Posts by arothaus

    Ich kenne diese ganze Diskussion oben auch. Ohne dass ich mir einbilde, das Problem lösen zu können, hier vielleicht ein stark vereinfachter Weg einer möglichen Lösung:

    Ich glaube man bekommt da eh keine oder eine „Lösung“ des Problems. Ich wollte ja auch z.B. Barthes nicht als denjenigen hinstellen, der irgendetwas endgültig geklärt hat. Mindestens so wichtig wie Lösungen sind ja auch manchmal die richtigen Fragen die man lernt zu stellen - das kann tatsächlich auch für die Praxis fruchtbar sein. Und das schöne an der Fotografie ist doch, dass es auch Leute gibt, die sich um die Theorie (zumindest bewußt) gar keine Gedanken machen und dennoch spannende Sachen produzieren.

    Die Retusche, die Täuschung, die Akzentuierung, die nichtreale Sache, die nicht vor dem Objektiv platziert war: das gehört meiner Meinung nach ebenfalls zur Fotografie, seit Anbeginn.

    Ja eben, deswegen schrieb ich ja von einem „Problem“. Eine Fotografie ist immer eine Abstraktion einer „Wirklichkeit“. Sie ist zweidimensional, ein Ausschnitt, retuschiert, ohne Farbe oder monochrom, ohne Geruch, ohne Zeit und was sonst noch alles.


    Dennoch wohnt ihr seit Beginn inne, sie bilde Wirklichkeit ab. Dieses „Versprechen“ gilt ja bis heute, trotz aller Möglichkeiten. Der Apparat - oder gar die Natur selbst (the pencil of nature von Fox Talbot) - zeichnet ein Bild.


    Alle Bruchstellen dieser Erzählung (Retusche, Manipulation etc.) gelten doch als Ausnahme der Regel. Wenn Du die Sonne oder Trotzki nicht wegretuschierst, dann ist es auf dem Foto so, wie es war. Denkt der Betrachter.


    Diesen Widerspruch hat die Malerei nicht. Im Gemälde meiner Mutter sehe ich ein Gemälde meiner Mutter. Auf dem Foto sehe ich meine Mutter, ich denke nicht darüber nach dass ich ein Foto meiner Mutter sehe. Das Medium „Foto“ wird unsichtbar. Es ist (vermeintlich) ein Fenster zur Realität, ein reines Abbild.

    Deshalb liebe ich Kunst: die schafft Fakten.

    Aber sind die universell gültig? Immer und für alle? Sehen wir heute ein Fresko in einer Kirche aus dem 16. Jh. noch genau wie der Zeitgenosse? Und was fängt jemand aus einem anderen Kulturkreis damit an? Ich sehe nur, was ich weiss - sagst Du ja selbst.

    REALE und das LEBENDIGE haben als logische Begriffe keinerlei Gegenstandsbereiche

    Müsste man jetzt genau in den Text einsteigen. Ich lese es so, dass es um die zeitliche Dimension geht. Alles was ein Foto zeigt war real, ist aber vergangen. Durch die Fotografie wirken diese toten ehemals realen Momenta aber wieder lebendig.

    ich meine die Carte de visite

    Ja, daran dachte ich auch. Gibt es schöne Texte zu, hab ich aber nicht parat. Die Carte de visite war eine spannende Praxis - heute komplett vergessen.

    Barthes ist argumentativ eher dünn und wird va von Leuten zitiert, die keine Ahnung von Fotografie haben

    Da habe ich eine andere Wahrnehmung. Barthes wird mitunter als einer der wenigen gelesen, die es schaffen entscheidende Wesensmerkmale der Fotografie herauszuarbeiten. Das Problem der Referenz z.B.: "es ist so gewesen".


    Das führt in Konsequenz zu der Eigenart der Fotografie dass sie sich als "Medium" unsichtbar macht, weil die Dinge vermeintlich "so sind wie sie waren". Die Malerei ist immer als Malerei sichtbar. Bei vielen Fotos wird schnell unreflektiert auf die Objekte referenziert.

    weil die Unterscheidung von studium und punctum dem undifferenzierten subjektiven Empfinden, der individuellen Affektion, Platz einräumt.

    Das ist ja eben der Clou. In der klassischen Kunstgeschichte wird sehr werkimanent argumentiert. Hier geht es um die medialen Eigenschaften und da ist der Rezipient eben ein entscheidendes Merkmal. Wenn meine Mutter auf dem Foto ist, sehe ich meine Mutter (und kein Foto - s.o.). Das ist mein Punktum.

    Ich hätte gerne mal eine Fototheorie, die mir begründet, warum Fotografen ausgehend von einer Mindestdichte in den Schatten eine Szenen- und Papierangepasste Kompression oder Expansion in den Lichtern anstreben

    Diese Fototheorie könnte dann gleich auch begründen, welche Rolle das Format (!) des Einzelbildes (!) spielt.

    Das klingt nach einer Stilanalyse. Und bliebe die Frage, ob die Frage nach Kontrasten oder Bildformaten in der Fotografie anders als in anderen bildgenerierenden Medien behandelt wird.

    Dem Einzelbild fehlt diese Transzendenz. Hat das was mit Besitz zu tun, dass man ein Bild von etwas besitzt?

    Puh. Ersteres ist eine Behauptung. Hat die Malerei deswegen auch keine Transzendenz?


    Das Entstehen fotografischer Serien hängt natürlich mit vielem Zusammen. Da kann man bei Muybridge anfangen (mit stark technisch-wissenschaftlicher Konnotation) oder sich Gedanken über die Verbreitungsmedien der Fotografie machen (Magazine und Fotobücher oder auch Ausstellungen).

    das ältere Aristostigmat dürfte noch darunter liegen, also für 18x24 oder gar 8x10 zuwenig.

    Ja, würde mich auch sehr wundern wenn es 8x10 ausleuchtet. Die ältere Literatur gibt meist großzügigere Winkel an als die neuere. Meyer gibt nach dem Krieg im Katalogtext einen Winkel von "bis zu" 90 Grad an - in der Tabelle stehen 85 Grad. Das wären dann ca. 210-240mm Bildkreis und reicht für 13x18 mit geringen Verstellungen. Aber 8x10 wäre noch weit entfernt. Arne Croell gibt auch nur 90 Grad bei f/22 an: https://www.arnecroell.com/eastern-block-new.pdf


    Mit 100 Grad Bildwinkel hätte es einen Bildkreis von 290mm und zumindest 18x24 käme so langsam in Reichweite. Es gab auch noch eine ältere f/9 Version und Ich meine auch irgendwo gelesen zu haben, dass die einen Bildwinkel von 100 Grad schafft. Keine Ahnung ob das eine andere Konstruktion war. Möglich auch, dass das mit größeren Toleranzen vor 1945 wegen schlechterer Filme zusammanhängt.

    Gefällt mir auch sehr gut, genau wie es ist.


    Zum Thema Hände: Ich hatte ja letztens schon Yousuf Karsh zitiert. Der war ein meister darin Hände als wichtigen Gegenpunkt bzw. als Ergnzung zum Gesicht beim Portrait stark mit einzubeziehen.


    reine Neugier: siehst du die Mütze?

    Gibt es bei dir eine Trennung vom Hintergrund?

    ja und ja

    Mich beschäftigt schon seit einiger Zeit die Frage ob eine Foto Abbildung gleich ein Bild ist.

    Keine Sorge, die Frage ist so alt wie die Fotografie selbst und das Thema füllt inzwischen einige Regalmeter. Als Einstieg fällt mir spontan ein:

    Peter Geimer: Theorien der Fotografe zur Einführung

    Wolfgang Kemp und Hubertus von Amelunxen (Hg.): Theorie der Fotografie, Band 1-4


    Auch sehr lesenswert:

    Roland Barthes: Die helle Kammer.

    Die Literatur gibt unterschiedliche Werte her, ist aber in den Katalogen immer für 13x18 gelistet so etwa in der Meyer Preisliste von 1939: http://ihagee.org/Lenzen/HMG6-1939Preisschluessel.pdf


    Der Katalog von 1952 gibt für die vergüteten Nachkriegsversionen 85-90° Bildwinkel und das Format 13x18 an: ihagee.org/Lenzen/HMG9-1952AtelierObj.pdf


    Ich kann das gute Stück gerne mal an die 8x10 Kamera montieren und schauen wie die Ausleuchtung aussieht. Aber selbst mit 100° Bildwinkel würde das knapp werden.

    Ich räume auf und versuche mich von einigen Sachen zu trennen - hier biete ich ein paar (teilweise ältere) Weitwinkel. Vor allem bei den beiden "Super"-Angulonen wäre mir natürlich eine Abholung oder Übergabe am liebsten. Weitere Bilder gibt es gerne auf Nachfrage.


    Schneider Super-Angulon 8/210

    Ein größeres Super-Angulon gibt es nicht, der Bildkreis von 500mm reicht für Formate jenseits von 8x10". Das Gewicht beträgt fast 3000g.

    Das Objektiv ist in einem voll funktionstüchtigen Zustand. Die Gläser sind klar und ohne Fehler. Es gib keinen Fungus, keinen Dunst, keine Separation und die Oberflächen sind frei von Kratzern oder Putzspuren. Im Inneren ist keine „Schneideritis“ zu sehen. Der electronic-Verschluss läuft sehr gut auf allem Zeiten (überprüft mit dem "PhotoPlug"). Einziges Manko: Der originale Batteriehalter fehlt, ich liefere aber zwei Ersatzhalter, die mit handelsüblichen Batterien funktionieren und mit einem Kabel angeschlossen werden. Ein Halter nimmt 3xAAA Batterien (Micro), der andere ist sehr kompakt und funktioniert mit einer 3V Knopfzelle (CR2032). Die Platine gehört dazu, Deckel gibt es leider nur noch einen etwas lasch sitzenden für hinten.

    Preis: 1500 Euro zzgl. Versand


    Schneider Super-Angulon 8/165

    Die Gläser sind klar und ohne Fehler: keine Kratzer oder Putzspuren, kein Dunst und kein Pilz. Der Verschluss läuft gut mit einer Verzögerung von ca. 1/3 Blende, nur die 1/25 und 1/50 hängen um eine bzw. 2/3 Blende. Ich habe das mit einem "PhotoPlug" überprüft und gehe davon aus, dass die Verzögerungen im Rahmen einer Wartung zu beheben sind. Das Objektiv zeigt am Gehäuse Gebrauchsspuren. Das gute Stück hat einen Bildkreis von 395mm, wiegt 1380g und trägt den "Technika" Schriftzug, wurde also von Linhof selektiert. Die Deckel gehören zum Lieferumfang ebenso der Anschlussring. Für die Montage wird eine Platine in der Größe Compur-3 benötigt (65mm Lochdurchmesser).

    Preis: 800 Euro zzgl. Versand


    Meyer Weitwinkel Aristostigmat 6,3/120

    Die Gläser im hinteren Element zeigen deutlich Dunst im Inneren. Der Compur-Verschluss muss gereinigt werden, die langen Zeiten (1 und 1/2 sec) hängen bisweilen und sind zu langsam.

    Preis: 60 Euro zzgl. Versand


    Schneider Angulon 6,8/90

    Nachkriegsversion, vergütet. Die Gläser sind in Ordnung, nur etwas Schneiderits am Rand der Linsen. Der Prontor-SV wurde im letzten Jahr überholt und läuft gut. An der Blendenskala deutlicher Abrieb.

    Preis: 125 Euro zzgl. Versand


    Schneider Angulon 6,8/90

    Vorkriegsversion, unvergütet. Der Compur-Verschluss läuft sehr konstant durch alle Zeiten etwa 1/3 Blende zu langsam. Gläser sind in Ordnung, nicht glasklar sondern mit minimalem Dunst - aber deutlich besser als die meisten Objektive aus der Zeit die ich in der Hand hatte. Bei normaler Durchsicht fällt nichts auf, nur im Gegenlicht einer grellen LED. Der Anschraubring fehlt.
    Preis: 90 Euro zzgl. Versand

    Ich habe nochmal einen Schwung Batteriehalter mit Ein/Aus-Schalter für eine einzelne CR2032 Knopfzelle geordert. Das ist wirklich eine kompakte Lösung, der Halter lässt sich an fast jede Platine anbringen.


    Das wird nicht so irre lang halten wie mit 3xAAA, aber viel Strom dürfte der Verschluss nicht ziehen. Und eine Ersatzbatterie sollte man dann eh dabei haben.

    Die schönste Bankrohr-Kamera die je gebaut wurde.


    Mit der Kamera lässt sich einwandfrei arbeiten und sie macht einen gepflegten Eindruck. Flugrost oder tiefe Kratzer gibt es nicht. Die Klemmungen und Verstellungen funktionieren einwandfrei. Der Balgen ist lichtdicht und nicht geflickt. An einer Seite gibt es einen leichten Knick. Die Mattscheibe ist intakt, nur die Markierungen sind an einigen Stellen leicht abgerieben. Alle vier Wasserwaagen sind noch gefüllt. Am Grundrohr fehlen die Endkappen, oben am Zubehörschuh fehlt eine von drei Schrauben (sitzt aber alle fest).


    Lieferumfang:

    Grundrohr, Vorder- und Rückstandarte, Balgen, Rückteil mit Mattscheibe und Bankhalter. Eine Hilfsstandarte gebe ich als Zugabe mit bei (da sind die Schrauben an der Seite nicht mehr original, funktioniert aber alles). Eine Objektivplatine oder ein Objektiv sind nicht im Lieferumfang enthalten.


    Preis: 400 Euro zzgl. Versand (oder incl. Kaffee bei Abholung)

    Auch in analoger Zeit waren solche Bilder inakzeptabel.

    Die Frage ist doch, wer befähigt ist "Akzeptanz" zu produzieren. Klar, es gab immer Kritiker die postuliert haben, was richtig und falsch sei. Und natürlich gab es immer Fotografen die "unkonventionell" fotografiert haben.


    Alleine die Tatsache, dass es heutzutage für fast jede Software Filter gibt die "Fehler" einbauen zeugt doch von deren Akzeptanz. Lens-Flares, Korn, Farbverschiebungen sogar Flusen kann man sich ins Bild setzen.


    Fotografie ist als Medium in so vielen Bereichen unterwegs, dass es in meinen Augen unmöglich ist so etwas wie allgemeingültige ästhetische Regeln zu formulieren. Das ist selbst Leuten wie Michael Freeman bewußt, dessen Buch im Beitrag #33 zitiert wird:

    "Das ist eine Frage der Ästhetik, denn es wäre falsch dies als Regel festzulegen".

    Aber doch, in der Eingangsfrage ging es auch darum, dass vordigitale Bilder weniger kontrastreich und scharf kommen als digitale Bilder,

    weil die kleinen "Fehler" und Unzulänglichkeiten wie Korn und Staubflecken uvm. im Gegensatz zu den technisch perfekten und "sterilen" Digitalbildern den Scharm des Bildes ausmachen.

    Die Vorstellung von einer analogen Zeit, zu der die Fotografie noch unperfekte Bilder produzerte (Kratzer, Flausen, Korn etc.) und Kontraste in piktoralistischer Weichspülerei verschwanden ist in meinen Augen recht kurz gegriffen. Es gab immer Phasen in denen sich Bildsprachen (bzw. Stile) geändert haben. Diese Änderungen haben manchmal technische Gründe können aber auch Reaktionen auf einen geänderten Kontext sein.


    Die frühen Daguerreotypien hatten eine andere Anmutung als die zeitgleich entstandenen Kalotypie. Im Laufe des 19. Jahrhunderts ermöglichten neue Verfahren (Trockenplatte, Silbergelatineabzug) eine noch stärkere Präzision und Klarheit der Abzüge. Den Piktoralismus kann man als Reaktion auf diese vorangegangenen Entwicklungen sehen - der Weg weg von der angeblich "technischen" Präzision wurde mit neuen technischen Mitteln geebnet, die wieder auf stärker "unscharfe" und "manuelle" Ästhetik setzen und damit die Nähe zur Malerei suchen. Die Piktoralisten sahen sich ihrerseits dem Vorwurf des Manierismus ausgesetzt und die Fotografie der neuen Sachlichkeit bzw. des Objektivismus setzten radikal auf die genuin technischen Eigenschaften des Mediums vor allem als Abgrenzung zur Malerei.


    Im "digitalen Zeitalter" bietet vor allem die analoge Fotografie die Möglichkeit einer Emanzipation von vorgeblicher technischer Perfektion. Dem analogen Prozess wird etwas magisches und erratisches angedichtet. Das ist nachvollziehbar, ignoriert aber in meinen Augen die Tatsache, dass vor allem seit Beginn der 1950er Jahre ein Maß an Präzision ein der Fotografie erreicht war, die dem digitalen ebenbürtig ist. Die Techniken der Vervielfältigung in Massenmedien (Zeitungen und Zeitschriften) waren noch nicht so weit - aber wer sich mal Abzüge aus dieser Zeit angesehen hat wird nicht auf die Idee kommen, dass da Leute gearbeitet haben, die das "Unzulängliche" suchen. Das gilt für viele fotografische Bereiche - etwa die Portraitfotografie (Yousuf Karsh z.B.), die Architekturfotografie (Hugo Schmölz oder Julius Shulman) oder auch die Landschaftsfotografie (u.a. Ansel Adams). Aber nicht nur in der Spitze, auch in der Breite (Werbefotografie) war eine hohe handwerkliche Präzision vorhanden.


    Dabei würde es mir um keine qualitative Bewertung dieser Strömungen gehen. Es ist ja durchaus verständlich, dass bestimmte analoge Prozesse (wie die Nassplattenfotografie) wieder im Kommen sind, um zu Ästhetiken, die durch das Digitale forciert wurden, ein Gegenpol zu bilden. Die Leute freuten sich darüber, dass Ihre Negative und Positive von obskuren Cine-Filmen die im Drogeriemarkt abgegeben wurden ganz anders aussehen als das, was man am Bildschirm mit Photoshop produziert. Analoge Fotografie wird so zum bewussten Kontrollverlust. Was mir immer nur zu kurz greift ist die "Romantisierung" des analogen Prozesses: Überall Flusen, Kratzer und fransige Ränder. Bisweilen wird da auch einfach dem Dilettantismus gefrönt.


    Interessant ist, dass besonders in der Großformatfotografie diese Diskussionen stark forciert werden. So war die Fotografie im Großformat lange Zeit der "heilige Gral" der technischen Präzision: Höchste Auflösung, perfekte Komposition, wunderbare Grauwerte und fast nur professionelle Anwender. Alles was als "analoge Wende" (oder Gegenpol) zunächst passierte war meist auf Klein- oder Mittelformat (oder Sofortbild) beschränkt. Zugleich ist aber auch grade die Großformatfotografie noch anachronistischer als alle anderen Arten. Die Kameras sehen bisweilen noch aus wie im 19. Jahrhundert, kein Prozess ist ursprünglicher, langsamer und aufwändiger.


    Was also tun? Wie geht man um mit der Forderung nach "knackigen" Fotos? Ich behaupte immer, das Wichtigste ist das Reflektieren des eigenen Tuns. Oder besser Formuliert: Ich finde die Arbeiten am spannendsten, an denen man abliest, dass der/die Fotograf/in sich Gedanken gemacht hat und nicht bloß Ästhetiken reproduziert.


    Die Kriterien für "falsch/richtig" werden ja von unterschiedlicher Seite formuliert und sind zudem noch mit der Zeit wandelbar. Den berühmten Spruch, dass Regeln da sind um gebrochen zu werden, würde ich für ästhetische Belange immer unterschreiben. Man sollte dann aber auch die Regeln kennen, die man bricht und wissen warum man das tut. Ein Werbefoto muss andere Kriterien erfüllen als ein Pressebild oder ein Urlaubsfoto. Ein guter Fotograf sollte wissen was er/sie macht und warum das so ist. Und wenn jemand das gar nicht reflektiert und einfach nur "schöne Bilder" macht ist das ja auch ok - für mich dann als Ergebnis aber meist mit Verlaub langweilig.


    Zum Thema der Perfektion in der Fotografie noch eine Literaturempfehlung:

    Peter Geimer: Bilder aus Versehen. Eine Geschichte fotografischer Erscheinungen (Philo Verlag, Hamburg 2010)

    Peter Geimer: Bilder aus Versehen. Eine Geschichte fotografischer Erscheinungen - Perlentaucher

    Ich biete eine Kardan Color 45s ohne Rückteil und Balgen an. Die Funktionen sind soweit gegeben. Einen löchrigen Balgen hätte ich evtl. noch im Angebot. Sonst ideal als Zweitkamera zur Kardan Bi.

    Preis: 150 Euro zzgl. Versand bzw. incl. Kaffee bei Abholung


    Daneben habe ich noch eine einzelne Rückstandarte einer Color 45s, hier fehlt eine Wasserwaage.

    Preis: 40 Euro zzgl. Versand bzw. incl. Kaffee bei Abholung