Technika V für Einsteiger aus Leipzig

  • Hallo, nachdem ich nun schon geraume Zeit stiller Leser hier im GF-Forum bin, nun mein erstes mutiges Posting. :) Ich bin 33 Jahre komme aus Leipzig, fotografiere seit knapp 4 Jahren mit digitalem Kleinbild (Canon 5dMkII mit 3 netten Festbrennweiten) als auch Mittelformat s/w (Rolleiflex 6003pro) hauptsächlich im Bereich People und Reportagefotografie.


    Da ich dieses Jahr gern noch ins Grossformat einsteigen würde, suche ich jemanden bei dem ich mal etwas "probieren" kann bzw. jemand der mir über ein paar Praxiserfahrungen vorOrt berichten würde. Am besten wär natürlich jemand mit einer Master Classic oder einer III, IV, V - Letztere ist dann auch das Stück meiner Begierde. :) es geht mir vor allem darum welchen Film man nimmt, Unterschiede zwischen Objektiven usw. und was eigentlich "fummelig" bedeutet in Bezug auf die WW-Problematik. (Bis wieviel mm geht es denn nun ohne dass man diese Schneckengangplatte braucht, die es nirgendwo zu geben scheint?) Gibt es da zufällig jemand in Halle oder Leipzig der mitliest?


    Anwendung wird hauptsächlich Portrait/Reise/Landschaft sein, ich denke neben einem 150er Normalobjektiv daher auch an die Anschaffung eines starken Weitwinkel. Leider habe ich dieses Angebot hier verpasst, ich halte es für ganz ordentlich, bzw. so etwas in der Art suche ich: (Abgesehen vom WW)


    http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAP…K:MEWAX:IT#ht_1656wt_1141


    Schon mal jemand so etwas probiert:


    http://cgi.ebay.ch/Adapter-Fit…o-Wista-4x5-/400159752219


    Hintergrund für die letzte Frage: Ich bin grundsätzlich auch für Experimente aller Art offen wenn sie eventuell dazu führen eine interessante Bildästhetik zur Folge zu haben, daher muss nicht immer alles sofort einen Sinn ergeben. :)


    Grüße soweit - Kai

    • Official Post

    Hallo Kai,


    willkommen im GF-Forum!


    GF-Objektive im Schneckengang, neudeutsch focus-mount, werden sowohl von Schneider als auch von Rodenstock angeboten. Und natürlich baut auch Linhof Objektive in Objektivplatinen mit Schneckengang ein.


    Ein 75mm-WW-Objektiv montiert auf einer flachen Objektivplatine läßt sich noch mit dem Laufboden einer Technika 4x5" fokussieren. Das heißt man braucht weder einen Schneckengang noch ein WW-Einstellgerät noch eine Technika 2000 bzw. 3000 mit dem beweglichen Innenschlitten. Da reicht es auch noch den Laufboden auf die erste Raste abzusenken und die Objektivstandarte wieder geradezustellen - Basisschwenkung bei der T III, Zentralschwenkung ab T IV - damit der Laufboden auch bei Hochformat nicht ins Bild ragt, vignettiert.


    Wird ein 65mm- bzw. 58mm-WW-Objektiv auf eine versenkte Objektivplatine montiert - die gibt es erst ab dem Modell IV - kann man auch noch mit dem Laufboden fokussieren hat aber Probleme mit der Vignettierung.


    Für noch kürzere Brennweiten wie das SA-XL 47mm und 38mm, die lassen sich nur mit Einstellschnecken oder der T 3000 verwenden, muß der Laufboden noch tiefer abgeklappt werden.


    Über die Adaptierung von DSLR-Gehäusen an GF-Kameras wurde hier schon viel diskutiert. Deshalb nur so viel: so ein Kameragehäuse an eine Technika 4x5" adaptiert verlegt die Bildebene ca. 50 mm nach hinten und verlängert so auch die kürzeste noch zu verwendende Brennweite um ungefähr denselben Betrag.


    Peter

  • Hallo Peter, Vielen Dank für die Informationen, ja die WW-Möglichkeiten der einzelnen Modelle waren mir schon geläufig. Mehr interessiert vor allem wie die Gebrauchtpreise von solchen Super-WW bzw. Schneckengangobjektiven sind, da ich gleich (das habe ich vergessen zu sagen) mit Super-WW einsteigen möchte!


    Was ist denn generell von solchen Modifikationen zu halten? (siehe Link)


    http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAP…RK:MEWAX:IT#ht_547wt_1141


    Ich hatte eigentlich hier vor zu deutlich höherem Preis mitzusteigern, aber es gab zu meinem großen Ärger Komplikationen mit dem Internet... :) Tja, ich wohl darf keine Linhof haben wie es scheint... :(


    Daher hoffe ich dass solch ein Umbau wohl eher als unzuverlässig einzuschätzen ist und ich mich jetzt nicht schwarz ärgern muss :)


    lg, Kai

  • ultraweitwinkel-objektive fühlen sich in der technika nicht sehr wohl. meiner meinung nach wäre eine spezialkamera die auf kurze brenweiten konzipiert wurde mehr sinn. uww ohne verstellmöhlichkeiten sind wie rennautos auf winterreifen. der nachteil von starren gehäusen ist einzig die reduktion auf eine max brennweite von ca. 150mm. cambo, silvestri und ein chinesischer hersteller sind typische hersteller solcher kameras.
    digitales stitchen wäre eine weitere möglichkeit.
    boris

  • Hallo Kai,


    einen Nachteil hätte die von Dir nicht ersteigerte Technika IV eh gehabt: Die Hochverstellung des Objektvs ist bei der IV, vor allem bei kurzen Brennweiten, etwas fummelig. Ab der V gibt es einen Hubhebel, der auch bei weit zurückliegender Standarte noch bequeme Bedienung zuläßt (sofern der Balgen mitspielt 8) ). Bei der IV muß man die Standarte wieder nach vorne schieben, an einem Rädchen drehen, dann wieder fokusieren...


    Zum Preis kann ich schlecht was sagen. Ich habe jetzt schon einige Male Master Technikas für einen sehr niedrigen Preis wegehen sehen, obwohl sie normalerweise doch nicht so billig zu haben sind. Einfach den Markt beobachten.


    Viele Grüsse


    Peter

  • Ups! 8)


    In einem Mix aus Spontanität, Größenwahn und ob der besseren WW-Fähigkeiten (sowie scheinbar generell besserer Verstellmöglichkeiten) habe ich jetzt doch etwas mehr ausgegeben, bzw. werd ich noch etwas mehr ausgeben müssen da ja noch Objektive fehlen! Oh Gott, EBONY!!!! :lol:


    http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAP…K:MEWAX:IT#ht_1930wt_1141


    Ich denke ich werde vorerst nach einem Normalobjektiv und später bzw. je nach Gelegenheit nach einem 45 bzw. 47mm WW schauen. Was nimmt man denn da nun am besten? Ich hoffe ich hab nicht überdimensional zu viel ausgegeben, da ich die TE nirgendwo in abgelaufenen Auktionen gefunden habe.


    Was brauch ich denn nun sonst noch alles? Ich habe hier ein Sinar- Polaback (int.) und ein mehr oder weniger okayes Kugelkopf-Stativ was ich gelegentlich für meine DSLR genutzt habe...


    noch etwas tattrig in den Fingern, Kai :)


    edit: Kann man den Thread-Betreff im Nachhinein ändern, sonst ist es mittlerweile Offtopic...

    • Official Post
    Quote from "saigon"

    Was brauch ich denn nun sonst noch alles? Ich habe hier ein Sinar- Polaback (int.) und ein mehr oder weniger okayes Kugelkopf-Stativ was ich gelegentlich für meine DSLR genutzt habe...


    Ob das Stativ und auch der Kugelkopf reicht?


    Auf alle Fälle brauchst Du noch ein reichlich bemessenes Einstelltuch, eine 6x bis 8x Lupe um auf der Mattscheibe scharfstellen zu können, einen Handbelichtungsmesser, Drahtauslöser und vor allem ein Mittel gegen Holzwürmer. :mrgreen:


    Peter

  • Quote from "saigon"


    Ich denke ich werde vorerst nach einem Normalobjektiv und später bzw. je nach Gelegenheit nach einem 45 bzw. 47mm WW schauen. Was nimmt man denn da nun am besten? Ich hoffe ich hab nicht überdimensional zu viel ausgegeben, da ich die TE nirgendwo in abgelaufenen Auktionen gefunden habe.


    Was brauch ich denn nun sonst noch alles? Ich habe hier ein Sinar- Polaback (int.) und ein mehr oder weniger okayes Kugelkopf-Stativ was ich gelegentlich für meine DSLR genutzt habe...



    Nichts überstürzen! Fang mal ganz langsam mit einem Standardobjektiv an und lerne die Kamera (blind) mit all ihren Feinheiten und Macken kennen. Man kommt mit einem "langweiligen" 150er erstaunlich weit an der 4x5 Inch-Kamera. Wenn du im größtmöglichen Format fotografieren möchtest, werden dich die üblichen 45er Grandagone oder 47er Anglulone nicht recht weiterbringen, weil sie mit ihren Bildkreisen vor allem für die Rollfilmformate 6x7 und 6x9 gerechnet sind und nur dort die nötigen Verstellreserven bieten. Herkömmliche und bezahlbare 55/58mm- und 65mm-Superweitwinkel für 4x5 inch lassen nur wenig Verschiebungen im Format 4x5 zu. Hier musst du einen Mittelweg finden aus genügend "superweitem Bildwinkel" und ausreichend großen Verstellwegen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich im Format 4x5 Inch mein 65er Nikkor kaum einsetze, weil ich mit dem deutlich weniger extremen 80er mit seinen größeren Verstellreserven prima auskomme.


    BTW, weil die Ebony-Mattscheibe sehr gut ist, reicht eine Vierfachlupe zur sicheren Einstellung dicke aus. Nach vielen Jahren ausschließlichen Arbeitens mit Kugelkopf habe ich zusammen mit der GF-Kamera erst spät die Vorteile eines 3-Wege-Neigers für mich entdeckt. Ich verwende den Manfrotto MA 405, der groß und schwer ist, der mir jedoch eine supergenaue, feinfühlige Positionierung der Kamera erlaubt. Ich würde bei Machart und Gewicht eher etwas am Stativ sparen, nicht jedoch am Kugelkopf oder Neiger. (Ein schweres Stativ und ein leichter Kopf wirken sich eher negativ auf die Bildqualität aus.) Natürlich kann man auch mit irgendwelchen T-Shirt-Notbehelfen fotografieren, soll es auch im Sommer Spaß machen (weil du nicht unter schwarzem Stoff gegrillt wirst), lohnen sich die 60-70 Euro, die ein leichtes und praktisches Harrison-Einstelltuch kostet, mit Klettband sowie mit schwarzer Seite innen und weißer Seite außen.


    Letzter Tipp zum Schluss: Gerade als Anfänger solltest du beim Aufbau der Kamera darauf achten, dass wirklich alle Einstellungen auf Null stehen (unverstellt sind) und dass später bei der Aufnahme alle Einstellungen mit den Rädchen und Schräubchen tatsächlich fixiert sind. Viel Spaß mit deinem Neuerwerb.


    Frank

  • Frank Vielen Dank, das hat mir im Detail fürs erste sehr geholfen!! Bei der Lupe - reden wir hier von einer ganz normalen Aufsatz-Lupe wie beispielsweise dieser?


    http://cgi.ebay.de/Rodenstock-…m27b7182247#ht_500wt_1156


    Ich warte jetzt erst mal ab bis die Kamera kommt, dann kümmere ich mich ums Objektiv. Ich denke auch dass ein Normalobjektiv das Richtige ist für den Anfang, so habe ich es auch bei anderen Formaten stets gehalten. Ehrlich gesagt wußte ich nicht, dass die Objektive (ähnlich wie die Gehäuse) bei gleichem Bildkreis Einschränkungen bei den Verstellmöglichkeiten unterworfen sind. Was passiert sonst? Vignetten nehm ich an... Das von Dir angesprochene 80er entspräche ja ungefähr 27mm bei Kleinbild, richtig? Ich denke das könnte schon WW genug sein für mich! Mein Hauptanwendungsgebiet ist wie gesagt das, was man im großen und ganzen unter "Portrait" zusammenfasst. Ich nehme hierfür aber auch gern untypische Brennweiten! Mich inspirieren vor Allem die WW-Portraits von Christian Witkin sehr, falls es interessiert:


    http://www.art-dept.com/artists/witkin/ ( unter ->Potrait ->Celebrity )


    absoluter Hammer, oder? Ich mag vor allem den "weichen" Look total!! Habe gelesen dass das mit unvergüteten Linsen gemacht wird.. Naja, das führt wohl zu weit jetzt, ich schau dann noch einmal im Objektive-Forum... Gelegentlich kommt jedenfalls die eine oder andere Gruppenaufnahme noch dazu (Dafür ist GF ja wirklich wie geschaffen) und das wars im Großen und Ganzen mit WW.


    @Peter Das mit den Holzwürmern ist hoffentlich ein Scherz - Vorsicht, ich glaube noch alles was hier geschrieben wird!! :mrgreen:


    Danke an Alle die gepostet haben!!

  • Die Kamera ist jetzt angekommen. Mir fällt als erstes ein Flicken am Balgen vorn auf, den sieht man auch auf einem der Fotos (wenn man genau hinsieht) Scheint prof. ausgebessert zu sein, ich hätte trotzdem irgendwie beruhigender gefunden wenn das explizit so in der Auktion gestanden hätte. Was sagt ihr dazu? Ansonsten sehr beeindruckend!

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