Unbekannte Blendenreihe

  • Schönen guten Abend!


    Ich hätte wieder mal eine spezielle Frage:


    Weiß jemand von Euch, wie man die Blendenreihe des folgenden Objektives ermitteln kann?


    http://up.picr.de/11579984hn.jpg


    Ich habe Öffnungsgrößen-Vergleiche mit 3 anderen Objektiven gemacht und kam auf folgende Ergebnisse:


    22 - 32 - ? - 45 - 64 - 90


    Beim "?" komme ich auf einen Mittelwert, also 36 oder 40 (eher Letzteres).


    Meine "Ermittlungen" stimmen aber wahrscheinlich nicht. Ich bin nur nach dem Blendendurchmesser gegangen.


    Brennweite des Objektives beträgt übrigens 210mm.


    Herzliche Grüße


    Gerhard

  • die Blendenreihe (ganze Blenden) ermittelst du,
    indem du 1 und 1,4 abwechselnd verdoppelst.


    also 1 1,4 2 2,8 4 5,6 8 11 16 22 32 45 64 90 128 ....


    Das entspricht dann auch den physischen Öffnungen ...
    Gesetz: Blende = Brennweite durch Öffnungsdurchmesser
    Glaube insofern nicht dass da noch was dazwischen ist ...


    Brennweite weisst du, die Offenblende und Engstblende
    müsstest du dann rückrechnen können wenn du die Durchmesser misst...


    Grüße,
    Martin

  • Hallo Martin!


    /* die Blendenreihe (ganze Blenden) ermittelst du,
    indem du 1 und 1,4 abwechselnd verdoppelst. */


    Ja, das weiß ich. Es kommt mir auch nicht logisch vor, daß da plötzlich ein Zwischenwert auftaucht.
    Ist ein Blendenvergleich mit einem zweiten Objektiv überhaupt zulässig?
    Ich hätte in dem Fall also 22, 32, 45, 64, 90 und 128


    Viele Grüße


    Gerhard

  • EOTS hat geschrieben:
    > Brennweite weisst du, die Offenblende und Engstblende
    > müsstest du dann rückrechnen können wenn du die Durchmesser misst...


    Ja, müsste man das nicht einfach für jedes "Loch" ausrechnen können? Mich beschäftigt die Frage ebenfalls. Ich überlege, ob ich mir an einem alten Compur nicht eine internationale Blendenreihe erstelle, damit ich beim Lichtmessen nicht ständig runden und abwägen muss. Zum Nachmessen kommt man allerdings nicht so einfach mit dem Lineal an die Blende.

  • Auch auf die Gefahr hin, die Frage nicht richtig verstanden zu haben:


    Schlossgespenst hat geschrieben:
    > Ich bin nur nach dem Blendendurchmesser gegangen.


    Das würde ich auch so machen. Aber nicht über einen Vergleich. Sondern mittels Messung und Berechnung nach dem Zusammenhang, den EOTS bereits beschrieben hat:


    Brennweite [mm] / Durchmesser Blendenöffnung [mm] = Blendenzahl


    Den Durchmesser kann man an den Steckblenden gut ermitteln. Wenn ich aber ein Objektiv habe, an dem die Blende nicht zugänglich ist, kann ich nur von der vorderen oder der hinteren Linse aus messen, was aber nicht beliebig genau zu machen ist. Da die Linse(n) vor der Blende andere optische Eigenschaften haben können, als die hinter der Blende, kann der ermittelte Durchmesser abweichen.


    Exemplarisch habe ich das an einem CJZ Tessar 4,5/210 bei Blende 8 (Rastung) durchgeführt, rechnerisch ergibt 210 [mm] / 8 = 26,25 [mm]:


    Blende von vorne gemessen*): 24,3 mm -> ergibt rechnerisch Blende 8,6
    Blende von hinten gemessen*): 23,5 mm -> ergibt rechnerisch Blende 8,9
    Blende mit Messschieber gemessen**): 22,5 mm -> ergibt rechnerisch Blende 9,3


    Zu 100% haut es nicht hin, einerseits ist meine Messung nicht absolut, andererseits dürfte die Brennweite auch nicht ganz genau stimmen. Hinzu kommen die mechanischen Toleranzen in der Blendenmechanik selbst. In der Praxis dürften die Abweichungen aber bedeutungslos sein.


    *) Objektiv auf Armlänge gegen Lichtquelle gehalten, auf transparentem Lineal mit mm-Teilung abgelesen
    **) Vorderes Element abgenommen

  • Nordlicht hat geschrieben:
    > wenn Du einen zuverlässigen Belichtungsmesser hast, bastel Dir doch einfach
    > eine Vorrichtung, mit der Du mit dem Belichtungsmesser direkt auf der
    > Mattscheibe misst.


    Stimmt. Darauf bin ich gar nicht gekommen. Werde mal experimentieren, ob ich so evtl. auch zu brauchbaren Ergebnissen kommen kann.

  • /*Das würde ich auch so machen. Aber nicht über einen Vergleich. Sondern mittels Messung und Berechnung nach dem Zusammenhang, den EOTS bereits beschrieben hat:


    Brennweite [mm] / Durchmesser Blendenöffnung [mm] = Blendenzahl*/


    Das wäre natürlich ideal, aber Mark's Methode müßte eigentlich am genauesten funktionieren?


    Achja, noch so was Spezielles : Bei eBay gibt es ein Messingobjektiv, das nicht mit herkömmlichen Blendenwerten angeschrieben ist, sondern mit 1, 2 , 3, 4 und 5. Wie ist das zu verstehen?


    Herzliche Grüße


    Gerhard

  • Schlossgespenst hat geschrieben:
    > /*Das würde ich auch so machen. Aber nicht über einen Vergleich. Sondern
    > mittels Messung und Berechnung nach dem Zusammenhang, den EOTS bereits
    > beschrieben hat:
    >
    > Brennweite [mm] / Durchmesser Blendenöffnung [mm] = Blendenzahl*/
    >
    > Das wäre natürlich ideal, aber Mark's Methode müßte eigentlich am
    > genauesten funktionieren?
    >
    > Achja, noch so was Spezielles : Bei eBay gibt es ein Messingobjektiv, das
    > nicht mit herkömmlichen Blendenwerten angeschrieben ist, sondern mit 1, 2 ,
    > 3, 4 und 5. Wie ist das zu verstehen?
    >
    > Herzliche Grüße
    >
    > Gerhard


    Benutzt mal die Forensuche. Ich meine mich zu erinnern, dass Peter Kessler das mal erklärt hat, wie man das genau macht.


    Gruß


    Ulrich

  • Schlossgespenst hat geschrieben:


    > Das wäre natürlich ideal, aber Mark's Methode müßte eigentlich am
    > genauesten funktionieren?


    Die "Methode Mark" liefert Ergebnisse in Bezug zur Ausgangsblende, die entsprechend unzurechnen sind. Die Ausgangsblende müsste aber erst einmal ermittelt werden, s.o.


    Wenn ich nur an einen weiteren Einflussfaktor wie Belichtungssteuerung mittels Objetivdeckel denke, fällt mir der Leitspruch ein, nicht so genau zu messen wie möglich, sondern nur wie nötig. Vorausgesetzt, keinen Denkfehler gemacht zu haben, liegt die Abweichung bei meiner laienhaft durchgeführten Bestimmung zwischen nominaler und gemessener Blende etwas über einer drittel Blendenstufe und dürfte in der praktischen Nutzung somit in vielen Fällen belanglos sein.

  • Schlossgespenst hat geschrieben:
    > Schönen Dank für den Hinweis, Ulrich!
    >
    > VG
    >
    > Gerhard
    Und hier ist der Link:
    http://www.grossformatfotograf…t=5303&hilit=blendenskala
    Hatte mich grad mal interessiert, wie gut man so Sachen wiederfindet. Eigentlich sind es viele von Peters Beiträgen wert, in einem Wiki zusammengefasst und verschlagwortet zu werden.


    Ulrich

  • Hallo Tom,


    die Drittel-Blendenstufen sind aber doch wohl eher bei den DSLR's zu finden oder waren die vor 130 Jahren auch schon gebräuchlich.
    Außerdem konnte ich - sofern es stimmt - nur eine einzige Zwischenstufe finden, was ziemlich unlogisch wäre.


    Ulrich: Danke für den Link!


    ANALOGO: In Ordnung, dann ist Deine Methode auf jeden Fall sehr empfehlenswert.


    Viele Grüße


    Gerhard

  • Hallo Gerhard,


    die Zwischenblenden sind im GF sehr wohl gebräuchlich,
    da man z.B. bei den Verschlüssen nur gerade Zeiten (ganze Blenden) einstellen kann! (1s 1/2s 1/4s 1/8s ...)
    All meine Copal-Verschlüsse haben entweder stufenlose Blende oder Drittelrasten!
    Insbesondere bei Diafilm kann eine Drittelblende schon viel ausmachen...


    Auch die alten Messingoptiken hatten meines Wissens meist eine stufenlose Blende...


    Ja, nur eine Zwischenblende ist wohl sinnlos...


    Grüße,
    Martin

  • Nordlicht hat geschrieben:
    > ANALOGO hat geschrieben:
    >
    > > Die "Methode Mark" liefert Ergebnisse in Bezug zur Ausgangsblende, die
    > > entsprechend unzurechnen sind. Die Ausgangsblende müsste aber erst einmal
    > ermittelt
    > > werden, s.o.
    >
    > Ob ich die "Methode Mark" mal als Markenzeichen anmelde? :P
    >
    > Die Anfangsblende kann man durch eine Vergleichsmessung mit einem Objektiv bekannter
    > Lichtstärke einfachst ermitteln. Und sofern auf der Mattscheibe nur das Licht durch
    > das Objektiv erscheint, ist die Methode genau. Schließlich arbeitet eine nicht
    > unbeträchtliche Anzahl an Spiegelreflexkameras seit Jahrzenten nach dieser Methode.


    Ich würde nochmal nachlesen, was Peter damals zu der Methode geschrieben hat. Die SLR-Belis sind ja entsprechend kalibriert.

  • Bonjour Bruno,


    wir haben auch so ein Rodenstock-Messingobjektiv. Wenn du deine Einstelllupe nimmst und schräg gegen das Licht mal die Blende untersuchst könntest du die Blendenzahlen finden. Die Blendenreihe beim 210 mm Bigistmat sind 13, 22, 32, 41…


    LG


    vom Zappa und dem kleinen Tiger (…der potzt schonma seen Monokel!)

  • Hallo Zappa,


    ich habe vorhin versucht, auf der Blendenscheibe eine Zahl zu finden. Es schaut so aus, als wäre die Zahl 25 neben der größten Blende feststellbar, aber sicher bin ich mir nicht. Die größte Blende hat einen Durchmesser von 7,9mm. Das wäre dann also eine Brennweite von 198mm ?


    (Das Objektiv besteht aus 2 Konvex-Konkavlinsen und der Abstand zueinander beträgt in etwa 15mm.
    Es schaut aus wie das hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Periskop_(Objektiv) )


    Viele Grüße


    Gerhard


    Nachsatz: Das mit der Zahl scheint eher eine Fata Morgana gewesen zu sein. Die schwarze Beschichtung gaukelt einem da was vor.

  • @ Nordlicht


    Die Menschen sind verschieden, ebenso die Wege, die sie gehen. Am Ende kommt in diesem Fall jeder zu seinem Ziel. Auch wenn im GF für mich der Weg ein Stück weit mit das Ziel ist, gilt dies nicht für alle Teilbereiche dessen. Die sechs Blendenwerte ermittele ich nach Mehrfachmessung zwecks Mittelung in sagen wir zwei Minuten. In dieser Zeit hätte ich mir nach der Methode M. noch nicht einmal abschließend überlegt, wie ich mir eine Vorrichtung für den Belichtungsmesser bastele. In der gesparten Zeit kann ich dann Scherzbeiträge in Foren absetzen... Falls das neue Markenzeichen beworben werden sollte, vielleicht besser nicht mit dem Attribut "einfachst"... ;)



    @ Schlossgespenst


    198 mm Brennweite sind rechnerisch erst einmal in Ordnung. Methodisch hapert es aber daran, dass extrapoliert, vom Kleinen auf das Große geschlossen wird. Jede Ungenauigkeit geht hier 25-fach in die berechnete Brennweite ein. Wie genau ist also gemessen worden? Und ob der Blendenwert 25 exakt stimmt, oder nur gerundet ist, wer weiß das schon. So, genug gescherzt für heute...

  • /* Jede Ungenauigkeit geht hier 25-fach in die berechnete Brennweite ein. */
    Ja, selbstverständlich. Die Zahl schien bei einem bestimmten Betrachtungswinkel vorhanden zu sein, war aber doch mit ziemlicher Sicherheit eine optische Täuschung.


    Herzliche Grüße


    Gerhard

  • So ein Mist aber auch! Jetzt bin ich Dumpfbacke schon wieder an meine Grenzen gestoßen. Fehlt mir unter anderem doch das zweite Stativ. Bis ich weiß, was ich will, es soll dann ja nicht nur als Belichtungsmesserhalter dienen, habe ich mich über Wochen durch Foren gewühlt, dumme Fragen gestellt. Dann dauert es wieder eine Woche bis es da ist... Dann steht im Rezept noch was von Lichtschacht, habe ich auch nicht, könnte ich aber bauen... Dabei wollte ich doch nur die Blendenwerte ermitteln...


    PS: Die Begrifflichkeit "Vorrichtung" ist übrigens nicht auf meinem Mist gewachsen. Aber auch ich muss nachbessern: Das nächste Mal werde ich korrekt zitieren, d.h. mit Angabe des Urhebers (Nordlicht), nicht dass noch Plagiatsvorwürfe aufkommen...


    Nordlicht hat geschrieben:


    > 3) Gucken, was passiert ;)
    >
    > Punkt 3), die eigentliche Messung, kann ich euch noch nicht verraten, das muss erst
    > in meiner Gebrauchsmuster-Anmeldung festgeschrieben sein ;)


    Gemach, gemach, gut Ding will Weile! haben...

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