Welcher Scanner?

  • Liebe Mitforentinnen und -forenten,


    vor einem Einstieg in die GF-Fotografie stehend frage ich mich, welcher Scanner für die digitale Umwandlung von 4x5er-Filmen eine gute Wahl wäre. Gibt es hierzu ein paar Tipps von Eurer Seite? Herzlichen Dank und


    ebensolche Grüße
    Georg

  • Hallo Georg,


    ich stand vor der gleichen Frage.
    Grundsätzlich schaut es am Markt so aus:


    1) Flachbettscanner-Segment, meist CCD-Scanzeilen, hier AFAIK die beste Lösung Epson 750
    * Vorteile:
    ** einfach zu bedienen
    ** relativ geringe Anschaffungskosten (ca 600 EUR)
    ** brauchbare Auflösung / Schärfe
    * Nachteile:
    ** Newton-Ringe (da hilft ggf. Nassmontage)
    ** "Überstrahlung" bei kontrastreichen Kanten
    ** RGB Farbsteifen-Artefakte, sieht aus wie "Chromatische Abberationen"
    ** suboptimaler Dynamikumfang (Schatten und Lichter, die im Scan nicht durchkommen)


    2) High-End CCD Scanner, z.B. Imacon, Hasselblad, Creo
    * Vorteile:
    ** einfach zu bedienen
    ** mehr Dynamik, Schärfe als oben
    ** Newton-Ringe gemildert (glaub ich)
    ** Überstrahlung gemildert
    * Nachteile:
    ** sehr teuer (neu >= 10000 EUR)
    ** theoretisch oder auch praktisch müsste je nach Hardware-Modell und Software diese Art den untenstehenden Trommelscannern, jedenfalls aber den neuen Modellen (Aztek Premier usw) qualitativ noch etwas unterlegen sein


    3) Trommel-Scanner (gebrauchte oder neue)
    * Vorteile:
    ** vermutlich die qualitativ bestmögliche Lösung
    ** scharf
    ** keine Newtonringe mit üblicher Nassmontage
    ** hoher Dynamikumfang
    ** kaum Überstrahlung
    ** relativ günstige gebrauchte Geräte
    * Nachteile:
    ** aufwendigere Montage der Filme auf einer Trommel mit "Tesa", optischer Folie und Montageflüssigkeit (lässt sich üben)
    ** grosser Platzverbrauch
    ** etwas teurer als Flachbettlösung (Scanner gebraucht ab 1000 EUR)


    Ich habe mich schließlich für einen Howtek 4500 Trommelscanner entschieden!
    Bin bislang recht zufrieden!


    Wenn man schon soviel Aufwand in Fotografieren und Entwickeln steckt,
    sollte man meiner Meinung nach beim Scannen nicht anfangen zu schlampern
    (vor allem wenn man hybrid arbeitet).


    Hier gibt es noch eine Vergleichstestübersicht:
    http://www.largeformatphotography.info/scan-comparison/

  • Moin


    bei so wenig Vorgaben ...läst sich da nicht virl empfehlen :roll:


    ich selbst mache mit alten Linotype Saphir UII und HiRes rum...
    dafür mit besten Ergebnissen gerad ebei 4x5"


    die Epsons lügen sich Auslösung zusammen....haben irgedwas um die 2.200 Dpi


    Imacons liegen nicht rum...
    sind nur selten zu erreichen, aber eine gute Lösung...


    Microthek Artifix fällt mir noch ein als neuer oberhalb 3000+ DPIs


    und Budget???
    Mfg gpo

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure hilfreichen Tipps. Anscheinend muss man doch etwas tiefer in die Tasche greifen, um für "GF-Niveau" akzeptable Ergebnisse zu erhalten. Aber so ist das nun mal!


    Beste Grüße
    Georg

  • Naja. Hängt halt immer von den Ansprüchen und der Ausgabegröße ab...


    Ich habe es zuerst mit einem Canon 9950 probiert, zur Not geht's auch.
    Die störenderen Aspekte: es waren halt zum Teil im Himmel Newton-Ringe zu sehen, und RGB-Farbsäume an den Kanten.


    Wie tragisch das dann wirklich für einen ist, hängt halt immer von der Ausgabegröße ab. Einen A3 Druck hab ich z.B. gemacht, wo man diese Effekte noch überhaupt nicht wirklich bemerkt, da muss man schon sehr genau schauen...
    Bei A4 noch weniger Tragik.


    Wenn du hingegen A1 oder A0 Drucke machen willst, schaut die Sache schon wieder anders aus.


    Ich möcht halt quasi lieber einmal gescheit scannen, und dann möglichst nie wieder.


    Hab aber mit einem renommierten Landschaftsfotografen gesprochen, der davon lebt. Die Scannen z.B. auch nur für die großen Ausdrucke mit einem Trommler, und sonst (bis A4) mit dem Epson 750.

  • Also ich wunder mich immer wieder über die Scanner- Diskussionen. Es wird der Eindruck erweckt, mit einem V750 könne man quasi gar nicht vernünftig arbeiten. Ich erziele von 4x5 Material (SW und Farbe) exzellente Ergebnisse (V750 mit Silverfast). Ist ja auch kein Wunder - um die 2000 echte DPI sind bei 4x5 doch schon 8000x10000 Bildpunkte. Wer damit keine A2 Ausdrücke in Top- Qualität hinkriegt macht m.E. irgendwo anders was falsch.
    Das einzige, was nicht vernünftig klappt sind Farbnegative. Das sieht bei mir immer aus wie Grütze. Zum Glück habe ich so gut wie keine Negative.

  • Quote from "arno"

    Also ich wunder mich immer wieder über die Scanner- Diskussionen. Es wird der Eindruck erweckt, mit einem V750 könne man quasi gar nicht vernünftig arbeiten.

    Hallo Arno,
    wo in diesem kurzen und sehr sachlichen Thread wird dieser Eindruck auch nur ansatzweise erweckt?


    Viele Grüße
    Martin

    Never argue with idiots, they just drag you down to their level then beat you with experience.

  • Quote from "Ulrich Drolshagen"

    Gibts eigentlich abgesehen von der Software und den Kalibiertargets einen relevanten Unterschied zwischen dem V700 und dem V750?
    Die Software kann ich nämlich wg. Linux eh nicht benutzen und geeignete Targets hab ich schon.


    Gruß


    Ulrich


    Hallo Ulrich,


    der V750 hat "angeblich" eine besondere Vergütung auf der Optik. Angeblich in Anführungszeichen, weil das so im Datenblatt steht, jedoch einen meßbaren Unterschied bisher niemand (filmscanner.info und monochrom.com) hat feststellen können. Ich selbst habe den V750 gekauft, weil ich die Software-Ausstattung brauchte (Silverfast Ai und EZ Color mit Kalibrierungstarget), sonst hätte ich wohl auch den V700 gekauft.


    Gruß Thomas

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