Reine Neugier: DB-Verschluss

  • Moin zusammen,


    aus reiner Neugier interessiert mich Technik und Logik der DB-Verschlüsse. Was ich bisher verstanden hab:
    Ist nichts für meine Chamonix und braucht einen Hinterlinsen Verschluss, der nicht an der Platine angebracht ist.
    Wo ist dann der Verschluss genau? und wie funktioniert die Verbindung zwischen dem Schließmechanismus der Blende und dem Verschluss?


    Gruß


    Ulrich

    • Official Post

    Hallo Ulrich,


    Hinterlinsenverschlüsse mit Objektiven die in DB-Fassungen montiert sind werden nur noch von Sinar vertrieben. Die Verbindung zwischen Verschluß und Blendenkörper geschieht über eine Bowde, ähnlich einem Drahtauslöser.


    Wie der Name schon sagt ist der Verschluß hinter dem Objektiv. Und muß entsprechend groß sein damit auch bei großen Objektiven nichts vignettiert.


    Hinterlinsenverschlüsse wurden zuerst in Atelierkameras verwendet. Dann kamen die Schlitzverschlüsse für Reporterkameras. Und heute werden Rotationsverschlüsse in Luftbildkameras verwendet.


    Wenn Du an einem Verschluß interessiert bist der die Blende automatisch auf den vorgewählten Wert schließt, mußt Du nach "Press-Verschlüssen" schauen wie dem Prontor-Press oder dem Copal-Press. Die haben dieselben Maße wie Spannverschlüsse. Und werden nicht vor der Belichtung gespannt, da die Energie mit dem Auslöser bzw. Drahtauslöser zugeführt wird.


    Peter K

  • Danke Peter. Mich interessiert auch die Logik hinter dieser Konstruktion. Mir fällt auf, dass auf dem Markt ziemlich viele Objektive in DB-Platinen eingebaut sind. Ich hab mir gedacht, dass das irgend einen spezifischen Vorteil gegenüber den Einbau in klassische Verschlüsse haben muss, wenn das so verbreitet ist.


    Gruß


    Ulrich

  • Mein Sinar-Hili macht auf mich einen recht robusten Eindruck. So schnell geht da nichts kaputt.


    Die Linse wird direkt in den Platine geschraubt, Vorderglied nach vorne, Hinterglied nach hinten. Dazwischen ist die Blende in der Platine eingebaut. Der Verschluß selber wird an der Rückseite der Objektivstandarte befestigt, die Platine an der Vorderseite.
    Die Blende wird durch einen Hebel am Verschluß während des Auslösen automatisch geschlossen.
    Hier eine 'Diashow'
    Wird das so klar?


    Vorteile:
    - Man kann den Verschluß auch für exotische, z.B. alte Objektive verwenden. Ich nutze es z.B. an einem Makroobjektiv, daß einen eigenen Blendenkörper aber keinen Verschluß mitbringt.
    - Objektive auf Sinar-db sind spürbar billiger. Wenn das Glas nicht kaputt ist, kann eigentl. nichts dran sein.
    - db-Platten sind auch nicht viel teurer als normale.
    - Es gibt eine mechanische Verbindung (via Draht) von der Rückwand zum Verschluss. Wenn man hinten eine Kassette einschiebt, dann wird vorne der Verschluß geschlossen und gespannt. Man hat dann eine automatische GF-Kamera. Sehr praktisch, weil so verhindert wird, daß man den Schieber bei offenem Objektiv zieht.



    Nachteile:
    - Er ist recht laut
    - Er ist recht groß und passt, wg. zusätzlicher Anbauten, nicht an jede Kamera, auch wenn sie Sinarplatten (10x10cm) nimmt.
    - Er benötigt einen speziellen Drahtauslöser
    - Schnellste Zeit (bei meinem) ist 1/60.
    - Es gibt zwar 75er Objektive auf db-Platine zu kaufen, ich bin mir aber nicht so sicher, ob man damit die F noch auf unendlich stellen - geschweige den shiften und tilten - kann. Weil der Verschluss auch eine gewisse Dicke hat.
    - Die Baulänge des Objektivs nach hinten ist beschränkt, weil es sonst dem Verschluß am zugehen hindert. Inwieweit das überhaupt jemals zum Problem wird, weiss ich nicht. Notfalls nimmt man eine Standarte fürs Objektiv und eine zweite für den Veschluß, dann hat man wieder Luft.




    Gerd

  • Wo ist dann der Verschluss genau? und wie funktioniert die Verbindung zwischen dem Schließmechanismus der Blende und dem Verschluss?


    Gerd hat schon das meiste gesagt, aber ich kann auch noch paar Vorteile und Nachteile sagen:


    Vorteil man Bezahlt nur 2 Verschlüsse für alle seine 20 Objektive, denn Redundant sollte man schon sein, also ein 2. als Reserve ist Pflicht.
    Man hat bei allen Objektiven die gleichen Zeitabweichungen, die man sich merken kann.


    Nachteil: Bei Weitwinkel Objektiven von 90mm an runter wird durch den HLV enger zwischen den Standarten.
    Seit neuestem kenne ich noch ein neuer Nachteil, wenn der Vorgänger des Objektivs ein frustrierter Profi war, der in einem Fotostudio für ein Modeblatt arbeitete, dann hat er das Objektivbrett als Hammer missbraucht und es ist an 3 Ecken verzogen an der schlimmsten 1 mm nach vorne gebogen.
    Das Objektiv selbst ist in Tadellosem Zustand also gehe ich davon aus das es nicht das Original Objektiv ist sondern er es gegen ein anderes ausgetauscht hat mit der selben Verschluss Grösse.
    Nun kommt eben der Schwachpunkt den ich sehr wichtig finde zu wissen. Durch die Gewaltanwendung an dem Brett läuft der Blenden-Mittnehmer mit etwas mehr Wiederstand und wenn ich am Verschluss Blende 11 einstelle bleibt es immer noch bei der Offenblende von f 5,6 erst bei f 16 geht es dann mal leicht auf f 8, also die Blendenautomatik von hinten bequem zu bedienen kann ich bis ich das Problem gelöst habe nicht verwenden. Da es aber ein DBM ist kann ich es manuell auf die richtige Blende einstellen.
    Dieses Problem kann es auch mit älteren Verschlüssen geben die zulange nicht gewartet wurden, dass er dann zu wenig Kraft hat den Mitnehmer auf die genaue Blende zu schliessen. Sinar Service heisst da das Zauberwort, wenn man nicht selber Feinmechaniker ist.
    Und ja der Sinar Verschluss sollte immer Offen und bei 8 Sekunden gelagert werden, wenn man ihn länger nicht braucht!


    Frohes Schaffen Armin

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