• Hallo,

    ich wollte euch mal kurz fragen wo ihr eure Lampen und Glühbirnen kauft.
    Ich habe hier einen schwarz-weiß Negativ-Planfilm welcher grünlichtunempfindlich ist.
    Daher wollte ich mal so eine grüne Birne im Keller ausprobieren.
    Doch leider ergab die Google-Suche nach einer Grünlicht-Labor-Birne keine Treffer.... :(


    gruß

    Peter

  • Hallo Peter,

    kannst Du bitte mal die genaue Bezeichnung des Films hier angeben? Ich kann mir nämlich nicht wirklich vorstellen, daß ein für Aufnahmezwecke tauglicher Film wirklich für Grünlicht unempfindlich ist.

    Bei älteren Materialien steht im Datenblatt noch was von "Entwicklung nach Sicht bei dunkelgrüner Beleuchtung" - das kannst Du bei heutigen Materialien vergessen, die reagieren auch darauf und das Dunkelgrün, das hier gemeint ist, ist so dunkel, daß Du nach mindestens 15 Minuten in diesem Licht nur eine Ahnung hast, wo sich Dein Film befindet. Eine Negativbeurteilung ist hier kaum möglich. Zudem ist das grüne Licht nur zu kurzzeitiger Negativbeurteilung im Entwickler zulässig (im Entwickler verliert das Filmmaterial an Lichtempfindlichkeit), nicht aber zum Laden von Kassetten mit frischem Film etc., da führt das unweigerlich zur Vorbelichtung...

    Ich habe (vor mehr als 30 Jahren) bei Heidersberger das Entwickeln nach Sicht bei dunkelgrünem Licht kennengelernt - nach Desensibilisierung in Pinakryptol-Grün (gibts heute nicht mehr). Hier ist mit viel Übung eine Kontrastbeurteilung des Negativs möglich gewesen.

    Ansonsten kenne ich nur Filme, die bei grünem Dukalicht gehandhabt werden, die aus dem grafischen Bereich kommen und dort in Rotlicht-Laserplottern belichtet werden. Aber das ist was sehr spezielles, das hat mit unseren Anwendungen nicht zu tun.

    Gruß
    Dieter

  • Quote from "dmh"

    Hallo Peter,

    kannst Du bitte mal die genaue Bezeichnung des Films hier angeben? Ich kann mir nämlich nicht wirklich vorstellen, daß ein für Aufnahmezwecke tauglicher Film wirklich für Grünlicht unempfindlich ist.


    Gruß
    Dieter

    Hi Dieter,

    hier die genaue Filmbezeichnung:
    Wephota (Wernigeröder Fotopapiere und Filme)
    Planfilm
    NP22
    Nur bei völliger Dunkelheit oder Grünfilter!
    Format: 4x5 inch
    Anzahl: 25
    Negativfilm
    Panchromatisch
    21DIN - 100 ASA
    Sicherheitsfilm - Safety
    Open only under specified safelight!
    Kühl lagern! Keep cool!
    Em. Nr.: 016854-06-0310-101


    Ich habe mal bei wiki unter panchromatisch nachgeschaut. Dort steht geschrieben:
    "Allerdings gibt es für die Dunkelkammer Material mit verminderter Empfindlichkeit im Bereich der Natriumlinien (etwa 589 nm), so dass bei begrenzter Expositionsdauer eine schwache Natriumdampflampe zur Beleuchtung eingesetzt werden kann."
    Ist das vielleicht so mit Grünlicht gemeint?


    gruß

    Peter

  • Hallo Peter,

    ich habe mir sowas schon gedacht. Der NP22 ist ein ganz normaler Film, von der Machart her vergleichbar mit dem Ilford FP4 oder dem Kodak PlusX Pan. Wie Du schon festgestellt hast, ist er panchromatisch, also für alle Farben sensibilisiert.

    Damit kannst Du die Grünbeleuchtung mehr oder weniger vergessen, der unbelichtete Film würde auch hierbei verschleiern, der belichtete erst recht. Das extrem dunkle Grünlicht kann kurzzeitig (!) zur Kontrolle der Filmentwicklung eingesetzt werden - wie ich schon schrieb, erfordert das aber sehr viel Erfahrung, denn man sieht trotzdem fast nichts. Heutzutage, da ja überwiegend in geschlossenen Dosen nach der Temperatur-Zeit-Methode entwickelt wird, hat sich eine derartige Kontrolle eigentlich überlebt.

    Gefärbte Glühbirnen zur Dukabeleuchtung sind mit diesem Grün nicht verfügbar. Es gibt (oder gab?) zwar neben Rot und Gelbgrün auch Grün, dieses Grün ist aber viel heller als das hier zulässige. Wenn Du unbedingt damit experimentieren willst, dann such mal nach einer Dunkelkammerlampe und einem dazugehörigen Dunkelgrünfilter (genaue Farbbezeichnung weiß ich nicht). Sowas gab es u. a. von Agfa.

    Gruß
    Dieter

  • Quote from "Heisenberg"

    Ich habe mal bei wiki unter panchromatisch nachgeschaut. Dort steht geschrieben:
    "Allerdings gibt es für die Dunkelkammer Material mit verminderter Empfindlichkeit im Bereich der Natriumlinien (etwa 589 nm), so dass bei begrenzter Expositionsdauer eine schwache Natriumdampflampe zur Beleuchtung eingesetzt werden kann."
    Ist das vielleicht so mit Grünlicht gemeint?


    Natriumdampflampen wurden als indirekte Beleuchtung für SW-Positiv-Labors eingesetzt weil das braungelbe* Licht dem Auge relativ hell erscheint aber SW-Vergrößerungspapier sicher verarbeitet werden kann.

    Panchromatisch sensibilisierter Film wie z. B. auch der NP22 ist bei ungefähr 525nm, dem Farbton von jungem Blattgrün, etwas geringer empfindlich und kann deshalb wie Dieter schon geschrieben hat kurzfristig dem Licht eines Dunkelkammerfilters Agfa 105 oder Kodak No. 3 ausgesetzt werden der in einer Dunkelkammerlampe mit einer 15 Watt Glühlampe eingesetzt ist. Aber nur wenn die Lampe zur Wand gerichtet, also indirekt, mindestens 75 cm vom Film entfernt ist.

    Peter

    * Natriumlampen wurden wegen der guten Helligkeitsausbeite bei geringem Stromverbrauch häufig zur Straßenbeleuchtung eingesetzt. Inzwischen werden aber fast nur noch Mischlichtlampen, Natrium und Quecksilber, verwendet weil so das Licht nicht mehr rein gelb sondern "weißer" erscheint.

  • Vielen Dank an Alle für die Aufklärung.

    Ich denke, dass ich dann wohl doch eher zum orthochromatischen (also rotlicht unempfindlichen sw-Film) greifen werde.
    Ich erhoffe mir dadurch einen einfacheren Umgang mit dem Film beim Einlegen in die Kassette und bei der Negativentwicklung.

    Bereiten diese Orthochromatischen Filme bei der Architekturfotografie irgendwelche Probleme?
    Und kann mir jemand einen günstigen ort.sw-Planfilm 4x5 zum üben empfehlen?


    gruß

    Peter

  • Hallo Peter,

    Ich habe meine ersten NP22 einfach im DUNKELN einzelnd nacheinander
    in drei kleinere Haushaltsplastikschalen (Der Schalenboden sollte keine Rillen oder Furchen haben)
    mit R09 1+40 (ergibt bei 270ml ca. 7ml Konzentrat) entwickelt. Bei kontinuierlicher Bewegung/Kippen
    der Entwicklerschale 10 Minuten.
    Ergibt keine Schlieren wenn du abwechselnd jede Ecke an der Schale anhebst.
    Wenn dir die 10 Minuten nicht reichen, dann entwickle einfach länger! Das kommt sehr auf
    deine Agitation des Kipp und Senk-Rhythmus an...

    Probier es einfach mal aus!
    So kannst du immer nach JEDEM Planfilm deine Ergebnisse kontrollieren. Gegebenenfalls
    auch an der Zeit oder der Konzentration des Entwicklers etwas ändern.
    Statt gleich ein paar Planfilme auf einmal (6 oder gar 10 Stück) in den Jobodosen/Drums...

    Wenn nicht mit R09 (Rodinal) dann hier mal ein paar Zeiten für empfohlene Entwickler:

    Alle Angaben für 20°C!

    NP22 (100 ASA)

    Acufine --- 3,5 min
    D-76 --- 8 min
    D-76 1+1 --- 10 min
    ID 11 --- 8 min
    ID 11 1+1 --- 10 min
    Microdol X --- 12 min
    Microphen --- 7 min
    Rodinal --- 10 min

    Lieben Gruß
    Jutta

    Licht ist Lebenselement

  • Quote from "Heisenberg"

    Bereiten diese Orthochromatischen Filme bei der Architekturfotografie irgendwelche Probleme?
    Und kann mir jemand einen günstigen ort.sw-Planfilm 4x5 zum üben empfehlen?


    Warum eigentlich den ganzen Aufwand mit GF wenn Du nicht bereit bist das Einlegen in die Kassetten und dann in eine Entwicklungsdose wie z. B. Combiplan erst einmal mit ein, zwei Filmen zu üben? Fotografieren heißt nun mal mit lichtempfindlichem Material zu hantieren.

    Ein rotblinder, orthochromatischer Film läßt sich auch für Architekturfotografie gezielt einsetzen um wie durch die Verwendung von Filtern auch Objektfarben heller oder dunkler wiederzugegeben. In diesem Fall werden rote Objekte wie Ziegeldächer und Backsteinfassaden viel zu dunkel wiedergegeben.

    Mit einer Digitalkamera brauchst Du nicht einmal wie mit panchromatischem Film einen blaugrünen Filter um Rot im SW-Bild dunkel wiederzugeben.

    Peter

  • Hallo Peter,

    Der Agfa Filter 103 grün wird im Datenblatt als "Indirektfilter für Universalraumbeleuchtung zur Verarbeitung von orthochromatischen und panchromatischen Schichten" bezeichnet.

    Aber er war von Agfa nur für die Materialien Isopan FF, Isopan F, Isopan ISS und Isopan IP freigegeben. In der Fussnote steht dann: "Licht nur kurzzeitig einschalten, im übrigen im Dunkeln entwickeln." Ausserdem gibt es diese Filme schon lange nicht mehr. Dieser Filter nutzt dir zum Filmeinlegen oder Entwickeln also auch nicht wirklich.

    Dann gibt es noch den Agfa Filter 108 grün matt, aber mit im Prinzip den gleichen Einschränkungen. Im übrigen wird schon ein Rotfilter einen panchromatisch sensibilisierten Film belichten. Ein Grünfilter sowieso.

    Du kannst natürlich orthochromatischen Film, z.B. den Ilford Ortho Plus bei schwachem Rotlicht, z.B. Agfa 107 einlegen oder entwickeln. Ich benutze den Film sehr gerne, aber ich entwickle den halt auch bei völliger Dunkelheit :mrgreen:

    Diesen Film kann ich Dir wirklich empfehlen, aber zum fotografieren, nicht zum üben, er ist a) schwer erhältlich und b) eher teuer.

    Warum nimmst Du nicht einfach ein einziges Blatt Planfilm und übst damit das Einlegen? Entwickeln bei Rotlicht bringt nicht wirklich etwas, die Kontraste erscheinen schon nach kurzer Zeit gigantisch gross. Du beendest die Entwicklung aber trotzdem wegen dem visuellen Eindruck bei dem roten Dunkelkammerlicht und hinterher bei Tageslicht ist der Film ganz flau und unterentwickelt.

    Und damit eigentlich unbrauchbar.

    Viele Grüsse

    Michael

    Will unsre Zeit mich bestreiten,
    ich laß es ruhig geschehn.
    Ich komme aus anderen Zeiten
    und hoffe, in andre zu gehn.

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