekten im Un- und Unterbewußten sehr ausgeprägt - bis Heute, wo wir es vor lauter Über-Reizung kaum noch wahrnehmen.
    In der Romantik fielen Leute in Ohnmacht, weil jemand ein Taschentuch als Zeichen fallen lies . . Heute muß man sich da schon mit blankem Gemächte kopfüber von der Decke abseilen lassen . . .
    3)
    Du glaubst tatsächlich, ich habe eine "Bildungs-Aversion" :shock::shock: - wieso glaubst Du das?

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
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  • Quote from "klausesser"


    "Portraitkunst" aus der DDR - da assoziiere ich spontan sowas wie heroisch-sozialistische Stilblüten. Der - mich stets an nationalsozialistisches Stilempfinden gemahnende - Blickwinkel von leicht unten auf einen heldenhaft in die Zukunft blickenden und leicht angerußten Arbeiter der darauf brennt, eine neue Welt zu bauen . . . Da ist in meinen Augen wenig stilistischer Unterschied zwischen den Nazis und den Stalinisten gewesen. Beide taten sich durch ein menschenverachtendes Unterdrücken von Individualität hervor - was sich auch in der jeweiligen "Kunst" niederschglug.
    Oder aber miefig-langweilige fotografische Stereotype mit viel Licht und Schatten und "herausgearbeiteten" Falten verdienter Genossen und Genossinnen.
    Entschuldige - ich hab nat. übertrieben . . aber mir ist "Portraitkunst" aus der DDR bisher nicht wirklich als bemerkenswert interessant aufgefallen. Wir könnten gerne darüber diskutieren - verlinke doch mal ein paar Bild-Beispiele!


    Ich hab kürzlich auf rbb ein Feature über Helga Paris, Sybille Bergemann und Gundula Schulze Eldowy gesehen. Ein bisschen was zum Gucken von den dreien findet man z.B. hier:


    http://www.ifa.de/ausstellunge…rgemann/werkauswahl/mode/
    http://www.artnet.de/artist/718528/helga-paris.html
    http://www.galerie-friesen.de/…:schulze-eldowy&Itemid=98


    Da gab es bestimmt auch noch ein paar männliche Kollegen, die nicht in Sozialistischer Realismus gemacht haben.


    Gruß


    Ulrich

  • Ich habe ein älteres Fotobuch in meiner Bibliothek:


    "DDR-Frauen fotografieren" - Lexikon und Anthologie, ex pose Verlag, herausgegeben 1989 von Gabriele Muschter, ISBN 3 925935 09 6


    Eines wird darin deutlich: Sooo weit auseinander waren bzw. sind wir nicht, auch fotografisch nicht. Verschiedenste Fotografinnen haben sich mit verschiedenesten Themen beschäftigt: Mal Akt, mal Portrait, mal Doku, mal inszeniert etc. pp.


    Heroischen Sozialismus habe ich darin auch nicht gefunden, manchmal subtile Kritik am System, meistens aber genau die gleiche Herangehensweise an ein Thema wie ein/eine "Wessi" auch: Nämlich losgelöst von der Politik und konzentriert auf das Objekt/Subjekt vor der Linse....

  • Ulrich, Tehaka:


    natürlich hab ich - wie gesagt - übertrieben. Ich hatte das sarkastisch gemeint in Hinsicht auf "Portraitfotografie in der DDR" . . .
    Was wäre Besonderes an "Portraitfotografie in der DDR" gegenüber Portraitfotografie anderswo? Ein unterschiedliches Selbstverständnis der Fotografierenden? Oder der Fotografierten?


    Dann wäre das nächste Thema vielleicht "Portraitfotografie in Oberfranken" oder "Portraitfotografie in Duisburg-Huckingen" . . alles sicher rasend interessante Aspekte - letztlich aber doch alles Portraitfotografie.


    Laut Kathegorisierungsfreudigkeit käme dann noch: "Makrofotografie und dialektischer Materialismus" . . . oder so . . :P


    "Aber warum hier nicht mal differenziert über Portraitkunst aus der DDR reflektiert werden kann, finde ich verwunderlich. Da ließe sich doch konstruktiv darauf antworten . . "


    Fang an, Lars - ich weiß nicht so recht was Du meinst! Ich will auch keineswegs nur (!) rumnerven - bildungsunwillig wie Du ja von mir glaubst . . . werd´mal konkret, damit sogar ich das vielleicht verstehen kann . .


    Übrigens - da muß ich flüchtiges Lesen zugeben - hieß es sogar "PortraitKUNST in der DDR" und nicht banal "PortraitFOTOGRAFIE in der DDR" . . da hab ich den hehren Begriff "Kunst" doch vielleicht irgendwie unterbewußt banalisieren wollen . . nein - es war also KUNST gemeint. Immerhin!

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
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  • Hallo Peter !


    ich lese hier interessiert mit.


    Ich denke schon das man das so sagen kann...das es eine DDR-Geprägte Fotografie gab.


    sicherlich viel im eigenem Saft schmorend, etwas miefig aus heutiger Sicht


    <Dann wäre das nächste Thema vielleicht "Portraitfotografie in Oberfranken" oder "Portraitfotografie in Duisburg-Huckingen" . . alles sicher rasend interessante Aspekte - letztlich aber doch alles Portraitfotografie.<


    Gucke mal in das Buch rein


    Angela Fensch


    Frauen, Porträts, Kinder 1989 und 2005


    nicolai Verlag



    Da siehst Du ganz deutlich, wie die "Zeitumstände" Spuren hinterlassen.



    Oder Thomas Kläber: Landleben



    VG Thomas

  • Quote from "pergament"


    Da siehst Du ganz deutlich, wie die "Zeitumstände" Spuren hinterlassen.


    Da wär ich jetzt nicht drauf gekommen . . . :P - denke allerdings, daß das nicht nur für die DDR, für´s Landleben, Frauen und Kinder, Duisburg-Huckingen oder Oberfranken gilt.

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
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  • Sorry, ich meinte - wie oben mehrfach gesagt - Akt-!-Fotografie unter Bezug auf Bilder Tims ("Babs") in der neuen Galerie (und seiner Homepage) einerseits und den heftigen Beurteilungen der Fotografin, auf die Armin hinwies, Victoria, andererseits.
    Ich habe zum Foto "Babs" direkt was gesagt und mich (und Tim) gefragt, ob es da eine Traditionslinie gäbe, weil ich in seinen Bildern und Bildern einer Fotogruppe in (früher Ost-) Berlin (Fischerinsel) gewisse Ähnlichkeiten fand. Und kürzlich verwies ich mit einem Link auf eine Reihe von Aktbildern aus der DDR, ich meine aus Spiegel-online. Ich finde das jetzt auf die Schnelle nicht wieder.
    Ich habe nicht recht Maßstäbe, wie das zu beurteilen ist in Bezug zu Aktfotografie im Westen und wäre deshalb über eine Diskussion zur Entwicklung von Kriterien des Vergleichs froh. Meine Kenntnisse über Akt sind auch gering, einen der besten scheint mir immer noch Weston mit dem Blick auf die Frisur eines Akts abgeliefert zu haben.
    Mein Eindruck ist aber, die Akte aus der DDR haben so etwas von FKK, auch aus der Jugendbewegung bekannt, langweilig und im besten Sinn nur Oberfläche, keine selbstbewußten Frauen, kein Witz... nur nackt. Das gibt es bei uns natürlich auch in großen Mengen, würde aber nicht als Profiarbeit oder Kunst o. dgl. akzeptiert, oder?
    Vor allem! Es kommt mir jetzt nicht darauf an, die DDR an sich zu besprechen, sondern die Aktfotografie insgesamt, bei der ich nur den Eindruck habe, die DDR-Kunst hat das in ganz auffallender Weise ausgebildet, was mir nicht besonders gefällt.


    Gruß
    lars

  • < keine selbstbewußten Frauen, kein Witz... nur nackt. <


    ich glaube ich bin im falschen Film :), dann habe ich wohl eine falsche Wahrnehmung.


    na ja macht mal weiter, ist nicht das richtige für mich hier.


    VG Thomas

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