Posts by Grauer Wolf

    bequalm hat geschrieben:


    > man die beiden Glieder einer Optik aus dem Verschluss baut und in einen
    > Verschluss einsetzt, der etwas dicker / dünner wäre??
    >
    >
    > Das müsste doch einen verheerenden Eingriff in die Rechnung der Optik
    > bedeuten, aber bei mir auf der Mattscheibe sieht erst mal alles recht
    > normal aus .
    > Wär das dann mal einen Versuch wert?
    >
    > Ich wollte den defekten Verschluss eines 135er Tessars tauschen, wobei mir
    > die versch. Abmessungen auffielen.


    /Normalerweise/ sind Verschlüsse in der Dicke genormt (ein #1 z.B.sollte also von einem anderen nur marginal abweichen) und kleine Abweichungen vom Soll werden durch (andere) Shims ausgeglichen. Das wichtigste Utensil ist eine gute Schieblehre, mit der Du die Gesamtlänge des ursprünglichen Objektives bestimmst. Wenn dann die Frontgruppe in den neuen Verschluß eingeschraubt ist, muß hinten mit Shims kompensiert werden, bis die ursprünglichen Abmessungen wiederhergestellt sind.

    Völlig untypisch! Ich benutze ein Apo-Sironar-N, wenn auch ein 180er: Gestochen scharf auch bei Offenblende, halt nur mit kleinerem Bildkreis. Ich habe schwer den Verdacht, daß mal einer dieses Objektiv zerlegt und beim Wiederzusammenbau Murks gemacht hat.
    Eine Gravur trägt nur das Vorderglied: Hertsteller, Typenbezeichnung und Seriennummer.

    mattes hat geschrieben:


    > Ich werde mal ein paar Filmblätter in der Lochkamera belichten und mit
    > Rodinal entwickeln.


    Wenn du mehr willst als Strichzeichnungen empfehle ich Verdünnungen von ~1:200. Das Zeug ist, wie schon erwähnt, knüppelhartes, recht unempfindliches Lith-Material, das für bildmäßige Photographie kaum geeignet ist, sondern mit Kontaktrastern zum Aufrastern verwendet wurde. Übrigens ist das Zeug auch extrem dünn (wie Papier) und liegt in den üblichen Kassetten vermutlich nicht richtig plan. "P" steht für Polyester-Schichtträger.

    Stephan E. hat geschrieben:


    > ...professionelle Alternativen (z.B. Corel, Kamerahersteller, GIMP, ... )?
    >
    > Wie geht es wohl weiter?


    Wie geht's weiter? Gute Frage, nächste Frage. Ich habe sehr lange mit GIMP professionell gearbeitet und war immer zufrieden. Aber neuerdings fangen die auch an mit Featuritis, während wichtige Baustellen einfach liegen bleiben. Ich bin jetzt bei 2.6.12 stehen geblieben, weil ich mit 2.8 nur Ärger hatte und z.B. die CMYK-Separation nicht ans laufen zu bringen ist. Ich habe nun einmal keine Lust auf experimentelles DLL-Schieben.
    Ufraw (also der zugehörige Raw-Konverter) wird in Windows auch nicht mehr weitergepflegt, weil man "auf Windows keinen Bock hat". Ich habe aber nun mal weder Zeit noch Lust noch die IT-Fähigkeiten, um sowas für Windows selbst zu kompilieren. 0.19 ist eine reine Katastrophe, da funktioniert nichts richtig. Noch bin ich nicht betroffen, aber bei neuen Cams muß ich mir was einfallen lassen. Die Alternativen "Photivo" und "RawTherapee" sind imho viel zu aufgeblasen mit nutzlosen Features, werden dadurch langsam, fressen Performance ohne Ende und funktionieren nicht so, wie ich das will, sind eine Katastrophe in der Bedienung. Auch keine Lösung...
    Hmmm, bleibt für die EBV die Hoffnung auf GIMP 2.10, das ja jetzt schon großspurig als Photoshop-Killer gehandelt wird, weil's 32-Bit-Float-Processing beherrschen soll. Nur habe ich den dummen Verdacht, daß sich sich Programmierer wieder featureverliebt austoben, anstatt für Bug-Freiheit und Zuverlässigkeit zu sorgen. Sowieso fällt mir zunehmend unangenehm auf, daß sich manche Open Source Programme immer mehr in Spielzeuge verwandeln und ihre ursprüngliche, entstaunlich hohe Professionalität verlieren. Das hinter diesen Programmen keine Berufsphotographen mit entsprechenden Kenntnissen stecken, das habe ich allerdings schon öfter gemerkt. So manches Plug in resp. Script mußte ich erstmal umprogrammieren, damit es "photographisch vernünftig" funktioniert. Damit kann ich leben, weil's 'ne einmalige Arbeit war, aber das einpflegen von neuen Kameras und Neukompilierung geht darüber hinaus.


    Will sagen, wenn die nicht richtig in die Hufe kommen, ist GIMP keine echte Alternative für Photohop mehr. Und dann wird's eng, wenn man Photoshop CC nicht will, denn Capture One und Co. sind primär Raw Konverter und keine Voll-EBV-Programme.
    Was bleibt, ist bei mir die Kette UFRaw (noch) - GIMP - Scribus, also vom Raw bis zum druckereifertigen PDF oder CMYK-Bild. Aber wie gesagt, neue Kameramodelle und es steht außerhalb kommerzieller Konverter ein großes Fragezeichen im Raum, zumal ich bisher die Option hatte, wenn's mit GIMP wirklich nicht mehr weitergeht, einfach auf PS umzusteigen. Aber auf ein Leasing-Modell habe ich nun wirklich keine Lust. Was Adobe da abzieht, das ist einfach Beutelschneiderei.

    artowski hat geschrieben:


    > Jedoch passen 4x5" oder 9x12cm "Doppel Holder Fidelity Elite" in ein z.B. Plaubel
    > PS 7/433 internationales Rückteil?


    Die Außenabmessungen von 4x5" und 9x12 Kassetten sind identisch.

    hunnch hat geschrieben:


    > Ohne Garantie: Ich meine, dass man an Stelle eines Vorschaltgerätes einen entsprechenden
    > Vorwiderstand in Form einer gleichwertigen normalen Glüh-"Birne" IN SERIE einschlaufen
    > könnte. Meines Wissen funktionieren so die Pflanzenlampen 160W, da ist zusätzlich
    > ein 80W Wolframfaden im Kolben sichtbar. Nach dem Abschalten muss das Leuchtmittel
    > erst wieder abkühlen, bevor neu gestartet werden kann.


    Das kann man natürlich machen, da eine Glühbirne als PTC-Widerstand als Strombegrenzer benutzt werden kann. Aber die verpulvert dann eben echte Leistung ohne Nutzen, während eine Drossel das nicht macht, weil nur der induktive Widerstand und der geringe ohmsche Widerstand des Kupfers greift. Bei der hier gefundenen Leuchte "frißt" die Drossel gerade mal 9 W.


    Photographisch ist so eine Hochdruckleuchte außer für SW unbrauchbar, weil der Ra-Wert mit m.W. um die 45 unter aller Kanone ist. Aber selbst bei SW mag es Probleme geben, da Gasentladungsleuchten exakt der Netzfrequenz folgen und bei kürzeren Verschlußzeiten Ärger machen. Man sollte tunlichst immer unter ~1/15-1/30 bleiben.

    hako hat geschrieben:


    > In einer Anleitung auf Seite 10 von Polaroid steht ganz klar geschrieben
    > wasserfrei !!! (Sodium sulfite anhydrous / desiccated) mit der Angabe 440
    > Gramm Natriumsulfit und 2 Liter Wasser.


    100g wasserfreies Natriumsulfit (Molmasse 126,04) entsprechen 200 g wasserhaltiges Natriumsulfit (7 Mol Kristallwasser).

    bequalm hat geschrieben:


    > Alte Optiken können ( müssen aber nicht) begeistern.


    Das sehe ich genauso!
    Wenn die Brennweite nicht eingraviert ist, dann einfach vermessen: In einer Mondnacht den Mond knackscharf einstellen (384000 km ist unendlich genug) und dann die Distanz zwischen Blenden- und Filmebene messen. Das läßt zwar den Hauptebenenabstand außer Betracht, ist aber für die Praxis bei so einem einfach gebauten Objektiv genau genug. Da Objektive gewöhnlich keine total krummen Brennweitenbeträge haben, sollte die nächstliegende, "vernünftige" Nennbrennweite dem gesuchten entsprechen.
    Ah, ich sehe, Ritchie war schneller... ;)

    Ich halte das für eine Quecksilber-Hochdruckleuchte für Industriehallen, Gewächshäuser o.ä. Und zwar ein älteres Modell. Die ist ohne genau passendes Vorschaltgerät nicht zu betreiben.
    Übrigens, könnte es statt "HOA" auch "HQA" heißen? Schau mal genau hin...


    Eine E27 Blitzbirne hat ein völlig anderes Innenleben.

    cp hat geschrieben:


    > Überhaupt ist ein guter bis sehr guter Bildschirm das A und O der
    > Bildbearbeitung. Ich verstehe das mit dem Platzproblem aus eigener
    > leidvoller Erfahrung durchaus, aber vor die Wahl gestellt, würde ich eher
    > unsere Glotze rausschmeißen. Viel versäumen tät ich ja wahrlich nicht... 8)


    Aus gutem Grund liebe ich meinen 21" CRT (weitgehend hardware-kalibriert). Das Ding ist zwar sauschwer (ich hab geflucht wie ein Schauermann, als ich das Teil ins Büro schleppte), aber wenn ich diese Bildanmutung als TFT wollte, würde es satt 4-stellig... 8)

    cp hat geschrieben:


    > Geht das auch mit Tageslicht? Ich kenne das nur mit entsprechenden Strahlern.


    Wie bei Radio Eriwan: PRINZIPIELL natürlich, weil genügend kurzwellige Strahlung vorhanden ist. Allerdings geht die schwache Fluoreszenz natürlich im Restlicht unter und der Infrarotanteil führt auch noch zur Fluoreszenzlöschung.
    Du mußt tatsächlich im Dunkeln arbeiten und brauchst eine Anregungs-Strahlungsquelle wie eine Analysenlampe o.ä. Bei kleinen Details funktioniert auch eine "Briefmarkenleuchte" und auch mit einem sichtbaren Blaustrahler geht das (Comptalux Flood oder blaue Leuchtdioden), wenn er einigermaßen monochromatisch ist. Bei letzterem muß natürlich das blau mit einem Gelb- oder Orangefilter quantitativ abgehalten werden, so daß nur längerwellige Fluoreszenzerscheinungen sichtbar resp. photographisch erfaßbar werden. Nutzbar ist diese Methode eher für fluoreszierende, organische Stoffe.
    Das ganze ist immer eine Frage der Anregungswellenlänge und bei anorganischen Verbindungen wie Putzbestandteilen braucht man ggf. sogar eine UV-C-Anregung mit 254 nm, die dann auch langwellige UV-Fluoreszenz erzeugen kann. Interessant sind z.B. in einer komplett fluoreszierenden Wand Stellen, die dunkel bleiben o.ä.
    Das ganze geht ziemlich tief in die Physik/Chemie und ich weiß das auch nur deshalb, weil ich mich mal mit Multispektral- und Analysenphotographie inkl. Mineralogie befaßt habe.

    cp hat geschrieben:


    > Welche Objektive für 4x5" kämen da in Frage? Bei historischen Objektiven kenne ich
    > mich leider überhaupt nicht aus, mir spukt nur so etwas wie das Cooke'sche Triplet
    > im Hinterkopf herum.


    Das spukt bei mir auch... 8)
    M.E. ist das ein Fall für einen Second Hand Händler mit einer gut gefüllten "Grabbelkiste". Auch alte Landschaftslinsen könnten für den beabsichtigten Zweck geeignet sein, Hauptsache, die Glasmasse ist so dünn wie möglich... Leider stürzen sich viele Sammler auf solche alten Linsen, was den Preis hochjagt.
    Spontan fallen mir Steinheil Cassar und Wollensak Varium ein... Evtl. wären auch uralte Vergrößerungsobjektive mit freistehenden Linsen eine Lösung. Das UG1-Filter frißt dermaßen viel Licht, daß man bei niedrigempfindlichem Film locker in den Bereich der "Hut-Methode" kommt.
    Wenn's preiswert bleiben soll, ist experimentelle UV-Photographie halt immer mit Improvisation, ggf. auch mit Basteln verbunden...

    cp hat geschrieben:


    > Gibt es UV Filter als Folienfilter zu kaufen? B+W bietet so etwas als
    > Glasfilter an, dürfte aber sehr teuer sein.


    Da wirst Du nicht drum herumkommen. Ich habe die Kodak-Schrift über Filterfolien hier liegen: Nichts mit UV-Transparenz, logisch, da Gelatine UV absorbiert.
    Übrigens geht das alles recht einfach. Spezialemulsionen sind nicht nötig, ein gewöhnlicher SW-Film (etwas härter entwicklet) reicht völlig, da dessen UV-Empfindlichkeit sehr weit reicht, aber von Keilspektrogrammen bei 2850K nicht erfaßt wird. Als Objektiv kannst Du ein einfach oder besser noch unvergütetes, altes Tessar nehmen, ein unverkittetes Triplet kommt noch besser. Die geringe Glasmasse aus "Otto-Normal-Gläsern" dämpft das UV nur unwesentlich. Damit kommst Du zwar "nur" bis runde 330 nm (also UV-A), aber für bildmäßige Zwecke reicht das völlig. Ich habe mal im KB-Format mit einer solchen Konstruktion experimentiert: Die Saftmale bei Blüten kamen z.B. sehr schön und die Negative waren gestochen scharf, das Auflösungsvermögen verblüffend hoch (das Auflösungsvermögen ist ungekehrt proportional zur Wellenlänge).
    Obacht bei der nötigen Auszugskorrektur. :arrow: Im Gegensatz zu einfachen Linsen, bei denen man den Auszug gegenüber dem visuellen Bereich verkürzen müßte (so haben wir's mal in der Schule gelernt :) ), muß bei einem normalen Achromaten der Auszug VERLÄNGERT werden und zwar deutlich mehr als bei Infrarot. Geh mal von 1% des Gesamtauszuges aus.
    Bei gelatinearmen Spezialfilmen wird's gleich sehr teuer und die dazugehörigen Quarz-CaF2-Phosphatglas-Objektive (Steinsalz benutzt heute keiner mehr) sind fast unbezahlbar.
    Aber mit der von mir beschriebenen Methode geht das erstaunlich günstig und mit guten Ergebnissen, sofern man nicht in UV-B oder UV-C Regionen vorstoßen will.
    Übrigens: Für den von Dir angedachten Zweck, der Untersuchung von historischen Putzen, könnte auch die Fluoreszenzphotographie interessant sein, ebenfalls einen Ausflug in das Infrarote (dafür nimmt man aber besser eine Digi).
    Ich nehme auch für UV inzwischen eine Digi, da meine D70s recht empfindlich bis 350 nm ist. Nur muß man bei Digitalkameras noch ein :arrow: Tiefrot-Sperrfilter zusätzlich einsetzen (z.B. Schott BG39), weil diese Cams oft tief ins Tief- oder Infrarote langen (Meine D70s geht locker bis 950 nm). Sparen kann man sich das bei reinen UV-Strahlungquellen, die KEINEN Rot- oder Infrarotanteil aufweisen.

    ZappaunddkleineTiger hat geschrieben:

    > Zu 1° oder 5° hat sich ja noch keiner wirklich geäußert… vielleicht kann ja noch
    > jemand aus seiner praktischen Erfahrung berichten…


    5° am Lunasix F, also eine enge Selektivmessung, reichen im Grunde aus, wenn man problemlos etwas näher rangehen kann. Die 1° sind m.E. nur dann interessant, wenn man aus großer Distanz feine Details anmessen möchte, und für diese Ausnahmefälle kann man dann die Digi heranziehen (Die hätte den Vorteil, daß man mit dem Tele sogar noch kleinere Winkel anmessen kann). Nur vorher überprüfen, ob die Eichung übereinstimmt und ggf. die Digi mit der Override-Taste auf ~⅓EV genau nachjustieren. Meine Fuji S5 mißt z.B. "preußisch exakt", meine alte Nikon nicht ganz so genau, weil die eine Tendenz zu ⅓EV knapperem Belichten hat, was bei der RAW-Photographie egal ist, aber beim Übertragen aber zu kleinen Fehlern führt. Im Grunde könnte man sogar eine Taschenknipse dafür benutzen, wenn die Spot anbietet.

    johnars hat geschrieben:


    > Aber ich will niemandem seinen heiligen Gral anzweifeln;--)))


    Bei der heute üblichen, hybriden Verarbeiten geht's bis Zone XII eigentlich immer ohne chemische Trickserei. Darüber hinaus sind die Sonderentwicklungen aber immer noch interessant, wenn die Kontraste richtig heftig werden und man z.B. bis über XV hinaus will/muß.
    Unabhängig davon geht's beim Zonensystem ja weniger darum, die Filmreserven auszulutschen, sondern mehr darum, bestimmten Motivteilen die Helligkeit zuzuweisen. In dem Sinne ist das Zonensystem immer noch hochrelevant und ich benutze es auch in der Digitalphotographie. Nur liegen da die Richtzonen eben nicht in den Schatten, sondern in den Lichtern.

    fotologe hat geschrieben:


    > Bei Landschaftsfotografie kann man keinewegs immer eine Nahmessung
    > vornehmen, so dass der 1° Spotmesser mein Favorit ist - insbesondere wenn
    > man nach dem Zonensystem arbeitet.


    Wenn man sich Geldausgaben schenken will, aber schon eine DSLR hat, die auch Spotmessung anbietet, nimmt man einfach die und fertig. Ist natürlich was mehr zu schleppen...

    Die Idee ist gut, aber die schief stehende Schüssel (tatsächlich oder visuell/Fehler bei den Verstellungen?) irritiert mich doch gewaltig. Was mich auch stört, sind die ausgefressenen High Lights am Popkorn, aber ich nehme an, das liegt am Scan. Negativfilm ist eigentlich recht High Light fest...