Posts by sdzsdz

    So, ich kann nun auch etwas mehr berichten. Das Objektiv kam in einer Sinar Platine, in die es ganz offensichtlich professionell eingebaut war und mit passender Blendenskala. Hier ist es nun so, dass der Verschluss bei Blende 9 ganz offen ist, dafür aber noch eine drittel Blende über die 90 hinausgeht. Jetzt bleibt die große Frage, wie ist es richtig.

    Das ist bewundernswert, was du da alles ausgräbst. Und mir wird auch klar, dass die von mir beobachteten Phänomene nicht mit der absoluten Brennweite zu tun haben, sondern mehr mit dem Bildwinkel. Deswegen ist es mit 75mm bei 4x5 sichtbar, 80mm bei 4,5x6 aber nicht so problematisch, und 6x17 ist gefährdeter als 4x5 mit jeweils 75mm. Kann man es vielleicht so sagen?

    Ehrlich gesagt ist mir das zu hoch und ich versehe nur einen Bruchteil. Ich glaube dir das selbstredend und bin auch ziemlich beeindruckt (ernst gemeint). Meine Erfahrung und offensichtlich die Erfahrung vieler anderer sagt aber, dass die oben beschriebenen Probleme bei einem Weitwinkel deutlich stärker ins Gewicht fallen. Warum ist das so? Gilt vielleicht deine Rechnung für genau die zentrale Achse und bei schräg einfallenden Strahlen ist es anders?

    Wenn ich jetzt so drüber nachdenke und mir den Strahlengang im Kopf aufmale (bin ja noch im Urlaub) dann ist es doch tatsächlich so, dass von dem Punkt wo sich die beiden Strahlen hinter dem Objektiv treffen (Brennpunkt???) bis zu einem Punkt an dem die Strahlen dahinter wieder einen definierten Abstand haben (Zerstreuungskreis) die Strecke auf der Optischen Achse bei einem UWW kleiner ist, als bei einem Teleobjektiv. Oder nicht? Bin weder Optiker noch Physiker, aber das erscheint mir logisch.

    Hi wilfried!


    Da muss ich dir widersprechen. Die Fehlertoleranz des Fokus oder auch depth of focus, also der Bereich hinter dem Objektiv in dem man ein scharfes Bild (akzeptabler Zerstreuungskreis) erreicht ist bei einem Weitwinkel viel enger. Während bei Teleobjektiven die depth of field (also vor dem Objektiv) enger/kritischer ist. Deswegen wirken sich Planlageprobleme, Probleme mit dem Auflagemass oder Dezentrierungen auch immer bei Weitwinkeln viel stärker aus.
    LG,


    Sebastian


    P.s. Ich habe auch noch mal ein bisschen nachgelesen. Man findet sowohl die Information, dass die Schärfentiefe sich nicht mit der Brennweite verändert als auch die Information dass die Schärfentiefe bei WW geringer ist. (Problematisch bei der Recherche ist leider, dass die meisten Schreiberlinge nichtmal zwischen Schärfentiefe/Fokustiefe und Tiefenschärfe unterscheiden können. Am weitesten kommt man immer noch mit dem Suchbegriff Depth of Focus). Ersterem widersprechen die unzähligen Threads im Web, die von dezentrierten Weitwinkeln sprechen sowie die vielen Threads, bei denen festgestellt wird, dass ein dejustierter Autofokus bei lichtstarken Weitwinkeln viel stärker ins Gewicht fällt als bei Teles.
    Und auch aus eigener Erfahrung kann ich das bestätigen. Nicht nur wegen der Standartenparallelität bei 6x17 und dem WW, sondern insbesondere auch, weil ich meine Phase One 6x4,5 neulich reparieren lassen musste wegen eines Fehlfokus. Dieser war mir erst aufgefallen, nachdem ich mir ein 45mm Objektiv gekauft hatte. Da fiel mir plötzlich auf, dass der Fokus so brutal daneben lag, dass die Bilder überhaupt nicht zu gebrauchen waren. Ich machte dann diverse Tests und tatsächlich war das Problem auch mit meinem 80mm festzustellen. Mit dem 150mm allerdings kaum noch.
    Desweiteren ist diese Schärfentiefe auch eine Funktion des Objektabstandes (da sind sich die Quellen auch einig). Bedeutet, dass bei 6x17 mit 75mm die Seiten des Bildes bei unendlich am kritischsten sind und auch das kann ich absolut bestätigen. Im Nahbereich lange nicht mehr so problematisch. Das dann noch in Kombination mit der Bildfeldwölbung macht es echt schwierig. Aber es ist machbar.

    Hier mal ein paar praktische Erfahrungen von einem, der genau das Dingen nutzt.


    Es funktioniert jetzt gut, die Bilder sind sehr gut. Allerdings erst nach einem erheblichen Tuning. Auch bei meinem wer die Mattscheibe mehrere Millimeter zu nah an der Kamera im Vergleich zur Filmebene. Messung ist ganz einfach: mit einer Schieblehre von der Kameraseitigen Fläche des Filmbacks bis zur Andruckplatte messen. Dann das gleiche mit dem Mattscheibenrückteil. Die matte Fläche liegt ebenfalls zur Kamera hin, genau wie der Film.
    Stellt man eine Differenz fest, muss man handeln. Der Korpus des Mattscheibenrückteils ist mit der Grundplatte mit Inbusschrauben verschraubt. Diese lösen und die beiden Teile trennen. Auf den Rand des Korpus an 8 verschiedenen Stellen kleine Klebchen (hab so selbstklebende weiße Teilchen, ca. 5x8mm) kleben. Mit diesen Klebchen Türme bauen und immer wieder probieren bis man mit der verschraubten Platte nun den richtigen Abstand (der gleiche wie zum Film) erreicht hat. Unbedingt an verschiedenen Stellen messen und die Schrauben nicht zu doll anknallen.
    Fertig!
    Seitdem ich das gemacht habe sind meine 6x17 Bilder eher schärfer als die 4x5 an der gleichen Kamera. Um genau zu sein, extrem scharf.


    Zur WW Problematik: ich nutze ein Grandagon N 75, ein 150 und ein 210. letzteres gibt leichte Randabschattungen, ist aber sonst unproblematisch.


    Schwierig ist es mit den 75mm. Das 6x17 Rückteil setzt die Filmebene 38mm zurück. Auf unendlich scharfstellen kann man nur, wenn man mit Rückteil+minimal bellows extension-vertiefte Platine die flange focal distance (wie der englische Name schon sagt Distanz zwischen Vorderseite Platine und Filmebene) des gewählten Objektives nicht überschreitet. Am besten mit etwas Sicherheitsabstand, sonst kann man sich jegliche Verstellmöglichkeiten abschminken. Es gibt nicht viele Kameras, die das hinbekommen. Ich habe mir dafür extra die Chamonix 045-N2 ausgesucht. Und nutze das Objektiv mit einer deutlich versenkten Platine (20mm???). Dafür braucht man dann auch die entsprechenden Umlenkungen für den Kabelauslöser usw.
    Außerdem sollte man für 75mm an 6x17 unbedingt einen Centerfilter nutzen.
    Nochetwas: bei 75mm ist die Anforderung an die Parallelität der Standarten sehr hoch. Der kleine Ungenauigkeiten können da schon erhebliche Randunschärfen verursachen.
    Und NOCH etwas: diese Weitwinkel haben schon ordentlich Bildfeldwölbung. Will man die Ränder des Films bei Unendlich auch scharf haben, muss man im Zentrum etwas über unendlich hinaus Fotografieren. Da muss man Probieren und sollte sich dann eine Markierung auf der Kamera machen.
    Um so mehr braucht man etwas Luft bei der Rechnung(s.u.).
    Trotz all dieser Schwierigkeiten ist eine dedizierte 6x17 Kamera lange nicht so vielseitig. Für jedes Objektiv braucht man den entsprechenden Konus. Wenn ich die Kamera, und die 3 Objektive mit Konus im Rucksack hätte wäre der voll. Objektivwechsel mid-roll Fehlanzeige. Und 4x5 könnte ich auch nicht machen. Ich bekomme den 6x17 Kram, die Chamonix, 3 Objektive, 9 Kassetten, sämtliche Filter und adapterringe, meine D600 als Belichtungsmesser alle in einen Lowepro 300aw. Der wiegt dann aber auch ordentlich.


    Noch eine kleine Beispielrechnung für mein Setup:


    FFD Grandagon N 75 4,5: 82mm
    Minimal bellows extension Chamonix 045n-2: 45mm
    +38mm für das back-20mm für die versenkte Platine=19mm Luft für dezenten Shift oder Tilt falls gewünscht.


    Bildbeispiel 210mm:


    https://flic.kr/p/Q9e6sj


    Bildbeispiel 150mm:


    https://flic.kr/p/MNesDq


    Bildbeispiel 75mm:


    https://flic.kr/p/yr3EBS


    https://flic.kr/p/MjTT8G


    Puh, langer Text am Handy. Hoffe das hilft.

    Danke für eure Erklärungen und insbesondere nochmal an Teppichtasche fürs Basteln. Eine Sache habe ich aber noch nicht verstanden. Kannst du noch eine drittel Blende über die 9 hinausgehen Richtung offen? Also auf die 5,6 der darunter liegenden Skala? Oder ist der Verdchluss so eingestellt, dass bei 9 der Anschlag ist? Dann müsste ihm von der Einstellung her genau 1/3 Blende/Raste fehlen. Ist bei Einstellung 9 die Blende komplett offen? Oder ganz leicht geschlossen, würde sie bis zur 5,6 der darunter liegenden Skala noch einen kleinen Schritt weiter aufgehen?


    LG

    Zunächst einmal: unglaublich, was ihr da macht und wirklich tolle Bilder!!!


    Vielleicht eine Anregung, vielleicht aber auch quatsch, weil ich keine Ahnung von sowas habe:


    In dem sensationellen Doku-Film "War Photographer" über den Fotografen James Nachtwey ist eine längere Szene enthalten in der eins seiner Bilder (sehr professionell, man sieht dass der Laborant weiß was er tut) analog zu Papier gebracht wird. Und zwar von KB mit TriX auf bestimmt 1m Kantenlänge, wenn nicht mehr. Und zwar in sensationeller Qualität. Wie dem auch sei, die machen das in Horizontalprojektion. Klatschen das Papier feucht an die Wand, streifen es mit einem weichen Spatel auf, belichten es und entwickeln es dann in einer zwar länglichen, aber nur sehr wenig tiefen Schale (also quasi ein wenig wie die bereits erwähnte Regenrinne nur eckig und höher), indem das Papier dort per Hand immer wieder "hineingerollt" wird. Es bleibt sozusagen immer eine Rolle und nimmt deswegen nur wenig Platz weg. Um die Chemie zu wechseln könnte ich mir dann an einer Seite einen Zapfhahn mit Schlauch Vorstellen, mit dem man die Flüssigkeit ablassen könnte, ohne das Ding hochzuwuchten.
    Wie gesagt, vielleicht hier völliger Quatsch und für euch alter Tobak, aber ich fand es interessant und vielleicht ist es ja doch hilfreich.

    Erstmal Danke an alle, wenn ich auch nicht alles genau verstehe.


    @Wilfried, dein Ansatz ist praktisch und einfach. Soweit war ich auch schon. Aber wie nun weiter. Jetzt kommt ja der entscheidende Punkt nämlich zu bestimmen, wie weit die Schrittweite einer Blende ist. Oder nicht??? Soweit ich das verstanden habe, ist die nicht für jede Optik in dem Verschluss gleich, sonst müsste man den ja auch nicht einstellen können. Das macht man soweit ich weiß auf der Rückseite an zwei kleinen Schrauben, die Blendenanschläge und Rasterung steuern.


    @Teppichasche: vielen Dank dass du dich weiter kümmerst!!! Sind die beiden Skalen vom selben Objektiv? Wie genau machen wir jetzt weiter?

    Vielleicht könnt ihr mir ja helfen.


    Ich werde hier demnächst ein Apo Ronar 300/9 in einer Sinarplatine haben und einen sehr gut erhaltenen Prontor Professional 1S. Ich möchte die beiden gerne verheiraten. Das Problem dabei ist die Blendenskala, die beim Verschluss mit 5,6 startet und natürlich nicht zum Ibjektiv passt. Wie gehe ich da am besten ran. Auf der Rückseite des Verschlusses kann man wohl die Rasterung/Schritte/Anschläge einstellen. Das malen einer neuen Skala wäre jetzt nicht das Problem. Aber wo fange ich an? Blende ganz offen = Blende 9? Distanz bis zur kleinsten Blende (90?)? Diese dann in Drittelschritte unterteilen? Oder ist die Blende maximal geschlossen immer gleich 90 (kann ich mir leider nicht vorstellen)? Oder die Wirkliche Blendenöffnung real mit einem Präzisionsintrument messen?


    Für jede Hilfe wäre ich dankbar!

    Am liebsten eines von den f9 Modellen (APO Ronar, Nikkor). Ein 5,6 wäre evtl auch denkbar. Das Apo Ronar dass hier grade verkauft wurde wäre perfekt gewesen. Ich liebe den Prontor Verschluss.

    Da ich nun zwei Kameras dieses Typs habe, von der ich nur eine behalten will steht das o.g. Set zum Verkauf.


    Ich bin mit der AFD II bis jetzt extrem zufrieden gewesen. Der AF ist eine große Hilfe, er sitzt sicher und zuverlässig. Die Kamera lässt sich sehr gut bedienen. Die Belichtungsmessung ist zuverlässig und stimmt eigentlich immer. Das Objektiv ist extrem scharf und zwar schon bei Offenblende. Sehr gut finde ich auch das Feature, dass die Aufnahmedaten auf den Filmrand belichtet werden können. Es ist eine rundum sehr gelungene Kamera und ich habe keinerlei Klagen damit. Im Gegenteil, mir sind Aufnahmen gelungen, insbesondere Protraits, die mir mit voll manuellen MF-Kameras nie gelungen sind. Ich kann bei Bedarf gerne eine ganze Menge Beispielbilder zeigen.


    Der Zustand der beiden Teile ist gut, die Kamera hat einen kleinen Lackschaden an der seitlichen Beschriftung und einen winzigen oben auf dem Suchergehäuse. Das Objektiv befindet sich ebenfalls in sehr gutem Zustand. Wie gesagt, ich verkaufe nur, weil ich nun zwei Stück habe und die Phase one behalten möchte. Ob die in irgendeiner Hinsicht besser ist möchte ich aber bezweifeln.


    VB 850 Euro

    Ich versuche mal eine kurze Zusammenfassung zu geben. Das Problem besteht hauptsächlich in der kurzen Brennweite, die eine relativ starke Bildfeldwölbung mit sich bringt. Nach Durchprobieren von verschiedenen Kameras und Objektiven (Gaoersi, DaYi, Fotoman und Objektive Super Angulon 75 (mehrere) und auch das 72 XL, Grandagon N 75), die das Selbe Problem produzieren habe ich irgendwann gemerkt, dass man die Objektive an der Kamera so weit nach Unendlich justieren muss, dass die Ecken eben auch scharf werden. Die Objektive sind nämlich durchaus in der Lage auch am Rand ihres Bildkreises scharf abzubilden. Nur eben nicht in der gleichen Ebene wie die Mitte. Um eine vernünftige Justierung zu bekommen muss man in der Mitte noch über "unendlich" hinaus gehen (das bedeutet weiter zur Kamera hin justieren). Dadurch verliert man natürlich Tiefenschärfe im Nahbereich. Es ist und bleibt ein Kompromiss mit 75mm. Ich will aber trotzdem nicht auf diese weite Brennweite verzichten. Mit 90mm wäre es sicherlich schon deutlich unkomplizierter. Nicht umsonst hatte Fuji für die GX als weiteste Brennweite ein 90mm und auch Linhof vor dem 72mm XL nur 90mm Objektive an ihren 6x17 Kameras. Ein 72mm XL hatte ich auch probiert, hatte es sogar zur Überprüfung eingeschickt. Viel besser war es in Bezug auf dieses Problem nicht, brachte aber das Problem der riesigen Filter mit (112mm). Linhof wird durch seine berühmte Selektion wahrscheinlich dann das Optimum an weiter Brennweite an 6x17 erreichen. Das ist mir aber zu teuer. Ich bin jetzt auf einem Level, mit dem ich gut leben kann und Vergrößerungen bis zu 2m Breite in 300 dpi gut aussehen. Da gibt es zwar immernoch einen deutlichen Schärfevorteil im Zentrum, der ist aber nicht mehr wirklich relevant. Ich bin inzwischen bei einem single coated Super Angulon (Technike) und einem Grandagon N hängen geblieben. Das SA benutze ich an 4x5, das Grandagon an 6x17. Einen Schärfeuterschied konnte ich allenfalls sehr marginal und an den äussersten Rändern für das Grandagon erkennen, weshalb ich es an der 6x17 benutze.


    Hoffem das klärt etwas auf.


    Beste Grüße, Sebastian

    Hallo zusammen!


    Bin seit heute Besitzer einer Pre-Anniversary Speed Graphic, welche ich mit einem Aero Ektar zusammen einsetzen möcht. Leider ist an meinem Kalart Sucher der Spiegel unten nahezu unbrauchbar, da die Beschichtung fast vollständig unbrauchbar ist. Kann mir jemand sagen, wo ich einen neuen Spiegel herbekomme? Und wie gut der halbdurchlässige im oberen Bereich noch ist, weiss ich auch nicht. Wo bekomm ich sowas her? Wäre für alle Tips dankbar!


    Beste Grüße, Sebastian