Frage Pulverentwickler

  • Hallo, dieses Jahr möchte ich die Kosten für "Fertigmischungen" sparen und selber mixen.
    Entwickelt wird in Rotation (Unitub).


    Meine Ansprüche sind noch nicht so klar definiert;
    Unkompliziert und zuverlässig wäre vielleicht eine Grundvoraussetzung.
    Gern auch zweie zum Vergleichen oder zum Abdecken eines breiteren Spektrums.



    ich zaubere zum Kennenlernen noch mit diversem Negativmaterial herum, so z.B.
    Rollei Retro 100 Tonal
    Ilford
    Fomapan.
    Adox 25 will ich auch noch probieren, und ggf. mal den Ilford Ortho.


    Ich denke, ein guter Allrounder wäre da vielleicht für den Anfang sinnvoll.
    Was kann mir das "Haus" heute empfehlen ?


    Gruss,
    Ritchie

  • Quote from "bequalm"

    Hallo, dieses Jahr möchte ich die Kosten für "Fertigmischungen" sparen und selber mixen.
    Entwickelt wird in Rotation (Unitub).


    Entwickler aus den Grundchemikalien selbst zusammensetzen lohnt nur, wenn Du sehr viel von der Materie verstehst und einzelne Filme einer gezielten Spezialbehandlung unterziehen möchtest. Außerdem brauchst Du einen Zugang zu Feinchemikalien, denn in der Apotheke bekommst Du so etwas wie Metol, Hydrochinon, Natriumsulfit (mit "t"!), Kaliumbromid und anderes nicht resp. oft erst nach langen Debatten und zu einem irren Preis. Was Du ebenfalls brauchst, ist eine Feinwaage mit einer Genauigkeit (nicht nur Skalenteilung!) besser als 1/10 gr (kostet schnell mal über 100 €). Rechne also mal auf... :roll:
    Wenn Du es also unkompliziert und zuverlässig willst, kauf Dir 'ne Packung Pulverentwickler ID-11 (exzellenter, flexibler Standard-Entwickler), Perceptol (teilphysikalischer Entwickler), Acufine etc. und gut ist: Einfach, weil exakt standardisiert, sauber, preiswert und für fast alle Ansprüche und Anwendungen gibt's was...

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • ...oder XTOL/D76 vom ehemals Gelben Riesen, der im Sterben liegt:--(((
    Das sind die Pülverchen aus dem die Träume sind;--)))


    Gruss Armin

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    Today
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  • Ja, bin auch begeistert von dem XTOL, relativ feinkörnig und auch recht scharfe, detaillierte Scans (habe nur Verdünnung 1:3 in Standentwicklung getestet).
    Verbläst um Längen, das was ich vom Linzer Fotogeschäft immer an S/W-Entwicklungen erhalten habe.


    Diese Pyro-Entwickler sind vermutlich noch eine Spur besser, aber ich vermisse nichts...

  • Quote from "bequalm"

    Meine Ansprüche sind noch nicht so klar definiert;
    Unkompliziert und zuverlässig wäre vielleicht eine Grundvoraussetzung.
    Gern auch zweie zum Vergleichen oder zum Abdecken eines breiteren Spektrums.


    D76 oder HC110. Letzterer wegen des breiteren Spektrums. Da kannst Du mit nur einem hoch konzentrierten Entwickler experimentieren bis der Arzt kommt. Und beide sind saubillig.


    Gruß


    Ulrich

  • Hallo Ritchie,


    da kann ich mich nur anschliessen:


    Von dem Beschaffungsproblemen abgesehen, bringen solche Selbstansätze eher weitere Unsicherheitsfaktoren ins Spiel. Und auch wenn du die entsprechenden Wiegemöglichkeiten hast und auch mit der entsprechenden Sorgfalt an die Sache herangehst, werden doch keine Vorteile aus dem Selbstansatz entstehen.


    Die derzeit erhältlichen Entwickler sind vielfältig und die Grösse der Verpackungseinheiten ist auch für den Hausgebrauch passend.


    Ich habe daheim ein sehr schönes Rezeptbuch aus den 1930er Jahren, da stehen tolle Sachen drin. Aber die sind z. T. auch für die damaligen Filme konzipiert. Und die sind schon lange nicht mehr erhältlich.


    Auch die alten Tonerrezepturen sind nur bedingt brauchbar, jedenfalls ist es mir noch nicht gelungen, alle Bestandteile für den Uran-Toner zu besorgen :mrgreen::mrgreen::mrgreen:


    Viele Grüsse


    Michael


    ... der so ziemlich jeden Film in Perceptol badet ...

    Will unsre Zeit mich bestreiten,
    ich laß es ruhig geschehn.
    Ich komme aus anderen Zeiten
    und hoffe, in andre zu gehn.

  • Nanu, wo ist denn wieder mein Text verschwunden?
    Man sollte nicht nebenbei telefonieren...
    Also:
    Nein, ich hab mich falsch ausgedrückt, ich wollte nur Fertigsuppen kaufen und mit Wasser mixen :)
    An die hohe Kunst der Alchemie möchte ich mich noch nicht heranwagen.


    Ich halte mal fest:
    XTOL
    ID11
    D76
    HC110
    Perceptol.
    Impex bewirbt im Verkauf noch den Atomal A 49 als "besten universellen Entwickler".
    Welcher wäre am universellsten einsetzbar mit jeweils guten Ergebnissen?


    Von Xtol hab ich unlängst gelesen, er käme manchmal etwas flau.
    Zum Perceptol las ich, der sei eher für niedrigempfindliche Filme geeignet..


    Gibt es eine Liste, wo die Eigenschaften versch. Entwickler aufgeführt werden, damit man direkter vergleichen könnte?


    Ich will mir ja jetzt nicht zum 100. Male jeden Entwickler von Euch erklären lassen,auch hat jeder so seine eigenen Vorlieben, und ein "universeller" kann bestimmt auch nicht alles zugleich.
    Als Anfänger nutzte ich bisher den Rollei RLS und den RHC - der hat je nach Verdünnung anders gearbeitet.
    Sowas ist mir schon mal symphatisch, einer für mehrere Bereiche. Universell eben.
    Gruss,
    Ritchie

  • "Quartalslaborant", der ist gut:-)
    So hab ich letztes Jahr angefangen -wenig fotografiert, wenig entwickelt - und einige Negative versaut, weil der Entwickler beim nächsten Einsatz tot war.
    Dieses Jahr mach ich wohl deutlich mehr, die Flüssigprodukte gehen aber gut ins Geld.
    Und ich will nun lieber frisch ansetzen und somit keine Negs mehr versauen.
    Gruss,
    Ritchie

  • Quote

    Xtol ist quasi der moderne Nachfolger, der zwar alles ein bisschen besser kann, aber man sollte sich sicher sein, die 5L Stammlösung in einem halben Jahr aufzubrauchen (oder man kann damit leben, Reste zu verwerfen).


    Das war früher bei der 1 Liter Packung angesagt, aber ich vermute das Kodak da leicht was geändert hat. Denn 5 Liter scheinen extrem stabil zu sein!


    Im Gegenteil, meine ältesten 2x war jeweils gut 12/14 Monate alte XTOL Süppchen, einfach in voll gefüllten Glasflaschen Luftdicht verschlossen, a 1 Liter dunkel und kühl lagern und ich brauche in für den 10 Liter Kanister replinished, also wenn ich paar Blatt 8x10 bade schmeisse ich vorher zuerst 1-2 Liter raus und 1-2 Liter frischen wieder rein. Wobei das frisch einfach unangetastet heisst, manchmal also sogar über ein Jahr alt!
    Einzig für die 4x5 inch im Combiplan mache ich meist frische Suppe an.
    Übrigens der letzte Ansatz vom 10 Liter Tank ist von ende 2010;--))) und ich werde ihn sicher noch bis ca. Mai so in Betrieb lassen!


    Gruss Armin


    P.S. Wenn man will das der XTOL etwas knackiger kommt einfach die Zeit Angaben des Kodak Blattes um 10-20% verlängern und schon wirds knackiger!

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  • Quote from "mgeiss"

    Am universellsten ist sicher D76. Das ist der Standard, mit dem jeder s/w Film für die bildmäßige Fotografie funktionieren muss..
    Xtol ist quasi der moderne Nachfolger, der alles ein bisschen besser kann..
    es wird zwar offiziell nirgends erwähnt, aber in der Praxis gilt Excel = Xtol...


    ""D76 oder HC110. Letzterer wegen des breiteren Spektrums.""
    ""Michael,der so ziemlich jeden Film in Perceptol badet ...""


    Mehr muss ich für den Anfang nicht wissen, oder ?
    Da such ich mir den/die zu mir passenden raus
    Vielen Dank!


    Gibt es zum Pulvergebrauch spezielle Tips, die so nicht auf der Packung stehen?
    Gruss,
    Ritchie

  • Hallo Ritchie,


    also D-76 und ID-11 sind soweit ich weiß identisch. Damit kannst du grundsätzlich nichts falsch machen. Sind Universalentwickler. HC-110 hab ich genommen als ich mit GF angefangen und noch nicht rotiert hab. Aus einem Liter bekommst du bei 1:36...richtig 36 Liter raus. Allerdings fand die Filme immer etwas körniger, was aber GF nicht so in Gewicht fällt. Nachteil war für mich, dass das Zeug zum einen nicht so toll auf zu mischen ist. Sprich, Mensur nochmal auspülen weil unten noch Konzentrat drin hing. Und zum anderen, wenn dein Durchsatz nicht so hoch ist dann dickt er mit der Zeit ein und lässt sich noch schlechter mischen. Perceptol ist der Feinskornentwickler von Ilford, richtig ? Ich bring den immer Microphen durcheinander. Also der bringt feineres Korn aber geringere Empfindlichkeit. Mit Xtol hab ich nie gearbeitet. Bleibt noch einer übrig. A 49. My Favorite. Also A 49 ist wohl der einzige wirklich empfindlichkeitssteigernde Entwickler überhaupt. Also ohne, dass andere Parameter darunter leiden (. Bei KB und 400er Delta bring er na ich sag mal eine 3/2 Blende mehr ingesamt schönres Korn (nicht unbedingt feiner, aber auch nicht gröber...eben anders) und schörere Tonwerte. Kommt bei GF vielleicht auch so zum tragen, aber ich wollte halt nur mit einem Entwickler arbeiten und bin zufrieden.


    Gruss Sven.

  • Quote from "bequalm"


    Von Xtol hab ich unlängst gelesen, er käme manchmal etwas flau.


    Fand ich nicht, der Kontrastausgleichsentwickler vom Linzer Fotoshop war z.B. recht flau, die zwei Rollfilme und 4 Planfilme kamen alle recht kontrastreich raus.
    Weiss aber nicht, ob das in Rotation oder unverdünnt dann anders wird.


    Quote from "bequalm"


    Gibt es eine Liste, wo die Eigenschaften versch. Entwickler aufgeführt werden, damit man direkter vergleichen könnte?


    Hatte bei meiner Suche seinerzeit diese Übersicht gefunden:
    http://www.inficad.com/~gstewart/comparemain.htm


    LG,

  • Hallo Ritchie,


    flaue Entwickler gibt es nicht.
    Das ist schon flaue Belichtung+/oder Entwicklung, z.b. zu alt, zu kalt zu wenig oder zu viel bewegt oder was auch immer.
    Nimm lieber einen Film und einen Entwickler und dreh daran so lange rum bis das Negativ gute Schatten und Lichterzeichnung hat. Ich bevorzuge je länger desto mehr Standartmaterial wie FP4 oder Trix + ID11 oder X-tol beides Pulver, das lässt sich auch leichter heimtragen. Erst dann würde ich andere Filme oder irgendwelche Supermaterialien einführen.
    Nicht gleichzeitig ein Bündel von Variablen aufmachen.
    Prizipiell belichte ich eine Stufe über und entwickle weicher/kürzer, da ich noch mit Kondensorlicht vergrößere. Härter vergrößern geht dann immer noch.
    Henning

  • D76, ID 11 und XTOL sind ungefähr baugleich?
    Da bleibt ja nicht mehr viel übrig für den Anfang :)


    Der HC110 hört sich komoliziert an - nix für mich.
    A49 scheint wirklich einen Versuch wert.
    Ich glaub, das Rennen macht erst mal der XTOL.


    Ist das Bild flau, ist was faul - aber nicht der Entwickler - verstehe.
    Der Hinweis bezüglich Verzetteln mit zu vielen Variablen ist gut, den wollte ich selber umsetzen, aber ich hab noch div. Filmmaterial (den Ilford hab ich z.B. vor 5 Jahren gekauft, und der geht noch), und der Rollei Retro 100 Tonal erschien mir interessant.Den probier ich grad aus.


    Ich glaube, 2 unterschiedliche Filme und 1 Entwickler sind schon eine gute Basis.
    Vielleicht Rollei, Fomapan (hab tolle Ergebnisse mit diesem Film gesehen, gefällt mir), und XTOL. Für den Anfang.
    Dann kann ich mich später langsam weiterhangeln, speziellere Entwickler und/oder einen weiteren Film probieren. Bin ja noch jung:-)


    Die Vergleichsliste ist gut, aber wohl nicht ganz aktuell?


    Vielen Dank noch mal Euch allen!
    Gruss,
    Ritchie

  • Yo,
    und im Laufe der Zeit werd ich sicher den einen oder anderen vergleichen, bis dahin ist mir auch klarer, worauf ich Wert lege.
    Noch bin ich ja in der Freuphase, wenn überhaupt ein Negativ fertig entwickelt ist und nicht durch toten Entwickler oder andere Fehler versaut wurde.
    Routine wird sich aber sicher dieses Jahr einstellen, wobei mein Unitub eine schöne Konstante darstellt.
    Gruss,
    Ritchie

  • Quote from "Urnes"

    Perceptol ist der Feinskornentwickler von Ilford, richtig ? Ich bring den immer Microphen durcheinander. Also der bringt feineres Korn aber geringere Empfindlichkeit.


    Der bringt als halbphysikalischer Entwickler insbesondere eine verminderte Konturenschärfe, da er bereits gebildetes Silberkorn angreift, teilweise wieder löst und "umschichtet", was aber bei GF ein eher geringeres Problem darstellt. Microphen ist ein sehr akzentuiert arbeitender Entwickler, gut zum Pushen geeignet und wenn man kräftiges Korn wünscht... Ich habe immer ID-11 bevorzugt, weil es sich sehr flexibel im Zonensystem handhaben läßt und auch mit Flachkristallern perfekte Ergebnisse bringt...


    Die historischen Entwicklerrezepte sollte man "cum grano salis" nehmen. Sie sind für "antike" Dickschichtfilme optimiert und können an modernen Filmen anders reagieren, also eher was für Experimentierfreudige...

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • Beim Durchlesen ist mir aufgefallen, daß ein sehr wichtiger Hinweis für den Ansatz von Pulverentwicklern fehlt:


    Unbedingt mindestens 1 Tag vor dem Gebrauch ansetzen!


    Beim Ansetzen des Pulverentwicklers kansst Du rühren bis zum gehtnichtmehr, es wird immer irgendwelche Körnchen geben, die beim Einfüllen in die Flasche noch nicht vollständig aufgelöst sind. Gelangen diese Körnchen bei sofortigem Gebrauch auf die Emulsion verursacht dies infolge der gegenüber der Lösung deutlich höheren Wirkstoffkonzentration Flecken im Negativ, die nicht mehr zu beseitigen sind.


    Bleibt der Ansatz mindestens 1 Tag stehen, dann sind bis zur Verwendung auch die Restkörnchen - die oft mit dem bloßen Auge gar nicht mehr sichtbar sind - in Lösung gegangen, so daß ein optimales Entwicklungsergebnis erzielt werden kann.


    Beim Ansatz selbst ist der Herstellerhinweis, den Inhalt des einen Beutels erst vollständig zu lösen, bevor der andere dazugegeben wird, sehr ernst zu nehmen. Bei manchen Entwicklern können, wenn Teil A und Teil B zusammengekippt und dann gerührt wird, unlösliche Verbindungen oder Ausfällungen entstehen. Kritisch ist hier auch Metol. Da Metol nicht in konzentrierter Sulfitlösung löslich ist, muß zuerst das Metol vollständig gelöst sein, bevor der Beutel mit dem Natriumsulfit dazugegeben wird.


    Pulverentwickler haben gegenüber den Flüssigkonzentraten zudem den großen Vorteil, bei trockener Lagerung extrem lange haltbar zu sein - auf ein paar Jahre mehr oder weniger kommt es dabei nicht an. Und: Bei mir kommt das Wasser billig aus der Leitung, das muß ich nicht teuer beim Fotohändler kaufen.


    Viel Spaß beim Rühren wünscht


    Dieter

  • Ich habe gestern und heute einige Tests gemacht. Perceptol (1+2) verhält sich bei mir nahezu identisch wie A49 (1+1) was Korn und Schärfe angeht.
    Entwickel ich in D76 werden die Negative bzw. Kanten auffallend schärfer wiedergegeben - bei mehr sichtbaren Korn, versteht sich. Letzteres ist im Mittel- und Großformat aber getrost zu vernachlässigen.
    Probiere selbst alles durch, was durch grobe Meinungen in die engere Auswahl kommt. Hier wird dies behauptet, dort das (von Artikelbeschreibungen im Internetkaufhaus ganz zu schweigen). Meine Testergebnisse mögen sich von anderen sicherlich auch unterschieden.

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