Posts by Commander8x

    Grauer Wolf hat geschrieben:
    > Silicagel ist chemisch amorphes Siliziumdioxid. Das scheidet keine Gase ab...
    > http://de.wikipedia.org/wiki/Kieselgel

    Jepp, das stimmt schon.

    Es gibt aber Gerüchte, daß z.B. manche Schuhhersteller Zeugs unter das Silicagel mischen, z.B. Fungizide.
    Macht ja bei flottflott verarbeitetem und nicht richtig getrocknetem Leder sogar Sinn..... :mrgreen:
    Das waren nur Gerüchte, die niemand wirklich bestätigt oder nachgeprüft hat (ich auch nicht).

    Also sollte man vielleicht eher Silicagel aus dem Laborbedarf als Trockenmittel nehmen, anstatt die kleinen Tütchen aus dem Schuhkarton zu horten.
    Das Zeug gibts z.B. bei Carl Roth:
    Kat.-Nr 9376.1 (ohne Feuchtigkeitsindikator)
    Kat.-Nr T199.1 (mit Feuchtigkeitsindikator)

    Immer schön trocken bleiben,
    Matthias

    Wenn Dein lokaler Wasserversorger oder das zuständige Umweltamt des Kreises auf Zack ist, dann kannst Du Dein Brunnenwasser dort vielleicht (umsonst oder gegen eine kleine Gebühr) testen lassen. Dann weißt Du auch, ob außer Eisen noch was anderes für fotografische Zwecke unverträgliches drin ist (so was wie Dünger-Rückstände oder Sprühmittel oder watweeßicke).

    Einfachere Lösungen könnten sein:
    - Brunnenwasser abkochen
    - Brunnenwasser filtern mit (Brita-o.ä.) Wasserfilter; die Filterkartuschen sind relativ teuer und außerdem mit Spuren von Silber gegen schädliche Einzeller konserviert
    - Demineralisiertes Wasser aus dem Baumarkt (ca. 1,80 für 5L)
    - brauchbares Leitungswasser in Kanistern herantransportiert (von der Arbeit, aus der Lieblingskneipe,....)

    Viel Erfolg,

    Matthias

    Edith sagt mir (und ich glaube da hat sie recht):
    Eisen im Wasser sieht man und schmeckt man, aber man riecht es nicht. Deshalb meine Vermutung, dass noch was anderes in dem Brunnenwasser steckt.

    monoart hat geschrieben:
    > Sorry, da bist Du dann aber leider nur zu etwa einem Achtel informiert, denn der von
    > Dir angegebene Link enthält nur die ersten 20 Seiten!

    Nicht direkt, diese Seite enthält eine Beschränkung auf 20 Seiten (vermutlich je IP-Adresse und Tag).

    Ich lese gerade das Kapitel "Tanning developers" ab S. 73.... :mrgreen:

    Gruß Matthias

    Danke erstmal für den Link zum Produkt. Jetzt sehen wir doch schon mal etwas klarer.
    Mein Englisch reicht immerhin soweit zu verstehen, daß das meiste in der Produktbeschreibung
    für das Alkali-Stoppbad eher Marketingsprech ist als klare Fakten.

    Der wichtigste Satz ist mMn dieser:
    "Now there is Alkali-STOP, ... designed to work with Prescysol (and other staining developers) and Alkali-FIX"
    Auf gut deutsch, dieses Alkalibad ist für stainende Entwickler (Brenzcatechin/Pyrocat & Co.) UND Alkali-Fix gedacht.
    Wer die nicht einsetzt, muß eigentlich auch nicht das Alkali-Stopbad verwenden.

    Leider ist in diesem Webshop kein MSDS (Sicherheitsdatenblatt) erhältlich, so daß man Rückschlüsse auf die verwendeten Chemikalien ziehen kann. Ich vermute daher, daß außer dem pH-Regulator noch andere spezielle Bestandteile enthalten sind, die die beschriebenen Effekte auf den Pyro-entwickelten Film hat ("Alkali-Stop ... produces clean, white highlights and well-balanced mid-tones. (Surprisingly, an acid stop, if over-used, can give a slight stain in highlight areas, and slightly muddy mid-tones that do not clear in the fix.)". Ob das wirklich so ist, kann ich nicht beurteilen, weil ich keine stainenden Entwickler verwende.

    Geradezu fahrlässig finde ich aber das hier:
    "No matter which film or developer you use (even when lith printing) using an alkali stop bath and fix will mean shorter washing times, meaning a saving on time and water."
    Die Wässerungszeit für Filme bemisst sich nicht danach, welche Materialien bzw. Bäder man benutzt, sondern daß das komplexierte Silber vollständig aus der Schicht ausgewaschen wird (Stichwort Archivsicherheit).

    Und was soll man davon halten?:
    "These radical changes in ph stress the emulsion"
    Nun ja, das ist sicher so, aber es gab auch noch nie so gute Emulsionen wie heute. Die meisten Fotografen haben demnach ihre Emulsionen beim Entwickeln, Stoppen und Fixieren fürchterlich gestresst, aber dennoch einwandfreie Ergebnisse erhalten. Das Runzelkorn ist heutzutage auch sehr selten geworden.

    monoart schreibt:
    > Wenn Ihr auf den Punkt stoppen müßt,
    > nehmt halt weiter saures Stopbad. Aber wer muß das schon?
    > Es geht auch sogar nur mit Wasser!

    Z.B. derjenige, der mit einem "schnellen" Entwickler arbeitet, wo es manchmal um Sekunden geht, um reproduzierbare Entwicklungs-Ergebnisse zu erhalten. Ich dagegen benutze oft Rodinal 1:50, und nach ca. 15 Minuten kann ich mir durchaus leisten, ein paar Sekunden länger zum Ausgießen zu vertrödeln und mit Wasser zu stoppen, denn dann macht das Rodinal eh nicht mehr viel.

    P.S.
    Ich störe mich nicht an Begriffen wie Spezialist u. dgl., ich finde es allerdings wichtig, so weit wie möglich die Ideen der Spezialisten nachzuvollziehen und die Hintergründe zu verstehen.
    Zumal es den fehlerfreien allwissenden Spezialisten nicht gibt, auch wenn es im www von Vorspiegelungen dieser Art nur so wimmelt.
    Und daß mein Fotobuchregal nun nicht zu den gut sortierten zählt, nehm ich locker. Notfalls helfe ich mir mit Google:
    http://books.google.de/books?id=lzAKY…epage&q&f=false


    P.P.S.
    Wo ist der BBCode hin? Kann man ihn wieder "einschalten"?

    Gruß Matthias


    Edith: Tippfehler

    monoart hat geschrieben:
    > In "Spezialistenkreisen" wird sogar eine komplett alkalische
    > Reihe empfohlen als archivgerecht, Zeit-, Wasser- und Chemikaliensparend:
    >
    > Vom (ohnehin alkalischen) Entwickler über ein [b]alkalisches Stopbad (!) [\b]zum
    > alkalischen Fixierbad.
    >
    > s. Film-Developing- (oder auch Darkroom-) Cookbook, Way beyond Monochrome.

    Da ich die angegebenen Spezialistenbücher nicht besitze, frage ich mal nach, wie ein solches alkalisches Stopbad funktionieren soll, und woraus es besteht.

    Mir scheint, daß die pH-Wert-Erniedrigung in den sauren Bereich die Entwicklung am zuverlässigsten stoppt.
    Aber ich lass mich gern von den Spezialisten weiterbilden.

    Gruß Matthias

    Das Problem, einen Verkäufer nicht kontaktieren zu können, hatte ich auch schon mal. Alles war so ähnlich wie in Deiner Schilderung. Ich nehme an, daß Ebay den Verkäufer selbst schon "auf dem Kieker" hat (wohl weil sie den gleichen Verdacht haben wie Du). Blöd nur, daß sie Dir das nicht sagen wollen. Ich würde einfach nicht bezahlen, wenn der Verkäufer an seinem Geld interessiert ist, wird er sich schon melden, er hat ja prinzipiell die gleichen Kontaktmöglichkeiten wie Du.

    Im übrigen hast Du nur eine Frist von 4 Wochen nach Auktionsende, um via Ebay die Option "Strittige Fragen klären" nutzen zu können. Wenn Du wirklich an den ersteigerten Sachen interessiert bist, dann ist das der offizielle Weg - allerdings ist dann Ebay zwischengeschaltet und Du hast wiederum keinen direkten Kontakt bekommen. Evtl. ist ja in der ersten Nachricht von Ebay ("Herzlichen Glückwunsch, Sie haben ..... ersteigert") eine Mailadresse des Verkäufers angegeben?

    Gruß Matthias

    Franz,

    schon in meiner Anorganik-Grundvorlesung galt die Devise "Trivialfehler werden selbsttätig korrigiert". 8)
    Insofern hätte ich mich nicht unbedingt hier hereinhängen müssen.

    Worauf ich eigentlich hinauswollte: es besteht kein Grund anzunehmen, daß andere Leute auf der Wurstsuppe dahergeschwommen kamen. Mittlerweile hat sicher jeder deutschsprachige Fotografieforenleser Kostproben Deiner virulenten Selbstvermarktung bekommen. Dat reicht nu.

    Und wenn Du ohne Redoxelektrode weder photographieren noch arbeiten kannst, hast Du Mitleid redlich verdient.

    N8

    Quote from "Alles-von-Hand"

    Wie seht ihr das?


    Wikipedia hat recht. :mrgreen:

    Quote from "cfb_de"

    Es ging um elementaren Schwefel, der irgendwie dazu gebracht werden soll, etwas mit Silberionen anzustellen. Und da ist die einfachste Variante die Reduktion zum Sulfid-Ion


    Meister, wie soll das gehen? 8)
    Wozu soll das Ag(+) denn oxidiert werden, um Schwefel zu Sulfid zu reduzieren?

    Quote from "cfb_de"

    Elementarer Schwefel läßt sich nur per Reduktion dazu bewegen, irgendwas mit Ag^+-Ionen anzufangen. Und das wäre ein böser Prozeß-Fehler


    Na, wohl eher ein böser Rechenfehler, das.....
    Frag doch mal Deinen Hollemann, wie die Oxidationsstufe von Schwefel in Thiosulfat ist.

    Und noch ein Hinweis für die Bücherfreunde hier: vieles von der Diskussion über die fotografische Realität fand ich in diesem Buch wieder, sehr schön nachvollziehbar ausgeführt und mit vielen Bildern unterlegt (die nicht nur vom Autor stammen):

    "Das Wesen der Fotografie: Ein Elementarbuch" von Stephen Shore
    ISBN-13: 978-0714849904
    Phaidon Verlag, auf deutsch

    Lt. Amazon seit heute im Handel, ich habs aber schon vorgestern gekauft, ha. :!:

    Quote from "klausesser"

    Daß es speziell bei der Werbefotografie nicht darum geht, die "Realität" abzubilden dürfte sicher für Niemanden besonders überraschend sein . . . denn wie wir ja bereits festellen konnten ist das sowieso nicht möglich. Warum also dann nicht ein Wenig nachhelfen und die "Realität" besonders "subjektiv-realistisch" im Sinne von vorteilhaft für ein Produkt oder auch eine Idee darstellen, indem man mit Stilelementen "spielt" und sich spielerisch, kreativ "ausdrückt"?


    Wundert mich, daß es hier noch keine Reaktion gab. Also mach ich mal wieder die Spaßbremse und antworte hierauf. :mrgreen:

    Warum nicht? Aus 2 Gründen:

    1. Weil wir in einer Überflußgesellschaft leben, in der es sowieso schon von allem viel zuviel und zuvieles gibt, was die meisten Menschen gar nicht benötigen und trotz eines "gesunden Bewußtseins" für den Wert ihres Geldes und das, was sie sich dafür leisten wollen, niemals verbrauchen bzw. sinnvoll einsetzen können. Wir konsumieren also gewissermaßen jetzt schon Dinge, die vielleicht unsere Kinder oder Enkel einmal nötiger hätten als wir.

    Mir wär es völlig egal, ob sich der Fotograf oder AD bei der Produktion einer Werbung beruflich selbst verwirklichen kann.

    2. Weil der öffentliche Raum, vor allem in der Stadt, maßlos überflutet ist mit riesigen aufdringlichen Botschaften wie "Koof mich!", "....Nein, mich!", "Wähl mich!" und dergleichen. In meinen Augen ist das allesamt visuelle Nötigung. Weniger davon würde SEHR, SEHR gut tun.

    Schönes Wochenende, Matthias