Belichtungsmesser als Smartphone-App!?!

  • Neulich beim Foto-Stammtisch habe ich mit ein paar Studenten über Belichtungsmesser geredet... zwei meinten, so was sei doch nicht mehr zeitgemäss. Einer hat sein Smartphone hochgehalten, irgenwas damit gemacht und anschließend war auf dem Display genau so was wie die Anzeige eines digitalen Belichtungsmessers :?


    Mittlerweile habe ich mich schlau gemacht und festgestellt, dass es sowohl für eiphone als auch für anthroid Dutzende von "exposure" oder "light meter apps" gibt. Einer der Studenten meinte, dass einige aber nur 5 Belichtungsstufen unterscheiden können.


    Nachdenklich gemacht hat mich das schon, vor allem weil mein Profisix zunehmend anfängt zu "tanzen". Habt Ihr vielleicht Erfahrungen oder Links, was für ernsthaften Einsatz davon zu halten ist?


    Optimal wäre, wenn das Gerät auch den Kontrastumfang und nicht nur die mittlere Helligkeit zeigen würde, also so was wie eine Histogrammanzeige. Vielleicht gleich mit Empfehlungen zur angepassten Filmentwicklung, eine Art Zonensystem-App? Guhgel meldet dazu "Ungefähr 70.200.000 Ergebnisse" :shock:

  • Hallo Uli


    Es gibt Firmen (z.B. Sekonic) die beschäftigen sich seit 60 Jahren mit nichts anderem als mit der Lichtmessung respektive der Belichtungsmessung. Sie forschen und lassen ihr Wissen und ihre Erfahrung in ihre Produkte einfliessen. Und da soll eine iPhone App mithalten können? Ich glaube einfach nicht daran. Ich will es noch nicht mal ausprobieren. :evil:


    Gut und nützlich finde ich hingegen die DevChart App:


    http://massivedevchartapp.com


    Gruss
    Thomas

    "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
    Antoine de Saint-Exupéry

  • Ich will das mal von den Telefonen etwas erweitern: Es spricht einiges dafür, dass man eine vernünftige und kleine Digital-Kompaktkamera als Belichtungsmesser nehmen kann. Nicht in dem Sinn, dass man eine Zeit/Blendenangabe erhält. Sondern im Sinne von Probeaufnahmen. Wenn man die Kamera-ISO mit dem eigenen Film abgleicht, sieht man insbesondere bei problematischen Lichtsituationen, was los ist mit Schattenzeichnung und ausgebrannten Lichtern. Dass der Topnwertumfang dieser Kameras geringer ist als bei Film, kommt der Aufgabe entgegen.
    Es ist klar, dass man einen Apparat benötigt, der manuelle Einstellungen zulässt.

    • Official Post

    Eine vernünftige Belichtungsmesser-App habe ich noch nicht entdecken können, die Messwerte erschienen mir immer recht dubios. Hier verlasse ich mich lieber auf einen dedizierten Belichtungsmesser oder eine DSLR.


    Was ich allerdings öfter verwende, ist eine App zur Vorschau des Bildausschnitts:
    http://www.direstudio.com/viewfinder


    Funktioniert ähnlich wie die Aufstecksucher mit Formatmasken. Man kann mit der App dann auch gleich eine Probeaufnahme machen und so das passende Objektiv wählen. Weiterer Vorteil: ich habe gleich elektronische Notiz, wo genau (GPS) und wann ich eine Aufnahme auf GF gemacht habe.


    Anbei eine Aufnahme der App zur Wahl des Objektivs und das anschliessend erstellte Bild:
    [Blocked Image: http://www.luxworkshops.com/galleries/AW_20110416_iPhone_0569.jpg]

    [Blocked Image: http://www.luxworkshops.com/galleries/AW_20110417LF_001_BW_Master.jpg]


    Beste Grüsse,
    Andreas

  • Moin zusammen,


    das mit der einer App kann meiner Einschätzung nach schon deshalb nicht klappen, weil der Empfindlichkeitsbereich der Kameras idR zu gering sein dürfte. Ich hab z.B. eine ältere Pentax DSLR, bei der kann ich die ISO-Werte zwischen 100, 200, 400 und 800 verstellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei Smartphones differenzierter funktioniert, auch wenn im Einzelfall der Empfindlichkeitsbereich vielleicht (idR dann wohl nach oben) größer sein kann.


    Gruß


    Ulrich

  • Klar ist vernünftige Belichtungsmessung nicht einfach, daher meine Frage nach Erfahrungen und Tests. Aber wenn ein Smartphone in der Lage ist, überhaupt ein Bild einer Szene aufzunehmen, könnte aus Blende, Belichtungszeit und Sensorempfindlichkeit auch die Lichtverteilung im Bild exakt berechnet werden. Bei großem Kontrastumfang dann aus mehreren verschieden belichteten Aufnahmen a la HDR. Selbst eine Lichtmessung ginge, wenn man einen Diffusor über das Objektiv hielte. Es müsste nur einmal kalibriert werden.
    Wie gut die Software das alles tatsächlich kann, ist aber fraglich.
    Ich sehe die größten Probleme bei schwachem Licht: bei Nachtaufnahmen hatte ich letztens Belichtungszeiten zwischen 2 und 10 Minuten vom Profisix empfohlen bekommen. Ich glaube nicht, dass ungekühlte Digicam-Sensoren in dem Bereich noch zuverlässig messen können? Mein Pentax Spotmeter kann das übrigens auch nicht :?

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