Fixierbad - Problem Kapazität

  • Liebe Kollegen, ich möchte Euch zu Euren Erfahrungen zur Kapazität des Positivfixierers befragen,
    da ich anscheinend weit unterhalb der angegeben Kapazität liege.


    Vornweg: ich teste mein Fixierbad mit Kaliumjodid. 10g auf 100ml, normalerweise sollten es 19g sein, muss
    ich beim nächsten mal ändern.


    Bisheriger Ansatz 1+9 - 1 Liter
    Bei PE komme ich bis ca 35 Blatt 13x18 und es setzt eine Trübung beim Test ein, bei Baryt schon ab knapp 25. Ist das normal? Hab es auch schon mit kurzer Zwischenwässerung nach dem stoppen probiert, da ich eine Verschleppung vermutet habe aber auch das hat nichts bewirkt.


    Die angegebene Kapazität liegt bei den meisten Fixieren bei 450 Blatt 18x24 pro Liter, das ergäbe pro Liter Arbeitslösung 1+9 45 Blatt. Nun liege ich aber nur bei der Hälfte.


    Was läuft da falsch, oder sind die Herstellerangaben zu optimistisch?
    Sollte ich den Ansatz fetter machen, 1+4 ?


    Würde mich über helfende Ratschläge freuen!
    Liebe Grüße aus der DuKa
    Dirk

  • Moin Dirk,


    ich fange gerade erst wieder an zu lesen; deshalb eine etwas spaetere Antwort.


    pittyman hat geschrieben:
    > Liebe Kollegen, ich möchte Euch zu Euren Erfahrungen zur Kapazität des
    > Positivfixierers befragen,
    > da ich anscheinend weit unterhalb der angegeben Kapazität liege.
    >
    > Vornweg: ich teste mein Fixierbad mit Kaliumjodid. 10g auf 100ml,
    > normalerweise sollten es 19g sein, muss
    > ich beim nächsten mal ändern.
    >
    > Bisheriger Ansatz 1+9 - 1 Liter
    > Bei PE komme ich bis ca 35 Blatt 13x18 und es setzt eine Trübung beim Test
    > ein, bei Baryt schon ab knapp 25. Ist das normal?[...]
    > Was läuft da falsch, oder sind die Herstellerangaben zu optimistisch?


    MIr fallen ein paar Sachen dazu ein. Zu allererst zu Deinem Test. Du hast eine Loesung, die nur rund 50% der "richtigen" Staerke hat -- damit faellt das Silberiodid einfach schneller aus. Der Zusammenhang ist zwar nicht linear, aber klar ist, dass Du Deinem Fixierer mit der schwaecheren Loesung zu wenig Kapazitaet zutraust.
    Die Herstellerangaben sind nur Mittelwerte, tendentiell aber eher unterschaetzt (die wollen schliesslich auch Fixierer verkaufen). Was Du aber als Vergleichswert braeuchtest ist der mittlere Silbergehalt und die mittlere Schwaerzung des Papiers. Wenn Du z.B. helle Bilder/mit viel Weiss abziehst und dann auch noch sowas wie Vario Classic oder Oriental verwendest -- dann ist deutlich schneller das Ende erreicht. Auch bei PE schwankt der Silbergehalt des Papiers ganz ordentlich.


    Ganz abgesehen davon wuerde ich immer zu Filmstaerke-Ansatz auch fuers Papier raten, in Kombination mit 2-Bad Fixierung. Je kuerzer das Bild im Fixierer verweilt, desto weniger muss man nachher wieder rausspuelen. (Und gegebenenfalls fuer Baryt neutralen Fixierer verwenden.)


    Gruesse,
    Christoph

    When you change the way you look at things, the things you look at change. — Max Planck

  • Dein Fixierbadtester ist konzentriert genug, auch wenn er nur die Hälfte der angegebenen Menge enthält.


    Die Löslichkeit von Silberiodid beträgt ca. 3 Mikrogramm je Liter, bei einer höheren Konzentration beginnt es auszufallen.
    Bei einer Konzentration von mehr als 2 Mikrogramm Kaliumiodid je Liter beginnt Silberiodid auszufallen. Da liegt Deine Testlösung mit 100 Gramm je Liter locker drüber (50millionenfacher Überschuß, wenn ich richtig gerechnet habe).


    Matthias

  • Mir ging es erst mal darum, diese Äußerung von Christoph nachzuvollziehen:


    cherub hat geschrieben:
    > MIr fallen ein paar Sachen dazu ein. Zu allererst zu Deinem Test. Du hast eine
    > Loesung, die nur rund 50% der "richtigen" Staerke hat -- damit faellt das
    > Silberiodid einfach schneller aus. Der Zusammenhang ist zwar nicht linear, aber klar
    > ist, dass Du Deinem Fixierer mit der schwaecheren Loesung zu wenig Kapazitaet
    > zutraust.


    Ergebnis ist, daß ich nicht verstehe, was er meint.
    Die Testlösung ist jedenfalls genügend konzentriert.


    Dann muss der Fehler woanders liegen, evtl in einer Verunreinigung oder im Wasser, das zum Verdünnen benutzt wurde.


    Vielleicht wirklich die Zweibadfixierung ausprobieren?


    Gruß Matthias

  • mgeiss hat geschrieben:
    > Das Problem ist ja, das je *dünner* die Testlösung ist, umso eher eine Ausfällung
    > passiert und man den Fixierer für schlecht hält. Klingt jetzt erstmal unlogisch
    ....
    > Ich zitiere hier mal ein Beispiel, das Wolfgang Moersch geschrieben hat


    Quellenangaben sind immer hilfreich. Tante Google hat Deine Arbeit gemacht:
    http://www.aphog.de/forum/view…3be1a7e5a43d9c9687#p19050


    Die Erklärung ist nämlich hier enthalten:
    "Fügt man jetzt tropfenweise Wasser zu, reduziert man also in kleinen Schritten das Vermögen des Fixers Silbersalze in Lösung
    zu halten, wird sich eine Trübung einstellen. " (Beitrag von W.Moersch im oben zitierten Link)


    Das heißt also, durch Verdünnen wird die Konzentration von Thiosulfat als Silber-Komplexbildner reduziert, und dann fällt das Silbersalz aus.
    Das klingt doch viel logischer, oder?
    Zumindest logischer als die Bemerkung, durch Verdünnen würde ein schwerlösliches Salz eher ausfallen.



    > kann ich aber hier jederzeit und reproduzierbar nachempfinden


    Heißt das, daß Du den Test selber auch machst, und zwar nach der von Dir zitierten Moersch-Methode?
    Interessant wäre auch zu wissen, wie Christoph seinen Fixierbadtest durchführt.
    Vielleicht führt ihr den Test ja unterschiedlich durch.


    Gruß Matthias

  • Moin,


    ich bin kein Chemiker, sondern Physiker mit begrenztem -- aber vorhandenem -- Chemiewissen. Da ich die meisten Sachen wenigstens schonmal versucht habe zu verstehen, vermeide ich einfach mal die Wiederholung. Da der (Photo-)Chemiker meines Vertrauens mir damals nicht widersprach, hier nochmal meine alte Ausfuehrung (siehe http://www.grossformatfotograf…ic.php?f=12&t=4059#p33102 :(


    cherub hat geschrieben:
    > hatte das bislang so verstanden, dass das geloeste Jod (mal abgesehen
    > davon, dass es bei mir vorhin noch Brom war) aus den Flachkristallern aktiv
    > die Bindung freier Thiosulfationen an das (Bild/Negativ-) Silber
    > unterbindet (bzw. umgekehrt). Und den Titriertest hatte ich so verstanden,
    > dass Jodsilber am schlechtesten von den Silberkomplexen (heissen die so?)
    > in Loesung bleiben kann, d.h. bei steigender Verduennung (das Eintropfen
    > des Wassers) als erstes ausfallen und damit die Truebung verursachen. Wenn
    > nicht so viele Silberionen frei sind, kann nicht soviel Silberiodid
    > gebildet werden; ergo faellt es nicht oder erst nach hoherer Verduennung
    > aus. Und im Umkehrschluss kann man daraus ersehen (je nach
    > Titrierkonzentration) wieviel Silber bereits im Fixierbad ist. So ganz
    > erschliesst sich mir der Test nicht, wenn ich nicht weiss, wieviel Iod
    > (aehh, Silberiodid) bereits im Fixierbad ist, zum Beispiel weil ich schon
    > ein paar Flachkristaller damit fixiert habe. Oder kann ich das als
    > prinzipiell untruegliches Zeichen ansehen, dass ein Ausfaellen beim
    > Titrieren das Ende der Aufnahmefaehigkeit bedeutet?



    Dem kann ich auch fuenf Jahre spaeter nichts hinzufuegen.


    Mein Test laeuft mit 19g KI auf 100ml aq. demin. 1+1+1 KI-Test:Fixer:aq.demin fuer das erste Bad, 1+1+5 fuer das zweite Bad.


    Gruesse,
    Christoph

    When you change the way you look at things, the things you look at change. — Max Planck

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