Frage zu Barytpapier

  • Hallo,
    Barytpapier wird in matt, chamois und glänzend angeboten.
    Braucht man für "glänzend" eine Presse und Folie, oder kann man das Papier auch ohne dieses Zubehör benutzen?
    Ich habe keine (grosse)Presse.
    Und wie bzw. mit welcher Papiersorte bekommt man diesen sagenumwobenen Seidenmattglanz via Lufttrocknung?


    Gruss,
    Ritchie

  • Hallo, Matthias,
    ich hab ja langsam ein Direktabo bei Dir :) ?
    Du bist immer sofort zur Stelle, wenns klemmt - phänomenal!
    Was soll ich weiter sagen - dank Dir, wie immer...


    "glänzend" und lufttrocknen, da bin ich ganz froh.
    Hier laufen ja inzwischen genug Stromfresser auf Hochtouren :)


    Yo, dann kann ich ja jetzt mal nen Schwung Baryt bestellen, mein PE neigt sich dem Ende zu ( ich hab bis jetzt mehr Probestreifen als fertige Bilder gemacht).


    Gruss,
    Ritchie

  • Hallo Matthias,


    mgeiss hat geschrieben:
    > Für Hochglanz braucht es eine Presse. Für den berühmt-berüchtigten
    > Seidenglanz nimmt man glänzendes Papier und lässt es Lufttrocknen. Ob nun
    > nach der Nassklebeband-Methode, in Rahmen eingespannt, auf Gittern liegend
    > oder einfach an der Leine aufgehängt, ist dabei nebensächlich.
    >


    Barytpapier kannst du nicht einfach zum Trocknen auf eine Leine aufhängen. Das wellt sich, rollt sich richtig auf und dann bekommst du das nie wieder glatt.


    Barytpapier muss entweder in einer Presse getrocknet werden - so mache ich das. Oder - wie du es schreibst - eingespannt, auf Gittern liegend oder sonst wie gepresst getrocknet werden.


    Nur eben nicht einfach an einer Leine...


    Den Hochglanz kannst du mit richtig viel Arbeit mit den verchromten Metallfolien in einer Presse theoretisch hin bekommen. Bei mir daheim geht es z.B. grundsätzlich nicht, weil bei uns die Wasserhärte einfach zu gross ist. Bei sehr kalkhaltigem Wasser ist die Hochglanztrockung von Barytpapier nicht möglich.


    Viele Grüsse


    Michael

    Will unsre Zeit mich bestreiten,
    ich laß es ruhig geschehn.
    Ich komme aus anderen Zeiten
    und hoffe, in andre zu gehn.

  • Hallo Matthias,


    die Oberfläche von trockenem Barytpapier ist sehr empfindlich gegen mechanische Beanspruchungen. Wenn man Barytpapier zu arg biegt, wellt, usw. dann kommt es zu Brüchen in der Oberfläche.


    Und die sind richtig gut sichtbar.


    Wer also sein Barytpapier zum Trocknen auf die Wäscheleine hängt um anschliessend das ganze zu glätten und mit was weiss ich für fragwürdigen Methoden wieder in eine einigermassen glatte Form zu bringen, der kann sich das ganze aus meiner Sicht auch sparen.


    Für solche Versuche ist Barytpapier a) nicht geeignet und b) schlicht und einfach auch zu teuer.


    Viele Grüsse


    Michael

    Will unsre Zeit mich bestreiten,
    ich laß es ruhig geschehn.
    Ich komme aus anderen Zeiten
    und hoffe, in andre zu gehn.

  • Ok,


    und dieser Freund von dir hat die Baryt-Papiere wirklich vorher an einer Wäscheleine getrocknet?


    Da schreib ich dann einfach mal nichts mehr dazu...


    Es kann ja jeder machen, was er will.


    Viele Grüsse


    Michael

    Will unsre Zeit mich bestreiten,
    ich laß es ruhig geschehn.
    Ich komme aus anderen Zeiten
    und hoffe, in andre zu gehn.

  • Hallo Matthias,


    ganz genau, jeder so wie er Spass dran hat...


    Mir ist das Baryt-Papier einfach so edel und gut, dass ich solche "Vergewaltigungen" eben damit nicht mache...


    Und du bist dir sicher, dass wir immer noch von der Verarbeitung von Baryt-Papier reden? Wirklich?


    Viele Grüsse



    Michael

    Will unsre Zeit mich bestreiten,
    ich laß es ruhig geschehn.
    Ich komme aus anderen Zeiten
    und hoffe, in andre zu gehn.

  • Hallo Matthias,


    und das ist für dich eine Methode, um gute Bilder zu bekommen?


    Oder habe ich die Ironie in deinen Beträgen gerade nicht verstanden?


    Viele Grüsse


    Michael

    Will unsre Zeit mich bestreiten,
    ich laß es ruhig geschehn.
    Ich komme aus anderen Zeiten
    und hoffe, in andre zu gehn.

  • Ich benutze weißes Nassklebeband, welches ich als "Schutzrand" dann auch am Bild lasse. Die Bilder werden wunderbar plan, der schöne leichte Glanz beim Lufttrocknen wurde ja schon angesprochen. Ein Freund von mir trocknet die Bilder mit der Schichtseite auf Tüchern und zieht die trockenen, dann etwas welligen Bilder leicht an der Rückseite angefeuchtet von jeder Ecke über eine Tischkante. Dann schneidet er die weißen Ränder der Bilder ab und die letzten Wellungen bekommt er durch pressen unter Büchern weg. Mir ist der Weg mit dem Nassklebeband allerdings wesentlich lieber, da ich ohnehin gerne breite, weiße Ränder um die Bilder haben möchte.
    Mir sind sogar schon akzeptable Hochglanzbilder per Presse gelungen. Der Vorteil von Hochglanz ist ja das tiefe Schwarz, welches wiedergegeben werden kann. Mit mattem Papier erreicht man scheinbar überhaupt kein befriedigendes tiefes Schwarz. Glanzpapier luftgetrocknet ist für mich in dieser Hinsicht der beste Kompromiss.
    "Schamös" ist doch, weil es anfangs kurz angesprochen wurde, keine Papieroberfläche, sondern eine Papierfarbe, oder?
    Ich habe noch ein paar Blatt altes Orwo-Papier: "leicht gekörnt", auch interessant.
    Sollte man wellige Barytpapier-Bilder haben oder welche, bei denen einem die Lufttrocknung missfällt und man sie doch auf Hochglanz trocknen möchte, kein Problem: einfach einweichen und nach anderer Methode neu trocknen.

  • Barytpapiere ziehe ich mit einem großen ( :!: der muß deutlich breiter sein als das Bild!) Scheibenwischer auf ebener Unterlage in einem Zug ab (damit ist das Thema Kalkflecken erledigt), trockne sie dann auf Fliegengitter aus Kunststoff :!: , Schicht nach unten. Die Bilder sind dann schon ziemlich flach. Den letzten Schliff vor dem Retuschieren und Aufziehen kriegen sie dann zwischen schweren Atlanten, geschützt durch Pergaminbögen...


    Der luftgetrocknete Seidenglanz (der mit PE-Papier nicht zu verwechseln ist) wirkt sehr edel und paßt m.E. besser zu SW als der Spiegelglanz, den ich als aufdringlich empfinde. Von den technischen Problemen, große Bilder auf makellosen Glanz ohne "Stippchen" zu bringen, will ich gar nicht erst anfangen.
    Chamois finde ich ehrlich gesagt grauenhaft. Es sind m.E. nicht nur scheußlich aus (die Unterlage ist ja beige bis schweinchenrosa), es hat auch den handfesten Nachteil des deutlich geringeren Kontrastumfanges, weil die Darstellung von klaren Weißen gar nicht möglich ist... Da fehlt wirklich nur noch der Büttenschnitt... :shock:

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • Vielleicht sollte auch erwähnt werden, dass es Papiere gibt, die schlecht plan werden. Meine schlechten Erfahrungen mit der Trockenpresse hatten z.B. damit zu tun, dass ich relativ frisches Ilford-Papier benutzt hab, von dem ich später erfuhr, dass das für seinen unvermeidlichen Kräuselrand berüchtigt ist. Ich benutze jetzt Adox MCC. das lege ich auf Fliegengitter. Anschließend liegt sich das entweder in der Schachtel von allein glatt oder es wird heiß aufgezogen. Gestern hab ich einen zusätzlichen Abzug gemacht, den ich mangels Platz mit zwei Wäscheklammern auf die Leine gehängt hab, an der ich normalerweise das PE-Papier trockne. Fast kein Unterschied zu den Abzügen auf den Fliegengittern.


    Ulrich

  • Grauer Wolf hat geschrieben:
    > Barytpapiere ziehe ich mit einem großen ( :!: der muß deutlich breiter sein
    > als das Bild!) Scheibenwischer auf ebener Unterlage in einem Zug ab (damit
    > ist das Thema Kalkflecken erledigt), trockne sie dann auf Fliegengitter aus
    > Kunststoff :!: , Schicht nach unten.


    Hallo Wolf,


    ziehst du die Scheibenwischer über die Emulisionseite des Papiers?
    Warum verwendest du Plastik-(Fiegen)Gitter? Sind die nicht schwierig zu reinigen? Wo hast du die herbekommen?


    Rene

  • Die Fliegengitterrahmen gab es früher fertig im Fotohandel zu kaufen, weiß nicht ob heute noch.
    Man kann die natürlich auch selber basteln. Vorteil ist zB der Platz, weil man die Gitter alle übereinander stapeln kann.
    Methode ist ausführlich bei AA und A Weidner beschrieben, wenn ich mich richtig erinnere.
    Ich habe festgestellt, dass bei allen Methoden die Restfeuchte sehr entscheidend ist, wenn man die Bilder möglichst plan bekommen möchte.
    Auch die Dauer der Wässerung - weil bei übertriebener Wässerung die Ränder stark aufquellen - hat einen erheblichen Einfluß.
    Also beispielsweise nicht völlig durchtrocknen lassen wenn sie noch unter die Atlanten (plus Saug-/Löschpapier) sollen. Das Papier muß sich nur trocken anfühlen, das reicht.
    Ich arbeite mit den beschriebenen Sieben und einer Trockenpresse bei geringen Temperaturen.
    Unwichtiges PE trocknet bei mir oft großflächig einfach auf Zeitungspapier auf dem Fußboden liegend, bei Kontakten sind ein paar Wasserflecken
    nicht so wichtig.
    Grüße

  • Als ich früher nur sehr selten größere Formate (um die 40x50) hatte, habe ich in der Not auch so getrocknet:
    auf dem Sperrmüll Kühlschränke gesucht und aus der Isolierung der Türen die Magnetleisten komplett herausgelöst.
    Diese habe ich dann genutzt um einen Rahmen um das zu trocknende Foto zu legen, übrigens auch wieder auf Kühlschränken.
    Die Bildränder müssen allerdings später beschnitten werden...aber ich habe immer einen großen weißen Rahmen mit auf dem Foto gehabt.
    Ist vielleicht ein Tipp für den einen oder anderen.
    lg

  • Rene1 hat geschrieben:


    > Hallo Wolf,
    >
    > ziehst du die Scheibenwischer über die Emulisionseite des Papiers?
    > Warum verwendest du Plastik-(Fiegen)Gitter? Sind die nicht schwierig zu reinigen?
    > Wo hast du die herbekommen?


    Die Fliegengitter habe ich seinerzeit auf der Rolle im Baumarkt gekauft (ich meine, es wäre "Knauber" gewesen)... Die verschmutzen ohnehin nicht schnell und wenn doch, zieht man sie einfach mal durch warmes Wasser mit einem Spritzer Spüli. Plastik deshalb, weil die Metallvarianten rosten und zu scharfkantig sind.
    Den Scheibenwischer ziehe ich auf einer planen Unterlage einfach über die Emulsionsseite. Das hinterläßt keinerlei Spuren, wenn man ein wenig aufpaßt. Man muß nur in einem Rutsch durchziehen, denn neu ansetzen ist schlecht. Deshalb auch Scheibenwischer verwenden, die breiter als das Bild sind. Vor dem Erstgebrauch und nach Gebrauch säubern und staubgeschützt aufbewahren... Die Dinger funktionieren besser als käufliche Abzieher, weil letztere aus einem Stück ohne die anpassenden Gelenke bestehen und nicht immer 100% linear sind, was übrigens auch für eine Tischunterlage o.ä. gilt. Eine schlechte Kombination, denn dann BLEIBEN nämlich Spuren...

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • Ich "quetsche" das grobe Wasser mit einem Nudelholz, äh Rollenquetscher aus dem Bild. Aber vorsicht: ist die Emulsion nass, rutscht der Rollequetscher über das Papier und es ist mir schon mehrmals passiert, dass ich dadurch kleinere Stücke aus der zu diesem Zeitpunkit ja mechanisch recht empfindlichen Emulsion "gerissen" hatte. Seither lege ich für diesen Vorgang ein Leinenhandtuch über das Bild und quetsche dann ab. Das funktioniert sehr gut. Wenn die Glasplatte dann mit den abgequetschten und aufgeklebten Bildern an der Wand zum trocknen steht, gehe ich nochmal mit einem angefeuchteten Schwamm über die Emulsion um Fusseln und Tropfen zu entfernen.

  • mgeiss hat geschrieben:
    > Es gibt zwar einige wenige, die erfolgreich Hochglanz hinbekommen, indem
    > sie das Papier mit der Schichtseite auf eine Glasplatte aufquetschen, und
    > es so trocknen lassen, bei der überwiegenden Mehrheit führt das aber nur
    > dazu, dass das Papier mit dem Glas verklebt.
    > Ich hab es auch schon mehrfach mit diversen Papieren, Gläsern und allen
    > möglichen Hinweisen versucht, es klebt.



    Das bekommt man in der Tat hin. Ich verwende dafür einen - nur zu diesem Zweck angeschafften - Kristallglasspiegel. Der Abzug wird am Schluss in destilliertem Wasser gewässert, anschließend kommt er in ein Wasserbad mit Ochsengalle 1:400. Den Abzug dann quietschnass mit der Schichtseite auf den Spiegel positionieren und mit einer Quetschrolle mit möglichst großem Druck aufquetschen, mit Küchenkrepp nachtrocknen und dann stehen lassen. Spätestens am nächsten Tag ist das Bild trocken, haftet aber noch durch Adhäsion am Glas. Der Hochglanz ist absolut makellos! Fotos, die ich auf meiner Büscherpresse mit guten Hochglanzfolien trockne, können da nicht mithalten. Als Alternative zu dem - reichlich teuren - Spiegel kann man eine Acrylscheibe, wie sie im Baumarkt angeboten werden, benutzen. Auch hier wird das Ergebnis tadellos und man hat den Vorteil beide Seiten gleichzeitig verwenden zu können. Als Papier verwende ich ausschließlich Illford Multigrad FB. Versuche ältere Fotos, die ich vor mehr als 30 Jahren auf ORWO-Papieren abgezogen habe, mit neuem Glanz zu versehen, sind allerdings gescheitert. Die kleben tatsächlich bombenfest an. :twisted:

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