Fehler im Negativ

  • Moin aus Bremerhaven. Ich habe ein kleines Problem. Auf meinen letzten Negativen befinden sich klar abgegrenzte waagerechte Helligkeitsunterschiede. Das Bild besitzt praktisch drei Helligkeitsbereiche. Ansehen kann man das Ganze unter http://www.ewetel.net/~woligu/test/test.htm . Hat einer eine Ideen wo der Fehler sein könnte? Die Kamera ist lichtdicht, ich habe es kontrolliert. Wolf

  • Moin Wolf,


    wie immer -- Fehleranalysen sind reichlich schwierig aus der Ferne. Also vorab mal die typischen Gegenfragen: welches Format ist das und wie ist es entwickelt? (Z.B. Rollfilm -- zeigen andere Bilder das gleiche Problem, mehrere Planfilme -- haben andere Filme das Problem, Rotation in Laengsrichtung, etc.)


    Auf Anhieb sieht es nach ungleichmaessiger Entwicklung aus, da die Kanten nicht sonderlich scharf abgegrenzt sind (und nicht unscharf genug fuer "Licht-effekte"). Vielleicht nicht sonderlich rasche/gestueckeltet Kippbewegung am Anfang (~30s beim Eingiessen), wenn dann noch die Gesamtentwicklungszeit nicht so lang ist, dann faellt sowas schnell ins Gewicht. Aber: das ist Stochern im Dunkeln ohne etwas mehr Info.


    Gruesse,
    Christoph

    When you change the way you look at things, the things you look at change. — Max Planck

  • Hallo Wolf,


    was war das für eine Kamera und welches Format mit welchem Filmmaterial. Wie entwickelst Du Deine Planfilme (Schale, Tank, mit Edelstahlrahmen, etc). Was für eine Dunkelkammerbeleuchtung verwendest Du? Ich hatte mal soetwas als Reflektion einer Lichtdrift eines nicht optimal verdunkelten Fensters am Edelstahlrahmen eines Hewes-Tanks.
    Mach bitte genauere Angaben, da wir sonst nur im Nebel stochern.


    Viele Grüße Thomas

    Der Fotograf zum Maler: Geiles Bild - mit welchem Pinsel gemalt?

  • Vielen Dank für die schnellen Antworten. Format 4x5, Kodak TMax 100, Schalenentwicklung bei vollständiger Dunkelheit, vorgewässert 0:30, Entwicklungszeit 5:30.
    Entwickler HC110, Temp 24 Grad, Fixierer Tetenal Superfix. Da die Linien auf beiden Bildern exakt auf gleicher Höhe sind, kommt ein Fehler bei der Entwicklung ja kaum in Frage, denn es sind Einzelentwicklungen. Wolf

    • Official Post
    Quote from "silence"

    Da die Linien auf beiden Bildern exakt auf gleicher Höhe sind, kommt ein Fehler bei der Entwicklung ja kaum in Frage, denn es sind Einzelentwicklungen. Wolf


    Und wenn die Filme in derselben Schale entwickelt wurden und beide Male der Film etwas zu lange auf einer der Bodenrippen auflag?


    Der Streifen der beide Male quer durchs Bild läuft ist auf dem Negativ heller als die Umgebung. Deshalb kann es kein Lichteinfall in der Kamera oder im Labor sein.


    Deshalb bleibt nur die Entwicklung als Ursache übrig.


    Peter

  • Nachtrag 2:
    das erste mal trat der Fehler bei Bild 3 auf, obwohl ich da noch nicht sicher war, ob die Wolkenformation nicht vielleicht doch so aussah. Die Bilder sind an verschiedenen Tagen aufgenommen und entwickelt worden.
    Das das Negativ in der Schale evtl. nicht "geschwommen" ist, könnte eine Erklärung sein. Danke für den Tip. Ich werde es beobachten.
    Verschluß: Hinterlinsenverschluß Sinar
    Wolf

  • Das kommt mir sehr bekannt vor und ich bin genau der gleichen Meinung wie Peter, nur sind es meiner Meinung nach die Vertiefungen der Schale. Denn ich hatte das auch mal bei Schalenentwicklung als ich Semistand Entwicklung machte respektive wenig Bewegung beim Entwickeln weil ich die Kontraste etwas runterholen wollte.
    Da ich die Filmschicht nach unten hatte, war da bei der Vertiefung mehr aktiver Entwickler vorhanden, der dann eine erhöhte Schwärzung in dem Bereich ergab!


    Gruss Armin

    " You push the button and we do the rest."
    Kodak Werbespruch!
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    "You push the button and the pixels do the rest"

    • Official Post
    Quote from "Ulrich Drolshagen"

    Ich kenn mich damit nicht aus, ist das vielleicht ein Schlitzverschluss?


    Das ist ein von Copal gebauter Zentralverschluß in der Größe der Objektivplatine. So können Objektive ohne eigenen Zentralverschluß die in einem Blendenkörper montiert sind verwendet werden.


    Solch einen Verschluß gab es auch einst von Plaubel und Linhof aber nur der von Sinar/Copal wurde in größeren Stückzahlen verkauft.


    Peter

  • Quote from "Peter K"


    Das ist ein von Copal gebauter Zentralverschluß in der Größe der Objektivplatine. So können Objektive ohne eigenen Zentralverschluß die in einem Blendenkörper montiert sind verwendet werden.


    Solch einen Verschluß gab es auch einst von Plaubel und Linhof aber nur der von Sinar/Copal wurde in größeren Stückzahlen verkauft.


    Peter


    Ah, ok. Ich hätte sonst auf Banding von einem ungleichmäßig ablaufendem Schlitzverschluss getippt. Aber wahrscheinlich wären dafür auch die Ränder viel zu scharf abgegrenzt.


    Ulrich

  • Hallo, alle zusammen,


    ich hatte einmal den Balgen an der Sinar nicht richtig verriegelt und da kam dann flächig Licht herein. Es könnten auch Reflektionen im Balgen sein, kommt bei Gegenlicht und stärkeren Verstellungen gern vor. Oder hast Du weißes Papier zur Kontrastabschwächung in den Balgen gelegt?


    VG Thomas

    Der Fotograf zum Maler: Geiles Bild - mit welchem Pinsel gemalt?

    • Official Post
    Quote from "Thomas Kreil"

    ich hatte einmal den Balgen an der Sinar nicht richtig verriegelt und da kam dann flächig Licht herein. Es könnten auch Reflektionen im Balgen sein, kommt bei Gegenlicht und stärkeren Verstellungen gern vor. Oder hast Du weißes Papier zur Kontrastabschwächung in den Balgen gelegt?


    Das ist aber jetzt nicht Dein Ernst, Reflexionen am Balgen, oder?


    Hier geht auf dem oberen Bild in der Höhe der Uhr ein Streifen durchs Bild der nicht nur heller ist sondern die typischen Schlieren einer ungleichmäßigen Entwicklung zeigt. Beim unteren Bild sind in dem Streifen zwar nur ganz links ein paar Schlieren zu sehen, aber dass der Balgen genau so auf den Film reflektiert obwohl das Licht bei der Aufnahme ganz anders ist ist wohl auszuschließen.


    Peter

  • Hi Wolf,


    Quote from "silence"

    Vielen Dank für die schnellen Antworten. Format 4x5, Kodak TMax 100, Schalenentwicklung bei vollständiger Dunkelheit, vorgewässert 0:30, Entwicklungszeit 5:30.
    Entwickler HC110, Temp 24 Grad, Fixierer Tetenal Superfix. Da die Linien auf beiden Bildern exakt auf gleicher Höhe sind, kommt ein Fehler bei der Entwicklung ja kaum in Frage, denn es sind Einzelentwicklungen. Wolf


    Also: fuer Schalenentwicklung schonmal ziemlich kurze Entwicklungszeit, hast Du die Blaetter dabei noch bewegt? Wie gross ist die Schale? Und noch eine Zusatzfrage: wie exakt ist exakt (mit der gleichen Hoehe)? So im Millimeterbereich oder ununterscheidbar bei passgenauem Durchblick durch beide Negative?


    Ich wuerde auch nach wie vor auf einen Entwicklungsfehler tippen, gerade wegen der Ungleichmaessigkeit und dem Auftreten von zu hellen _und_ zu dunklen Partien. Falls Du Lust auf stupides Testen hast, dann besorg Dir (oder leihen) einen Entwicklungstank, mach zwei flaechige Graunegative (Himmel, Graukarte, Wand, etc.) und entwickel eins genauso wie die gezeigten Problemfaelle in der Schale und eins im Tank.


    Gab es vielleicht irgendeine Stoerung im Prozess bei den betroffenen Negativen? Bei 5:30min waere schon sowas wie Niesen & Naseputzen ein echter Einfluss (nein, nicht in den Entwickler geniest). Bei einem der Negative (das zweite) sieht's auch so aus, als waere es gebogen und der Rand waere nicht im Entwickler gewesen. Beim urspruenglich eingestellten Bild hatte ich bei den dunklen Ecken eher auf Vignettierung getippt (zu weiter Shift, andere Abschattung). Aber so gesehen -- waren die Planfilme auch noch stark gewoelbt beim Entwicklen?


    Und noch eine Frage am Rande: warum waesserst Du TMX vor? So kann man sich auch gerne unregelmaessige Entwicklungen einhandeln (zumal nur 30s sich mir nicht erschliessen; im Sinne von: entweder richtig oder garnicht).


    Gruesse,
    Christoph

    When you change the way you look at things, the things you look at change. — Max Planck

  • Vielen Dank für die Tips.
    Es waren wohl die Schalen. Ich hatte die Negative mit der Emulsion nach unten in der Schale. War wohl mit den Gedanken woanders.
    Werde mich melden, wenn wieder alles o.k.


    Danke
    Wolf

  • Hallo Wolf !
    Kleiner Tip noch aus der täglichen Praxis zur Schalenentwicklung : versuche es mal mit einer glattbodigen Schale ! Durch Rillen oder andere Unebenheiten entstehen Wirbel bei der Bewegung der Chemie, die gerne mal zu Ungleichmäßigkeiten bei der Entwicklung führen. Sogar bei einigen Photopapieren verwende ich aus diesem Grund Schalen mit glattem Boden.


    Solong !
    Grüße aus der DuKa !


    Oliver

  • Moin.


    So langsam ist's fast voellig off-topic, aber da es zu Olivers Anmerkung passt -- den Tipp habe ich von ihm und kann ihn nur empfehlen: Tonen nur in flachbodigen Schalen, wenn man auf Gleichmaessigkeit steht. Grund sind vermutlich wiederum die Verwirbelungen. Vielleicht hat jemand andere Erfahrungen (und da passt's dann doch wieder zum Originalthread), aber bei mir scheiterten die Lith-Versuche an der unansehnlichen Rippenstruktur, begruendet durch meine Struktur-Schalen.


    gruesse, christoph

    When you change the way you look at things, the things you look at change. — Max Planck

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