Architekturfotografie

  • hallo,


    ich habe eine wichtige frage. ich bin auf der suche nach einer linse, die mir hilft architektur so zu fotografieren, dass es auf dem foto nicht verfälscht wird. d.h. wenn ich das ganz gebäude aufnehmen möchte wird es meistens in die länge gezogen und dann sieht es nicht so aus wie in der wirklichkeit...ich hab mal gehört, dass es so eine linse geben soll die nach links und rechts so wie nach oben und unten verschiebbar sein soll, die diese aufnahmen ermöglicht...weiß aber nicht wie die heißt..und was kastet sowas? danke im vorraus.

  • nicol hat geschrieben:
    > Architektur so zu fotografieren, dass es auf dem foto nicht
    > verfälscht wird. d.h. wenn ich das ganz gebäude aufnehmen möchte wird es
    > meistens in die länge gezogen und dann sieht es nicht so aus wie in der
    > wirklichkeit...


    Diese Verzerrung bei der Vergrößerung (trotz Parallelausrichtung) entsteht immer dann, wenn bei Aufnahme und Vergrößerung Objektive mit unterschiedlicher Brennweite (eigentlich unterschiedlichem Bildwinkel) verwendet werden. Digital läßt sich das leicht ausbügeln: einfach die betreffende Bildseite etwas kürzen. In der Dunkelkammer kann man das nur vermeiden, wenn man ein Vergrößerungsobjektiv mit gleichem Bildwinkel verwendet wie bei der Aufnahme.


    Matthias

  • Hallo Matthias,


    ein Vergrösserungsobjektiv ist berechnet, um eine zweidimensionale Fläche (=das Negativ) auf einer anderen zweidimensionalen Fläche (nämlich dem Papier) möglichst verzerrungsfrei wiederzugeben.


    Die Brennweite des benötigten Vergrösserungsojektiv bezieht sich ausschliesslich auf die verwendete Negativgrösse.


    So soll für ein 4x5" Negativ etwa eine 150mm Brennweite verwendet werden, für ein 13x18cm Negativ eine 210 - 240mm Brennweite usw.


    Dein Hinweis, für Aufnahme und Vergrösserung möglichst die gleiche Objektivbrennweite zu verwenden, ist eine technisch überholte Ansicht aus der Anfangszeit der Vergrösserungstechnik.


    Gerade in der Architekturfotografie werden üblicherweise Bildwinkel von 100° und mehr verwendet. Du dürftest Probleme haben, ein Vergrösserungsobjektiv mit einem solchen Bildwinkel zu finden...


    Viele Grüsse


    Michael

    Will unsre Zeit mich bestreiten,
    ich laß es ruhig geschehn.
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    und hoffe, in andre zu gehn.

  • Ein Bild wirkt dann besonders plastisch, wenn es unter dem gleichen Blickwinkel wie das Motiv betrachtet wird. Vielleicht meint Matthias das. Aber die Brennweite des Vergrößerungsobjektivs ist irrelevant, nur der Bildkreis muß für das Neg.-Format ausreichen. In aller Regel - es gibt aber auch Vergrößerungsobjektive kürzerer Brennweite entspricht dies der Formatdiagonale des Negativs.


    Ciao!

  • Certochrom hat geschrieben:
    > Die Brennweite des benötigten Vergrösserungsojektiv bezieht sich
    > ausschliesslich auf die verwendete Negativgrösse.
    > ....
    > Dein Hinweis, für Aufnahme und Vergrösserung möglichst die gleiche
    > Objektivbrennweite zu verwenden, ist eine technisch überholte Ansicht aus
    > der Anfangszeit der Vergrösserungstechnik.


    Naja, ein bißchen unklar ausgedrückt.... Das mit der Brennweite steht in dem (von mir geschätzten) Buch "Vergrößern" von Roger Rössing.
    So aus der Frühzeit der Vergrößerungstechnik ist das ja eigentlich nicht.


    N.B ist in dem Buch eine Skizze von einem Vergrößerer (!) mit shiftbarer Objektivplatine zu sehen - um welches Gerät könnte es sich denn handeln?


    Gruß Matthias

  • Dem Fragesteller werden eure Hinweise bezüglich des Vergrößerers nichts helfen. Überhaupt werden ihn keinerlei Antworten direkt interessieren, denn es geht ihm hier offensichtlich nur darum, unauffällig Links zu veröffentlichen.

  • "Da kannst Du alt werden wie ne Kuh, und lernst doch immer noch dazu"
    Was es nicht alles gibt....




    (Mein Denkfehler war, daß man natürlich ein schon bei der Aufnahme entzerrtes Bild
    nicht nochmal beim Reproduzieren geraderichten muß.)

  • Hallo Matthias (Commander8x),


    dann kapern wir halt einfach diesen post für unsere eigenen Diskussionen! 8)


    Das von dir benannte Buch kenne ich leider nicht. Ich glaube dir auch gerne, dass da ein solcher Zusammenhang beschrieben wird. Mir ist nur nicht klar, warum?


    Solche Aussagen kenne ich allerdings aus sehr alten Lehrbüchern.


    Du wirst bei einem 4x5" Negativ (nur als Beispiel), das mit einer 600mm Brennweite aufgenommen worden ist, keine Verzeichnungen bekommen, wenn dieses Negativ mit einem 150mm Vergrösserungsobjektiv aufs Papier gebracht wird.


    Und auch wenn wir eine recht kurze Brennweite für die Aufnahme nehmen, z.B. 90mm und dieses Negtiv dann mit einem 240mm Vergrösserungsobjektiv wiedergeben, werden wir ebenfalls keine Verzeichungen bekommen.


    Zu deiner Frage:


    Es gibt einige Vergrösserungsgeräte, bei denen sich stürzende Linien durch eine Verschiebung des Vergrösserungsobjektivs ausgleichen lassen. Das war/ist eine zwingende Möglichkeit für Leute mit einer nicht verstellbaren Kamera. Es muss am Vergrösserungsobjektiv dann aber arg abgeblendet werden...


    Viele Grüsse


    Michael

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  • Nun früher als hier noch alles gut war, mit Galerie etc. ging es mal um das Eiern der WWs die mit dem Pupillentrick, habe ich mal Vergleichsbilder gemacht unter Studio Bedingungen.
    Einmal eine schräg Aufnahme von Objektiven mit dem 155mm Grandagon und einmal mit dem 150 mm APO Symmar und die Objektive am Rand haben beim Grandagon viel mehr geiert wie beim Symmar.
    Da hat es dann Kommentare gegeben wie z.B. hätte ich nie geglaubt, das es so ein starker Unterschied gibt!
    Aber das eiern kennt man ja bei Architektur in den Ecken auch, wenn z.B. ein runder Turm ziemlich weit in der Ecke draussen ist!


    Gruss Armin

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  • johnars hat geschrieben:


    > Aber das eiern kennt man ja bei Architektur in den Ecken auch, wenn z.B.
    > ein runder Turm ziemlich weit in der Ecke draussen ist!
    >
    Aber dieses Eiern hat man bei der zeichnerischen akademischen Architekturperspektive bei gerader Bildebene auch. Ist also mathematisch korrekt. Es gibt hier den Trick der gekrümmten Bildebene, dies etwas auszugleichen. Mit PS ließe sich dies auch realisieren.


    Bloß seltsam, daß das Grandagon stärker "eiert" als das Symmar. Dafür habe ich keine Erklärung.


    Es gibt aber noch ein anderes optisches Phänomen, das ich mir nicht erklären kann. Passt aber nicht in diesen Thread!


    Ciao!


    CP

  • "Bloß seltsam, daß das Grandagon stärker "eiert" als das Symmar. Dafür habe ich keine Erklärung. "


    Ich schon, das hängt eben mit dem Pupillentrick zusammen, der bei Weitwinkel Objektiven angewandt wird und somit eine gleichmässiger Ausleuchtung bis in die Ecken erreicht wird!


    Gruss Armin

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