Ebony RW810E aus Japan?

  • Hallo ich bin neu hier und komme eigentlich aus der Welt der Digital- und KB/Mittelformatphotographie. Nach dem Verkauf meiner Digitalkamera liebäugele ich schon seit längerer Zeit mit dem Sprung ins Großformat.
    Auf der Photokina konnte ich dann zum ersten Mal eine Ebony begutachten - ich glaube ich bin verliebt.... :roll:


    Ich werde die kommenden Monate nochmal alles genau überdenken (deswegen scheue ich zu diesem Zeitpunkt den direkten Kontakt mit Ebony), nur ein paar Dinge über die ich mir vorher im Klaren sein möchte:


    - Tokio/Japan hat mich schon immer gereizt, wäre eine Abholung bei Ebony möglich (auf der Seite sieht es so aus, als ob Ebony in Japan direkt verkauft?) und finanziell lohnenswert (gibt es Preisangaben aus Japan zur RW810E)?


    - Bis auf den Artikel auf der Ebony-Seite habe ich wenige Hintergrund-Infos über Ebony gefunden - gibt es noch andere Quellen?


    Vielen Dank im Voraus!

  • wenn du verliebt bist und dir die kamera leisten kannst, sind die 2 wichtigsten vorraussetzungen schon gegeben. was willst du noch wissen? wie lang die liebe hält? :mrgreen:
    setz mal dein model in die suchfunktion im englischen forum ein. http://www.largeformatphotography.info/forum/index.php
    bedenken solltest du, dass nicht das erste mädchen was man küsst... ein etwas einfacheres model wie die tachihara ist eine billigere möglichkeit grossformat zu testen.
    aber ganz ehrlich, wenn ich das geld hätte würde ich auch gleich mit dem "besten" beginnen. es macht definitiv mehr spass ein "kunstwerk" in der hand zu halten.

  • Danke erstmal.


    Sie wird weder Geld verdienen noch ein reines Spielzeug sein - deswegen werde ich (neben finanziellen Gründen) mich auch noch einige Monate gedulden, ich will nichts übereilen. Es ist eine ganze Stange Geld und mir fallen viele alternative Verwendungsmöglichkeiten ein - eine schnelle Digitalkamera, eine neue Therme, ein paar mehr PS unter der Haube - nein, wenn schon den Irrsinn von 8x10", dann richtig! :mrgreen:
    Billig 8x10"-Equipment erwerben ist nun wirklich nicht das Problem, ich möchte allerdings für dieses "ernsthafte Hobby" auch optimale Qualität und Ebony scheint sie zu bieten - es ist schlicht die Freude und der Respekt an Ingenieurs-/Handwerkskunst und ein Ausgleich zu all dem China-Ramsch der mich im Alltag umgibt - ich hoffe das macht Sinn!?


    Deswegen würde mich auch eine Selbstabholung reizen - wenn möglich/sinnvoll. In englischsprachigen Foren habe ich mich bereits betätigt.

  • Hallo Gerd,


    frag doch einfach per mail bei denen an. In englisch geht das immer. Interressant ist, das in japanischen Version der Homepage die RW810E gar nicht in der Produktübersicht gelistet ist. Nein! Kann kein japanisch, ich hab nur geschaut, ob für den Inlandsmarkt die Preise gelistet sind. :D


    Des Weiteren solltest du daran denken, dass du bei der Einfuhr der Kamera nach Deutschland Einfuhrumsatzsteuer und Zoll zu entrichten hast. Du kannst mal beim Zollamt nachfragen, bei längeren Auslandsaufenthalten, gibt es eine Karenzzeit in der aus der neuen Kamera eine gebrauchte wird und Steuern entfallen.


    Gruss Sven.

  • Gerade hatte ich für einige Wochen leihweise eine Ebony 45SU, die nur unwesentlich billiger ist als die von dir favorisierte RW810E. Auch wenn ich durch meine eigene Technika 2000 ziemlich verwöhnt bin, fiel es mir verdammt schwer, die Ebony wieder zurückzugeben...


    Bei aller Begeisterung für Ebony, weiß ich nicht, ob ich einem völligen Großformat-Novizen empfehlen würde, gleich 5000 Euro für das Größte der üblichen Großformate auszugeben. Zur Kamera kommen ja noch weitere Ausgaben (Objektiv, Planfilmkassetten, Dunkeltuch, etc. pp.). Ich kann deine Begeisterung gut nachvollziehen, doch bedeutet die Faszination "Ebony" (oder "Großformat" allgemeiner) aus der Ferne nicht unbedingt, dass dies tatsächliche deine Art der Fotografie ist. Ich kenne beispielsweise einige SLR-Fotografen, die sich von der Faszination Leica M haben anstecken lassen, dann aber an dieser völlig anderen Art der Motivbetrachtung und Umsetzung gescheitert sind. Die Folge war in zwei Fällen ein verlustreicher Verkauf...


    An deiner Stelle würde ich mir wenigstens für ein langes Wochenende eine 8x10 inch ausleihen - muss ja keine Ebony sein - und damit nicht nur Trockenübungen im Wohnzimmer machen. Wenn du damit klar kommst, bei der Arbeit mit der Kamera und beim Betrachten der Bilder Spaß hast, dann würde ich einen Kauf näher ins Auge fassen - aber erst dann.


    Ich habe so meine Zweifel, dass du eine Ebony in Japan oder in den USA billiger bekommst als hier in Deutschland. Auf den dortigen Preis musst du beim Eigenimport noch mal locker 25 Prozent des Kaufpreises an Zoll und Steuer aufschlagen. Ob sich das dann immer noch lohnt?


    Frank

  • Wenn es dich im Geldbeutel nicht schmerzt dann kaufe dir eine Ebony, ist mit Sicherheit die beste Holzkamera die es auf dem Markt gibt!
    Die ist so edel ich glaube wenn ich eine hätte ich würde sie nur im Studio brauchen!
    Da ist meine Burke&James ein richtiges Brauereipferd dagegen!


    Gruss Armin

    " You push the button and we do the rest."
    Kodak Werbespruch!
    Today
    "You push the button and the pixels do the rest"

  • Ich habe durchaus schonmal mit Großformat gearbeitet, eindeutiger Favorit war stets die Technika. 4x5" hat in meinen Augen aber keinen Sinn, da man bereits alle Nachteile der Großformatfotografie akzeptieren muss (Planfilmhandling, Handling Kamera, Objektive etc.) ohne jedoch wirklich große Negative/Dias zu bekommen. 8x10" ist immerhin viermal so groß (das entspricht dem Sprung von KB auf 6x7!) - Kontaktabzüge fangen an Sinn zu machen, das Sucherbild ist größer... Ob der Rucksack nun 10kg oder 15kg wiegt - wandern macht damit eh keinen Spaß mehr und Sportfotos sind auch nicht drin...
    Für die Schnappschüsse zwischendurch gibt es ja durchaus noch Kleinbild
    Schade, dass niemand Erfahrung aus 1. Hand mit der Ebony-Beschaffung hat - wenn ich mich nächstes Jahr dazu durchringen sollte, werde ich berichten.

    • Official Post

    Hallo Georg,


    Frank hat weiter oben schon darauf hingewiesen, die Kamera ist nur ein - und in meinen Augen kleiner - Teil einer GF-Ausrüstung. Gerade bei 8x10" muß die Kamera aber so stabil sein dass sie auch kiloschwere Objektive mit großem Durchmesser des Hintergliedes aufnehmen kann ohne zu wackeln.


    Ohne Dir 8x10" ausreden zu wollen, nur weil das Format vier mal so groß ist wie 4x5" ist es nicht zwangsläufig auch vier mal so gut. In jedem Fall aber ist das Material rund 4 mal so teuer.


    Peter

  • Aus technischer Sicht macht 4x5" natürlich durchaus Sinn - genug Information, weniger Kosten, mehr Tiefenschärfe. Deswegen war diese Kombo in der Produkt & Architektur-Photographie so beliebt.
    Mir geht es allerdings um das "Erlebnis Großformat" - superscharfe, detailierte, große Aufnahmen. Ich will jetzt kein Vorkriegsobjektiv bei Blende 64 (wahrscheinlich ist äquivalent f32 bei 4x5" sogar genauso scharf) - ich habe sogar schon ein 300er Rodenstock.
    Ich habe übrigens einen ähnlichen Trend beim Kleinbild bemerkt: Früher waren die schnellen Presse-SLRs die Platzhirsche, heute lebt KB von Nischen wie der Leica M - so scheint es auch der klassischen Sinar P2 oder Kardan 4x5" zu ergehen - wahrscheinlich ist der Marktanteil (innerhalb GF) von Holzlaufbodenkameras sogar massiv gestiegen!?


    Ist denn jemand von euch schonmal "zurückgerudert", also von ausschließlich 8x10" auf ausschließlich 4x5"?

  • "Ist denn jemand von euch schonmal "zurückgerudert", also von ausschließlich 8x10" auf ausschließlich 4x5"?"


    Nee, weil ich noch nie das Bedürfnis "vorauszurudern" hatte ;)


    BTW, weil du den Faktor Spaß angesprochen hast: Mir macht es viel Spaß, mit der 4x5-Technika im bequemen Lowepro-Rucksack stundenlang entspannt zu wandern (und ich bin kein Masochist). Dabei muss ich mich nicht mal beim Zubehör kasteien: Ich trage locker eine kurze, eine mittlere und eine lange Brennweite bei mir, dazu noch mehrere 4x5-Planfilmdoppelkassetten und manchmal auch noch ein 6x12-Rollfilmrückteil. Wenn ich mal nicht mit dem großen Sturmgepäck unterwegs sein kann/will, wird die Ausrüstung entsprechend leichter. Diese gesteigerte Mobilität ist IMO ebenfalls ein deutlicher Vorteil des kleineren Aufnahmeformats. Qualitativ nutze ich das Format 4x5 schon nicht aus. Wozu soll ich mich da mit 8x10 abschleppen - und das bei drastisch höheren Folgekosten? Dieser Preis, im doppelten Sinne des Wortes, ist mir für ein noch "großformatigeres Feeling" einfach zu hoch. Ich gebe allerdings auch zu, dass ich kein Fan von 8x10-Kontaktprints bin. Die sind mir schlicht zu klein, um mit den Augen darin spazieren zu gehen :)
    Dennoch, viel Spaß bei deinem Ausflug in die 8x10-Welt.



    Frank

  • Wollte mal folgendes einwerfen: Z.B. Brieke in Frankfurt macht u.a. auch analoge Vergrößerungen von 8x10" Dias auf Ilfochrome. Die haben da 'nen schön großen Durst Horizontalvergrößerer. Kann aber eine Kleinigkeit kosten :mrgreen:


    Nachtrag: Für alle die zweifeln: Ja, die machen das wirklich immer noch. Ich war vor kurzem da, wurde mir bestätigt...


    Viele Grüße
    Wilfried

  • Ich denke da ist ein oller Flachbettscanner oder Trommler doch praktikabler - wenn auch stilloser....


    Der Spezi für Vergrößerer ist übrigens Kienzle (http://www.kienzle-phototechni…Baureihe/T2525/t2525.html), die haben sich auch auf der Photokina zusammen mit der Firma Heiland "versteckt" - der 8x10"-Vergrößerer ist die Wucht, mitsamt LED-Beleuchtungs-/Gradationsmodul (http://www.heilandelectronic.de/download/led_kaltlicht.pdf + Heiland Splitgrade - wirklich sehr empfehlenswert, ich habe jedoch nur die alte V35-Variante). Nur würde es dann wohl kaum noch für eine Ebony reichen...

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