Atemschutz bei Verwendung von Nassplatten Chemikalien?

  • Ich will bald versuchen die ersten Versuche mit dem Nassplatten Verfahren zu machen und frage mich welche Art von Atemschutz man verwenden soll? Genaue Bezeichnungen würden sehr helfen ;)
    Danke!

  • Moin,


    ich kann Dir nur mitteilen, wie ich es halte. Der einzige Schritt, bei dem ich eine Staubschutzmaske trage, ist das Kantenbrechen der Glasscheiben. Ich mache das in einem kleinen, geschlossenen Raum.


    Alles andere erfolgt in sehr gut gelüfteten Räumen, so dass der verdampfende Äther keine Gefahr darstellt.


    Zum Fixieren nehme ich auch Thiosulfat oder normalen Rapidfix.


    Gruß
    André

  • Nennt doch mal die verwendeten Chemikalien bzw. gebt einen Link an.
    Dann kann ich Näheres dazu sagen, ich mach sowas selbst nicht.


    Was mir beim Lesen einfiel:
    - Zyankali (KCN) entfaltet seine Giftwirkung beim Kontakt mit Säuren, in neutralem oder basischen Milieu passiert nichts.
    (Habe selber schon damit gearbeitet: süperbes Gefühl, aber ich lebe noch...). Die Idee mit Lüften ist gut.
    - Diethylether wird in braunen Glasflaschen gelagert, mit einem Bodensatz von Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid.
    Keine offenen Flammen bei der Arbeit, auch Funkenbildung an elektrischen Geräten (Schalter, Elektromotor) kann zur Explosion führen.
    - Staubschutzmaske für die Arbeit mit mit giftigen Salzen ist auch gut. Nicht mörsern oder sonstwie zerkleinern, Stäuben vermeiden.
    Wenn möglich nicht als Feststoff verwenden, sondern aus konzentrierten Stammlösungen verdünnen.


    Und natürlich das Übliche: kühlen Kopf bewahren, umsichtig und sauber arbeiten, alles vorher an einem Platz zurechtlegen und Arbeitsschritte
    vorher nochmal im Kopf durchgehen.
    Sicherheitsdatenblätter lesen; hat man keins, aus dem www besorgen.
    Essen und Trinken ist tabu, nach Beendigung der Arbeit Hände waschen und Überreste der Arbeit fachgerecht entsorgen.


    Gesundes Arbeiten, Matthias

  • Es gibt heute keinen Grund KCN in fotografischen Verfahren zu verwenden, fixiert wird mit Natriumthiosulfat, seit 100 Jahren. Ein deutscher Chemikalienhändler riskiert Kopf und Kragen, wenn er KCN an nichtgewerbliche Kunden verkauft. Ether ist hochexplosiv. Zu meiner Studienzeit wurde ein Etherauszug in einen Kühlschrank gestellt, Folge: Explosion und Zerstörung einer kompletten Institutsetage. Das Nassplattenverfahren birgt wg. Collodiums erhebliche Gefahren. Für Anwender , die mit diesen STOFFEN umgehen können, kein Problem. Verstärkt werden jetzt Kurse angeboten. Da wird sicherlich auf den Umgang mit Gefahrenstoffen hingewiesen. Angesichts der hohen Kosten für Chemikalien (z.B AgNO3) sind diese Kurse eine gute Investition, da Fehler beim Verfahren vermieden werden.


    Viel Erfolg


    Erich

  • Commander8x hat geschrieben:


    > - Diethylether wird in braunen Glasflaschen gelagert, mit einem Bodensatz
    > von Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid.


    Das kann man nicht genug betonen! Reiner Äther neigt zur Peroxid-Bildung!

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • Danke für die Erhellung!


    Ether, nitrierte Cellulose, Cadmiumsalze....
    Da muss der Spieltrieb schon ganz schön ausgeprägt sein, um sich so was anzutun. :shock:


    Für mich wäre schon Ether ein Grund, das nicht zu machen.
    Ich bin als Kind noch mit Ethernarkose operiert worden, seitdem hasse ich diesen Geruch.


    Viel Erfolg, und lasst die Zigarette draußen. :mrgreen:


    Gruß Matthias

  • Ether wird heutzutage fast nur stabilisiert verkauft, also kein peroxid bildung.
    Wie gesagt braucht mann kein extra ether. Schon seit ein par jahren benutze ich kein exta ether mehr.
    KCN braucht mann nicht um die farbe. Auf mein weblog finden sie ein test mit 3 fixer.
    Den farbunterschied ist nur sehr gering. ABER, kcn losst sich sehr schnell im wasser. Deswegen braucht mann die platten nicht so lang zu spülen. Das ist ein grosser aber das einzige vorteil wenn man viel draussen arbeiten muss wo mann nur wenig wasser zur verfügung hat.


    Alex

  • Vorsicht Leute - mit KCN ist nicht zu spaßen!
    Am besten ganz vermeiden und alternativen verwenden - es gibt genug wie Alex schon richtig gepostet hat.


    Beim Umgang mit CadmiumBromid unbedingt eine FEINSTAUB Schutzmaske tragen - die kleinen grünen OP-Tüchlein helfen da leider nichts...


    Es gibt so vieles auf das man bei der Wetplate Fotografie achten muss, einerseits um seine Gesundheit nicht zu gefährden, andererseits um überhaupt brauchbare Ergebnisse zu bekommen.


    Ich selber bin auch kein Freund großer Risiken und habe in meinen Rezepten die gefährlichsten Stoffe eliminiert - trotzdem arbeite ich jeden Tag erfolgreich damit (und bin gesund :)


    Ich würde mich freuen wenn ich beim Einstieg in die Nassplatten Fotografie behilflich sein darf:
    wer sich auf lange Sicht gesehen viel Zeit, Nerven und Material sparen will, für den ist das hier sicher interessant:


    Wetplate Workshop bei Fotokultur in Wald/Zürich von 9-10 März 2013
    http://www.stefansappert.com/m…odion-wetplate-workshops/


    Aktuell sind noch 3 Plätze frei -
    Mit besten Grüßen,
    Stefan
    office@stefansappert.com

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