Posts by Renate

    Ich war mal vor ein paar Jahren im Norden von Finnland. Es waren etwa zwei Wochen im Februar und meistens war es zwischen -10 und -25 Grad kalt. Da viel Schnee lag, war es oft auch nachts hell genug zum fotografieren. Als Kamera hatte ich eine Kleinbild und eine Mittelformat mit, beide mit mechanischem Verschluss. Die KB-Kamera hat einen eingebauten Belichtungsmesser, der von einer PX28 gespeist wird. Nach ca. 15 Minuten war die Batterie so kalt, dass der Belichtungsmesser ausfiel. Der Verschluss funktionierte jedoch weiter problemlos. Wegen der MF-Kamera hatte ich noch einen Handbelichtungsmesser mit, den ich immer tief unter der Kleidung in die Hosentasche steckte und auf diese Weise warm hielt. So kam ich trotzdem zu gut belichteten Fotos.


    Letztes Jahr war ich mit einer Vollautomatischen Kleinbildkamera auf dem Land unterwegs. Es war so um 0 Grad. Mit dieser Kamera sammel ich Ideen für die GF-Fotografie. Die Kamera hat eine Lithium-Batterie. Sie versagte ebenfalls und es gab verdorbene Bilder.


    Von einem Bekannten weiß ich auch, dass seine elektronische Kamera bei großer Hitze in der Wüste versagte. Fotos waren nur in den kühleren Morgen- und Abendstunen möglich. Meine mechanische Kamera machte in der Wüste problemlos Fotos. Der eingebaute Belichtungsmesser fiel dabei nie aus.


    Elektronik und Batterien sind sehr viel stärker temperaturabhängig, als Mechanik. Daher verzichte ich, wenn es geht, auf elektronische Kameras und Zubehör.


    Gruß
    Renate

    Hallo Urnes,


    Natürlich kann man mit einer GF nahe an das Gesicht herangehen. Aber das ist unangenehm für das Model und die Gesichter auf den Bildern sehen doch reichlich verzerrt aus. Mit der Beleuchtung wird es dann auch schwierig, da dann der Platz knapp wird. Ich bevorzuge es doch, für Portraits mindestens 1,5 m Abstand einzuhalten.


    Gruß
    Renate

    Mir ist nicht klar, was der Vorteil von GF bei Portraits ist, wenn man ein 150mm Objektiv benutzt. Der größte Teil des Film wird doch nur mit Hintergrund belichtet. Mit meiner MF-Kamera und dem 180mm Objektiv kann ich problemlos ein formatfüllendes Bild auf Rollfilm machen. Allerdings sind die Probleme mit dem Licht und der Schärfentiefe die gleichen. Mit einem 360 mm Objektiv sähe die Sache natürlich anders aus.


    Gruß
    Renate

    Ich habe in der Astronomie eine lange Zeit mit Densitometern gearbeitet und auch eine Arbeit darüber geschrieben. Da ich jetzt nicht mehr Astronomie mache, habe ich auch keinen Zugang mehr zu solchen Geräten. Zu Hause besitze ich (noch) keins, da ich es bisher nicht wirklich brauchte. Ich denke aber darüber nach, mir ein einfaches zu basteln. Die Elektronik kann preiswert gehalten werden. Das Gehäuse und die Optik ist ein wenig Fummelei. Die Eichung sollte (auch ohne Eichamt) kein Problem darstellen.


    Die Benuzung eines Belichtungsmessers und einer Leuchtplatte wäre ebenfalls möglich. Ich habe das bei Andreas Weidner gelesen. Allerdings habe ich es noch nicht ausprobiert. Die EV-Skale ist bereits logarithmisch und könnte direkt benutzt werden. Mein Belichtungsmesser zeigt nur 1 Stelle nach dem Komma an und das ist etwas wenig. Die einzelnen Zonen haben einen Abstand von D=0,16 und da brauche ich schon eine weitere Stelle.


    Was den Scanner angeht, fällt mir derzeit kein brauchbares Auswerteprogramm an. Gescannt werden müsste in Tiff oder einem anderen verlustfreien Format. Aus den verschiedenen Pixeln der zu messenden Fläche muss ein Mittelwert gebildet werden. Das Gleiche macht man mit der klaren Emulsion und dann rechnet man den Dichtewert nach den Formeln aus.



    Gruß
    Renate

    Man kann keinen Scanner zur Dichtebestimmung benutzen. Wichtig dabei ist jedoch, dass die Durchlichteinheit eine hohe maximale Dichte zuläßt und dass mit 16 Bit Auflösung digitalisiert wird. Ansonsten würden die Werte zu ungenau.


    Ein Scanner misst primär immer die Transmission. Die Transmission ist definiert als der Messwert relativ zum Referenzwert. Die Messwerte verändern sich aber mit den Einstellungen im Scanprogramm. Also muss der Referenzwert mit den gleichen Einstellungen gemessen werden. Im Falle des Zonensystems wäre die Referenz ein Stück klare Emulsion, also ein Teil des Films, der nicht belichtet, aber mitentwickelt wird. Die Transmission ergibt sich dann aus: T= Messwert/Referenzwert.


    Die Dichte ist eingeführt worden, um nicht immer mit so kleinen Zahlen zu hantieren. Sie ist definiert als: D=lg(1/T); lg ist Zehnerlogarithmus.


    Die Messung in Transmission hat den Nachteil, dass die Werte ungenauer werden je höher die Schwärzung des Films wird. Die Digitalisierungsstufen des Analog-Digital-Wandlers sind ungleichmäßig verteilt. Geringe Schwärzen werden feiner unterteilt als hohe Schwärzen. Auch nimmt das Rauschen mit der Schwärze zu. Deshalb messen die echten Desitometer direkt die Dichte. Technische Details lasse ich hier erstmal weg. Für den Bereich, der beim Zonensystem wichtig ist (D= 0,0 ... 1,5), wären moderne Scanner durchaus genau genug.


    Schließlich bleibt die Frage der Eichung. Jeder Scanner hat seine eingene Charakteristik. Die Messwerte sind also nicht direkt miteinander vergleichbar. Mit einer Referenz kann man einen Umrechnungsfaktor bestimmen. Dazu braucht man einen kalibrierten Graukeil.


    Das hört sich alles erstmal kompliziert an, ist aber garnicht so schwierig. Praktisch fehlt nur ein geeignetes Auswerteprogramm und eine klare Messforschrift.


    Gruß
    Renate

    Soweit ich es aus der Literatur kenne, gelingen die Prints am Besten, wenn man sie auf Papier mit der Gradation Normal bringt. Dann scheinen die Abstufungen des Graus am gefälligsten für das Auge zu sein. Deshalb ist es am Besten, wenn man auf ein Negativ hin arbeitet, dass sich mit der Gradation Normal printen läßt. Trotzdem wird man nicht drum rum kommen, noch etwas abzuwedeln oder nachzubelichten.


    Aus diesem Grund werde ich mich in der Zukunft mit dem Zonensystem beschäftigen und deshalb habe ich mir auch für meine Mittelformatkamera, eine Mamiya RB67, Planfilmkassetten zugelegt. Einige Emulsionen, wie z.B. R3, gibt es von Kleinbild bis GF und das ist sicherlich hilfreich, denn das Eintesten dauert doch recht lang.


    Aber alles zu seiner Zeit. Erstmal muss ich mich mit der GF-Fotografie überhaupt vertraut machen und so bleibe ich zu Anfang bei der Licht- oder Objektmessung.


    Gruß
    Renate

    Hallo an alle Freunde der analogen Fotografie,


    Ich bin 45 Jahre alt und seit einigen Wochen in diesem Forum angemeldet. Hauptberuflich bin ich promovierte Physikerin und arbeite derzeit an der Uni-Münster. Mein Schwerpunkt ist die Oberflächenphysik in Verbindung mit Biophysik. In der Vergangenheit hatte ich den Schwerpunkt Astronomie und darüber kommt auch eine Verbindung zur Fotografie mit hinein.


    Als ich 1981 anfing Astronomie als Hauptfach zu studieren, war die Fotografie das gängige Mittel, Daten zu registrieren. Die elektronischen Empfänger befanden sich in ersten Versuchsstadien. Von den vielen Versuchen setzten sich letztlich nur die CCDs durch. Die waren für die Astronomen eine so große Verbesserung, dass sie sehr bald die Fotoplatten verdrängten.


    Was in der Wissenschaft von Vorteil ist, ist in der künstlerischen Fotografie aber ein großer Nachteil und daher habe ich bis heute kein Intresse daran, mein Hobby Fotografie zu digitalisieren. Ich würde viel Geld investieren, um schließlich doch nur schlechter zu sein, als ich es mit meinen bereits vorhandenen Mitteln bin.


    Für Fotografie interessiere ich mich schon seit meiner Kindheit, jedoch reichte mein Taschengeld lange nicht für eine brauchbare Kamera. So blieb mir nur das Träumen beim Betrachten von Katalogen. Mit 16 Jahren konnte ich mir eine erste Kamera, eine Praktika Nova 1B kaufen. Für mich war es das Größte. Meine Kameraden jedoch belächelten mich. Sie hatte bereits eine Minolta oder Canon. Mich störte das nicht. Wichtig ist doch das Bild, das am Ende dabei herauskommt. Da damals Schwarz-Weiß noch Standard war, lernte ich auch rasch die Dunkelkammertechnik. So einfach und provisorisch wie alles war, es machte riesigen Spaß und ich blieb dabei. Später nutzte ich das gut eingerichtete Labor in der Astronomie und lernte eine Menge neuer Techniken dazu.


    Als die Astronomie geschlossen wurde, machte ich die Fotografie wieder mehr zum Hobby. Neue Kameras kamen dazu und ein Labor bei mir zu Hause. Irgendwann machte ich den Sprung zum Mittelformat und kurz darauf wurde ich süchtig und begann vom Großformat zu träumen.


    Anfang 2004 schließlich ersteigerte ich bei E-bay eine Plaubel Junior 9x12. Aufgrund des hohen Alters der Kamera waren jedoch einige Renovierungsarbeiten notwendig. Ich zerlegte sie, wusch das alte Fett weg und frisch geölt setzte ich sie wieder zusammen. Alter Schaumstoff musste entfernt werden und alles wieder mit neuem Material lichtdicht gemacht werden. Dann ersteigerte ich noch ein Objektiv, ein Schneider Symmar S 180mm. Dann war es so weit. Im Herbst 2004 machte ich meine erste Aufnahme. Sie war ein Erfolg. Die Technik funktioniert. Jetzt muss ich nur noch lernen, die Technik künstlerisch einzusetzen. Dabei wird mir dieses Forum sicherlich hilfreich sein.


    Als Vergrößerer steht bereits ein Durst Laborator 1200 bereit, den ich sehr günstig bekommen habe. Er muss ebenfalls noch renoviert werden. Danach kann es so richtig losgehen.


    Viele Grüße an Alle
    Renate