Posts by hppruefer

    Es ist das künstlerische Verfahren, der Prozess, nicht das Produkt, das für mich zählt.

    Nur zu! Das "Produkt" können wir noch einigermaßen wahrnehmen. Bei dem Prozess wird es schon schwieriger. Im Sinne der Archäologie wissen wir oft kaum etwas über den Prozess. Also weniger Kunst?

    für den ich Weihnachtsbäume für die Webseite knipste

    Häh? Ich hatte mich ausdrücklich hinsichtlich der Werkzeuge (sic!) auf die so genannte professionelle Fotografie bezogen. Nicht auf nette Ferienjobs.

    Für mich ist es ein Unterschied, ob ich eine Skulptur aus Ton zusammensetze und modelliere oder ob ich eine Datei beim 3D-Printer in Auftrag gebe, egal ob ich dem Resultat aus 1m Abstand nicht ansehen kann, wie es entstand.

    Ja ja. Demnach sind beispielsweise die Skulpturen von Tony Cragg, die zu einem großen Anteil mit Hilfe von CNC-Fräsen angefertigt werden, also möglicherweise weniger Kunst?? Wie wichtig ist dabei die Distanz, nicht nur auf 1m Entfernung bezogen? Den Prozess, der dahintersteckt, muss ich wissen, um so ein Urteil fällen zu können. Wenn nicht ... ?


    An der Stelle bin ich Physiker. Wenn ich zwei Objekte/Effekte/wasauchimmer nicht unterscheiden kann, betrachte ich sie als sie gleich.


    Ich finde diese Diskussion zutiefst interessant. Aber ich mag den Thread jetzt wirklich nicht noch mehr kapern.

    Wer hat das den gesagt?

    Ich.

    Oder die Werbetafeln die man heute als Foto Fachpresse bezeichnet?

    Auf der Basis diverser Veröffentlichungen in den einschlägigen Fachzeitschriften. Und damit meine ich nicht Clofoto o.ä. Die interviewten - professionellen - Photographen hatten durchaus ein Faible für die so genannte analoge Technik, nur: Geld verdienen können sie damit nicht; außer vielleicht einigen extremen Künstlern, aber die leben nicht vom Tagesgeschäft.


    Es ist schade, dass Winfried B nicht mehr dabei ist. Mit ihm würde ich gerne noch einmal über photographische Werkzeuge diskutieren.

    Die Digi Kamera und Computer Produzenten?

    Worüber reden wir hier? Über Millionen Digiknipsen? Über Handyfotografie? Ich habe es schon viel zu oft geschrieben: Es geht um das Bild. Ein guter Photograph gestaltet sein Bild, ganz gleich, ob er es digital oder auf Film aufnimmt. Dieters Bilder sind das beste Beispiel dafür. Die ästhetische Qualität seiner Bilder ist vom Medium unabhängig (so wie es hier gezeigt wird). Ein Bild wird nicht werthaltiger, weil seine Erstellung besonders lange gedauert hat, und es gewinnt auch nicht an Wert, weil das Aufnahmematerial so teuer ist. Ich habe wirklich keine Lust, so genanntes analoges Arbeiten und ebenso so genanntes digitales Arbeiten gegeneinander auszuspielen. Das ist eine Diskussion um des Kaisers Bart.


    Die Fotografie entwickelt sich weiter, nicht erst seit heute. Zuerst die Daguerrotypie. Unikate, mühsam herzustellen, mit netter Quecksilbervergiftung. Also voller Einsatz des Fotografen. Sind die deshalb jetzt mehr wert als die Talbotypien, also der erste Negativ-/Positivprozess, der mehrere Abzüge von einer Aufnahme erlaubt? Ist ein Bild auf Kollodium mehr wert als ein Bild auf einer Trockenplatte? Liefert das teure Farbmaterial wertvollere Bilder als SW? Natürlich können wir zurück zu alten Techniken. Das ist absolut gerechtfertigt, unter dem Aspekt, dass man damit ein bestimmtes Ziel (welches auch immer) verfolgt.


    Und was die gerne geschmähten Computer angeht: Ich war heilfroh, als ich physikalisch-optische Berechnungen nicht mehr wie anfänglich von Hand, dann mit einer mechanischen Rechenmaschine, danach mit einem Taschenrechner, sondern schlussendlich mit einem Minicomputer durchführen durfte. Die Ergebnisse haben nicht an Wert verloren, weil ich sie viel komfortabler gewinnen konnte. Aber wer Spaß daran hat, kann ja gerne die Mondlandung mit einer mechanischen Vierspeziesmaschine durchspielen. Das geht wirklich! Und ja, ich weiß, das ist jetzt wieder ein Vergleich, der vermutlich beidfüßig hinkt.

    Das schon aufwendig.

    Das ist genau mein Punkt. Ich kenne derartige Bilder; schließlich habe ich das Linhofblatt von Anfang an bis etwa 1990 (da müsste ich nachsehen, ich bin gerade nicht zuhause) bezogen. Warum wohl haben die Photographen seinerzeit 8x10 genutzt? Wegen der Bildqualität/Auflösung! Das ist heute digital viel einfacher zu erreichen. Dieters Bildbeispiele zeigen das perfekt! Und sein Equipment ist natürlich eine Fachkamera ... nur eben kein 8x10-Monster. Sorry, aber die Technik der 50er/60er ist für den heutigen professionellen Einsatz obsolet.


    Salvatorische Klausel: Ich will weder GF-Kameras noch Filmaterial madig machen. Wir sind hier, weil uns die klassische Technik Freude bereitet.

    Der (Binokular)spiegelsucher ist im Prinzip super. Für meine optischen Verhältnisse reicht aber die Vergrößerung nicht, um auf der Mattscheibe scharfzustellen. Ich bevorzuge deshalb eine Lupe. Mit der komme ich auch besser gezielt in die dusteren Ecken. Geht sogar mit dem 72er.


    Üben geht zuhause gut. Da ist es meistens schön dunkel!


    Frage: Welches SA XL hast du? XL heißt ja normalerweise extragroßer Bildkreis; da gibt es viel Verstellweg.

    wenn die Kamera ausschwingen kann

    Ja. Gute Idee. Lasst uns Kameras noch labiler bauen, sie können ja ausschwingen. ^^ Das ist nur leider keine Einbahnstraße: Was ausschwingen kann, kann auch wieder neu angeregt werden. Das ist ganz üble Dynamik. 4x5 ist wegen der geringeren Breite weniger kritisch.


    Im Übrigen ist mein konstruktives Misstrauen primär mein Problem. Wenn das den geneigten Benutzer nicht stört, umso besser. Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass man auch mit einer Bastellösung glücklich werden kann. Es kommt immer darauf an, was man erwartet und was man benötigt (ich habs schon mal geschrieben: Bedarfsanalyse ist das Zauberwort).


    Im Übrigen ist mir der Cube unter der Kamera auch aufgefallen (daher mein Lachsmiley im anderen Faden). Der ist doch Overkill ... und viel zu stabil ! Nochmal :lol:

    Ja aber dann ist die Mitte doch weg?? :mrgreen:

    Das war der Plan: Die Mitte macht die Körper der Wanzen. Deren Größe kann man also anpassen, je nachdem wie sich die Anteile aus der gut korrigierten Mitte und der die Unschärfe produzierenden Randbereiche verteilen.


    Die Sternblende hilft beim Entwanzen des Imagons nur bedingt. Da bleibt ja immer noch das Loch in der Mitte, das die Schärfe liefert.

    Wenn man beispielsweise das berühmt/berüchtigte scharfe Kernbild des Imagon nicht haben will, baut man sich halt selbst eine Blende, die vorzugsweise die Mitte abdeckt und dafür mehr vom Rand durchlässt. Da gibt es so viel zu experimentieren!

    Ganz ohne Bosheit: Der "linke Berg" sieht schon aufgrund der andersartigen Kontraste nicht so aus wie seine rechten Gegenstücke. Das gibt Probleme bei der Wahrnehmung, die leichte Streckung geht für mich dabei unter ...

    Könnte man, aber die Wirkung dürfte eher mäßig sein. Der Trick mit den Siebblenden besteht ja gerade darin, dass sie definierte Anteile der "schlecht korrigierten" Randstrahlen des Imagon durchlassen. Das Apo Ronar ist einfach zu gut dafür ;).

    Ausnahmsweise mein Senf zu diesem ausgelutschten Thema. Wozu GF? Sollte jeder mit sich selbst ausmachen; dafür gibt es so etwas wie eine Bedarfsanalyse und den Kontakt zu Forenten, ggf mit persönlicher Begegnung.


    Mit Intrepid kann man vermutlich auch leben ... was ich für schlimmer halte, ist, dass man Kameras, gerade GF, im Grunde nur noch im Netz kaufen kann, ohne sie vorher wirklich in der Hand gehalten zu haben. Ich mach mal einen ganz abseitigen Vergleich: In meiner Umgebung gibt es einen Händler, der elektrische Roller (die großen führenscheinpflichtigen) verkauft. Probefahren kann/darf man aber nicht. Und wie bekomme ich dann raus, ob ich mit dem Ding klarkomme? Das ist mit den Kameras genauso. Wenn ich mich auf so ein Verkaufsmodell einlasse, habe ich das Risiko der Katze im Sack.

    Das Sperrholz finde ich sogar gut.

    Finde ich auch; ist außerdem Multiplex, stabil und unempfindlich, maßhaltig und hervorragend zu bearbeiten. Jedenfalls deutlich unproblematischer als Massivholz.

    Hatten sie konsequent auf 3D-Plastik verzichtet

    Das hatte mich irritiert. In dem seltsamen Video sah es so aus, als ob die Multiplexteile jetzt 3d-Druckteile geworden wären. Naja, die Materialsubstitution ist kein grundsätzliches Problem. Mir ist allerdings nicht klar, wo dabei der Vorteil sein soll. Geeignete Kunststoffe sind weder preisgünstiger noch spezifisch leichter als Multiplex, und die Fertigung halte ich technologisch für schwieriger und zeitaufwendiger als das CNC-Fräsen. Da hätte es sich eher gelohnt, die Kamera umzukonstruieren, in Richtung filigraner und wirklich leichter. Ok, ich will jetzt keine Kamera neu konstruieren (bei mir würde es auch eher eine kleine und extrem leichte Bank).

    Modellpflege ist ja im Prinzip gut. Ich habe allerdings Zweifel daran, dass die eher minimalen Verbesserungen eine Numerierung mit Mk x rechtfertigen. Ich halte diese Kamera für Murx, die Laufbodenkonstruktion sieht nach wie vor verwindungs-/biegefreudig aus. Immerhin besteht sie nominell aus Holz und Metall. Ich erinnere mich an die Bastelkamera von Bender (noch mehr Holz und "optische Bank", vielleicht so ein bisschen eine Kopie der Studienkamera von Kühn). Wenn ich mir überlege, dass die vor ca 20 Jahren rausgekommen ist, scheint mir Intrepid wenig Fortschritte gemacht zu haben.


    Dass man mit einer Intrepid sogar anständige Bilder machen kann, ist keine Frage. Was mich betrifft: Ich hätte vermutlich schon nach der ersten Intrepid entnervt aufgegeben.


    Im Übrigen habe ich den Eindruck, dass die "Influencer" auf Gedächtnisverlust bauen. Immer wieder der gleiche Sulz ... (oder: die Dummen sterben nicht aus).


    Genug Tirade. Das Thema sollte eigentlich durch sein.

    Fröhliche Freitagsgrüße,

    hp

    Bild gefällt mir, schöne Kontraste. Die unterschiedlichen Materialien kommen perfekt raus. So hätte ich es mir auch vorstellen können (aber nicht realisieren ;)) ...


    Ein bisschen Ketzerei. GF ist trotz einschlägiger Kapitel in der Literatur, z.B. Angewandte Fotografie aus dem Hause Linhof, nicht unbedingt der Goldstandard für Makrofotografie. Ich weiß, dass das einige Verfechter des Größtformats durchaus anders sehen. Aber ein Bild wie das Gezeigte mit GF/Farbfilmmaterial hinzukriegen, halte ich für extrem schwierig. Werkzeuge sollte man nach Möglichkeit für den Zweck einsetzen, für den sie gemacht sind. Deshalb finde ich es sehr sinnvoll, diese spezielle Kamerakonfiguration und ihre Möglichkeiten hier zu demonstrieren.


    Vergrößerungsobjektive sollten in Retrostellung Supermakros abgeben, wenn es nicht symmetrische Konstruktionen sind.

    Bei ordentlicher Konstruktion mit integrierten Labyrithdichtungen sollte jedoch auch ein lichtdichtes Rückteil aus dem 3D-Drucker kein Problem darstellen?

    Die Fertigung dürfte problemlos möglich sein; mit passendem Material ist es auch stabil genug. Schwierigkeiten sehe ich eher bei der Konstruktion - die Maße der neueren Plaubelplatten mit den filigranen Labyrinthen sind nicht leicht aufzunehmen. Für einen "richtigen gelernten" (also traditionellen) Maschinenbauer sollte aber auch das machbar sein!

    und bin auch schon dabei, mich hier zu entfernen

    Nur Mut! Diese Frustphase ist für das Forum typisch. ;) Ich bin vor ziemlich vielen Jahren auch mal ausgestiegen, weil ich es nicht mehr ertragen konnte - und mehr oder weniger reumütig (??) zurückgekommen. Eigentlich ist es aushaltbar; die Abschweifungen vom Thema sind ebenfalls normal. Es gibt eben viele unterschiedliche Auffassungen. Jede Jeck es anders.


    Grüße vom Rheinländer in der pöttischen Diaspora in den Hunsrück!

    hp